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Jungen - Das starke Geschlecht? Eine Untersuchung der Benachteiligungsdebatte im Koedukationsdiskurs

Title: Jungen - Das starke Geschlecht? Eine Untersuchung der Benachteiligungsdebatte im Koedukationsdiskurs

Examination Thesis , 2007 , 82 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sascha Rudolf (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Summary Excerpt Details

Die internationalen Schulleistungstest haben zum Teil erschreckende Ergebnisse zu Tage gefördert und haben dem deutschen Schulsystem erhebliche Mängel nachgewiesen.
Neben der sozialen Ungerechtigkeit wurden vor allem die schlechten Leistungen hervorgehoben. Die Benachteiligung der Geschlechter kam jedoch nur selten zur Sprache. Ein Blick in die Klassenzimmer genügt aber bereits um festzustellen, dass die Jungen immer mehr in schulische Abseits geraten. Diese Arbeit befasst sich daher mit dieser Benachteiligung der Jungen im deutschen Schulsystem. Exemplarisch sind PISA, TIMSS, IGLU und LAU verglichen worden, um zu zeigen, wie stark die Jungen ins Hintertreffen geraten und dass sie auf lange Sicht " den Kürzeren ziehen werden". Doch woher kommt diese Abseitsstellung und wie beeinflusst sie das Verhalten und die Entwicklung der Schüler? Haben die weiblichen Schüler oder die Lehrkräfte einen Anteil daran und wie stark ist diese Beeinflussung? Solche und andere Fragen zu beantworten hat sich diese Arbeit zum Ziel gesetzt.
Dabei scheint es wichtig zunächst das Selbstkonzept der Kinder zu untersuchen und im Anschluss daran die Beeinflussung der Institution Schule und der Lehrkräfte ins Augenmerk zu nehmen.
Abschließend wird prägnant erklärt, inwiefern eine Koedukation heute noch sinnig ist oder ob eine Monoedukation nicht doch angebrachter ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRENDE WORTE

2. UNTERSUCHUNG DER BENACHTEILIGUNGSDEBATTE IM KOEDUKATIONSDISKURS

2.1 DER HISTORISCHE VERLAUF DER KOEDUKATION IM RÜCKBLICK

2.2 DAS FORSCHUNGSFELD: KOEDUKATION

2.3 DIE ABGEHÄNGTEN JUNGEN – ERGEBNISSE DER NATIONALEN UND INTERNATIONALEN LEISTUNGSMESSUNGSTESTS.

2.3.1. Geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede in der Grundschule

2.3.1.1. Erste Erhebungen an Grundschulen

2.3.1.2 Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung

2.3.2 Geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede in der Sekundarstufe I

2.3.2.1 Die Hamburger Lernausgangslage (LAU)

2.3.2.2 Die Third International Mathematics and Science Study

2.3.2.3 Das Programme for International Student Assessment

2.3.3 Geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede in der Sekundarstufe II

2.3.3.1 Die Third International Mathematics and Science Study

2.4 ANALYSE DER LEISTUNGSKURSWAHLEN DER JUNGEN IN DER GYMNASIALEN OBERSTUFE

2.5 VOM FÄCHERSPEZIFISCHEN SELBSTKONZEPT UND INTERESSE DER JUNGEN IM VERGLEICH MIT DEN MÄDCHEN

2.5.1 Geschlechtsspezifische Interessengebiete

2.5.2 Das fächerspezifische Selbstkonzept im Vergleich

2.6 DER EINFLUSS DER LEHRER UND LEHRERINNEN AN DER ENTWICKLUNG DER PERSÖNLICHEN IDENTITÄT DER JUNGEN IM KONTEXT DER SCHULISCHEN SOZIALISATION

2.7 VOM SELBSTBILD, DER BERUFSPLANUNG UND DEN LEBENSVORSTELLUNGEN DER JUNGEN

3. BINNENDIFFERENZIERUNG. EINE CHANCE FÜR MÄDCHEN- UND JUNGENSTUNDEN?

3.1 MÄDCHENSTUNDEN – JUNGENSTUNDEN

3.2 KOEDUKATION – WIE STEHEN MÄDCHEN UND JUNGEN DAZU?

4. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Debatte über die vermeintliche oder tatsächliche Benachteiligung von Jungen im heutigen Schulwesen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob Jungen in koedukativen Bildungseinrichtungen strukturell benachteiligt werden und welche Rolle dabei fachspezifische Interessen, Selbstkonzepte sowie das Interaktionsverhalten von Lehrkräften spielen.

  • Analyse nationaler und internationaler Schulleistungsstudien (PISA, TIMSS, IGLU, LAU) im Geschlechtervergleich.
  • Untersuchung von Leistungskurswahlen und fachspezifischen Interessen von Jungen und Mädchen in der gymnasialen Oberstufe.
  • Betrachtung der Bedeutung des Selbstkonzepts und der Identitätsentwicklung im Kontext schulischer Sozialisation.
  • Reflexion des Einflusses von Lehrkräften und der damit verbundenen Stereotypisierung im Unterricht.
  • Diskussion von Binnendifferenzierung und getrennten Unterrichtsformen (Mädchen- und Jungenstunden) als pädagogische Handlungsoptionen.

