Akteur und Strategie - Wie prägen verschiedene Unternehmenskulturen das mikropolitische Handeln von Organisationsmitgliedern?


Bachelorarbeit, 2008

59 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Unternehmenskultur und Mikropolitik
1.1. Einordnung in die Wissenschaften
1.2. Mikropolitik und Unternehmenskultur in der Öffentlichkeit
1.3. Prägung von Unternehmenskultur durch Organisationsmitglieder

2. Mikropolitik
2.1. Definition von Mikropolitik
2.2. Theoretischer Hintergrund
2.3. Formen der Mikropolitik
2.3.1. Das Ziel von mikropolitischem Handeln
2.3.2. Politics-Policy-Polity-Modell der Mikropolitik
2.3.3. Typen von mikropolitischen Methoden
2.3.3.1. Individuelle Methoden
2.3.3.2. Gruppenmethoden
2.4. Der mikropolitische Akteur
2.4.1. Akteurstypen & Akteursmodelle
2.4.2. Strategien und Handlungen von Akteuren
2.4.2.1. Theoretische Ansätze
2.4.2.2. Politische Strategien
2.5. Zwischenfazit

3. Unternehmenskultur
3.1. Definition von Unternehmenskultur
3.1.1. Kultur im Unternehmen
3.1.2. Abgrenzung des Begriffs Unternehmenskultur
3.2. Modelle der Unternehmenskultur
3.2.1. Kulturtypologie
3.2.2. Kulturebenenmodell
3.2.3. Rolle und Folge einer Unternehmenskultur
3.3. Zwischenfazit

4. Mikropolitik im kulturellen Umfeld

4.1. Unternehmenskultur und Mikropolitik.
4.1.1. Auswirkungen der Unternehmenskultur auf die Akteure
4.1.2. Mikropolitisches Handeln im unternehmenskulturellen Umfeld
4.2. Internationale Aspekte
4.2.1. Einfluss der Landeskultur auf die Unternehmenskultur
4.2.2. Mikropolitisches Handeln in anderen Länderkulturen

5. Fazit: Der Einfluss der Unternehmenskultur auf mikropolitische Prozesse

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Motivation am Arbeitsplatz; nach Institut Gallup; Focus Nr.7/2008

Abb. 2 Polity-Policy-Politics- Modell nach Neuberger (2006)

Abb. 3 Klassifikation der Akteurtypen nach Kahmann (2001)

Abb. 4 Analyse und Gestaltung von Handlungssituationen als rekursiver Prozess nach Kahmann (2001)

Abb. 5 Akteur-Handlungs- Modell, nach Neuberger (2006)

Abb. 6 Strategieprozess nach Tils (2005)

Abb. 7 Strategiebildungsprozess, nach Schröder (2000)

Abb. 8 Kulturprozess; nach Baumgartner (2006)

Abb. 9 Ebenen der Kulturbetrachtung; nach Heinen/Fank (1997)

Abb. 10 Kulturen im internationalen Konzern; nach Schneider/ Hirt (2007)

Abb. 11 Unternehmenskulturtypen; nach Heinen/ Fank (1997)

Abb. 12 Kulturebenenmodell nach E. H. Schein (2004)

Abb. 13 Verhältnis Machtdistanz/Unsicherheitsvermeidung, nach Hofstede; Schneider/ Hirt (2007)

Abb. 14 Mentalitätsunterschiede Deutschland – China; nach Hummel/ Jing (2005)

Abb. 15 Länderverhältnis Individualismus/ Kolletivismus; nach Hummel/ Jing (2005)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Akteur und Strategie:

Wie prägen verschiedene Unternehmenskulturen das mikropolitische Handeln von Organisationsmitgliedern?

1. Unternehmenskultur und Mikropolitik

1.1. Einordnung in die Wissenschaften

In der Betriebswirtschaft werden die Thematiken von Unternehmenskultur bzw. Mikropolitik oft nur am Rande betrachtet. Häufiger stehen andere Thematiken in der betriebswirtschaftlichen Sichtweise im Vordergrund, die für den Betrachter leichter und wichtiger erscheinen, wie Strategie, Struktur, Absatzzahlen, Qualitätsverbesserungen, Löhne und Gewinne, etc.1 Die soziale Seite der Unternehmen, d.h. der Umgang der Mitarbeiter untereinender genauso wie die Verhältnisse zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiter finden oft wenig Beachtung. Dies beginnt bereits bei der Ausbildung von Betriebswirten. Im Standardwerk der Betriebswirtschaft, Günter Wöhes’ „Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“, findet sich zu diesen Aspekten der Betriebsführung wenig. Der Begriff Unternehmenskultur findet sich gerade beiläufig erwähnt und die Mikropolitik wird ebenfalls ausgegrenzt.2 Eine ganzheitliche Betrachtung der Unternehmensvorgänge findet folglich in der Ausbildung selten statt. In der Organisationslehre, welche nicht nur von der Betriebwirtschaftslehre beeinflusst wird, sondern auch sehr stark von der Soziologie, der Psychologie und der Politikwissenschaft dominiert wird, finden sich jedoch diese Begriffe des Öfteren aus verschiedenen Blickwinkeln wieder. Betriebswirtschaftlich sind Mikropolitik und Unternehmenskultur besonders in den Bereichen Personalwirtschaft, Unternehmensführung, strategisches Management und in der betriebswirtschaftlichen Organisation präsent3

1.2. Mikropolitik und Unternehmenskultur in der Öffentlichkeit

Die Begriffe Mikropolitik und Unternehmenskultur sind in der Öffentlichkeit wenig verbreitet. Jedoch treten die beiden Begriffe öfters verdeckt in der Berichterstattung der Medien auf. Jüngstes und bekanntestes Beispiel ist der Leitartikel des Magazins Focus vom

