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Die Bedeutung der Medien-Zeit

Ein Definitionsversuch

Title: Die Bedeutung der Medien-Zeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Marg (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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1. Einleitung
„Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken ja darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit.“ (Ende 1973: 57)

Die Medienlandschaft hat sich innerhalb der Jahre stark gewandelt. Die Bereichen der Medientechnik und des Medienmarktes verändern sich laufend. Stichworte wie die Erfindung des Buchdrucks, des Fernsehens, des Internets oder Multimedia zeigen die rasante Entwicklung auf. Die Medien bestimmen dadurch immer mehr unser Empfin-den von Zeit und haben Einfluss auf die individuelle Zeitgestaltung in unserer Gesell-schaft. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit eines Medien-Zeit-Begriffes. Aber wie stark kann die Medien-Zeit auf die Zeitgestaltung des Individuums und dessen beste-henden Zeitbegriff einwirken?
Der Versuch einer Definition von „Zeit“ wird zeigen, dass der Begriff aus vielen Blickwinkel betrachtet werden kann und muss. Zahlreiche wissenschaftliche Diszip-linen setzten sich und setzen sich noch heute mit der Untersuchung des Phänomens Zeit auseinander. Aus dieser Problematik ergibt sich die Frage, ob es DIE objektive Zeit gibt? Durch Wiederholung und Etablierung von Routine zu standardisierten Pro-zeduren entwickeln sich Institutionen der Zeit. Die institutionalisierten Zeitmuster bilden Bezugssysteme, nach denen sich Individuen verlässlich in der Zeit orientieren können.
Um das Zusammenspiel von Medien und Zeit genauer untersuchen zu können, wird zunächst auch der Medien-Begriff geschärft. Aus dem vorhandenen Wissen versuche ich dann einen Begriff der Medien-Zeit zu konzepieren. Außerdem werde ich die da-zugehörigen Dispositive definieren und ausführen.
Welchen Sinn erfüllen die zeitlichen Mediendispositive für den Rezipienten bzw. was tragen Medien zur Individualzeit bei? Und können diese eine Verschiebung der alt-bewerten Institutionen der Zeit verursachen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die „Zeit“

2.1 Lexikalische Definition von Zeit

2.2 Verständnis von „Zeit“

2.3 Ein Definitionsversuch

2.4 Institutionen der Zeit

3 Die „Medien“

4 Medien-Zeit

5 Dispositive der Medien-Zeit

5.1 Dauer und Geschwindigkeit

5.2 Sequentielle Struktur von Medien

5.3 Zeitliche Perspektive von Medien

6 Sinn der Medien-Zeit

6.1 Zeitliche Strukturierung

6.2 Zeitliche Relativierung

7 Neue Institutionen der Zeit

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Zusammenspiel zwischen Medien und Zeit. Das primäre Ziel ist es, den Begriff der Medien-Zeit zu schärfen, die entsprechenden medialen Dispositive zu definieren und zu analysieren, welchen Sinn diese zeitlichen Strukturen für den Rezipienten haben und wie sie bestehende gesellschaftliche Zeitinstitutionen beeinflussen oder verschieben können.

  • Konzeptualisierung des Medien-Zeit-Begriffs
  • Analyse der zeitlichen Dimensionen von Medien (Dispositive)
  • Untersuchung der Mediennutzung als Instrument zur Zeitgestaltung
  • Wechselwirkung zwischen medialen Zeitstrukturen und individueller Lebenszeit

Auszug aus dem Buch

5.1 Dauer und Geschwindigkeit

Im lexikalischen Sinne bezeichnet die Dauer eine abgrenzbare Zeitspanne, eine lange Zeit oder auch den Bestand, das Fortbestehen.

Die Geschwindigkeit wird als zeitliche Änderung des Ortes eines Körpers und als Verhältnis von zurückgelegtem Weg zu der dazu gebrauchten Zeit bezeichnet. (Vgl. www.wissen.de) Bezeichnet Dauer nun die Maßeinheit von abgrenzbaren Einheiten, so könnte die Geschwindigkeit das Maß für die Verkettung dieser Teile. Dies deutet auf die enge Zusammenhang der Geschwindigkeit mit der Dauer hin. Denn je kürzer die Dauer aufeinander folgender medialer Formen ist, um so höher ist ihre Geschwindigkeit. Diese Seite der Dauer ist die messbare objektive Dauer einer Mediennutzung oder –wahrnehmung. Die Dauer und deren Verknüpfungen werden in chronometrischen Einheiten gemessen und lassen sich so direkt von der materiellen Seite der Medien-Zeit ableiten.

