Suizid im Alter. Ursachen, Motive und Netzwerkarbeit als Präventionsmöglichkeit


Hausarbeit, 2014

12 Seiten, Note: ohne


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1 Definition von Alter
2.2 Definition von Suizid

3. Suizid im Alter

4. Ursachen und Motive
4.1 Psychische Erkrankungen
4.1.1 Depressionen
4.1.2 Demenz
4.1.3 Alkoholismus
4.2 Körperliche Erkrankungen
4.3 Soziale Bedingungen
4.3.1 Familienstatus
4.3.2 Konflikte mit Anderen
4.3.3 Isolation und Einsamkeit
4.3.4 Ökonomische Aspekte

5. Netzwerkarbeit als Mittel zur Prävention
5.1 Was ist Netzwerkarbeit?
5.2 Wie Netzwerkarbeit präventiv wirken kann

6. Fazit

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen des Moduls 16.3.4 „Interdisziplinäre Betrachtungen des Lebenslaufs: Fokus Erwachsene und alte Menschen - Soziologie“ wurden unter anderem die Themen Probleme und Perspektiven des Alterns behandelt. Diese Arbeit beschäftigt sich mit Suizid im Alter und stellt die Frage nach Ursachen und Motiven. Des Weiteren soll die Netzwerkarbeit als Möglichkeit der Prävention betrachtet werden. Zunächst müssen hierzu die Begriffe Alter und Suizid definiert werden. Anschließend sollen die Ursachen und Motive untersucht für Suizid im Alter untersucht werden. Letztlich soll die Netzwerkarbeit dahingehend geprüft werden, ob sie ein geeignetes Mittel zur Prävention von Suizid im Alter darstellt.

2. Definitionen

An dieser Stelle sollen, als Basis für diese Arbeit, erst einmal die Begriffe Alter und Suizid definiert werden.

2.1 Definition von Alter

Gemäß Duden ist mit dem Begriff „Alter“ u.a. der letzte Lebensabschnitt eines Menschen gemeint.1. Dieser Lebensabschnitt dehnt sich weiter aus und beträgt heute etwa 30 Jahre resultierenden aus der längeren Lebenserwartung und des früheren Renteneintrittsalters eines Menschen.2 Diese Arbeit bewegt sich in der Lebensphase in der „[…] beginnende funktionale Einschränkungen, ernsthafte gesundheitliche Einschränkungen / Pflegebedürftigkeit, Tod des / r Partners / in, Einzug in eine besondere Wohnform […]3 erfahren werden.

2.2 Definition von Suizid

Der Begriff Suizid stammt vom lateinischen „sui cadere“ oder „sui cidium“ ab und bedeutet „sich töten“ bzw., „Selbsttötung“.4

In der Psychologie, Medizin und Soziologie gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für den Suizid, welche sich in den Definition leicht unterscheiden. Es werden unterschiedliche Betrachtungen auf die Wertefreiheit des Begriffes oder die Freiwilligkeit gesetzt. Andere Begriffe sind beispielsweise Freitod (ist der Tod wirklich freiwillig?), Selbstmord (kann man sich wirklich selbst ermorden?) und Selbsttod (wertefreier). Der Suizid ist ein vom Menschen selbst gewollter Akt in dem sich ein Mensch durch Selbstverletzung oder durch Medikamentenmissbrauch das Leben nimmt.5 6

3. Suizid im Alter

Nach Untersuchungen aus dem psychologischen und psychotherapeutischen Bereich mit Menschen, die einen Suizidversuch hinter sich haben, ist festzustellen, dass die Suizide im Alter ernstgemeinter und erfolgreicher sind. Jeder Versuch soll ernstgenommen werden, jedoch ist die wirkliche Sterbeabsicht bei älteren Menschen um ein vielfaches höher als bei jüngeren Menschen. Die Rate der älteren Menschen, die nach einem ersten Suizidversuch weitere Versuche unternehmen und schließlich „erfolgreich“ suizidieren ist 20mal so hoch, als bei jüngeren Menschen.7 Des Weiteren ist zu sagen, dass die Zahl der Suizide mit zunehmendem Alter stetig ansteigt (vgl. Abb. 1)

Abb. 1 : Suizide je 100.000 Einwohner nach Alter und Geschlecht (1998)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe (o. J.): Volkskrankheit Depression, o. O: o. V, o. S

4. Ursachen und Motive

Ursachen und Motive für den Suizid können sich aus psychischen, körperlichen und sozialen Bedingungen herausbilden. Diese sollen im Folgenden betrachtet werden.

