Wenn es zum Thema Serien kommt, gibt es viele unterschiedliche Herangehensweisen, um zu bestimmen, ob eine Serie gut oder schlecht ist. Dies führte mit der Zeit zu einem Seriendiskurs, der sich mit der Qualität der verschiedenen Genre auseinandersetzte. Während es zu einem Kanon des „Quality-TV“ bei Dramaserien, wie beispielsweise "Breaking Bad" oder "The Wire" kam, fiel die Kategorie der Sitcom oft aus dieser Diskussion heraus. Grund dafür sind die meist billige Produktionsweise der Vorreiter dieser Gattung, sowie die oft relativ einfache Handlung und Erzählweise. Jedoch werden diese Stereotypen den neueren Produktionen in keiner Form mehr gerecht. In dieser Arbeit wird sich aus diesem Grund der Untersuchung der typischen Stilmittel, sowie der komplexen Erzählweise einer Folge der Serie "How I Met Your Mother" gewidmet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse der Folge "The Burning Beekeeper"
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die narrativen Strukturen und typischen Stilmittel der Sitcom anhand der Folge "The Burning Beekeeper" der Serie "How I Met Your Mother", um aufzuzeigen, wie komplexe Erzähltechniken innerhalb einer konventionellen Genre-Form Anwendung finden.
- Analyse der Zopf-Dramaturgie als narratives Instrument
- Untersuchung der Flexi-Narrative und ihrer Wirkung auf den Rezipienten
- Identifikation von Sitcom-charakteristischen Merkmalen (Cold Open, Hot Switch, Reset Button)
- Dekonstruktion von Humor-Mechanismen durch zeitversetzte Kontextualisierung
- Vergleich zwischen dem Genre-Ruf und der tatsächlichen narrativen Komplexität
Auszug aus dem Buch
Die Erzählweise der Folge
Die Folge startet mit einem für eine Sitcom klassischen Cold Open, welches sich hier als Gespräch zwischen Marshall, Lily und Micky in deren Küche darstellt. Dieses Gespräch führt in die Thematik der Folge ein und ist bereits gespickt mit Andeutungen, die während des Verlaufes erneut aufgegriffen werden. Es wird bereits hier Humor durch Handlungskomik erzeugt, da Marshall erst einige Male beiläufig nach den Bienen fragt, die von Micky erwähnt werden, dieser aber erst nach einer letzten, energischeren Frage antwortet.
Die Antwort „Downstairs – there’s 10.000 bees in the basement“ (1:05), die durch ein ironisches „Well, all right,since you asked.“ (0:43) eingeleitet wird, sorgt ebenfalls für Komik, da an diesem Punkt mit den Erwartungshaltungen der Zuschauer gespielt wird. Zum ersten weiß dieser, dass Bienen normalerweise nicht im Haus gehalten werden, auf der anderen Seite kennt er bereits Micky und seine verrückten, undurchdachten Ideen (worauf auch seine Aussage „I’m a job creator.“ (0:50) anspielt) und es scheint plausibel, dass dieser Bienen im Keller hält. Dieser Umstand erweckt ein erwartungsvolles Gefühl, da eine Konfrontation seines Geschäftes mit der bald stattfindenden Party, bereits an dieser frühen Stelle unausweichlich scheint, da es sogar bereits in aller Klarheit von Lily mit der Aussage „I can only assume – and I say this with love – you are gonna ruin it.“ (0:30) ausformuliert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den typischen Stilmitteln und der Erzählweise der Sitcom anhand eines konkreten Episodenbeispiels auf.
2. Analyse der Folge "The Burning Beekeeper": Dieser Hauptteil analysiert detailliert die narrative Struktur, die Verwendung der Zopf-Dramaturgie und die sitcom-typischen Mechanismen in der gewählten Episode.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Serie durch ihre Flexi-Narrative und komplexe Erzähltechniken den Ruf des Genres als triviales Format widerlegt.
Schlüsselwörter
Sitcom, How I Met Your Mother, Zopf-Dramaturgie, Flexi-Narrative, Erzählweise, Cold Open, Handlungskomik, Serienanalyse, Television Studies, narrative Struktur, Reset Button, Genre-Konventionen, Episodenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse narrativer Stilmittel und Strukturen der Sitcom am Beispiel einer spezifischen Folge von "How I Met Your Mother".
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Erzählweise der Sitcom, die Anwendung der Zopf-Dramaturgie sowie die Flexi-Narrative des Formats.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Sitcoms über komplexe Erzähltechniken verfügen, die über den Ruf einer bloßen "billigen" Unterhaltung hinausgehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Filmanalyse, um Strukturen wie den Cold Open, den Reset Button und die Chronologie der Handlung zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Szenenanalyse, der Verknüpfung von Handlungssträngen und der Aufarbeitung der komödiantischen Elemente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sitcom, Zopf-Dramaturgie, Flexi-Narrative, Erzählweise, Handlungskomik und Serienanalyse.
Warum spielt die Folge "The Burning Beekeeper" eine besondere Rolle?
Sie dient als exemplarisches Fallbeispiel für eine untypische, zopfartige Erzählstruktur, bei der Handlungsstränge nach Räumen statt nach Charakteren sortiert sind.
Wie unterscheidet sich diese Folge von typischen Episoden der Serie?
Die Folge bricht mit dem "Third-Place"-Konzept, da sie nicht in der Stammbar MacLaren's, sondern in einem Privathaus spielt.
Was bedeutet der Begriff "Zopf-Dramaturgie" im Kontext dieser Analyse?
Es beschreibt eine Erzählweise, bei der die Handlung aus verschiedenen Räumen und Perspektiven montiert ist, anstatt einer rein linearen Chronologie zu folgen.
Was ist das Ergebnis der Analyse bezüglich des "Reset Buttons"?
Die Arbeit stellt fest, dass Ereignisse innerhalb der Episode am Ende auf null gesetzt werden, um die Kontinuität der Gesamthandlung nicht zu gefährden.
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- Master of Arts Karsten Klein (Author), 2018, Genese der Sitcom am Beispiel von "How I Met Your Mother", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139080