In dieser Arbeit werden die beiden Romane „Tanz der Tiefseequalle“ und „GIPS oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ im Hinblick auf die ausgewählten Kriterien Figurendarstellung und Bildlichkeit überprüft. Es gilt herauszufinden, ob die beiden Romane diese Kriterien aufweisen und somit als gute Kinder- und Jugendliteratur gelten können.
Es gibt zahlreiche Kinder- und Jugendliteratur. Der deutsche Jugendliteraturpreis zeichnet jedes Jahr die besten Kinder- und Jugendliteratur aus. Das Thema gibt den Anlass, zu untersuchen, anhand welcher Bewertungskriterien Kinder- und Jugendliteratur ausgewählt wird. Doch was zeichnet gute Kinder- und Jugendliteratur aus? Es soll dargestellt werden, wie die pädagogischen und literarischen Ansichten der Bewertung von Kinder- und Jugendliteratur zueinander stehen. Zudem wird präsentiert, wie sich diese Ansichten entwickelt haben und welche Kriterien aktuell von Bedeutung sind. Gleichzeitig wird die Entwicklung des deutschen Jugendliteraturpreises in Hinsicht auf die Bewertungskriterien geschildert. Die Kritikerjury des deutschen Jugendliteraturpreises benutzt eine Vielzahl an Kriterien. In diese Arbeit sollen besonders die Kriterien Figurendarstellung und Bildlichkeit fokussiert werden. Diese beiden sind wichtige Kriterien, da sie formal-ästhetische Funktionen besitzen und dementsprechend von literarischer Qualität sind. Findet eine gute Figurendarstellung statt, fällt es dem Leser leicht, sich mit der Figur zu identifizieren und Empathie für die Figur zu entwickeln, weshalb dieses Kriterium ausgewählt wurde. Die Bildlichkeit bietet sich zum Analysieren an, da sie ermöglicht, einen individuellen Rezeptionsprozess beim Leser zu entfalten. Zudem besitzen sprachliche Bilder eine wirkungsästhetische Funktion.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Auswahl von Kinder- und Jugendliteratur
2.1 Literarische Wertung
2.2 Literarische Wertung im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur
2.3 Kriterien für die Auswahl guter Kinder- und Jugendliteratur
3. Zwei ausgewählte Kriterien
3.1 Definition Figurendarstellung
3.2 Definition Bildlichkeit
4. Ausgewählte Bücher für gute Kinder- und Jugendbücher
4.1 Der Jugendroman Tanz der Tiefseequalle von Stefanie Höfler
4.1.1. Kriterium der Figurendarstellung
4.1.2 Kriterium der Bildlichkeit
4.2 Der Roman GIPS oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte von Anna Woltz
4.2.1 Kriterium der Figurendarstellung
4.2.2 Kriterium der Bildlichkeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bewertungskriterien für Kinder- und Jugendliteratur im historischen Wandel und fokussiert dabei auf die Analyse der Kriterien "Figurendarstellung" und "Bildlichkeit" in zwei aktuellen Jugendromanen, um deren Eignung als hochwertige Literatur zu beurteilen.
- Historische Entwicklung der Bewertungskriterien für Kinder- und Jugendliteratur
- Bedeutung der Figurendarstellung für den Identifikations- und Rezeptionsprozess
- Funktionsweise und ästhetische Wirkung von Bildlichkeit in literarischen Texten
- Literarische Analyse der Romane "Tanz der Tiefseequalle" und "GIPS oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte"
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Kriterium der Figurendarstellung
Die Hauptfiguren in dem Roman „Tanz der Tiefseequalle“ sind die zwei Jugendlichen Sera und Niko, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Sie gehen zusammen in eine Klasse. Sera, Marko und Melinda bilden eine Clique. Sera ist sehr beliebt und selbstbewusst im Gegensatz zu Niko, der übergewichtig ist und deshalb ständig in der Klasse von Seras Freunden gedemütigt wird und somit in der Klasse der Außenseiter ist. Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Niko und Sera von einem Ich-Erzähler erzählt. Das Besondere daran ist, dass, wenn ein Thema aus der Sicht von Sera aufgegriffen wird, anschließend der Leser aus der Perspektive von Niko die gleiche Situation geschildert bekommt.
