Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich verschiedener Theorien über das Bewusstsein und einer Synthese dieser, um in der Folge methodologische Kriterien zu entwickeln, um künstlichen Systemen Bewusstseinsgehalte zuzuschreiben. Um eine möglichst aussagekräftige Antwort zu formulieren, wird zunächst auf das Problem der Zuschreibung von Bewusstsein als solches eingegangen, um anhand der aufgezeigten Problematiken einen akzentuierten Bewusstseinsbegriff zu definieren, welcher es erlaubt, einen methodologischen Ansatz für Zuschreibungsmechanismen bei Maschinen zu finden.
Inhaltsverzeichnis
- Das “Other Minds” - Problem
- Das Problem des phänomenalen Bewusstseins
- Das Zugangsbewusstsein
- Exkurs: Ein Einblick in die KI - Forschung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, wie man feststellen kann, ob eine Maschine bewusst ist. Um eine zufriedenstellende Antwort zu finden, wird zunächst das Problem der Zuschreibung von Bewusstsein analysiert, um auf dieser Grundlage einen akzentuierten Bewusstseinsbegriff zu definieren. Dieser Begriff soll dann als Grundlage für einen methodologischen Ansatz dienen, der es ermöglicht, Bewusstseinsmechanismen bei Maschinen zu identifizieren.
- Das Problem der Zuschreibung von Bewusstsein
- Das "Other Minds" - Problem
- Die Unterscheidung zwischen phänomenalem und Zugangsbewusstsein
- Die Rolle des Zugangsbewusstseins bei der Zuschreibung von Bewusstsein bei Maschinen
- Einblick in die aktuelle Forschung im Bereich der künstlichen Intelligenz
Zusammenfassung der Kapitel
Das “Other Minds” - Problem
Dieses Kapitel befasst sich mit dem Problem, wie man Bewusstsein bei anderen Lebewesen erkennen kann. Es wird die Schwierigkeit aufgezeigt, Bewusstseinszustände anhand von äußeren Merkmalen, wie Mimik, zu erkennen. Das Problem wird im Kontext des "Other Minds" - Problems diskutiert und ein skeptisches Szenario nach Descartes vorgestellt, in dem die Möglichkeit besteht, dass alle Lebewesen, inklusive Menschen, bewusstseinsleere Zombies sind.
Das Problem des phänomenalen Bewusstseins
Dieses Kapitel befasst sich mit dem subjektiven Erlebnischarakter von bewussten mentalen Zuständen, auch bekannt als "phänomenales Bewusstsein". Das Beispiel der Fledermaus von Thomas Nagel wird herangezogen, um die Unmöglichkeit zu verdeutlichen, sich den subjektiven Erlebnisgehalt anderer Lebewesen vollständig vorzustellen. Es wird auch das "hard problem of consciousness" von David Chalmers eingeführt, das die Frage nach der Entstehung und dem subjektiven Charakter des phänomenalen Bewusstseins als ein unlösbares Problem darstellt.
Das Zugangsbewusstsein
Dieses Kapitel führt das Konzept des "Zugangsbewusstseins" nach Ned Block ein, das sich von dem phänomenalen Bewusstsein unterscheidet. Es werden drei Bedingungen vorgestellt, die erfüllt sein müssen, damit ein mentaler Zustand Gegenstand des Zugangsbewusstseins ist. Es wird argumentiert, dass das Zugangsbewusstsein ein verlässlicher Ansatzpunkt für die Zuschreibung von Bewusstsein bei Maschinen ist.
Schlüsselwörter
Bewusstsein, Zuschreibung, "Other Minds" - Problem, phänomenales Bewusstsein, Zugangsbewusstsein, "hard problem of consciousness", künstliche Intelligenz, Bewusstseinsforschung bei Maschinen, Methodologie.
Häufig gestellte Fragen
Können Maschinen ein Bewusstsein entwickeln?
Die Arbeit untersucht methodologische Kriterien, um künstlichen Systemen Bewusstseinsgehalte zuzuschreiben, wobei zwischen verschiedenen Bewusstseinsformen unterschieden wird.
Was ist das "Other Minds"-Problem?
Es beschreibt die philosophische Schwierigkeit, sicher festzustellen, ob andere Wesen (oder Maschinen) tatsächlich ein Innenleben haben oder lediglich so agieren, als ob (Zombie-Szenario).
Was unterscheidet phänomenales Bewusstsein von Zugangsbewusstsein?
Phänomenales Bewusstsein bezieht sich auf das subjektive Erleben ("Wie es sich anfühlt"), während Zugangsbewusstsein die Verfügbarkeit von Informationen für kognitive Prozesse beschreibt.
Was ist das "Hard Problem of Consciousness"?
Nach David Chalmers ist dies die Frage, warum und wie physische Prozesse im Gehirn überhaupt subjektive Erlebnisse (Qualia) hervorrufen.
Warum ist Zugangsbewusstsein für die KI-Forschung relevant?
Da phänomenales Erleben bei Maschinen schwer nachweisbar ist, bietet das Zugangsbewusstsein einen verlässlicheren methodologischen Ansatzpunkt für die Zuschreibung von Bewusstsein.
- Arbeit zitieren
- Gordon Welzel (Autor:in), 2020, Intelligente Technologien. Die Zuschreibung von Bewusstsein bei Maschinen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140385