Hof und Stadt (1600 bis 1750) Würzburg


Seminararbeit, 2002

22 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung:

2. Erläuterung zur Historie und Geographie
2.1. Geschichte der Stadt
2.2 Lage der Stadt

3. Bautätigkeit unter :
3.1. Julius Echter von Mespelbrunn 1573-1617
3.2. Johann Philipp von Schönborn 1642-1673
3.3. Johann Philipp von Greiffenclau 1899-1769
3.4. Johann Philipp Franz von Schönborn 1769-1724
3.5. Friedrich Karl von Schönborn 1729-1746
3.6. Philipp Karl von Greiffenclau 1749-1753

4. Residenz

5. Résumé

Anhang:

1. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Stadt Würzburg in den Jahren 1600 bis 1750. Für diesen Zeitraum soll untersucht werden, wie sich die Stadt architektonisch veränderte und warum. Wie bereits im Seminar anhand des Textes von Kersten Krüger[1] besprochen wurde, war die fortschreitende Entwicklung der Kriegstechnik Grund für die Modernisierung der Befestigungswerke. Dies ist nun ein Aspekt der städtebaulichen Veränderung.

Ein anderer liegt im Machtzuwachs der Fürsten nach dem Dreißígjährigen Krieg. Ihnen wurde nun weitgehende Selbständigkeit mit eigener Gesetzgebung, Rechtsprechung und Steuerhoheit zugesprochen. Zur Darstellung dieses Machtzuwachses hielt man es zur damaligen Zeit für notwendig, daß sich der Fürst als Landesvater und Träger der Souveränität einen adäquaten Wohn- und Regierungssitz für sich und seinen Hofstaat bauen ließ mit dem dazugehörigen Rahmen zur Repräsentation seiner absolutistischen Herrschaft. Im Falle Würzburgs erfolgte dies durch Errichtung einer Residenz am Rande der Stadt. Diese blieb nicht ohne Veränderungen, die sich auf das Stadtbild insgesamt auswirkten. Außerdem sollen die Interessen und Aufgaben, die die Auftraggeber verfolgt haben, sowie ihre wirtschaftliche Situation einbezogen werden. Am Anfang steht die Geschichte Würzburgs, um aufzuzeigen, wie es ihr gelang, von einer mittelalterlichen Siedlung zu einer bedeutenden kulturellen Stadt heranzuwachsen. Voraussetzung dafür war natürlich auch ihre Lage, deren Beschreibung sich der Geschichte der Stadt anschließen wird. Die Bautätigkeit in Würzburg wird unter den Regierungsperioden der verschiedenen Fürstbischöfe dargelegt. Die Residenz soll abschließend gesondert betrachtet werden als ein Gesamtwerk der unterschiedlichen Regenten. Diese Arbeit wird durch ein Résumé beschlossen.

Geschichte Würzburgs:

Eine keltische Fliehburg soll sich bereits um 1000 v. Chr. auf dem Marienberg befunden haben. Siedlungen auf rechtsmainischem Gebiet sollen hingegen erst nach der fränkischen Landnahme entstanden sein. Im 7. Jahrhundert wurde sie Sitz eines von Merowingern errichteten Herzogtums. Das Bistum Würzburg wurde 741/742 von Bonifatius gegründet und der Kirchenprovinz Mainz unterstellt, dessen Bischöfe 1030 das Münz-, Zoll- und Marktrecht von Kaiser Konrad II. verliehen bekamen. Zahlreiche königliche Schenkungen begünstigten den allmählichen Ausbau der Landeshoheit (Hochstift) bis Mitte des 13. Jahrhunderts. Seit dieser Zeit kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Bürgerschaft und den Bischöfen, die erst 1400 mit einer Niederlage der Bürger in der Schlacht von Bergtheim endete. Eine kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit stellt zunächst die Regierungszeit des Fürstbischofs von Scherenberg dar, unter dem auch der Bildschnitzer Tilman Riemenschneider wirkte. Auf diese soll aber nicht weiter eingegangen werden. Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (1573-1617) gründete die Universität (1528) und ließ die im 13. Jahrhundert erbaute Burg auf dem Marienberg zur Festung ausbauen. Trotz dieser Ausbaumaßnahmen werden Festung und Stadt 1631 von Gustav Adolf erobert. 1633 werden die Hochstifte Würzburg und Bamberg als „Herzogtum Franken“ schwedisches Lehen. Es folgt eine Epoche der Zwischenregierung, doch bereits im Jahre 1635 wurde Würzburg unter Fürstbischof Franz von Hatzfeld wieder zurückerobert. Johann Philipp von Schönborn wurde im Jahre 1642 sein Nachfolger. Er ließ die Festung weiter ausbauen und um die Stadt neuzeitliche Bastionen anlegen. Diese Baumaßnahmen markieren den Anfang der Würzburger Stadtentwicklung, die hier vorgestellt werden soll. Eine zweite kulturelle Blüte erlebte Würzburg unter den Fürstbischöfen Johann Philipp Franz und Friedrich Karl von Schönborn in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Unter beiden Regenten beschäftigte sich Balthasar Neumann einerseits mit dem Bau der Residenz, deren Grundstein 1720 gelegt wurde und die zu einem Hauptwerk des deutschen Barock gezählt wird. Zum anderen überarbeitete er aber auch die Infrastruktur Würzburgs, die Wasserversorgung, den Ausbau von Prachtstraßen u.v.m. Er setzte sich also intensiv mit der Anpassung des Stadtbildes an neuzeitliche Verhältnisse auseinander. Nach der Säkularisation 1802 fiel Würzburg an Kurbayern.