11. Februar 2008. Der Focus titelt hier mit dem Slogan: „Männer, Macht & Machiavelli4. In diesem Artikel von Stella Bettermann werden gerade die Begriffe Mikropolitik und Macht im Unternehmen, aber auch Unternehmenskultur beleuchtet. Anhand von prominenten Wirtschaftsvertretern und deren Karrierewegen, wird das Streben nach Karrierezielen und den daraus entstehenden Problemen, sowie die Einwirkungen der Umwelt und der Unternehmensziele dargestellt5

Der Focus verdeutlicht die Aktualität der Problematik wie folgt:

Statt für die Firma, wird offenbar öfter gegeneinander gearbeitet: Rund eine Million deutscher Arbeitnehmer fühlen sich als Mobbing- Opfer. Die Folgen – durch Produktionsausfälle, Fehlzeiten usw. – belaufen sich auf geschätzte zehn bis 15 Milliarden Euro“6 Diese Tatsache, als Folge von mikropolitischem Handeln und einer offensichtlich als schlecht anzusehenden Unternehmenskultur, sofern eine solche überhaupt vorhanden ist, ist als äußerst negativer Effekt für Gesellschaft und Wirtschaft anzusehen. Dieses „Hauen und Stechen7 wie es der Focus nennt, schädigt den wirtschaftlichen Erfolg. Hierzu ist festzuhalten, dass diese Vorgehensweise gegenüber den Kollegen im Unternehmen lediglich negative Auswirkungen hat. Es wird durch diese Praxis kein positiver Effekt für die Gemeinschaft erzielt. Wer durch Mobbing aufstrebt erhält zwar persönlich eine bessere Position, jedoch wäre dies ggf. auch ohne Mobbing möglich. Das Mobbing-Opfer verringert seine Tätigkeit und sorgt somit für den negativen Effekt. Der Focus beruft sich in dieser Hinsicht auf eine Umfrage des Instituts Gallup (aus dem Jahr 2006), welche besagt, dass 68% der Arbeitnehmer nur den sog. Dienst nach Vorschrift tätigen, 19% innerlich bereits gekündigt haben und nur 13% der befragten Arbeitnehmer sich voll in ihre Tätigkeit einbringen8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Motivation am Arbeitsplatz; nach Institut Gallup; Focus Nr.7/2008 S. 95.

Trotz dieses ausgeprägten Verhaltens in den Unternehmen, wird dieses Machtstreben in der Öffentlichkeit als fragwürdig angesehen. Oft wird der Begriff Macht auf Grund der Erfahrungen im Dritten Reich mit der Wertung „Missbrauch“ in Verbindung gebracht. So wird das Streben nach Macht gerne mit anderen Formulierungen umschrieben, wie beispielsweise „Führungskompetenz“. Auch wird oft übersehen, dass Macht in erster Linie nur heißt, die Fähigkeit sich durchzusetzten zu besitzen, was im positiven und negativen Sinne erfolgen kann9

1.3. Prägung von Unternehmenskultur durch Organisationsmitglieder

Die Problematik, welche dieser Arbeit zu Grunde liegt, ist der Gegensatz zwischen dem handelnden Akteur, der kleinsten handelnden Einheit, und seiner Umwelt in einer Organisation. Der Akteur, der einen gewissen Handlungsfreiraum besitzt, ist jedoch durch das System der Organisation und deren Kultur, in dem er sich befindet, in seinem Handeln begrenzt

Wenn davon ausgegangen wird, dass die Kultur in einem Unternehmen oder einer Organisation von den Akteuren, welche ein Teil dieser Organisation sind, geprägt, gestaltet und gelebt wird, so ist zunächst hierbei ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Organisationskultur und mikropolitisch handelnden Akteuren auszumachen. Jedoch erscheint dieser Zusammenhang komplexer, wenn erkannt wird, dass diese Organisationsgebilde nicht isoliert zu betrachten sind, sondern verschiedenartigste externe Faktoren auf diese Organisation und somit auch auf die Akteure in ihr einwirken10

Hierbei stellt sich die Frage, ob der Einfluss von externen Faktoren das Handeln der einzelnen Akteure derart beeinflussen kann, dass dies wiederum einen Einfluss auf die gesamte Kultur in einer Organisation hat. Wird nun der Ansatz verfolgt, dass die Kultur einer Organisation vom Handeln und den Werten der Individuen in der Organisation gestaltet wird, so stellt sich die Frage nach einem Umkehrschluss. Dieser Umkehrschluss ist die Frage, ob die Unternehmenskultur das mikropolitische Handeln der Organisationsmitglieder beeinflusst. Dies soll im Weiteren dieser Arbeit erörtert werden

2. Mikropolitik

Im Folgenden soll nun zunächst die Thematik der Mikropolitik erörtert werden. Hierbei wird zuerst eine Klärung der Definition von Mikropolitik und ihre politiktheoretische Herleitung erfolgen. Danach wird dargestellt, wie sich mikropolitisches Handeln in der Praxis darstellt und wie die Akteure dabei agieren

2.1. Definition von Mikropolitik

Eine Definition von Mikropolitik zu formulieren erscheint auf den ersten Blick als vergleichsweise einfach. Es genügt das Wort „Mikropolitik“ in seine Bestandteile „Mikro“ und „Politik“ aufzuspalten und man ist der Sache schon relativ nahe. Mikro kommt aus dem griechischen und steht für „klein“. Der Begriff „Politik“ steht hier für das politische Handeln. Somit ergibt sich leichtfertig für „Mikropolitik“ die Erklärung, dass es sich um kleine Politik, oder besser, Politik im Kleinen handelt. Da diese Art der Definition keineswegs umfassend ist, liegt es nahe, sich dem Sachverhalt anders zu nähern.11

