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Zwischen stoischer Gelassenheit und höchster Alarmbereitschaft. Marc Aurel und die Usurpation 175

Titel: Zwischen stoischer Gelassenheit und höchster Alarmbereitschaft. Marc Aurel und die Usurpation 175

Hausarbeit , 2021 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Finn Drossel (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die sich wandelnde Rezeption Marc Aurels anhand von zeitgenössischen und ausgewählten spätantiken Quellen wird in dieser Arbeit behandelt. Vorbereitend dazu werde ich in den ersten beiden Kapiteln die Person des Avidius Cassius hinsichtlich seiner Person und militärischer Laufbahn, aber auch kurz die historische Situation skizzieren, sowie nachfolgend mögliche Ursachen der Usurpation besprechen. Anschließend werde ich die Grundzüge der stoischen Philosophie vorstellen, um in einem weiterführenden Schritt mögliches stoisches Verhalten Marc Aurels im Kontext der Usurpation in den jeweiligen Quellen erkennen und benennen zu können.

Hierbei gilt es, die Ausführungen der einzelnen Schriftquellen zunächst einzeln darzustellen, sowie diese im Hinblick auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen, bevor ein Vergleich dieser vorgenommen werden kann. Daran anknüpfend werde ich herausarbeiten, wie sich die Wahrnehmung Marc Aurels in der Spätantike gewandelt hat. Das Resümee, welches die herausgearbeiteten Ergebnisse noch einmal kurz zusammenfassend wird, endet mit einem Ausblick über mögliche tiefergehende Untersuchungen. Ein solcher deduktiver Gliederungsansatz ermöglicht es zusammenfassend Verständlichkeitsschwierigkeiten vorzubeugen und einen flüssigen Lesefluss zu gewährleisten. Bei diesem Vorgehen stütze ich mich auf verschiedenste Forschungsliteraturen, welche sich mit der Diskrepanz Marc Aurels als Kaiser oder Philosoph befasst haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Avidius Cassius

3. Stoische Philosophie

4. Quellen

4.1 Zeitgenössische Zeugnisse

4.1.1 Cassius Dio

4.1.2 Numismatik

4.1.3 Selbstbetrachtungen

4.2 Spätantike Zeugnisse

4.2.1 Scriptores Historiae Augusta

4.2.2 Aurelius Victor & Eutropius

5. Schlussbetrachtung

6. Wissenschaftlicher Apparat

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Usurpation des Avidius Cassius im Jahr 175 n. Chr. und analysiert dabei kritisch die sich wandelnde historische Wahrnehmung und Stilisierung Marc Aurels als Stoiker im Vergleich zu seinem Handeln als Kaiser.

  • Die Usurpation des Avidius Cassius im Kontext der Regierungszeit Marc Aurels.
  • Die stoische Philosophie und ihr Einfluss auf die kaiserliche Selbstdarstellung.
  • Quellenkritische Analyse zeitgenössischer (Cassius Dio, Münzprägung) und spätantiker Zeugnisse.
  • Die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung als "Philosophenkaiser" und den realpolitischen Handlungen.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Cassius Dio

,,The revolt of Cassius and Syria forced Marcus Antoninus to make terms with the lazyges very much against his will; indeed, he was so alarmed by the news […]‘‘. In Anbetracht der Tatsache, dass der Aufstand des oströmischen Reiches zu einer Zeit kam, in der es zusätzlich zu den Donaukriegen des Marc Aurel auch noch in Spanien, Gallien und Britannien kriselte, ist es durchaus nachvollziehbar und verständlich, dass der römische Kaiser höchst alarmiert reagierte. Mit dem Wissen, dass dieser Bürgerkrieg das Potenzial hatte, die schlimmsten Ausmaße seit über 150 Jahren anzunehmen, begann Marc Aurel schnell mit Gegenmaßnahmen. Wie Cassius Dio protokolliert, schloss dieser zunächst Frieden mit den Donauvölkern, um die Gefahr eines Zweifrontenkrieges zu minimieren.

Das dieser Frieden, entgegen der Tradition und Norm ohne Senatseinwilligung geschlossen wurde, ist bezeichnend für die Furcht und der Eile mit der Marc Aurel dem Aufstand des Avidius Cassius begegnete. Mit Blick auf die Tatsache, dass sich Avidius Cassius, wie 69 n. Chr. schon Vespasian vor ihm, anschickte, Ägypten zu besetzten um die Getreidelieferungen an Rom auszusetzen, lies Marc Aurel seinen Sohn Commodus aus Rom zu ihm kommen. Da er selbst seit knapp einem Jahrzehnt nicht mehr in Italien gewesen war und dementsprechend unwissend über das politische Stimmungsbild dort sein musste, ließ er Commodus vor seiner Abreise noch Geldgeschenke an die Bevölkerung von Rom verteilen, was als Versuch gesehen werden kann, die Sympathie der römische Bevölkerung ihm gegenüber zu wahren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Thema der Usurpation des Avidius Cassius sowie die Forschungsfrage bezüglich der wandelnden Stilisierung Marc Aurels als Kaiser und Stoiker.

2. Avidius Cassius: Dieses Kapitel skizziert die Person Avidius Cassius, seinen militärischen Aufstieg und die historischen Rahmenbedingungen, die zur Usurpation im Jahr 175 führten.

