In unserer automatisierten, von Technologie überfluteten Welt – eine Welt, welche dieser Entwicklung eine übergeordnete Rolle zukommt lässt - scheint das körperliche Leistungsvermögen nur noch von geringer Bedeutung zu sein. Für die Bewältigung des Berufsalltags ist eine herausragende muskuläre Leistungsfähigkeit keine zwingende Voraussetzung mehr. Unser rapider technischer Fortschritt erlaubt uns, in wenigen Stunden fremde Länder zu erfliegen, Berggipfel ohne große muskuläre Beanspruchung zu erzwingen, die oberste Etage einer Skyline in Sekunden zu erreichen, sowie eine Strecke von A nach B schnellstmöglich zurückzulegen. Durch den allgemeinen Bewegungsmangel – vermindertes sich Bewegen, wie Gehen und Treppensteigen - welcher in den letzten Jahrzehnten aufgrund des technischen Wandels rasant voranschritt, sind die biologischen Gesetzmäßigkeiten vernachlässigt worden. Die adäquaten Reize für die Entwicklung und Erhaltung der Leistungsfähigkeit von Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel sowie die spezielle Leistungsfähigkeit der verschiedenen Muskelgruppen werden auf ein Minimum reduziert.
Vor allem im Kindes- und Jugendalter ist es wichtig die heranreifenden Organe und die Muskulatur förderlich zu entwickeln, um als junger, erwachsener Mensch mit optimaler körperlicher und geistiger Ausstattung dem Leben entgegentreten zu können. Bleiben diese Kraftbeanspruchungen großer Muskelgruppen aufgrund des Bewegungsmangels über längere Zeit unterhalb einer bestimmten Reizschwelle, so entstehen Funktions- und Leistungsverluste (vgl. Hollmann/ Hettinger 2000, 7F).
Neben dem technischen Wandel trägt die Situation des Sportunterrichtes im erheblichen Maße an der Verschlechterung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei. Der Beschluss der Bayerischen Staatsregierung im Jahr 1996 hat zur Folge, dass von zwei Stunden wöchentlichem Basissportunterricht und zwei Stunden differenzierter Sportunterricht nur 18 % an Hauptschulen, 9,5 %, an Realschulen, 32,5 % an Gymnasien und 77,5 % an Wirtschaftsschulen der vorgeschrieben Sollstunden abgehalten werden (Stand: Mai 1999). Weiterhin ist an berufsbildenden Schulen die Schulsportsituation äußerst bedenklich. Nur etwa eine Sportstunde ist in der Stundentafel pro Woche verankert welche nur zu 77,4 % abgehalten wird.[...]
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Situationsbeschreibung
2. Ziel der Arbeit
3. Aufbau der Arbeit
II. Theoretische Grundlagen
1. Psychophysische Kurzcharakterisierung der getesteten Altersstufen
1.1 SPÄTES SCHULKINDALTER
1.2 ERSTE PUBERALE PHASE
1.3 ZWEITE PUBERALE PHASE
2. Anthropometrische Entwicklung im Kindes- und Jugendalter
2.1 KÖRPERGRÖßE
2.2 KÖRPERGEWICHT
2.3 BODY-MASS-INDEX
2.4 BEWEGUNGSAPPARAT
2.4.1 AKTIVER BEWEGUNGSAPPARAT
2.4.2 PASSIVER BEWEGUNGSAPPARAT
2.5 KÖRPERFETT
3. Faktoren, welche die Sprungkraft beeinflussen