Zwischen den verschiedenartigsten Definitionen von Mikropolitik lassen sich jedoch zunächst einige Gemeinsamkeiten feststellen. Diese Merkmale von Mikropolitik finden sich in nahezu allen Definitionsversuchen der Mikropolitik wieder. Hierbei können folgende Merkmale übereinstimmend festgestellt werden:

„1. Es handelt sich um von der Organisation nicht gebilligtes, selbstdienliches Verhalten,
2. das den organisationalen Zielen oder den Interessen anderer Organisationsmitglieder entgegengesetzt ist und
3. in sich entzweiend und konkurrierend ist und
4. potentiell zum Nachteil Anderer auf die Erlangung individueller Macht gerichtet ist.“12

Bei dieser Betrachtung spielen zwei Aspekte eine besondere Rolle. Dies sind zum einen das der Organisation entgegen gesetzte Streben nach Zielen und Interessen und zum anderen das Streben nach individueller Macht

Das Streben wider den Zielen und Interessen der Organisation muss jedoch dahingehend betrachtet werden, dass die Mitglieder einer Organisation weniger das Ziel einer Organisation durch mikropolitisches Handeln umgehen, sondern eher die formale Struktur einer Organisation unterlaufen mit der ein persönliches Ziel erreicht werden soll. Durch informelle Strukturen und Einbringung eigener persönlicher Ziele werden die objektiven Ziele der Organisation umgewandelt in subjektive Interessen und Ziele der Organisationsmitglieder

Das Streben nach individueller Macht geht mit der Individualisierung der Organisationsziele einher, ist jedoch getrennt von diesem Vorgang anzusehen, da dieses Handeln auch getrennt von der Organisation mit ihren Zielen beobachtet werden kann. Der Faktor Macht in sozialen Beziehungen gilt bei dieser Betrachtung als Schlüssel zum Verstehen von Bestrebungen nach individueller Einflussnahme. Gerade die Eigennützigkeit und die damit verbundenen Möglichkeiten der Agitation, d.h. sich Flexibilität bei Entscheidungen zu schaffen bzw. eigene Interessen oder die Interessen von Partnern besser verfolgen zu können, sind Auslöser für mikropolitisches Handeln14

Eine Definition, bzw. der Versuch einer Definition des Begriffs der Mikropolitik muss verschiedene Aspekte des mikropolitischen Handelns in sich vereinen. Zum einen den Begriff der Macht und des politischen Verhaltens, welche den Kern der Mikropolitik bilden. Des Weiteren muss die Definition eine Aussage zum Rahmen der Mikropolitik treffen, d.h. die Definition muss angeben, welche Voraussetzungen, bzw. welche Grenzen mikropolitisches Handeln hat und ob die Mikropolitik die Möglichkeit hat ggf. diese Grenzen auch zu überwinden. Ebenfalls sollte eine Definition von Mikropolitik das Ziel der Mikropolitik und deren Zweck verdeutlichen

Eine Definition welche in diesem Sinne als ganzheitlich angesehen werden kann ist eine Definition von Oswald Neuberger, welche er in seinem Werk Mikropolitik und Moral in Organisationen veröffentlichte:

„Akteure versuchen auf unkonventionelle und eigenmächtige Weise legitime Organisationsziele zu erreichen, von denen die sich auch persönlich etwas versprechen; zu diesem Zweck gehen sie verdeckt und informell vor und bauen Macht auf, um

Problemlösungen zu erreichen, die ansonsten gefährdet wären. Sie setzten eine große Bandbreite von (gebilligten und missbilligten) Mitteln ein.“15

Hierin finden sich die oben genannten Charakteristika einer umfassenden Definition wieder, wie der Aspekt der Macht, des Ziel bzw. Zwecks des mikropolitischen Handelns und der Rahmen, in dem Mikropolitik stattfindet

Diese Definition zeigt aber auch gerade im Gegensatz zu anderen Definitionen von Mikropolitik, dass der Zweck der Mikropolitik sich auf zwei Säulen stützt. Dies ist zum einen das Ziel der Organisation. Die zweite Säule ist das Eigeninteresse, welches ebenfalls erreicht werden soll. Diese beiden Säulen zu vereinen, bzw. miteinander zu verbinden, kann als Kern des mikropolitischen Handelns angesehen werden

Die moderne Sichtweise auf die Mikropolitik stützt sich auf verschiedene Theorien der Anthropologie, Organisationswissenschaften, Politikwissenschaft sowie Psychologie und Soziologie. Vor allem von der Politikwissenschaft gingen wichtige Impulse aus, welche die heutige Sicht der Mikropolitik, im Gegensatz zu anderen Wissenschaften, besonders stark prägten. Gerade das „Politische“ und der Begriff der „Macht“, zwei existentiell wichtige Begriffe der Mikropolitik, wurden hier seit Jahrhunderten betrachtet. Einige, für die nachfolgenden Betrachtungen wichtige, historische Einflüsse sollen im Folgenden betrachtet werden

2.2. Theoretischer Hintergrund

Grundsätzlich kann die Mikropolitikforschung auf keine allzu lange Tradition zurückblicken. Jedoch kann sie sich auf zahlreiche Theorien und Lehren aus der viel älteren und umfassenderen Politikforschung beziehen. Erst mit dem Sammelband „Micropolitics“ von Kessel Cole und Seddings im Jahre 1970 gelang der Betrachtung der Mikropolitik der Durchbruch, da sie zuvor als Ableger oder maximal als Forschungsgebiet der Politikwissenschaft angesehen wurde16

Das erste Werk, welches in die Thematik der Mikropolitik eingeordnet werden kann ist „Il Pricipe“, auf Deutsch „Der Fürst“, von Niccolo Machiavelli. Das Werk, welches in der italienischen Renaissance entstand und von den historischen Gegebenheiten der damaligen Zeit in Norditalien und seinen Kleinstaaten geprägt ist, kann deshalb als eines der ersten mikropolitischen Werke angesehen werden, da es einen Leitfaden für das machtorientierte Handeln eines Akteurs, d.h. in diesem Falle eines Fürsten, ist. Machiavelli beschreibt darin inverschiedenen Kapiteln, wie Macht erlangt und erhalten werden kann, sowie welche Arten der Herrschaft existieren.17