3. Stoische Philosophie: Es erfolgt ein grundlegender Überblick über die stoische Lehre, insbesondere in Bezug auf Vernunft, Emotionskontrolle und deren theoretische Bedeutung für Marc Aurel.

4. Quellen: Dieser Abschnitt dient der methodischen Unterteilung der herangezogenen Quellen in zeitgenössische und spätantike Zeugnisse zur Vorbereitung der Analyse.

4.1 Zeitgenössische Zeugnisse: Untersuchung von Quellen, die in oder nahe der Zeit der Ereignisse entstanden sind, mit Fokus auf Cassius Dio, Numismatik und die Selbstbetrachtungen.

4.1.1 Cassius Dio: Analyse der Darstellung von Cassius Dio, die Marc Aurel eher als kalkulierenden Kaiser denn als distanzierten Philosophen zeigt.

4.1.2 Numismatik: Untersuchung von Münzprägungen, die Marc Aurels kaiserliche Rolle und seine durch Philosophie beeinflusste Milde (Clementia) widerspiegeln.

4.1.3 Selbstbetrachtungen: Betrachtung der persönlichen Aufzeichnungen Marc Aurels und wie diese sein Vermächtnis als Philosoph maßgeblich mitgeprägt haben.

4.2 Spätantike Zeugnisse: Zusammenfassende Betrachtung später entstandener Quellen, die ein oft idealisiertes oder konträres Bild des Kaisers zeichnen.

4.2.1 Scriptores Historiae Augusta: Analyse der Darstellung in der Historia Augusta, die Marc Aurel stark auf das Philosophentum reduziert.

4.2.2 Aurelius Victor & Eutropius: Vergleich weiterer spätantiker Autoren, die das Bild des stoischen Philosophenkaisers festigen.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenführung der Ergebnisse, die eine Diskrepanz zwischen realem Handeln und späterer Stilisierung bestätigt.

6. Wissenschaftlicher Apparat: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Marc Aurel, Avidius Cassius, Usurpation, Stoa, Philosophie, römische Geschichte, Cassius Dio, Historia Augusta, Selbstbetrachtungen, Numismatik, Kaiser, Kaiserzeit, Rezeption, Antike, Herrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Usurpation des Avidius Cassius im Jahr 175 n. Chr. und analysiert, wie das Bild von Marc Aurel als Kaiser und Philosoph in verschiedenen antiken Quellen geformt und stilisert wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Rolle der stoischen Philosophie in der kaiserlichen Selbstdarstellung, die politische Krise durch den Aufstand des Avidius Cassius und die Diskrepanz zwischen zeitgenössischen Berichten und späterer historiographischer Rezeption.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Wahrnehmung Marc Aurels durch widersprüchliche Quellen zwischen seinem Handeln als realpolitisch agierender Kaiser und seinem Ruf als stoischer Philosoph gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein deduktiver Gliederungsansatz verwendet, der eine quellenkritische Analyse umfasst, bei der zeitgenössische und spätantike Zeugnisse einzeln dargestellt und anschließend miteinander verglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die historische Person Avidius Cassius und die stoischen Grundlagen betrachtet, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Quellen (Cassius Dio, Münzprägungen, Selbstbetrachtungen und spätantike Autoren).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Marc Aurel, Usurpation, Stoische Philosophie, Historische Rezeption, Cassius Dio und Kaiserzeit charakterisieren.

Warum war der Aufstand des Avidius Cassius für Marc Aurel so bedeutend?

Der Aufstand zwang Marc Aurel zu schnellen, teils unkonventionellen politischen Entscheidungen, wie der übereilten Ernennung seines Sohnes Commodus zum Nachfolger, was das Ende der Ära der sogenannten Adoptivkaiser einleitete.

Wie unterscheidet sich die Darstellung bei Cassius Dio von der in der Historia Augusta?

Cassius Dio schildert einen handlungsfähigen, teils alarmieren Kaiser, während die Historia Augusta Marc Aurel fast ausschließlich als stoischen Philosophen darstellt, der auf äußere Bedrohungen distanziert und unbeeindruckt reagiert.

Welche Rolle spielt die Numismatik in der Analyse?

Münzprägungen dienen als wichtige Quelle, um die kaiserliche Selbstdarstellung zu prüfen; sie verknüpfen das Bild des erfolgreichen militärischen Befehlshabers mit der Darstellung stoischer Milde (Clementia).

Warum wird die Reaktion Marc Aurels auf die Usurpation als "nicht gelassen" bewertet?

Der Autor argumentiert, dass eine wachsame, möglicherweise furchtsame Reaktion angesichts der politischen Instabilität logischer erscheint als eine stoische Gleichgültigkeit, wie sie in späteren Quellen stilisiert wurde.

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Details

Titel
Zwischen stoischer Gelassenheit und höchster Alarmbereitschaft. Marc Aurel und die Usurpation 175
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Marc Aurel
Note
1,3
Autor
Finn Drossel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1140423
ISBN (eBook)
9783346516299
ISBN (Buch)
9783346516305
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zwischen gelassenheit alarmbereitschaft marc aurel usurpation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Finn Drossel (Autor:in), 2021, Zwischen stoischer Gelassenheit und höchster Alarmbereitschaft. Marc Aurel und die Usurpation 175, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140423
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Leseprobe aus  20  Seiten
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