3.1 AUS ANTHROPOMETRISCHER SICHT
3.1.1 KÖRPERGRÖßE
3.1.2 KÖRPERGEWICHT
3.2 ÜBERSICHT DER FAKTOREN DER SPORTLICHEN LEISTUNGSFÄHIGKEIT
3.2.1 KONDITION
3.2.1.1 Kraft
3.2.1.1.1 Maximalkraft
3.2.1.1.2 Schnellkraft
3.2.1.2 Schnelligkeit
3.2.2 DIE KOORDINATION
3.3 MOTIVATION
4. Sprungkraftentwicklung im Kindes- und Jugendalter in den Kategorien Standweitsprung, Jump and Reach und Dreierhop
4.1 IM SPÄTEN SCHULKINDALTER
4.2 ERSTE PUBERALE PHASE
4.3 ZWEITE PUBERALE PHASE
III. Empirische Untersuchung
1. Zielsetzung der Arbeit und Formulierung der Hypothesen
2. Untersuchungsmethodik
2.1 VERSUCHSANORDNUNG
2.2 STICHPROBENBESCHREIBUNG
2.3 GERÄTEBESCHREIBUNG
2.3.1 HOCHSPRUNGSTÄNDER
2.3.2 BIOIMPEDENZWAAGE
2.3.3 MAGNESIUMCARBONAT
2.3.4 SCHULTURNMATTEN
2.3.5 WEITSPRUNGANLAGE
2.4 TESTBESCHREIBUNG
2.4.1 TESTARTEN
2.4.1.1 Standweitsprung
2.4.1.2 Jump and Reach
2.4.1.3 Dreierhop
2.5 ORT DER UNTERSUCHUNG
2.6 ABLAUF DER UNTERSUCHUNG
2.6.1 ERHEBUNGSBOGEN
2.6.2 AUFWÄRMEN
2.6.3 TESTREIHENFOLGE
2.7 TESTGÜTEKRITERIEN
2.7.1 HAUPTGÜTEKRITERIEN
2.7.1.1 Objektivität (Genauigkeit)
2.7.1.2 Reliabilität (Zuverlässigkeit)
2.7.1.3 Validität (Gültigkeit)
2.7.2 NEBENGÜTEKRITERIEN
2.8 STATISTISCHE AUSWERTUNG
2.8.1 DESKRIPTIVE STATISTIK
2.8.1.1 Maße der zentralen Tendenz
2.8.1.1.1 Arithmetische Mittel
2.8.1.1.2 Median
2.8.1.2 Streuungsmaße
2.8.1.2.1 Standardabweichung
2.8.1.2.2 Varianz
2.8.2 KOMPARATIVE STATISTIK
3. Darstellung der Ergebnisse
3.1 HYPOTHESE 1
3.1.1 ERGEBNISSE DER HYPOTHESE 1
3.1.1.1 Anthropometrische Messergebnisse
3.1.1.1.1 Mädchen
3.1.1.1.1.1 Körpergröße
3.1.1.1.1.2 Körpergewicht
3.1.1.1.1.3 BMI
3.1.1.1.1.4 Körperfett
3.1.1.1.2 Jungen
3.1.1.1.2.1 Körpergröße
3.1.1.1.2.2 Körpergewicht
3.1.1.1.2.3 BMI
3.1.1.1.2.4 Körperfett
3.1.1.2 Sportmotorische Messergebnisse
3.1.1.2.1 Nicht Sport treibende Schülerinnen
3.1.1.2.1.1 Standweitsprung
3.1.1.2.1.2 Jump and Reach
3.1.1.2.1.3 Dreierhop
3.1.1.2.2 Sporttreibende Schülerinnen
3.1.1.2.2.1 Standweitsprung
3.1.1.2.2.2 Jump and Reach
3.1.1.2.2.3 Dreierhop
3.1.1.2.3 Nicht Sport treibende Schüler
3.1.1.2.3.1 Standweitsprung
3.1.1.2.3.2 Jump and Reach
3.1.1.2.3.3 Dreierhop
3.1.1.2.4 Sporttreibende Schüler
3.1.1.2.4.1 Standweitsprung
3.1.1.2.4.2 Jump and Reach
3.1.1.2.4.3 Dreierhop
3.2 HYPOTHESE 2:
3.2.1 ERGEBNISSE DER HYPOTHESE 2
3.2.1.1 Anthropometrische Messergebnisse – LeichtathletInnen
3.2.1.1.1 Mädchen
3.2.1.1.1.1 Körpergröße
3.2.1.1.1.2 Körpergewicht
3.2.1.1.1.3 BMI
3.2.1.1.1.4 Körperfett
3.2.1.1.2 Jungen
3.2.1.1.2.1 Körpergröße
3.2.1.1.2.2 Körpergewicht
3.2.1.1.2.3 BMI
3.2.1.1.2.4 Körperfett
3.2.1.2 Sportmotorische Messergebnisse – LeichtathletInnen
3.2.1.2.1 Mädchen
3.2.1.2.1.1 Standweitsprung
3.2.1.2.1.2 Jump and Reach
3.2.1.2.1.3 Dreierhop
3.2.1.2.2 Jungen
3.2.1.2.2.1 Standweitsprung
3.2.1.2.2.2 Jump and Reach
3.2.1.2.2.3 Dreierhop
3.3 HYPOTHESE 3