Um von Machiavelli für die „moderne Mikropolitik“ zu lernen, muss jedoch zunächst gesagt werden, dass Machiavelli des Öfteren die Begriffe Staat und Herrscher synonym verwendet, da er in „Der Fürst“ die Alleinherrschaft eines Fürsten und dessen Handlungen beschreibt. Es ist folglich von einem einzelnen Akteur auszugehen, wenn Machiavelli vom „Staat“ schreibt18

Machiavelli unterscheidet hauptsächlich drei Wege an die Macht zu gelangen, wobei er davon ausgeht, dass es auch weitere gibt, welche keiner der beiden Hauptarten zugerechnet werden kann.19 Diese sind Herrschaften, welche „durch eigene Waffen und Tapferkeit

Mikropolitik erworben werden“20, „die durch fremde Hilfe und durch Glück erworben werden“21 und solche, welche „durch Verbrechen“22 erworben wurden. Machiavelli stellt ferner fest, dass ein Herrscher, welcher große Aufwendungen hatte die Macht zu erlangen, sich bei der Erhaltung der Macht leichter tut23. Im Gegensatz dazu stehen bei Machiavelli diejenigen Herrscher, welche keine große Mühe hatten (diejenigen die Glück oder fremde Hilfe genießen durften) die Macht zu erlangen, jedoch bei der Machterhaltung größere Aufwände haben.24 Differenzierter sieht Machiavelli die Machterhaltung bei Herrschern, welche durch Verbrechen oder durch sonstige Umstände, wie der „Gunst der Mitbürger“25 an die Macht gelangt sind. Diese Herrscher müssen stets um das Wohl der Untertanen kämpfen und somit auch um ihre Legitimation streiten. Hierbei gibt es Fälle in denen Härte oder Wohltaten gleichwohl fehl am Platz sind, da sie jeweils ihre Wirkung verfehlen26

Aus diesen Aussagen Machiavellis lassen sich für den modernen Begriff der Mikropolitik verschiedene Rückschlüsse ziehen. So kann die Annahme gemacht werden, dass wenn jemand durch ungerechte Maßnahmen zu Macht kommt, z.B. eine bestimmte Stelle in einem Unternehmen besetzten darf, daraufhin mit der Legitimation zu kämpfen hat. Derjenige der sich die Position erschleicht, muss sich die Legitimation der Kollegen bzw. die Anerkennung seiner Untergebenen erst verdienen – d.h. er muss hart daran arbeiten. Ähnlich verhält es sich, wenn jemand Glück hat oder die Gunst eines anderen erhält. Auch hier kann nach Machiavelli gefolgert werden, dass ein erhöhter Aufwand nötig ist, die Legitimation zu erhalten, selbst wenn der Begünstigte persönlich dazu nicht aktiv beigetragen hatte. Ist der Aufwand, beispielsweise für eine Beförderung ernorm hoch, weil der neue Machthaber hart dafür gearbeitet hat, so ist die Machterhaltung für ihn einfacher, da er auf seine Taten bei der Machterlangung verweisen kann

Einen völlig anderen Ansatz zur Mikropolitik findet sich bei Max Weber. In seinem Werk

„Politik als Beruf“ zeichnet er verschiedene Arten der Herrschaft auf und stellt sie in einen geistigen Hintergrund. Dies soll im Folgenden dargelegt werden

Politik ist für Weber das „Streben nach Machtanteil oder nach Beeinflussung der Machtverteilung [...]“27, wobei Weber dabei unter Macht die Chance eines Akteurs versteht, seinen eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzten. Ausgehend von diesem

Mikropolitik

Machtbegriff leitet Weber die Herrschaft, d.h. die Anwendung der Macht, ab. Er bezeichnet Herrschaft als die Möglichkeit, mit einem Befehl Gehorsam bei einer Person zu erlangen.28 Max Weber unterscheidet drei Arten der Herrschaft, die in seinem Werk als

Legitimitätsgründe29 bezeichnet werden. Diese Legitimitätsgründe sind die traditionelle Herrschaft, die charismatische Herrschaft und die Herrschaft durch Legalität

Die traditionelle Herrschaft ist die Herrschaft, welche sich aus Traditionen, Kultur und Sitten ableitet. Ein typisches Beispiel für traditionelle Herrschaft ist der Adel in Europa, der die Macht in der Familie nach einer bestimmten Reihenfolge weitervererbt. Der neue Machthaber erhält seine Legitimation aus der Tradition der Thronfolge, der Sitte, da dies

„schon immer so war“ und der Kultur der Anerkennung dieser Praxis30

Die charismatische Herrschaft stützt sich auf das Charisma, d.h. die Persönlichkeit eines sog

Führers31, wie es Weber in seinem Werk beschreibt. Diese Art der Herrschaft bzw. deren Erlangung zeigt sich beispielsweise bei den typischen Heldenfiguren. Ein Kriegsfürst erlangt charismatische Herrschaft, d.h. er erlangt Macht, da es sein Geschick war beispielsweise ein Schlacht erfolgreich zu führen, oder aber auch Propheten erlangen Macht, da sie die Macht haben, indem sie die „Wahrheit“ verkünden und somit mit der Waffe der Wörter kämpfen

Egal welcher Typ von charismatischer Profilierung vorliegt – notwendig ist eine Gefolgschaft durch welche im Kern die charismatische Herrschaft begründet wird

