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Sozialraumorientierte Arbeit in der Straffälligenhilfe

Title: Sozialraumorientierte Arbeit in der Straffälligenhilfe

Research Paper (undergraduate) , 2016 , 23 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Master of Science Benjamin Reingruber (Author)

Social Work
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Soziale Arbeit zeichnet sich meist durch eine klientenzentrierte Arbeitsweise aus. Sozialräumliche Ansätze nehmen somit eine Sonderstellung in der sozialarbeiterischen Praxis ein, da zunächst nicht nur eine Person oder bestimmte Zielgruppe, sondern ein bestimmter Sozialraum betrachtet wird, da individuelle Probleme auch vom sozialräumlichen Kontext abhängig sind. Die Interventionsmöglichkeiten in diesen sozialen Räumen sind dabei vielfältig.

Deutlich weniger Möglichkeiten bieten Arbeitsfelder, die in einem Zwangskontext stattfinden. Besonders stark tritt dies im Bereich des Strafvollzugs auf. Aufgrund der freiheitsentziehenden Maßnahmen ist hier der Kontakt zum ursprünglichen Lebensumfeld des Gefangenen besonders beeinträchtigt. Sozialräumliches Arbeiten stellt während der Haft und bei der Haftentlassung eine zentrale Rolle für die Eingliederung des Gefangenen dar. Ein Schlüsselbegriff ist hierbei das so genannte Übergangsmanagement. Übergangsmanagement ist eine Form des Case Managements, dass eine möglichst reibungslose Wiedereingliederung und Resozialisierung des Betroffenen ermöglichen soll. Diese Verzahnung verschiedener Hilfen scheint bisher nur unzureichend realisiert zu sein. Die Seminararbeit soll in diesem Rahmen klären, welchen Beitrag sozialräumliches Arbeiten für die Resozialisierung verurteilter Straftäter leisten kann. Die konkrete Fragestellung lautet daher: Wie kann sozialräumliches Arbeiten im Rahmen des Übergangsmanagements die Resozialisierung verurteilter Straftäter ermöglichen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Themeneingrenzung

2. Strafvollzug

2.1 Strukturelle Bedingungen

2.2 Psychosoziale Situation der Gefangenen

3. Übergangsmanagement

3.1 Begriffsklärung

3.2 Ziele und Aufgaben

3.3 Zielgruppe und beteiligte Organisationen

4. Sozialraumorientierte Netzwerkarbeit im Strafvollzug

4.1 Grundlagen sozialraumorientierter Netzwerkarbeit

4.2 Maßnahmen

5. Kritik

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht den Beitrag sozialraumorientierter Ansätze innerhalb des Übergangsmanagements zur erfolgreichen Resozialisierung straffällig gewordener Menschen. Dabei wird analysiert, wie trotz der restriktiven Strukturen des Strafvollzugs soziale Netzwerke gestärkt und eine reibungslose Wiedereingliederung in die Gesellschaft gefördert werden können.

  • Strukturelle Rahmenbedingungen und psychosoziale Belastungen im Strafvollzug.
  • Konzeptionelle Grundlagen des Übergangsmanagements als Form des Case Managements.
  • Methodische Anwendung der Sozialraumorientierung und Netzwerkarbeit in der Straffälligenhilfe.
  • Praktische Interventionsmöglichkeiten: Arbeit mit Angehörigen, Vollzugslockerungen und ehrenamtliches Engagement.
  • Kritische Reflexion der Umsetzungshindernisse bei der Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Arbeit mit Angehörigen

Eine Unterbringung in einer Justizvollzugsanstalt geht immer mit einem Abbruch sozialer Kontakte und Beziehungen einher. Der Strafvollzug stellt somit eine sehr familienfeindliche Situation dar, die eine aktive Partner- oder Elternschaft extrem einschränken können (vgl. insgesamt Kawamura-Reindl & Schneider, 2015, S. 304).

Obwohl Angehörige im Vollzug meist eher als Störfaktor betrachtet werden, spielen sie für die Resozialisierungsbestrebungen der Anstalt eine entscheidende Rolle. Daher ist es notwendig die Angehörigen als einen gleichberechtigten Bündnispartner in der sozialpädagogischen Arbeit zu akzeptieren (ebd. S. 305).

Grundsätzlich haben Gefangene die Möglichkeit einige Stunden im Monat Besuch zu empfangen. Zusätzlich ist ein überwachter Briefkontakt zu Menschen außerhalb der Anstalt möglich. Er stellt meist die einzige Möglichkeit der Informationsvermittlung nach Draußen dar, da Telefongespräche meist nur in Ausnahmefällen gestattet werden. Sozialräumliche Arbeit versucht daher den persönlichen Kontakt zwischen Angehörigen und Inhaftierten zu festigen.