3.4 FRÜHERE SPORTMOTORISCHE MESSERGEBNISSE
3.4.1 MÄDCHEN
3.4.1.1 Standweitsprung
3.4.1.2 Jump and Reach
3.4.1.3 Dreierhop
3.4.2 JUNGEN
3.4.2.1 Standweitsprung
3.4.2.2 Jump and Reach
3.4.2.3 Dreierhop
4. Diskussion der Ergebnisse
4.1 HYPOTHESE 1
4.1.1 VERGLEICH DER ANTROPOMETRISCHEN MESSERGEBNISSE
4.1.1.1 Schülerinnen vs. Schülerinnen mit freizeitsportlicher Betätigung
4.1.1.1.1 Körpergröße
4.1.1.1.2 Körpergewicht
4.1.1.1.3 Body Mass Index
4.1.1.1.4 Körperfett
4.1.1.2 Schüler vs. Schüler mit freizeitsportlicher Betätigung
4.1.1.2.1 Körpergröße
4.1.1.2.2 Körpergewicht
4.1.1.2.3 BMI
4.1.1.2.4 Körperfett
4.1.2 VERGLEICH DER SPORTMOTORISCHEN MESSERGEBNISSE
4.1.2.1 Schülerinnen vs. Schülerinnen mit freizeitsportlicher Betätigung
4.1.2.1.1 Standweitsprung
4.1.2.1.2 Jump and Reach
4.1.2.1.3 Dreierhop
4.1.2.2 Schüler vs. Schüler mit freizeitsportlicher Betätigung
4.1.2.2.1 Standweitsprung
4.1.2.2.2 Jump and Reach
4.1.2.2.3 Dreierhop
4.2 HYPOTHESE 2
4.2.1 VERGLEICH DER ANTROPOMETRISCHEN MESSERGEBNISSE
4.2.1.1 Schülerinnen mit freizeitsportlicher Betätigung vs. Leichtathletinnen
4.2.1.1.1 Körpergröße und Körpergewicht
4.2.1.1.2 BMI und Körperfett
4.2.1.2 Schüler mit freizeitsportlicher Betätigung vs. Leichtathleten
4.2.1.2.1 Körpergröße und Körpergewicht
4.2.1.2.2 BMI und Körperfettanteil
4.2.2 VERGLEICH DER SPORTMOTORISCHEN MESSERGEBNISSE
4.2.2.1 Schülerinnen mit freizeitsportlicher Betätigung vs. Leichtathletinnen
4.2.2.1.1 Standweitsprung
4.2.2.1.2 Jump and Reach
4.2.2.1.3 Dreierhop
4.2.2.2 Schüler mit freizeitsportlicher Betätigung vs. Leichtathleten
4.2.2.2.1 Standweitsprung
4.2.2.2.2 Jump and Reach
4.2.2.2.3 Dreierhop
4.3 HYPOTHESE 3
4.3.1 VERGLEICH DER ANTROPOMETRISCHEN MESSERGEBNISSE VON SCHÜLER INNEN VON FRÜHER UND HEUTE
4.3.1.1 Körpergröße und Körpergewicht der Schülerinnen
4.3.1.2 Körpergröße und Körpergewicht der Schüler
4.3.2 VERGLEICH DER SPORTMOTORISCHEN MESSERGEBNISSE VON SCHÜLER INNEN VON FRÜHER UND HEUTE
4.3.2.1 Schülerinnen
4.3.2.1.1 Standweitsprung
4.3.2.1.2 Jump and Reach
4.3.2.1.3 Dreierhop
4.3.2.2 Schüler
4.3.2.2.1 Standweitsprung
4.3.2.2.2 Jump and Reach
4.3.2.2.3 Dreierhop
5. Zusammenfassung
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Stand der sportlichen Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern im Alter von 10 bis 19 Jahren, insbesondere im Bereich der Sprungkraft (Standweitsprung, Jump and Reach, Dreierhop). Die Forschungsfrage zielt darauf ab, Leistungsunterschiede zwischen trainierten und untrainierten Probanden sowie Einflüsse durch regelmäßiges Leichtathletiktraining aufzuzeigen und diese mit historischen Daten zu vergleichen.
- Leistungsanalyse der Sprungkraft in Abhängigkeit vom Trainingsstatus.
- Anthropometrische Entwicklung im Kindes- und Jugendalter (BMI, Körperfett).
- Vergleich zwischen aktuellen Messdaten und Ergebnissen von vor ca. 25 Jahren.
