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Zum Umgang im persönlichen Umfeld mit Verschwörungsgläubigen zu Zeiten von Corona. Beratung von Betroffenen in der Sozialen Arbeit

Titel: Zum Umgang im persönlichen Umfeld mit Verschwörungsgläubigen zu Zeiten von Corona. Beratung von Betroffenen in der Sozialen Arbeit

Masterarbeit , 2021 , 116 Seiten

Autor:in: Danielle Hein (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Erkenntnisinteresse der Masterarbeit richtet sich an den Umgang mit Verschwörungsgläubigen, wobei eine qualitative Untersuchung bisher weitestgehend unbekannter Sachverhalte eingeschlossen wurde. Die Masterarbeit soll anhand von Interviews mit verschiedenen Angehörigen von Verschwörungsgläubigen zeigen, wie sie mit Verschwörungsgläubigen umgehen und im besten Fall, welchen optimalen Lösungsweg sie in der Umgangsweise gefunden haben. Zudem sollen die Interviews mit zwei Beratungsstellen Aufschluss geben, wie Angehörige professionelle Unterstützung und Beratung erfahren können.

Nach einer Hinführung zur wissenschaftlichen Thematik und der Erklärung der relevanten Begrifflichkeiten (Kapitel 1) gilt es die Mechanismen von Verschwörungstheorien zu verstehen. Hierbei werden der Einfluss des Coronavirus sowie mögliche Gründe für den Verschwörungsglauben ausgeführt (Kapitel 2). Um AnhängerInnen von Verschwörungstheorien auf Augenhöhe begegnen zu können, müssen die Mechanismen von Verschwörungstheorien verstanden werden. Im nächsten Kapitel (Kapitel 3) werden mögliche Umgangsweisen mit Verschwörungsgläubigen miteinander verglichen.

Ziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten auszuarbeiten, Menschen zu begegnen, die im sozialen Umfeld verschwörungstheoretisches Gedankengut äußern. Hierbei sollen Chancen und Grenzen im Umgang mit Verschwörungsgläubigen aufgezeigt und Implikationen für die Praxis diskutiert werden. Der vierte Teil (Kapitel 4) umfasst die sozialwissenschaftliche Methodik, die einen Einblick über den praktischen Umgang mit Verschwörungsgläubigen gibt. Wichtige Ansätze in der qualitativen Forschung werden ausgeführt und letztendlich werden die Forschungsergebnisse miteinander verglichen. Zum Abschluss werden in Kapitel 5, die wichtigsten Aspekte nochmals aufgegriffen und im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen interpretiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG IN DIE WISSENSCHAFTLICHE THEMATIK