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Geschlechtsspezifische Leistungsunterschiede in der Grundschule

Bezüglich der Leistungsuntersuchung von Mädchen und Jungen im Grundschulalter gibt es relativ wenig zur Verfügung stehendes Material. Einen Versuch zur Hebung solcher Unterschiede führten Tiedemann und Faber6 im Zeitraum von 1990 bis 1994 durch. Dabei testeten sie 47 Mädchen und 56 Jungen aus städtischen Vorschulen hinsichtlich ihrer kognitiven Lernvoraussetzungen und Fähigkeiten. Im Anschluss daran setzten sie die „Entwicklungsdynamik der mathematischen Leistungen“ mit den Leistungsbeurteilungen im Fach Deutsch in Beziehung. Nach Ablauf der vier Grundschuljahre wurden die Schulleistungen der Kinder mittels Schulleistungstest sowie Lehrereinschätzung erhoben. Hier war eine hohe Deckungsrate der Schulleistungstest und der Lehrereinschätzung erkennbar (Stürzer 2003: S. 88 f.).

Dabei stellten Tiedemann und Faber fest, dass im Vorschulalter keine signifikanten Unterschiede bezüglich der allgemeinen kognitiven Leistungen, der sprachlichen oder der visuellen Fähigkeiten zu verzeichnen waren. Daher sind die Autoren der Untersuchung der Meinung, dass beide Geschlechter beim Start ihre Schullaufbahn dieselben Voraussetzungen haben. Für die Grundschulzeit – gemittelt über alle Jahrgänge – kommen sie zu dem Ergebnis, dass die Mädchen den Jungen im Hinblick auf die Deutschleistungen überlegen sind, während im Fach Mathematik keine der beiden Gruppen einen Vorsprung aufbauen konnten. Im Einzelnen ist jedoch ein leichter Vorsprung der Mädchen gegenüber den Jungen in der ersten Klasse zu verzeichnen, der sich jedoch im weiteren Verlauf der Grundschule relativierte. Gegen Ende der vierten Klasse erzielten beide Geschlechter ein gleiches Niveau. Die Unterschiede waren zu gering um signifikant zu sein (Stürzer 2003: S. 91 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRENDE WORTE: Die Einleitung beleuchtet die einseitige Ausrichtung der bisherigen Geschlechterforschung auf Mädchen und begründet die Notwendigkeit, Jungen als ebenfalls bildungsbenachteiligte Gruppe in den Fokus der schulpädagogischen Debatte zu rücken.

2. UNTERSUCHUNG DER BENACHTEILIGUNGSDEBATTE IM KOEDUKATIONSDISKURS: Dieses Kapitel gibt einen historischen Rückblick auf die Koedukation und analysiert intensiv Ergebnisse nationaler und internationaler Leistungstests (u.a. PISA, TIMSS, LAU) sowie die Entwicklung geschlechtsspezifischer Interessen und Selbstkonzepte.

3. BINNENDIFFERENZIERUNG. EINE CHANCE FÜR MÄDCHEN- UND JUNGENSTUNDEN?: Es wird diskutiert, ob getrennte Unterrichtseinheiten (Mädchen- und Jungenstunden) als Form der Binnendifferenzierung zur Identitätsförderung und zum Abbau von Stereotypen beitragen können.

4. RESÜMEE: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Jungen zwar in einigen Bereichen leistungsschwächer sind, dies aber nicht als generelle Benachteiligung zu werten ist, und plädiert für eine reflexive Koedukation statt einer Rückkehr zur strikten Trennung.

Schlüsselwörter

Koedukation, Geschlechterforschung, Jungenarbeit, Mädchenstunden, Schulleistung, PISA-Studie, TIMSS, Selbstkonzept, Identitätsentwicklung, Schulsozialisation, Leistungskurswahl, Bildungsbenachteiligung, Reflexive Koedukation, Geschlechterstereotype, Geschlechterdifferenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Situation von Jungen im heutigen Bildungssystem und hinterfragt die verbreitete Debatte um deren Benachteiligung vor dem Hintergrund des koedukativen Schulalltags.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf schulische Leistungsvergleiche, die Wahl von Leistungskursen, die Rolle von Geschlechterstereotypen bei der Identitätsbildung und die Effekte von getrennten Unterrichtsformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, ob man von einer generellen Benachteiligung der Jungen im Schulwesen sprechen kann und wie Bildungsinstitute mit den unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen der Geschlechter umgehen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und forschungsbasierte Analyse, die bestehende nationale und internationale Vergleichsstudien, pädagogische Fachliteratur und empirische Erhebungen kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung von Leistungsdaten verschiedener Schulstufen, eine Analyse der Kurswahlmotive in der Oberstufe, sowie eine pädagogische Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der geschlechtshomogenen Förderung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Koedukation, Geschlechterdifferenz, Schulleistung, Jungenarbeit, Identitätskonstruktion und reflexive Pädagogik.

Warum ist das Thema "Mädchenstunden" im Kontext der Jungenförderung relevant?

Die Autorin diskutiert Mädchen- und Jungenstunden als komplementäre pädagogische Ansätze der Binnendifferenzierung, um geschlechtstypische Verhaltensmuster zu reflektieren und den Kindern Freiräume zur Identitätsbildung außerhalb starrer Stereotypen zu bieten.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich der "Jungen-Benachteiligung"?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine generelle Benachteiligung der Jungen nicht haltbar ist; vielmehr zeigt sie auf, dass beide Geschlechter unter einseitigen gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen leiden und eine differenzierte, reflexive Koedukation notwendig ist.

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Details

Title
Jungen - Das starke Geschlecht? Eine Untersuchung der Benachteiligungsdebatte im Koedukationsdiskurs
College
University of Hannover
Grade
2,0
Author
Sascha Rudolf (Author)
Publication Year
2007
Pages
82
Catalog Number
V113931
ISBN (eBook)
9783640138265
ISBN (Book)
9783640138456
Language
German
Tags
Jungen Geschlecht Eine Untersuchung Benachteiligungsdebatte Koedukationsdiskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Rudolf (Author), 2007, Jungen - Das starke Geschlecht? Eine Untersuchung der Benachteiligungsdebatte im Koedukationsdiskurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113931
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