Aus Seras Perspektive wird eine Situation beispielsweise wie folgt erzählt: „Marko glotzt komisch, Niko nimmt Anlauf und macht eine Arschbombe, total überraschend. Marko schluckt echt viel Wasser und ich muss lachen.“ (Höfler 2017: 29) Mit der Aussage ist das Kapitel beendet. Das nächste Kapitel knüpft direkt aus der Sichtweise von Niko auf dasselbe Geschehen an: „Exakt eine Viertelsekunde nachdem ich die Arschbombe punktgenau neben Marko gelandet habe und eine Sekunde bevor ich wieder mit dem Kopf über Wasser auftauche frage ich mich, warum ich das gemacht habe […].“ (ebd.: 30) Durch diese Erzählweise ist es dem Leser möglich sich in beide Figuren hineinzuversetzen und er bekommt die individuellen Gedankengänge der beiden Figuren vermittelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz der Untersuchung von Bewertungskriterien für Kinder- und Jugendliteratur vor und führt in die zentralen Analysepunkte Figurendarstellung und Bildlichkeit ein.
2. Auswahl von Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der literarischen Wertung und beschreibt den historischen Wandel der Kriterien, hin zu einer stärkeren Betonung ästhetischer Qualität.
3. Zwei ausgewählte Kriterien: Hier werden die methodischen Kernbegriffe Figurendarstellung und Bildlichkeit auf Basis des Metzler Lexikons für Literatur definiert und für die Analyse operationalisiert.
4. Ausgewählte Bücher für gute Kinder- und Jugendbücher: Dieses Kapitel enthält die praktische Analyse der Romane "Tanz der Tiefseequalle" und "GIPS" im Hinblick auf die beiden gewählten Kriterien.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt, dass beide Romane aufgrund ihrer ästhetischen Qualitäten als gute Kinder- und Jugendliteratur einzustufen sind.
Schlüsselwörter
Kinderliteratur, Jugendliteratur, Literaturkritik, Figurendarstellung, Bildlichkeit, literarische Wertung, Rezeptionsprozess, ästhetische Qualität, Tanz der Tiefseequalle, GIPS, Stefanie Höfler, Anna Woltz, Jugendliteraturpreis, Scheidung, Mobbing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, anhand welcher Kriterien Kinder- und Jugendliteratur als "gut" bewertet wird und wie sich diese Bewertungsmaßstäbe historisch verändert haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Literaturkritik, dem Stellenwert ästhetischer Gestaltung und der Analyse von Figurendarstellung sowie Bildlichkeit in aktuellen Jugendromanen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, ob die Romane "Tanz der Tiefseequalle" und "GIPS" die Kriterien Figurendarstellung und Bildlichkeit in einem Maße erfüllen, das sie als hochwertige Kinder- und Jugendliteratur qualifiziert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, basierend auf Definitionen und Kriterienkatalogen (z.B. Metzler Lexikon für Literatur), um die narrativen und sprachlichen Mittel der untersuchten Romane zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Kriterien sowie die anschließende Analyse der zwei ausgewählten Romane unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Figurengestaltung und bildhaften Sprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie literarische Wertung, Figurendarstellung, Bildlichkeit, ästhetische Qualität und die Analyse spezifischer aktueller Jugendromane.
Inwiefern spielt der Perspektivwechsel in "Tanz der Tiefseequalle" eine Rolle für die Figurendarstellung?
Durch den stetigen Wechsel zwischen den Ich-Perspektiven von Sera und Niko erhält der Leser tiefe Einblicke in die individuellen Gedankengänge beider Figuren, was Empathie und eine realistische Darstellung fördert.
Welche symbolische Bedeutung haben Scherben und Gips im Roman "GIPS"?
Die Scherben symbolisieren die durch die Trennung der Eltern verletzten Gefühle der Protagonistin, während der Gips als Metapher für den Wunsch nach Heilung der zerbrochenen Familie fungiert.
- Quote paper
- Jennifer Korus (Author), 2019, Auswahl von Kinder- und Jugendliteratur. "Tanz der Tiefseequalle" von Stefanie Höfler und "GIPS oder Wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte" von Anna Woltz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139644