Die legale Herrschaft zeichnet sich nach Weber dadurch aus, dass sie „Kraft des Glaubens an die Geltung legaler Satzung33 der „Kompetenz34 an „rational geschaffene Regeln35 die Legitimität begründet. Weber beschreibt diese Form der Legitimität von Herrschaft als diejenige Form, „wie sie der moderne „Staatsdiener“ und alle jene Träger von Macht ausüben36

Für die Betrachtung der Mikropolitik lässt sich daraus ableiten, dass die Macht bzw. der Machterhalt ebenfalls beim mikropolitischen Handeln zu finden ist. Ein Beispiel von traditioneller Legitimation von Herrschaft im mikropolitischen Bereich wäre in Familienunternehmen die Übergabe oder Vererbung der Geschäftsführung an ein Familienmitglied, was übrige Angestellte von der Nachfolge ausschließt. Dies ist eine Praxis mit traditionellem und kulturellem Hintergrund. Ein Beispiel von charismatischer Macht im betrieblichen mikropolitischen Umfeld wäre ein Betriebsrat oder ein Gewerkschaftsführer, der auf Grund seiner Argumentation ein Publikum hinter sich sammelt und somit Macht erlangt bzw. seine Macht durch die Gefolgschaft der Anhänger legitimiert wird. Für die legale Form der Legitimation von Herrschaft findet sich im gleichen Umfeld das Beispiel eines gewählten Betriebsrates, der auf Grund der Satzung zur Wahl von Betriebsräten und der durchgeführten Wahl zur Macht gekommen ist. Seine Macht bzw. Herrschaft liegt in der Wahl durch die er auserkoren wurde

Gemeinsam haben alle drei Arten von Herrschaftslegitimation, dass ihnen ein „eindeutig identifizierbares Machtzentrum zu Grunde liegt37

Im Gegensatz dazu findet sich bei Niklas Luhmann wiederum ein völlig anders gearteter Ansatz zu Macht und Herrschaft. Hierzu stellt Stefan Lange in seinem Werk „Niklas Luhmanns Theorie der Politik fest:

Von der phänomenologischen Beobachtung der Macht lässt sich die von Luhmann so genannte „klassische Theorie der Macht“ abgrenzen, die sich namentlich z.B. mit Niccolo Machiavelli, Max Weber oder auch Robert Dahl in Verbindung bringen lässt, und die die politische Selbstbeschreibung des Machtphänomens bis heute weitgehend absorptiv bestimmt hat. Hier setzt Luhmann mit einer zentralen Kritik an, die sich im weiteren Verlauf als durchgehendes Muster von Luhmanns Skeptizismus vor allem an dem Phänomen der politischen Steuerung und einem an deren Effizienz gekoppelten Legitimitätsglauben

erweisen wird.38

Nach Lange versucht Luhmann die klassische Machttheorie wie folgt zu widerlegen. Luhmann erkennt kein striktes Kausalitätsprinzip der Machtausübung an, da die nur in einer sehr kleinen Gruppe möglich wäre, da der Machtinhaber über ausreichend Informationen verfügen muss und eine statische Umwelt voraussetzt.39

Gerade diese Ausführungen zur soziologischen Systemtheorie, in der Kommunikation den Rahmen bildet und bei der durch sog. Operationen40 soziale Systeme entstehen, lassen diese Rückschlüsse zu, dass Luhmann zur Kommunikation neben der Sprache auch Geld, Liebe und eben auch Macht zählt41

Ferner ist für die Betrachtung von mikropolitischen Vorgängen die Feststellung von Luhmann zu erwähnen, die besagt, dass kein soziales System von seiner Umwelt unabhängig entstehen kann. Durch die Operationen des Systems, welche eine abgrenzende Funktion innehaben, erfolgt erst die Gründung eines Systems nach Luhmann.42 Daraus lässt sich folgern, dass die Umwelt ein System in irgendeiner Weise zumindest bei der Gründung positiv oder negativ beeinflusst

Ebenfalls wichtig für die Betrachtung der Mikropolitik, nach der Systemtheorie Luhmanns, sind die Entstehungsvoraussetzungen, welche Macht in einem System zulassen. Nach Luhmann sind dies die sog. negativen Sanktionsmöglichkeiten.43 Für diese Sanktionsmöglichkeiten muss zum einen die Sanktionsbereitschaft der einen Seite gegenüber der anderen vorhanden sein, bzw. die Unterstellung von Sanktionsmöglichkeiten. Nur wenn der Wille da ist Sanktionen auszuüben bzw. vermutet werden kann dass Sanktionen drohen, kann Macht entstehen. Ferner zählt zu den Entstehungsmöglichkeiten von Macht nach Luhmann auch ein ungleicher Wille diese Sanktionsmöglichkeiten zu vermeiden. Ist keine

Gegenwehr vorhanden, so greifen die Sanktionsmöglichkeiten voll. Ist der Widerstand gegen Sanktionen stärker als die Sanktionen, so liegt die Macht auf der defensiven Seite. Bei gleichem Willen ergibt sich logischer Weise ein Nullsummenspiel, welches Macht für keine der Seiten ergibt. Auch die Möglichkeit der Auswahl von Handlungsalternativen gibt in einem System nach Luhmann Macht, da die Gegenseite die Auswahl, sofern diese gegeben ist, nicht beeinflussen kann44

Bei Luhmann ist der einzelne Akteur der entscheidende Faktor. Der Akteur selbst kann nach Luhmann sogar entscheiden ob er Teil eines Organisationssystems sein will, oder nicht. Luhmann stellt hierzu fest:

