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Solvency II – eine große Herausforderung für die Versicherungswirtschaft?

Titel: Solvency II – eine große Herausforderung für die Versicherungswirtschaft?

Bachelorarbeit , 2007 , 45 Seiten , Note: 1,00

Autor:in: Daniela Unger (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Rahmenbedingungen für Versicherungsunternehmen haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Die Versicherungsbranche war gekennzeichnet von volatilen Kapitalmärkten, sinkenden Zinsen, einer steigenden Zahl von Großschäden und der beschleunigten Deregulierung des Versicherungsmarktes. Folge dieser Marktveränderungen war eine sinkende Eigenkapitalbasis vieler Versicherungsunternehmen, wodurch die Solvabilität einiger Versicherer gefährdet war. Unter dem Begriff Solvabilität (abgeleitet vom französischen Wort solvabilité für Zahlungsfähigkeit bzw. Solvenz) versteht man die Fähigkeit eines Versicherungsunternehmens, die durch den Abschluss von Versicherungsverträgen eingegangenen Verpflichtungen erfüllen zu können. Damit Versicherungsunternehmen trotz dieser schwierigen Bedingungen auch weiterhin eine ausreichende Eigenkapitalausstattung gewährleisten können, wurde Anfang des Jahres 2000 das Projekt Solvency II initiiert. Mit diesem neuen Aufsichtsmodell sollen die bisherigen Solvabilitätsrichtlinien modernisiert und neue Kapitalanforderungen für Versicherungsunternehmen bestimmt werden. Gemäß Solvency II sind die Risiken von Versicherungsunternehmen umfassend, realistisch und zeitnah darzustellen und mit ausreichend Eigenkapital zu unterlegen, immer vor dem Hintergrund eine hohe Sicherheit für Versicherungsnehmer zu gewährleisten. Demnach richtet sich die Eigenkapitalanforderung von Versicherungsunternehmen durch Solvency II nicht mehr nach der Höhe der eingenommenen Prämien, sondern nach den tatsächlichen Risiken. Eine weitere Intention von Solvency II ist die europaweite Vereinheitlichung nationaler Aufsichtssysteme. Die europäische Kommission strebt dabei eine maximale Harmonisierung (‚level playing field') an, welche Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der europäischen Union so weit wie möglich vermeidet und ergänzende Regelungen der Einzelstaaten überflüssig macht. Im Juli 2007 wurde von der EU-Kommission nach mehrjähriger Vorarbeit ein Richtlinienentwurf für das neue Solvabilitätssystem vorgelegt, bis 2010 sollen die neuen Regelungen endgültig in Kraft treten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 PROBLEMSTELLUNG

1.2 AUFBAU UND ABGRENZUNG DER ARBEIT

2 AUSGANGSSITUATION FÜR DIE ERSTELLUNG VON SOLVENCY II

2.1 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR VERSICHERUNGSUNTERNEHMEN

2.2 GRÜNDE FÜR DIE NOTWENDIGKEIT EINES NEUEN AUFSICHTSMODELLS

2.3 CHRONOLOGIE BIS ZUR ENTWICKLUNG VON SOLVENCY II

2.3.1 Müller-Report

2.3.2 Wesentliche Änderungen durch Solvency I

2.4 DIE VIER STUFEN DES LAMFALUSSY-VERFAHRENS

3 RISIKEN VON VERSICHERUNGSUNTERNEHMEN UND INHALTE VON SOLVENCY II

3.1 DARSTELLUNG DER RISIKOSITUATION VON VERSICHERUNGSUNTERNEHMEN

3.2 BESCHREIBUNG DER INHALTE VON SOLVENCY II

3.3 VERGLEICH ZWISCHEN SOLVENCY II UND BASEL II

3.3.1 Gemeinsamkeiten der neuen Aufsichtsmodelle

3.3.2 Unterschiede zwischen Basel II und Solvency II

4 ERLÄUTERUNG DER AUSWIRKUNGEN VON SOLVENCY II AUF DAS VERSICHERUNGSGESCHÄFT

4.1 AUSWIRKUNGSSTUDIEN VON CEIOPS (QIS)

4.1.1 Feldstudie 1 (QIS 1)

4.1.2 Feldstudie 2 (QIS 2)

4.1.3 Feldstudie 3 (QIS 3)

4.2 BEDEUTUNG VON SOLVENCY II FÜR DIE LEBENSVERSICHERUNG

4.3 RÜCKVERSICHERUNG UND SOLVENCY II

5 INTERNATIONALE MODELLE ZUR MESSUNG DER SOLVABILITÄT

5.1 VERSCHIEDENE ARTEN VON STANDARDMODELLEN

5.2 DARSTELLUNG VON INTERNATIONALEN STANDARDMODELLEN

5.2.1 Deutschland: GDV-Modell

5.2.2 Niederländisches Modell

5.2.3 Großbritannien: Enhanced Capital Requirements/Individual Capital Adequacy Standards

5.2.4 Schweiz: Swiss Solvency Test

5.2.5 USA: Risk Based Capital System

5.3 ANFORDERUNGEN AN INTERNE MODELLE

6 SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Herausforderungen und Auswirkungen der Einführung von Solvency II auf die Versicherungswirtschaft. Ziel ist es, die Gründe für das neue Aufsichtssystem zu identifizieren, die Funktionsweise von Solvency II zu erläutern und dessen Auswirkungen sowie die internationalen Ansätze zur Solvabilitätsmessung kritisch zu beleuchten.