1.1 AUFBAU DER ARBEIT

1.2 DEFINITORISCHE HERLEITUNGEN

1.3 DER SCHMALE GRAT ZU „FAKE NEWS“

2. VERBREITUNG VON VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

2.1 DIE ROLLE VON COVID-19

2.2 NEIGUNG ZUM VERSCHWÖRUNGSGLAUBEN

2.2.1 VERSCHWÖRUNGSMENTALITÄT ALS EINFLUSSFAKTOR

2.2.2 ANGST ALS EINFLUSSFAKTOR

2.2.3 KONTROLLVERLUST ALS EINFLUSSFAKTOR

3. UMGANG MIT VERSCHWÖRUNGSGLÄUBIGEN IM BERATUNGSKONTEXT

3.1 PSYCHOSOZIALE BERATUNGSSTELLEN

3.2 SYSTEMISCHE BERATUNG

3.3 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN

3.3.1 „DEBUNKING“ IM UMGANG MIT VERSCHWÖRUNGSGLÄUBIGEN

3.3.2 HUMORVOLLE UMGANGSWEISE MIT VERSCHWÖRUNGSGLÄUBIGEN

3.4 KONTAKT ODER ABBRUCH?

4. METHODISCHES FORSCHUNGSDESIGN

4.1 ERHEBUNGSMETHODE

4.1.2 FELDZUGANG

4.1.3 EXPERTINNENINTERVIEWS

4.1.4 LEITFADENINTERVIEWS

4.2 AUSWERTUNGSMETHODE – QUALITATIVE INHALTSANALYSE NACH MAYRING

4.2.1 AUSWERTUNGSSCHRITTE NACH MAYRING

4.2.2 INDUKTIV-DEDUKTIVE KATEGORIENBILDUNG

4.2.3 DEDUKTIVES KATEGORIENSYSTEM

4.2.4 INDUKTIV-DEDUKTIVES KATEGORIENSYSTEM - BERATUNGSSTELLEN

4.2.5 INDUKTIV-DEDUKTIVES KATEGORIENSYSTEM - ANGEHÖRIGE

4.2.6 ERGEBNISSE

4.2.7 ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION

5. KONKLUSION UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Diese Master-Thesis untersucht, wie Familienangehörige und Freunde im persönlichen Umfeld mit Menschen umgehen können, die an Verschwörungstheorien glauben. Das primäre Ziel ist es, den hohen Leidensdruck der Angehörigen zu beleuchten und fundierte Beratungsansätze aus der Sozialen Arbeit zu identifizieren, um den Betroffenen Handlungssicherheit und Unterstützung zu bieten.

  • Psychosoziale Auswirkungen von Verschwörungsglaube auf familiäre Beziehungen
  • Einflussfaktoren wie Angst, Kontrollverlust und Verschwörungsmentalität
  • Strategien für den Umgang (z.B. Debunking vs. Ausklammern belastender Themen)
  • Die Rolle der psychosozialen Beratung und systemischer Ansätze
  • Die Frage der Kontaktaufnahme oder des Kontaktabbruchs als letzte Option

Auszug aus dem Buch

3.1 Psychosoziale Beratungsstellen

Die Vielzahl von Verschwörungsgläubigen sorgt für eine Vielzahl an psychosozialen Problemen in Familien, Freundes- und Bekanntenkreisen. Aufgrund der hohen Anzahl von Verschwörungsgläubigen gibt es eine hohe Anzahl an ratsuchenden Angehörigen, welche Beratungen zu dem Thema Verschwörungstheorien in Anspruch nehmen möchten. Um diesem Problem zu begegnen, wurden spezielle Beratungsinstitutionen geschaffen, an die sich Menschen wenden können, die sich mit Verschwörungen auseinandersetzen (müssen). Ratsuchende wenden sich bspw. mit Fragen an die im Rahmen dieser Arbeit befragten Beratungsstellen „Fachbereich Weltanschauungsfragen“ oder „der goldene Aluhut“, wenn Freunde oder Angehörige an Verschwörungstheorien glauben und Unterstützung in Form von psychosozialer Beratung benötigen.

Beide Beratungsinstitutionen haben gemeinsam das Ziel, unter anderem Ratsuchende durch Beratungsgespräche zu unterstützen, die sich mit dem Thema Verschwörungstheorien auseinandersetzen. Es liegt auf der Hand, dass sich fast ausschließlich nicht die Verschwörungsgläubigen, sondern die Angehörigen dieser Menschen an Beratungsstellen wenden. Wie bereits erwähnt, gehen Verschwörungsgläubige davon aus, die Welt aufzuklären und geheime Botschaften aufzudecken, weshalb sie keine Hilfe von Beratungsstellen aufsuchen und vor allem nicht annehmen würden. Der Fachbereich mit Sitz in München und in Freising führt Beratungen zu Themen in Bezug auf Sekten-, Religions- oder Weltanschauungsszenen durch (Fachbereich Weltanschauungsfragen, o.D.). Die gemeinnützige Organisation der goldene Aluhut leistet Bildungs- sowie Aufklärungsarbeit durch verschiedene Angebote wie z.B. Workshops und führt zugleich Beratungen mit Angehörigen von Verschwörungsgläubigen, SektenmitgliederInnen oder MitgliederInnen extremistischer Strukturen durch. Die Organisation ist für ihre seit 2015 jährlichen Preisverleihungen in Form eines Awards für die Verschwörungstheorie des Jahres bekannt (Der goldene Aluhut, 2014).

Die Beratungsstellen sind überlastet, weshalb es notwendig ist, die bundesweite Beratungsstruktur auszubauen (Dittrich et al. 2020). Beständig steigt der Bedarf an Beratungsangeboten von Jahr zu Jahr. Informationsangebote und psychotherapeutische Hilfen alleine können die Bedarfslagen der KlientInnen nicht ausreichend decken. Es bedarf an professionellen Institutionen, die beraterische Leistungen anbieten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG IN DIE WISSENSCHAFTLICHE THEMATIK: Die Einleitung definiert das Phänomen der Verschwörungstheorien, erläutert die Relevanz für soziale Beziehungen und umreißt die Forschungsfrage nach professionellen Umgangsmöglichkeiten für Angehörige.