Organisationssysteme bilden sich immer dann, wenn Eintritt ins System und Austritt aus dem System als entscheidbar vorausgesetzt und für die Regeln entwickelt werden können. [] Organisation setzt voraus, dass die Rolle der Mitgliedschaft im System kontingent ist, dass also Nichtmitglieder Mitglied sein, aber auch Mitglieder Nichtmitglied sein könnten,

dass es also ein Rekrutierungsfeld möglicher Mitglieder gibt und für die Mitglieder selbst Austritts- oder Entlassungsmöglichkeiten.“45 Dadurch stellt Luhmann klar, dass durch Ausscheiden aus dem System, sich Akteure der Machtausübung von anderen entziehen können bzw. sich selbst entmachten können. Er stellt ferner dar, dass auch Nichtsystemmitglieder durchaus Macht in einem Organisationssystem ausüben können. Dies unterschiedet Luhmann von vielen anderen politischen Theoretikern, da andere Theoretiker ein fixes System, welches als solches nie genannt wird, ohne Eintritts und Austrittsmöglichkeit, sowie ohne Macht von Nichtmitgliedern, voraussetzen

Ein anderes Beispiel, was laut Luhmann gegen die klassischen Theorien spricht, ist die Transivität der Macht bei mehrstufigen Handlungsketten, was beispielsweise bei delegierter

Macht deutlich wird. Gerade die delegierte Macht lässt sich nur unzureichend mit den klassischen Theorien belegen.46

All diese Ausführungen von Klassikern der Politikwissenschaft beeinflussten die moderne Mikropolitikforschung. Über den Auftrag der gegenwärtigen Mikropolitikforschung schreibt Stapel: „Mikropolitiktheorie will Handlungen von und Interaktionen zwischen Individuen, Gruppen und Organisationen realistischer erfassen und analysieren als es die herkömmlichen organisationstheoretischen Ansätze (auch im Rahmen der Theorie der informellen Organisation) leisten.“47

2.3. Formen der Mikropolitik

Die folgenden Abschnitte veranschaulichen die verschiedenen Formen und Ausprägungen der Mikropolitik vor allem in Bezug auf ihr Auftreten in der Praxis. Dabei werden zunächst die Ziele und Motive für mikropolitisches Handeln geklärt. Darauf aufbauend erfolgt die Erläuterung der Situationen, in welchen Mikropolitik auftreten kann. Anschließend werden Formen von individuellem und kollektivem mikropolitischem Handeln untersucht

2.3.1. Das Ziel von mikropolitischem Handeln

Das Ziel, oder anders ausgedrückt, der Zweck von mikropolitischem Handeln, ist zunächst aus der vorliegenden Definition auszumachen. Diese oben genannte Definition lautet:

„Akteure versuchen auf unkonventionelle und eigenmächtige Weise legitime Organisationsziele zu erreichen, von denen die sich auch persönlich etwas versprechen []“48.

In Anlehnung an die oben geschilderte Definition und deren Erläuterung kann gesagt werden, dass sich die Mikropolitik vor allem dadurch kennzeichnet, dass sie das Motiv der Eigennützigkeit für den handelnden Akteur besonders stark hervorhebt. Beatrix Lischka stellt zu dieser Beziehung aus (Mikro-) Politik, Akteur (Mitarbeiter) und Organisation (Unternehmen) fest:

„Wenn von Mitarbeitern angenommen wird, dass sie nur durch Eigeninteresse motiviert werden, so entwickelt ein Unternehmen automatisch einen hochpolitischen Stil, mit dem Ergebnis, dass die Mitarbeiter ständig ihre eigenen Interessen im Auge behalten müssen, um zu überleben.“49

Die Annahme, dass Akteure nur durch ihr Eigeninteresse zu motivieren sind, muss als solche vorausgesetzt werden. Das Eigeninteresse liegt in der Persönlichkeit des Individuums und kann damit nicht verändert, sondern nur kontrolliert oder unterdrückt werden.50

Dieser unwägbare Punkt des Eigeninteresses des mikropolitisch handelnden Akteurs findet sich auch bei anderen mikropolitischen Vordenkern. Sven –Eric Knudsen findet diesen Eigeninteresse-Ansatz bei Luhmann und stellt hierzu fest:

„Der Selbstbezug eines Systems findet somit in der Systemtheorie nur noch auf der Ebene der Elemente statt. Hiermit grenzt Luhmann sich von der älteren Diskussion in der Systemtheorie ab, die den Begriff der „Selbstorganisation“, d.h. die Erzeugung eigener Strukturen, in den Mittelpunkt stellt.“51

Ebenfalls erkennt Michael Crozier das Eigeninteresse bei seiner Betrachtung der Mikropolitik als Ausdruck einer gewissen Freiheit in einem System von (Macht-) Beziehungen. Er stellt hierzu fest:

„Entgegen der Illusion der Theoretiker der Herrschaft und der Konditionierung, aber auch entgegen den bei Managern, Politikern und Aktionisten ständig auftauchenden Allmachts- und Simplizierungsphantasmen, muss also mit allem Nachdruck festgestellt werden, dass das menschliche Verhalten auf keinen Fall dem mechanischen Produkt des Gehorsams oder des Drucks sttruktureller (sic!) Gegebenheiten gleichzusetzten ist. Es ist immer Ausdruck und Verwirklichung einer wenn auch noch so geringen Freiheit. Das Verhalten ist Ergebnis der Wahl, mithilfe derer der Akteur die Gelegenheiten „am Schopfe ergreift“, die sich im

Rahmen der ihn einschränkenden Zwänge bieten. Es ist daher niemals völlig voraussehbar, denn es ist nicht determiniert, sondern im Gegenteil immer kontingent.“52

Zusammenfassend aus diesen Aussagen kann gesagt werden, dass das Kernziel von mikropolitischem Handeln das Eigeninteresse eines Akteurs ist. Jedoch muss festgehalten werden, dass dieses Eigeninteresse fest mit dem Individuum verbunden ist und somit in seiner Gestalt ebenfalls als rein individuell anzusehen ist

2.3.2. Politics-Policy-Polity-Modell der Mikropolitik

Die Politikwissenschaft, und somit auch die Wissenschaft der Mikropolitik, teilt das politische Geschehen in drei Kategorien von Politik ein. Diese politischen Dimensionen werden mit den englischen Begriffen Policy, Politics, und Polity gekennzeichnet und unterscheiden dabei den Handlungs- und Wirkungsrahmen der einzelnen politischen

Handlungen. Das Policy-Politics-Polity-Modell kann sowohl auf die „große Politik“ (Makropolitik), wie auch auf die Mikropolitik angewandt werden

In diesem Modell steht Polity für die institutionelle Dimension der Politik bzw. der Mikropolitik. Sie gibt in einer abstrakten und allgemeingültigen Form eine Ordnung vor, nach der Policy und Politics ablaufen müssen. Ähnlich einer Verfassung für einen Staat, so gibt es auch Grundsätze durch die Polity für das mikropolitische Handeln

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Polity-Policy-Politics- Modell nach Neuberger (2006) S. 28.