Dauer und Geschwindigkeit unterliegen darüber hinaus der individuellen Zeitwahrnehmung. Aus der Antike kommt die Vorstellung eines „Zeitpfeils“. In Form gerichteter Zeit schlägt die Zukunft ständig in die Vergangenheit um, während der Zeitpunkt des Umschlagens die Gegenwart ist. Dieser objektive Zeitpfeil kann nun vom Individuum verändert werden, indem durch dessen Zeitwahrnehmung das Geschehene langsamer oder schneller abläuft. (Vgl. Hickethier 2002: 112)

Auch über die Art und Anwendung der sequentiellen Struktur in einem Film wird versucht eine eigene Geschwindigkeit zu konstruieren und über eine Art Schnittgeschwindigkeit Spannung zu generieren. So benutzte bereits Alfred Hitchcock 70 Einstellungen in nur 45 Sekunden seiner legendären Dusch- Mordszene in „Psycho“, während ein durchschnittlicher Unterhaltungsspielfilm insgesamt nur ca. 600 Einstellungen aufweist. (Vgl. Beck 1994: 210) Ein Kinofilm wird vom Konsumenten somit nicht nach der chronometrischen Dauer in Minuten, sondern nach der individuellen Dauer des Films bewertet, welche in der kompletten Sphäre von „langweilig“ bis „atemberaubend“ verlaufen kann. Der Unterhaltungswert von Kino- oder Fernsehfilmen basiert demnach geradezu auf der Ungleichwertigkeit von chronometrischer und individueller Dauer. (Vgl. Beck 1999: 78)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema der Medien-Zeit und die Relevanz einer Untersuchung der zeitlichen Beeinflussung des Individuums durch Medien.

2 Die „Zeit“: Theoretische Auseinandersetzung mit Zeitbegriffen, von physikalischen Definitionen bis hin zu philosophischen und soziologischen Zeitverständnissen.

3 Die „Medien“: Definition des Medienbegriffs als Schichtung aus Technik, Dispositiv und symbolischer Form.

4 Medien-Zeit: Untersuchung der Uhrzeit als spezifisches Medium der Zeit, das gesellschaftliche Zeitvorstellungen und Wahrnehmungen vermittelt.

5 Dispositive der Medien-Zeit: Analyse der zeitlichen Anordnungen (Dauer, Geschwindigkeit, sequentielle Struktur, zeitliche Perspektive), die Medien ausformen.

6 Sinn der Medien-Zeit: Erörterung der Anwendung medialer Dispositive durch Individuen zur Zeitstrukturierung und zeitlichen Relativierung.

7 Neue Institutionen der Zeit: Betrachtung der Entstehung einer zweiten Generation von Zeitgebern durch mediale Prozesse.

8 Fazit: Zusammenfassende Feststellung, dass eine enge Definition der Medien-Zeit aufgrund des ständigen Austausches zwischen medialer Technik und individueller Nutzung nicht sinnvoll ist.

Schlüsselwörter

Medien-Zeit, Zeitwahrnehmung, Mediennutzung, Zeitgestaltung, Dispositive, kategoriale Zeit, Individualzeit, Synchronisierung, Beschleunigung, Institutionen der Zeit, Dauer, Geschwindigkeit, sequentielle Struktur, Aktualität, Periodizität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wechselseitigen Beziehung zwischen Medien und Zeit. Sie untersucht, wie Medien unsere Zeitwahrnehmung prägen und wie Individuen Medien nutzen, um ihre eigene Zeit in einem gesellschaftlichen Kontext zu gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Zeit und Medien, das Konzept der Medien-Zeit, die zeitlichen Dispositive der Medien sowie die Rolle von Medien bei der Strukturierung und Relativierung von Zeit im Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist die Konzeptualisierung eines Medien-Zeit-Begriffs und die Analyse der Mechanismen, durch die Medien als Zeitgeber fungieren und das individuelle Zeiterleben sowie soziale Zeitstrukturen beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Synthese medien- und zeittheoretischer Ansätze verschiedener Disziplinen, um den Einfluss von Medientechniken auf gesellschaftliche und individuelle Zeitkonzepte zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der Zeit- und Medienbegriff geschärft. Danach werden die zeitlichen Dispositive (Dauer, Geschwindigkeit, Sequenzierung, Perspektive) von Medien analysiert und deren Anwendung durch das Individuum zur Strukturierung und Relativierung von Zeit untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Medien-Zeit, Zeit-Dispositive, soziale Institutionen der Zeit, Individualzeit, Synchronisierung sowie die Unterscheidung zwischen habitueller und ritualisierter Mediennutzung.

Inwiefern beeinflussen Medien die Unterscheidung zwischen "Zeitnot" und "Langeweile"?

Medien dienen als Werkzeuge zur Überbrückung unstrukturierter Zeitspannen, um Langeweile zu vermeiden. Gleichzeitig werden sie eingesetzt, um durch Intensivierung Zeit zu sparen oder zu verdichten, um dem gesellschaftlichen Druck der "Zeitnot" zu begegnen.

Welche Rolle spielt die Fernbedienung in diesem Kontext?

Die Fernbedienung ist ein Beispiel für die gesteigerte Zeitautonomie des Mediennutzers. Durch Techniken wie Switching, Zapping und Grasing können vorgegebene Zeitstrukturen des Programms aufgelöst und zu einem individuellen Zeitplan zusammengesetzt werden.

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Details

Title
Die Bedeutung der Medien-Zeit
Subtitle
Ein Definitionsversuch
College
University of Münster  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
Seminar Medien-Raum-Zeit
Grade
2,0
Author
Julia Marg (Author)
Publication Year
2004
Pages
30
Catalog Number
V113943
ISBN (eBook)
9783640147076
ISBN (Book)
9783640147205
Language
German
Tags
Bedeutung Medien-Zeit Medien-Raum-Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Marg (Author), 2004, Die Bedeutung der Medien-Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113943
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