Lage der Stadt:

Am Fuße des linksmainischen Würzberges, der seit dem 12. Jahrhundert Marienberg genannt wird, entwickelte sich im Frühen Mittelalter eine Fischersiedlung. Sie war vermutlich Ausgangspunkt der späteren Besiedlungen, die sich auch auf die rechte Seite des Mains ausdehnten. Die geographischen Gegebenheiten dieses Ortes stellten ideale Verhältnisse für eine Stadt dar. Blickt man aus östlicher Richtung auf die Stadt, sieht man zunächst den Marienberg, wie er sich auf schroffem Gestein über den Talkessel erhebt. Dazwischen der Main, der beide Stadthälften voneinander trennt. Im Norden und Osten ist der Talkessel durch einen Höhenzug geschützt. Auf einem Holzschnitt aus dem Jahre 1550 von Hans Rudolf Manuel[2] ist zu erkennen, wie das rechtsmainische Würzburg von einer fast halbrunden Stadtmauer umschlossen ist, um die ein Wassergraben angelegt ist. Im Nordosten befinden sich weitere Siedlungen jenseits des Wassergrabens, umgeben von einer zusätzlichen Stadtmauer. Eine Brücke verbindet beide Stadtteile. Diese verläuft in ihrer gedachten Verlängerung direkt auf den Mittelpunkt des rechtsmainischen Stadtteils, den Dom. Es ist noch keine geordnete Straßenführung zu erkennen, die meisten Straßen verlaufen jedoch mehr oder weniger gerade zum Mainufer hin. Auf einem Kupferstich aus den Jahren 1680/81 eines unbekannten Künstlers[3] sieht man bereits, wie sich die alte Festungsmauer in eine neue, mit Bastionen ausgestattete, verändert hat. Der Dom stellt nach wie vor das herausragendste und zentralste Gebäude auf der rechten Stadthälfte dar. Die Marienburg präsentiert sich jetzt als vergrößerte Anlage. Sie ist nun ebenfalls von einer neuen Befestigungsmauer umgeben und mit Bastionen versehen. Wie es zu diesen Veränderungen kam, soll im folgenden betrachtet werden.

Bautätigkeit unter Julius Echter von Mespelbrunn (1573-1617):

Als Julius Echter von Mespelbrunn Fürstabt wurde, lebten ca. 10 000 Einwohner in Würzburg. Das Bistum war hoch verschuldet und viele Klöster verlassen aufgrund der Zerstörungen des Bauernkrieges. Der Fürstabt sah sich vor eine Menge Aufgaben gestellt. Als erklärter Gegner der Reformation sah er sein wichtigstes Anliegen aber darin, Würzburg zu einer rein katholischen Stadt zu machen. Durch den „Augsburger Religionsfrieden“ von 1555 befugt, stellte er seine Untertanen vor die Wahl, sich zur katholischen Konfession zu bekennen oder auszuwandern. Außerdem enthob er einflußreiche Protestanten ihrer Ämter und setzte so das katholische Bekenntnis durch. Dieser Umstand muß bei seinen Baumaßnahmen berücksichtigt werden. Er ließ viele Klöster und Kirchen wieder aufbauen und gründete 1576 das Juliusspital. Es wurde ein wenig außerhalb der alten Stadtmauern im Nordosten vorgesehen; später allerdings, als man die Bastionen anlegte, mit eingeschlossen. Am Bau des schloßartigen, vierflügeligen Juliusspitals wirkten Antonio Petrini und Balthasar Neumann mit. Auch ein Fürstenbau wurde dem Spital eingegliedert, an dem Petrini von 1699 bis 1714 arbeitete. Später folgte diesem Bau die Gründung der Universität 1582. Würzburg besaß zu diesem Zeitpunkt keine Universität und es lag Julius Echter sicherlich daran, daß kein „humanistisches Gedankengut“ durch den Besuch anderer Hochschulen in seine Stadt hineindrang. Er übertrug folglich dem Jesuitenorden Einflussnahme auf die Studienorganisation und bedachte ihn mit Grundstücksschenkungen. Bis zur Aufhebung des Ordens 1773 lehrten Mitglieder dieses Ordens an der Universität. Obwohl sich das Domkapitel gegen den Bau einer Universität sperrte, gelang es doch, die Klöster seines Bistums zu regelmäßigen Abgaben zu bewegen, um den Bau zu finanzieren. Im Juni des Jahres 1582 begann die neunjährige Bauzeit des Universitätsgebäudes samt Priesterseminar und Universitätskirche, die im Osten der Stadt direkt an die neuzeitlichen Bastionen anschließt. Die Umbauten an der Festung Marienberg fanden in den Jahren 1600 bis 1617 statt. Auf einem Stich eines unbekannten Künstlers von 1603[4] wird dargestellt, wie der Nürnberger Stadtbaumeister Jakob Wolff aus der mittelalterlichen Burg einen Fürstensitz mit Bibliothek machte.

[...]


[1] Krüger 1980 S. 79

[2] Behringer/Roeck 1999 S. 409

[3] Behringer/Roeck 1999 S. 411

[4] Braunfels 1978 S. 282

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Hof und Stadt (1600 bis 1750) Würzburg
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Kunstgeschichtliches Institut)
Veranstaltung
SE: Höfische und städtische Architektur in Deutschland 1500-1800
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
22
Katalognummer
V11406
ISBN (eBook)
9783638175784
ISBN (Buch)
9783638698276
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadt, Würzburg, Höfische, Architektur, Deutschland
Arbeit zitieren
Dana Bohlender (Autor:in), 2002, Hof und Stadt (1600 bis 1750) Würzburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11406

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