4.1 Psychische Erkrankungen

4.1.1 Depressionen

Die psychische Erkrankung mit dem höchsten Suizidrisiko ist die Depression. Depressionen machen sich durch eine mindestens zwei Wochen lange Verstimmung bemerkbar, wobei diese bei älteren Menschen durch andere Krankheiten überdeckt werden kann, z. B. Demenz. In der klinischen Praxis wird unter drei verschiedenen Formen der Depression unterschieden. Die reaktive Depression (als Reaktion auf Lebensereignisse), die neurotische Depression (auch als Reaktion, jedoch länger andauernd) und die psychotische Depression (schlagartig). Während akuten Phasen der psychotischen Depression ist die Suizidgefahr am größten. Bei älteren Menschen tritt am häufigsten die reaktive Depression, auf Grund ihrer Lebensbedingungen, auf.8

4.1.2 Demenz

Neben der Depression ist Demenz die zweithäufigste Krankheit bei älteren Menschen, jedoch ist diese die Hauptursache für Pflegebedürftigkeit. Der Mensch verliert bei einer Demenz Nervenzellen, was dazu führt, dass das Gedächtnis beeinträchtigt wird. Suizide auf Grund von Demenz werden oft als unbeabsichtigte Suizide bezeichnet, da z. B. das Vergessen von Nahrungsaufnahme oder Medikamenteneinnahme zum Tod führt.9

4.1.3 Alkoholismus

Ein Drittel der Suizide wird von alkoholkranken Menschen begangen und mehr als die Hälfte der Suizide wird unter Alkoholeinfluss begangen. Die Gefahr des Alkoholismus bei älteren Menschen kann sich aus psychischen Krankheiten oder sozialen Veränderungen ergeben.10

4.2 Körperliche Erkrankungen

Mit zunehmendem Alter treten körperliche Erkrankungen auf. Körperliche Krankheiten gelten nur selten als alleiniger Suizidgrund. Zu den körperlichen Erkrankungen kommen in der Regel noch soziale Veränderungen hinzu. Nur lebensbedrohliche Krankheiten stellen möglicherweise einen alleinigen Suizidgrund dar. Besonders Erkrankungen die mit starken Schmerzen verbunden sind, können Suizid fördern wirken. Tritt zu der körperlichen Erkrankung eine Depression auf steigt das Suizidrisiko.11

4.3 Soziale Bedingungen

4.3.1 Familienstatus

Auffallend beim Familienstatus ist, dass Suizid häufiger bei Alleinstehenden auftritt. Scheidungen, Verwitwung aber auch Veränderungen an intimen Beziehungen können Auslöser für Suizid sein.12

4.3.2 Konflikte mit Anderen

Neben Verlusten können auch Veränderungen in Beziehungen zu anderen Menschen Gründe für einen Suizid hervorbringen. Auseinandersetzungen in der Familie etwa können Menschen zu einem Suizidversuch verleiten.13

4.3.3 Isolation und Einsamkeit

Unterschieden wird hier zwischen Isolation (Menge und Quantität) der Sozialkontakte) und Einsamkeit (Qualität der Sozialkontakte). Isolation kann bedeuten, dass z. B. das Kind eines Menschen weit weg zieht. Dies muss aber nicht unbedingt bedeutet, dass die Qualität der Beziehung zu einem Einsamkeitsgefühl führt. Auch der Eintritt in die Rente kann zu Isolation und anschließend zur Einsamkeit führen. Auch hier spielen psychische Erkrankungen auf das subjektive Empfinden eine erhebliche Rolle.14