  • Grundlagen und rechtliche Rahmenbedingungen der Versicherungsaufsicht
  • Struktur und Zielsetzungen von Solvency II
  • Vergleich zwischen Solvency II und Basel II
  • Analyse der CEIOPS-Feldstudien (QIS 1-3)
  • Darstellung internationaler Standardmodelle zur Solvabilitätsberechnung

Auszug aus dem Buch

3.1 Darstellung der Risikosituation von Versicherungsunternehmen

Die verschiedenen Risiken, denen Versicherungsunternehmen ausgesetzt sind, können in der nachstehenden Abbildung wie folgt zusammengefasst und erläutert werden:

Das Marktpreisrisiko bedeutet, dass ein Versicherungsunternehmen einen Verlust aufgrund einer negativen Preisänderung einer Kapitalanlage durch Entwicklungen von zugrunde liegenden Marktrisikofaktoren unter Unsicherheit erwirtschaften könnte. Es umfasst das Zinsänderungs-, Wechselkurs- und Aktienkursrisiko. 25

Das Kreditrisiko besteht aus zwei Risikokomponenten: Einerseits aus dem Adressenrisiko, welches Unternehmensanleihen, Hypotheken und sonstige Forderungspositionen betrifft und neben dem Risiko, dass Schuldner auf Grund von Konkurs zahlungsunfähig werden, auch das Risiko, dass sich durch eine Einstufung der Kunden in eine schlechtere Ratingklasse der Creditspread erhöht und dadurch der Marktwert der Anleihe reduziert wird, umfasst. Andererseits besteht das Marktrisiko aus dem Risiko des Ausfalls von Rückversicherern, was zur Folge hätte, dass die vertraglichen Leistungen an die Versicherungsnehmer nach Insolvenz eines Rückversicherers in voller Höhe vom Versicherungsunternehmen zu erbringen sind. 26

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung durch veränderte Marktbedingungen und die Zielsetzung des Projekts Solvency II.

2 AUSGANGSSITUATION FÜR DIE ERSTELLUNG VON SOLVENCY II: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, der historischen Entwicklung (Müller-Report, Solvency I) und des Lamfalussy-Verfahrens.

3 RISIKEN VON VERSICHERUNGSUNTERNEHMEN UND INHALTE VON SOLVENCY II: Untersuchung der verschiedenen Risikoarten, der 3-Säulen-Struktur und ein Vergleich mit dem Bankenmodell Basel II.

4 ERLÄUTERUNG DER AUSWIRKUNGEN VON SOLVENCY II AUF DAS VERSICHERUNGSGESCHÄFT: Diskussion der QIS-Feldstudien sowie der speziellen Bedeutung für Lebens- und Rückversicherungen.

5 INTERNATIONALE MODELLE ZUR MESSUNG DER SOLVABILITÄT: Charakterisierung verschiedener Standardmodelle weltweit und Analyse der Anforderungen an interne Risikomodelle.

6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen und der zukünftigen Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft durch Solvency II.

Schlüsselwörter

Solvency II, Versicherungsaufsicht, Solvabilität, Eigenkapital, Risikomanagement, Basel II, CEIOPS, QIS, Rückversicherung, Lebensversicherung, Standardmodelle, interne Modelle, Marktpreisrisiko, Kreditrisiko, versicherungstechnisches Risiko.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem neuen Aufsichtssystem Solvency II für Versicherungsunternehmen und untersucht, wie dieses die bisherigen Regeln modernisiert und an aktuelle Risiken anpasst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Aufsicht, die Risikosituation von Versicherern, den Vergleich zwischen Solvency II und Basel II sowie internationale Modelle zur Solvabilitätsmessung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Notwendigkeit von Solvency II aufzuzeigen und zu analysieren, welche Auswirkungen das neue Modell auf die Versicherungswirtschaft, insbesondere in den Bereichen Lebens- und Rückversicherung, hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die Auswertung von Richtlinienentwürfen sowie die Untersuchung quantitativer Feldstudien (QIS) zur Solvabilität.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Risikosituation von Versicherern, erläutert die 3-Säulen-Struktur von Solvency II, vergleicht diese mit Basel II und bewertet internationale Standardmodelle sowie Anforderungen an interne Modelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Solvency II, Risikomanagement, Eigenkapitalanforderungen, Solvabilität und versicherungstechnisches Risiko charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Solvency II von Solvency I?

Im Gegensatz zu Solvency I, das oft pauschale Berechnungen vorsah, setzt Solvency II auf eine risikogerechte Bewertung, die alle tatsächlichen Risiken des Unternehmens einbezieht und eine laufende Überwachung erfordert.

Was ist der Zweck des "Müller-Reports"?

Der Müller-Report diente dazu, die damals bestehenden Aufsichtssysteme in den EU-Ländern zu analysieren und Vorschläge für eine notwendige Modernisierung zu unterbreiten, was letztlich den Weg zu Solvency I ebnete.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Solvency II – eine große Herausforderung für die Versicherungswirtschaft?
Veranstaltung
Vorlesung Versicherungsbetriebslehre
Note
1,00
Autor
Daniela Unger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
45
Katalognummer
V114039
ISBN (eBook)
9783640143023
ISBN (Buch)
9783640143535
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Solvency Herausforderung Versicherungswirtschaft Vorlesung Versicherungsbetriebslehre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniela Unger (Autor:in), 2007, Solvency II – eine große Herausforderung für die Versicherungswirtschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114039
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Leseprobe aus  45  Seiten
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