Der sozialräumliche Aspekt der Arbeit mit Angehörigen soll den Erhalt familiärer Kontakte fördern. Zu diesem Zweck werden von Justizvollzugsanstalten regelmäßige Angebote wie zum Beispiel Ehe- und Familienseminare angeboten. Diese finden im Rahmen von Sonderbesuchen, Gruppenangeboten, Elternkursen oder Familientherapeutischen Gesprächen statt und werden nicht auf die regulären Besuchszeiten angerechnet (ebd. S. 313).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Themeneingrenzung: Die Arbeit führt in die Bedeutung sozialraumorientierter Ansätze für die Straffälligenhilfe ein und definiert die zentrale Forschungsfrage zur Resozialisierung im Rahmen des Übergangsmanagements.

2. Strafvollzug: Dieses Kapitel analysiert die strukturellen Gegebenheiten des deutschen Strafvollzugs und beleuchtet die gravierenden psychosozialen Belastungen, die durch den Entzug der persönlichen Freiheit entstehen.

3. Übergangsmanagement: Es werden der Begriff sowie die Ziele des Übergangsmanagements als Form des Case Managements erläutert, um die Notwendigkeit einer Verzahnung vollzugsinterner und -externer Hilfen zu verdeutlichen.

4. Sozialraumorientierte Netzwerkarbeit im Strafvollzug: Das Kernkapitel erörtert theoretische Ansätze zur Sozialraumorientierung und Netzwerkarbeit und überträgt diese auf konkrete Maßnahmen wie die Einbindung von Angehörigen, Vollzugslockerungen und ehrenamtlichen Strukturen.

5. Kritik: Der Autor beleuchtet kritisch bestehende Hindernisse bei der Umsetzung des Übergangsmanagements, insbesondere strukturelle Mängel und ein oft vorherrschendes Sicherheitsdenken in Justizvollzugsanstalten.

6. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass eine erfolgreiche Resozialisierung durch eine verbesserte Abstimmung von Unterstützungsleistungen und eine stärkere Präsenz sozialer Akteure in den Anstalten realisiert werden muss.

Schlüsselwörter

Strafvollzug, Sozialraumorientierung, Übergangsmanagement, Resozialisierung, Netzwerkarbeit, Soziale Arbeit, Vollzugslockerungen, Straffälligenhilfe, Empowerment, Wiedereingliederung, Case Management, Justizvollzugsanstalt, Ehrenamt, Angehörigenarbeit, soziale Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung sozialraumorientierter Methoden und der Netzwerkarbeit innerhalb des deutschen Strafvollzugs, um die Wiedereingliederung von Inhaftierten zu verbessern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den strukturellen Bedingungen des Vollzugs, dem Konzept des Übergangsmanagements, der Bedeutung sozialer Netzwerke sowie konkreten Maßnahmen wie Lockerungen und ehrenamtlichem Engagement.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, wie sozialraumorientiertes Arbeiten im Rahmen des Übergangsmanagements die Resozialisierung von verurteilten Straftätern konkret ermöglichen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eigene Erfahrungen aus der ehrenamtlichen Tätigkeit, um die sozialarbeiterischen Handlungsansätze kritisch zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Lebenssituation in Haft, die Definition des Übergangsmanagements, die Darstellung sozialräumlicher Interventionsmöglichkeiten und eine kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Umsetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialraumorientierung, Übergangsmanagement, Resozialisierung und Netzwerkarbeit geprägt.

Warum ist die Einbindung von Angehörigen so entscheidend?

Da der Strafvollzug oft als "familienfeindlich" wahrgenommen wird, hilft der Erhalt familiärer Bindungen dabei, eine stabile Anbindung an das soziale Umfeld außerhalb der Haft zu sichern, was die Rückfallquote senken kann.

Was macht den Freigang für die Resozialisierung besonders wertvoll?

Der Freigang ermöglicht es Gefangenen, tagsüber außerhalb der Anstalt einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, was die soziale Integration fördert und eine realistischere Vorbereitung auf das Leben nach der Haft bietet als vollzugsinterne Maßnahmen.

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Details

Title
Sozialraumorientierte Arbeit in der Straffälligenhilfe
College
University of Applied Sciences Gera-Eisenach
Course
Gruppen- und Gemeinwesenarbeit
Grade
1,8
Author
Master of Science Benjamin Reingruber (Author)
Publication Year
2016
Pages
23
Catalog Number
V1139895
ISBN (eBook)
9783346515612
ISBN (Book)
9783346515629
Language
German
Tags
Sozialraumorientierung Straffälligenhilfe Strafvollzug
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Science Benjamin Reingruber (Author), 2016, Sozialraumorientierte Arbeit in der Straffälligenhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139895
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