4.3.4 Ökonomische Aspekte

Die Veränderung von ökonomischen Faktoren auf einen Menschen lässt sich nicht befriedigend mit Suizid in Verbindung bringen. Jedoch kann ein gutverdienender Mensch, welcher plötzlich mit viel weniger finanziellen Mitteln leben muss, ein verstärktes Suizidverhalten haben. Wiederum spielen hier aber auch die psychischen und körperlichen Erkrankungen mit rein.15

5. Netzwerkarbeit als Mittel zur Prävention

Nachdem nun die Definitionen geklärt, Motive und Ursachen untersucht wurden und Gründe eines Suizides benannt worden sind, soll an dieser Stelle ein Blick auf die Netzwerkarbeit als Mittel zur Prävention von Suizid im Alter gelegt werden.

5.1 Was ist Netzwerkarbeit?

Aus den Ergebnissen der Netzwerkforschung der 1950er ist die Netzwerkarbeit hervorgegangen. Die Netzwerkarbeit soll Menschen sozial integrieren und somit für Rückhalt in z. B. Notsituationen geben. In der Netzwerkforschung wird das Netzwerk eines Menschen in folgende Typen unterteilt:

- Primäre oder mikrosoziale Netzwerke beinhalten Beziehungen innerhalb der Familie, der Verwandtschaft, der Freunde und der Nachbarschaft. Diese sind, in der Regel face-to-face Beziehungen.
- Sekundäre oder makrosoziale Netzwerke beinhalten Beziehungen zum Bildungssystem, zum Arbeitsplatz und zu Freizeiteinrichtungen.
- Tertiäre oder mesosoziale Netzwerke beinhalten Beziehungen zu Selbsthilfegruppen und Dienstleistern.

[...]


1 Vgl. Duden (o. J.): Alter, das., o.O.: o. V., o. S.

2 Vgl. Naegele, Gerhard: Alter. In: Otto, Hans-Uwe / Thiersch, Hans (Hrsg.) (2011): Handbuch Soziale Arbeit, 4., völlig neu bearbeitete Auflage, München: Ernst Reinhardt, GmbH & Co KG, 34 ff

3 Vgl. Naegele 2011. 34

4 Vgl. Vergiftungen – Fuhrmeister, Anna Charlotte (2005): Panoramawechsel der letzten Jahrzehnte. Ereignisse einer Literaturstudie, Bad Oldesloe: o. V., 56

5 Vgl. Gesundheitsberichterstattung des Bundes (o. J.): Definition Suizid, o. O.: o. V. , o.S

6 Vgl. Dorrmann, Wolfram (2009): Suizid – Therapeutische Interventionen bei Selbsttötungsabsichten, 6., aktualisierte Auflage, Stuttgart: J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, 29 ff

7 Vgl. Teising, Martin (1992): Alt und Lebensmüde: Suizidneigung bei älteren Menschen, München: E. Reinhardt, GmbH & Co, Verlag, 26 f

8 Vgl. Leder, Christoph Maria (1998): Über den Umgang mit suizidalen älteren Menschen, Regensburg: S. Roderer Verlag, 41 ff

9 Vgl. Leder 1998, 44

10 Vgl. Leder 1998, 45

11 Vgl. Leder 1998, 46ff

12 Vgl. Leder 1998, 49

13 Vgl. Leder 1998, 50

14 Vgl. Leder 1998, 51 ff

15 Vgl. Leder 1998, 52 ff

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Suizid im Alter. Ursachen, Motive und Netzwerkarbeit als Präventionsmöglichkeit
Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Veranstaltung
Interdisziplinäre Betrachtungen des Lebenslaufs: Fokus Erwachsene und alte Menschen - Soziologie
Note
ohne
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V1140017
ISBN (eBook)
9783346516411
Sprache
Deutsch
Schlagworte
suizid, alter, ursachen, motive, netzwerkarbeit, präventionsmöglichkeit
Arbeit zitieren
Stefan Rahlmann (Autor:in), 2014, Suizid im Alter. Ursachen, Motive und Netzwerkarbeit als Präventionsmöglichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140017

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