2. VERBREITUNG VON VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN: Dieses Kapitel analysiert die psychologischen und sozialen Ursachen von Verschwörungsglauben, wie Angst, Kontrollverlust und eine bestehende Verschwörungsmentalität, insbesondere im Kontext der Corona-Pandemie.

3. UMGANG MIT VERSCHWÖRUNGSGLÄUBIGEN IM BERATUNGSKONTEXT: Es werden Beratungsansätze für Angehörige dargestellt, wobei Konzepte wie systemische Beratung, Debunking und humorvolle Umgangsweisen sowie die schwierige Entscheidung eines Kontaktabbruchs diskutiert werden.

4. METHODISCHES FORSCHUNGSDESIGN: Hier wird die Vorgehensweise der qualitativen Experteninterviews sowie deren Auswertung mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring detailliert beschrieben und begründet.

5. KONKLUSION UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zusammen, betont den hohen Bedarf an spezialisierten Beratungsangeboten und gibt Impulse für zukünftige sozialwissenschaftliche Untersuchungen.

Schlüsselwörter

Verschwörungstheorien, Soziale Arbeit, Psychosoziale Beratung, Angehörigenarbeit, Systemische Beratung, Corona-Pandemie, Kontrollverlust, Verschwörungsmentalität, Debunking, Kontaktabbruch, Qualitative Inhaltsanalyse, Familienkonstellation, Prävention, Leidensdruck, Experteninterviews

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Umgang von Familienangehörigen und Freunden mit Personen, die in ihrem sozialen Umfeld verschwörungstheoretische Ansichten äußern oder diesen verfallen sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die psychologischen Ursachen für Verschwörungsglauben, die Auswirkungen auf familiäre Beziehungen und die Möglichkeiten professioneller psychosozialer Unterstützung.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, den hohen Leidensdruck betroffener Angehöriger wissenschaftlich zu erfassen und Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsstrategie, bestehend aus leitfadengestützten Experteninterviews mit Angehörigen und Mitarbeitern von Beratungsstellen, ausgewertet durch die Inhaltsanalyse nach Mayring.

Welche Inhalte prägen den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Ursachen von Verschwörungsglauben) und die praxisorientierte Aufarbeitung von Umgangsweisen sowie Beratungsstrategien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Verschwörungsmythen, Angehörigenarbeit, systemische Beratung, soziale Distanzierung und Krisenbewältigung einordnen.

Warum ist das Thema Kontaktabbruch so zentral in dieser Arbeit?

Viele Angehörige stehen vor der schweren Entscheidung, ob ein Kontaktabbruch notwendig ist, um die eigene psychische Gesundheit zu schützen, obwohl ein solcher Schritt oft als letzte, schmerzhafte Option wahrgenommen wird.

Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie für die Ergebnisse?

Die Pandemie fungierte als Katalysator und sichtbarer Verstärker für Verschwörungsglauben, da sie durch Kontrollverlust und Angst bei vielen Menschen Unsicherheit auslöste.

Was ist das Fazit zur humorvollen Umgangsweise?

Humor kann ein probates Mittel zur Entspannung in festgefahrenen Situationen sein, muss jedoch sensibel und fallspezifisch eingesetzt werden, um nicht verletzend zu wirken.

Wie lautet die Empfehlung für betroffene Angehörige?

Die Autorin empfiehlt, sich frühzeitig professionelle Unterstützung zu suchen, sich selbst zu schützen (auch durch Distanz) und den Versuch, das Gegenüber mit Fakten „umzupolen“, eher kritisch zu sehen.

Ende der Leseprobe aus 116 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zum Umgang im persönlichen Umfeld mit Verschwörungsgläubigen zu Zeiten von Corona. Beratung von Betroffenen in der Sozialen Arbeit
Hochschule
SRH Hochschule Heidelberg
Autor
Danielle Hein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
116
Katalognummer
V1140425
ISBN (eBook)
9783346516275
ISBN (Buch)
9783346516282
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umgang umfeld verschwörungsgläubigen zeiten corona beratung betroffenen sozialen arbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Danielle Hein (Autor:in), 2021, Zum Umgang im persönlichen Umfeld mit Verschwörungsgläubigen zu Zeiten von Corona. Beratung von Betroffenen in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140425
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Leseprobe aus  116  Seiten
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