„Policies sind strategische Pläne, systematische Entwürfe, Konzepte zielorientierter Handlungsbündelungen, die als solche eine nur virtuelle Existenz haben []“53. Mit diesen Worten beschreibt Neuberger die Thematik der Policy und ihre Aufgabe äußerst zutreffend. Er zeigt damit, dass Policy keine konkrete, sondern eine abstrakte Form der Politik ist. Die Leitlinienfunktion, die Policy übernimmt, hilft dem Akteur, bzw. befähigt den Akteur dazu, seine mikropolitischen Maßnahmen gezielt auszurichten und sich gerichtet im Rahmen der Polity zu bewegen. Diesen Prozess nennt Neuberger „Rückkopplungsprozess54, welchem er im gesamten Konstrukt zwischen Polity, Policy und Politics eine große Bedeutung zuschreibt55

Die Dimension der Politics stellt die mikropolitischen Handlungen dar. Die Politics orientieren sich an der Polity und der Policy. Sie werden als die operativen „Spielzüge56 des politischen Handelns angesehen

Das Zusammenspiel von Politics, Polity und Policy ist trotz der beeinflussenden bzw. richtenden Wirkung der Polity auf die Policy und derer auf die Politics jedoch nicht als hierarchisch anzusehen. Auch umgekehrt kann die ggf. vermehrte Anwendung einer Politics- Maßnahme die Policy verändern und - in logischer Konsequenz - auch die Polity

Zusammenfassend aus diesen Feststellungen lässt sich festhalten, dass die Mikropolitik in verschiedenen politischen Dimensionen auftreten kann und sich diese gegenseitig beeinflussen

2.3.3. Typen von mikropolitischen Methoden

Grundsätzlich lassen sich mikropolitische Methoden auf Grund ihrer Charakteristika in verschiedene Kategorien einteilen. Im Folgenden werden die verschiedenen mikropolitischen Handlungsmethoden danach geordnet, ob sie auf rein individuellem Handeln basieren oder eher kollektive Maßnahmen sind. Anzumerken ist hierzu, dass bei mehreren nötigen Individuen auch nur ein einzelnes Individuum der Akteur ist und andere benötigte Individuen unfreiwillig oder unbewusst dem Akteur Hilfe leisten.57

2.3.3.1. Individuelle Methoden

Unter den zahlreichen mikropolitischen Methoden, welche einem einzelnen Akteur zur Verfügung stehen, werden im Folgenden einige mikropolitische Praktiken beispielhaft erörtert. Dabei wird auf den Rahmen, welcher die einzelnen Praktiken in ihrem mikropolitischen Umfeld beleuchtet, eingegangen, aber auch aufgezeigt, welche Ziele der handelnde Akteur dabei erreichen will

Wenn man die Äußerung Webers zur Herrschaft rekapituliert, so setzt er dort der Herrschaft das Empfangen von Befehlen auf der Gegenseite gegenüber. Dieses Entgegennehmen von Befehlen kann als Gehorsam angesehen werden.58 Hierbei sind verschiedene Typen von Gehorsam zu unterscheiden. Diese können teils natürlichen Ursprungs sein, d.h. sie entstehen aus dem System heraus, in dem sich die Parteien befinden, oder sie sind ein mikropolitisches Handeln bzw. Verhalten. Das natürliche Auftreten von Gehorsam soll an dieser Stelle nicht weiter verfolgt werden, da es sich um eine Situation aus dem systemischen bzw. organisationellen Gefüge heraus handelt

Der Gehorsam aus Sicht der Mikropolitik verbirgt wiederum das Eigeninteresse eines Akteurs. Die Ausprägungen von Gehorsam teilen sich auf in folgende Typen: Vorauseilender Gehorsam, habitueller Gehorsam, begeisterter Gehorsam, mürrischer Gehorsam, Gehorsam unter Protest und stummer Gehorsam59

Wie bereits an den Typenbezeichnungen zu erkennen ist, unterscheiden sich die Typen mikropolitischen Gehorsams in zwei Gruppen, wobei die einen begrifflich positiv, die anderen negativ, besetzt sind. Zu den positiv besetzten gehört der vorauseilende Gehorsam. Dies ist eine mikropolitische Methode um im Voraus mögliche negative Sanktionen des Herrschenden zu umgehen oder abzumildern. Der habituelle Gehorsam ist ein Typ bei dem das Eigeninteresse besonders hervortritt, jedoch nicht in Richtung Zielerreichung wirkt. Der habituelle Gehorsam zielt hingegen auf die Selbstentlastung des Akteurs ab. Eine besonders positiv besetzte Form des Gehorsams ist der begeisterte Gehorsam. Hier wird ein gegebenes Soll vom Untergebenen übererfüllt, was allerdings auch dazuführen kann, dass sich eine übersteigerte Form des Gehorsams entwickelt, welche ggf. nicht mehr sachdienlich ist.60 Im

Falle des begeisterten Gehorsams handelt es sich weniger um ein mikropolitisches Handeln, sondern eher um eine Verhaltensweise, welche nach Luhmann, systembedingt ist (i.S.v. ansteckender Stimmung)