- Einfluss von außerschulischem Sport auf die physische Leistungsfähigkeit.
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Körperbau und motorischer Leistung.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Körpergröße
Vergleicht man die Entwicklung der heutigen Kinder mit der der vorangegangenen Generationen, so ist aus Beobachtungen und Untersuchungen der letzten Jahrzehnte das säkulare Akzelerationsphänomen bekannt, d.h. die Entwicklung der Kinder schreitet schneller voran. (vgl. Demeter 1981, 15-16). Vollzieht sich aber die Entwicklung im Verhältnis zur Entwicklungsnorm verzögert, wird von Retardierung gesprochen (vgl. Weineck 2002, 403).
Besonders deutlich tritt die Entwicklung der Körpergröße in der Pubertät in Erscheinung. Vergleicht man die Körpergrößenwerte bei 11-Jährigen Jungen im Zeitraum von 1880 bis 1976, so beträgt die Differenz im Mittel 12,8 cm und bei den 13Jährigen sogar 17,2 cm. Diese enorme Differenz, vor allem bei den 13Jährigen, ist durch die Vorverlegung der Pubertät bedingt (Crasselt/Forchel/Stemmler 1985, 107). Der Wachstumsunterschied wird durch die nachfolgende Tabelle verdeutlicht.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel beschreibt die Ausgangslage der heutigen, technologisch geprägten Welt und deren negative Auswirkungen auf das körperliche Leistungsvermögen im Kindes- und Jugendalter, verschärft durch die mangelnde Situation im Sportunterricht.
II. Theoretische Grundlagen: Hier werden die psychophysischen Entwicklungsstufen, anthropometrische Grundlagen sowie die beeinflussenden Faktoren der Sprungkraft (Kondition, Koordination, Motivation) detailliert erläutert.
III. Empirische Untersuchung: Dieser Teil definiert die Zielsetzung, die verwendeten Messmethoden (Versuchsaufbau, Testarten) und die statistische Auswertungsbasis der Untersuchung.
3. Darstellung der Ergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten zu den drei Hypothesen in Bezug auf anthropometrische und sportmotorische Parameter für Mädchen und Jungen detailliert aufbereitet.
4. Diskussion der Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die gefundenen Ergebnisse interpretiert und kritisch im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen sowie im Vergleich zu historischen Daten analysiert.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die wesentlichen Erkenntnisse der Untersuchung zur körperlichen Entwicklung und Sprungkraft zusammen.
6. Ausblick: Der Ausblick formuliert Anforderungen an Politik, Gesellschaft und Sportpädagogik, um die sportliche Aktivität und Lebensqualität junger Menschen nachhaltig zu verbessern.
Schlüsselwörter
Sprungkraft, Standweitsprung, Jump and Reach, Dreierhop, Anthropometrie, Body-Mass-Index, Körperfettanteil, Pubertät, säkulare Akzeleration, sportliche Leistungsfähigkeit, Kondition, Koordination, Schulsport, Leichtathletik, Jugendforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Unterschiede in der sportlichen Leistungsfähigkeit im Bereich der Sprungkraft zwischen trainierten und untrainierten Schülern und Schülerinnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die anthropometrische Entwicklung (Größe, Gewicht, BMI) und die motorische Leistungsfähigkeit in verschiedenen Altersstufen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den aktuellen Stand der Sprungkraft zu ermitteln und diesen sowohl zwischen verschiedenen Aktivitätsgruppen als auch mit Daten von vor 25 Jahren zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine empirische Feldstudie, bei der sportmotorische Tests (Standweitsprung, Jump and Reach, Dreierhop) und anthropometrische Messungen durchgeführt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Entwicklung, die detaillierte Darstellung der Testergebnisse und deren Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprungkraft, Anthropometrie, BMI, Akzeleration und sportliche Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen.
Warum ist der Vergleich mit historischen Daten relevant?
Er dient dazu, das Phänomen der säkularen Akzeleration zu beleuchten und Veränderungen im Leistungsvermögen heutiger Schülergenerationen aufzuzeigen.
Was unterscheidet Leichtathleten von anderen Schülern?
Die Leichtathleten bilden eine Vergleichsgruppe, die in der Regel bessere anthropometrische Werte und eine höhere sportliche Leistungsfähigkeit aufweist.
- Quote paper
- Diplom Handelslehrer Norbert Wittmann (Author), 2007, Unterschiede der Leistungsfähigkeit im Sprungbereich von untrainierten und trainierten Schülerinnen und Schülern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113927