In der vorliegenden Arbeit soll die Frage beantwortet werden, ob über die Selbstwirksamkeit (SWE) der Erfolg von Interventionen in den Bereichen Bewegung und Ernährung vergrößert werden kann. Im ersten Kapitel wird die Rolle der SWE in verschiedenen Modellen der Verhaltensänderung beleuchtet. Im Anschluss soll im Speziellen der Einfluss der SWE als Mediator und als Moderator in verschiedenen Studien aus den Bereichen Ernährung und Bewegung betrachtet werden. Abschließend wird betrachtet, was für Methoden geeignet sind, um die SWE zu erhöhen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Selbstwirksamkeit und ihre Rolle innerhalb verschiedener Modelle
2.1 Theorie des geplanten Verhaltens und Modell der gesundheitlichen Überzeugung
2.2 Das TTM
2.3 Das HAPA-Modell
3 Studienlage zum Einfluss der SWE in Programmen
3.1 Änderungen des Bewegungsverhaltens
3.2 Änderung des Ernährungsverhaltens
3.3 Kombinierte Studien zu Ernährung und Bewegung
3.4 Förderung der SWE
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) für den Erfolg von Interventionen zur Verhaltensänderung im Bereich Ernährung und Bewegung, um die „Intention-Behaviour-Gap“ bei der Adipositasprävention zu überbrücken und Strategien zur Wirksamkeitssteigerung abzuleiten.
- Psychologische Modelle der Verhaltensänderung (HAPA, SCT, Theorie des geplanten Verhaltens)
- Einfluss der SWE als Mediator und Moderator auf Ernährung und Bewegung
- Evidenzbasierte Analyse von Interventionsstudien und deren Wirksamkeit
- Praktische Methoden zur Steigerung der Selbstwirksamkeit im Lebensstilkontext
Auszug aus dem Buch
3.4 Förderung der SWE
„Der Grundgedanke einer Förderung von SWE ist Erkenntnis durch Erleben.“ (Freyth, 2019, S.72). Ziel sollte ein positiver Erfahrungskreislauf sein (Abb.:5) mit zu bewältigenden Herausforderungen zur Stärkung des Glaubens an die eigenen Fähigkeiten (Freyth, 2019, S.75). Bengel (2020) empfiehlt hier auch Rollenspiele (Bengel, 2020, S.156). Rehn (2019) empfiehlt vier Wege, um die SWE zu fördern. Erfolgreiches Durchführen einer Handlung, das Verstärken von außen durch z.B. Therapeuten, Beobachten von Erfolgen anderer und außerdem die Förderung eines positiven, angstfreien Gefühlszustands (Rehn, 2019, S. 82ff.).
Moderiert werden diese Effekte durch die internale bzw. externale Zuschreibung des Erfolgs und auch die gefühlte Herausforderung. Das bedeutet auch, dass externe Verstärkung mit der Zeit zurückgenommen werden sollte, um die Motivation aufrecht zu erhalten. Beim beobachtbaren Verhalten kommt es dabei stark auf das Vorbild an, ob die SWE dadurch gestärkt wird (Rehn, 2019, S. 86f.). So könnte die SWE auch durch den Austausch in digitalen Gruppen, wie z.B. durch Fitnesstracker gesteigert werden, da man sich dort von der Leistung anderer motivieren lassen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Adipositas ein und benennt die sozial-kognitive Theorie (SCT) als theoretisches Fundament zur Untersuchung der Selbstwirksamkeit.
2 Die Selbstwirksamkeit und ihre Rolle innerhalb verschiedener Modelle: Hier werden lineare Modelle und Stadienmodelle gegenübergestellt, wobei der Fokus auf der Bedeutung der Selbstwirksamkeit (SWE) in Ansätzen wie dem HAPA-Modell liegt.
3 Studienlage zum Einfluss der SWE in Programmen: Dieses Kapitel analysiert empirische Belege für den Einfluss der SWE auf Bewegungs- und Ernährungsverhalten und diskutiert deren Funktion als Mediator oder Moderator.
4 Fazit: Das Fazit synthetisiert die Ergebnisse und unterstreicht die Notwendigkeit, interdisziplinäre Programme durch gezielte Förderung der Selbstwirksamkeit zu stärken.
Schlüsselwörter
Selbstwirksamkeit, SWE, Adipositas, Verhaltensänderung, HAPA-Modell, Ernährungsverhalten, Bewegungsverhalten, sozial-kognitive Theorie, Intervention, Selbstregulation, Gesundheitspsychologie, Zielbildung, Aktionsplanung, Gewichtsabnahme, Motivationsphase.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) als psychologischer Schlüsselkomponente für eine erfolgreiche und nachhaltige Änderung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind psychologische Verhaltensmodelle, der Einfluss von Selbstwirksamkeit auf die Umsetzung von Gesundheitsvorsätzen sowie die wissenschaftliche Bewertung von Interventionsprogrammen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern der Erfolg von Interventionen zur Lebensstiländerung durch die gezielte Steigerung der Selbstwirksamkeit verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Metaanalysen und empirischer Studien die Wirkung von SWE-Konzepten im Kontext des Gesundheitsverhaltens systematisch auswertet.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Modellbetrachtung, eine umfassende Analyse der Studienlage zu Bewegung und Ernährung sowie eine Diskussion über praktische Methoden zur Förderung der SWE.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Selbstwirksamkeit, HAPA-Modell, Verhaltensänderung, Adipositasprävention und Selbstregulation definiert.
Warum wird im HAPA-Modell zwischen Motivations- und Volitionsphase unterschieden?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da die Faktoren, die zur Absichtsbildung (Motivation) führen, von jenen differieren, die notwendig sind, um diese Absichten in tatsächliches Handeln (Volition) zu überführen.
Wie spielt das Umfeld bei der Förderung der SWE eine Rolle?
Das Umfeld kann durch Feedback-Systeme, digitale Begleitung oder soziale Unterstützung (z.B. durch Vorbilder) dazu beitragen, Hürden zu senken und die Erfolgserwartung des Individuums zu stützen.
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- Carina König (Author), 2021, Die Rolle der Selbstwirksamkeit bei auf Verhaltensänderung ausgelegten Bewegungs- und Ernährungsprogrammen zur Behandlung von Adipositas und Übergewicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139033