Im direkten Gegensatz zum begeisterten Gehorsam steht der stumme Gehorsam, bei dem der Untergebene innerlich resigniert hat und/oder keine weiteren Handlungsalternativen sieht. Zwei mikropolitische Handlungsalternativen in Punkto Gehorsam, welche ebenso negativ besetzt sind, sind der mürrische Gehorsam und der Gehorsam unter Protest. Der mürrische Gehorsam zeichnet sich dadurch aus, dass der Befehl ausgeführt wird, jedoch eher aus der Motivation daraus, dass weitere negative Sanktionen vermieden werden. Hier ist es oft von Nöten dass der Herrscher Nachkontrollen tätigt. Der Gehorsam unter Protest ist eine radikalere Form. Der Untergebene „fügt sich der Macht, nicht der Legitimität des Herrn61

Dabei wird der Dissens offen ausgesprochen jedoch der Befehl ausgeführt62

Denunziation ist eine weitere mikropolitische Handlung, welche einen individuellen Akteur voraussetzt. Denunzianten haben in der Gesellschaft einen schlechten Ruf und sind durch ihr Handeln oft auf lange Sicht sozial gebrandmarkt. Das Anrüchige an der Denunziation ist die Überschreitung von Grenzen von Moral, Normen sowie Werten und bei der inneren Kommunikation von Organisationen. Faktisch nutzt der Denunziant sog. dysfunktionales Wissen welches er in der Organisation erhält und verwendet dies über Wege der informellen Organisationsstruktur. Diese punktuellen Handlungen können für den Handelnden auf Grund der sozialen Ächtung bzw. der Gefahr der sozialen Ächtung und die damit einhergehende Verschlechterung seiner eignen Position niemals zur Routine werden63

Nepotismus und Patronage sind zwei mikropolitische Handlungen welche sich sehr ähneln jedoch unterschiedliches bezwecken (und auch einen unterschiedlichen politiktheoretischen

Hintergrund besitzen). Gemeinsam haben die beiden Typen mikropolitischen Handelns, dass es sich in beiden Fällen um Handlungsmöglichkeiten des Herrschers handelt bei denen es um Begünstigungen geht

Wilhelm Nöth definiert die Patronage in folgender Form:

Patronage ist ein nicht primär an Leistungen und Verdiensten orientiertes, sondern von Begünstigung und Protektion beherrschtes Förderungs- und Ausleseverfahren von Positionsinhabern im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Umfeld.“64 Patronage bietet für den Herrscher, im Fall der Patronage ist der Begriff „Patron“ zu verwenden, die Möglichkeit, durch die enge Bindung von Untergebenen, sich von Aufgaben in den Bereichen Führung und Kontrolle zu entlasten

Die Anwendung des Prinzips des Nepotismus, welches auch allgemein als Vetternwirtschaft bekannt ist, liegt die Begünstigung in der Bevorzugung von nahe stehenden Personen. Dies können zum einen Verwandte sein, aber auch anderweitig nahe stehende Personen wie Kinder von Mitarbeitern, Freunde und Bekannte. Beispiele für Nepotismus fanden sich früher im Herrschaftssystem des Adels und finden sich heute beispielsweise in Alumnivereinen von Internaten, Studentenverbindungen oder in kleinen und mittelständischen Betrieben, wo eine enge Bindung zu den Mitarbeitern besteht und bestimmte Positionen an andere Mitglieder der Organisation „weitervererbt“ werden. Kern des Nepotismus ist der Zugang zu einer Organisation für Externe, sowie der Aufstieg von nahe stehenden Mitgliedern innerhalb einer Organisation. Obwohl der angewandte Nepotismus auf Grund der Umgehung des Leistungsprinzips negative Folgen mit sich ziehen kann, hat er aber auch für den Praktizierenden Vorteile, wie die Schaffung von Sicherheit und Überschaubarkeit in komplexen Situationen, wie etwa der Auswahl von Auszubildenden für eine Lehrstelle in einem Betrieb65

Der Einsatz von Erotik bzw. von erotischen Reizen stellt eine weitere mikropolitische Handlungsform dar. An dieser Stelle ist jedoch zu erwähnen, dass vor allem Frauen diese Handlungsmöglichkeit nutzen, da hauptsächlich Männer damit zu beeinflussen sind; wobei an dieser Stelle nicht ausgeschlossen sei, dass auch der umgekehrte Fall eintreten kann. Frauen mit mikropolitischen Absichten versuchen durch die Darstellung von erotischen Reizen hierarchische Grenzen in einer Organisation zu überspringen oder sich in eine andere organisationelle Position zu bringen. Jedoch sei an diesem Punkt ebenfalls angemerkt, dass er Einsatz erotischer Reize auch negative Folgen haben kann. Dies sind beispielsweise erhöhte Erpressbarkeit oder Autoritätsverlust.66 Hier sei an Machiavelli erinnert (vgl. oben), der feststellte, dass, wer leicht zur Herrschaft gelangt, im Fall der erotischen Reize würde dies deren Einsatz entsprechen, große Bemühungen aufwenden muss, um seine Herrschaft zu behalten, was Erpressbarkeit und Autoritätsverlust entspricht

2.3.3.2. Gruppenmethoden

Neben den individuellen Methoden der Mikropolitik, bei denen eine einzelne Person handelt, gibt es zahlreiche Gruppenmethoden, d.h. kollektive Methoden der Mikropolitik. Hierbei treten mehrer Akteure auf. Sie müssen dabei nicht zwangsläufig selbst absolut das gleiche Gesamtziel verfolgen, sich jedoch einig sein, welches Ziel mit der Maßnahme erreicht werden soll

Analog zum Einsatz von erotischen Reizen der Frauen bei den individuellen Methoden finden sich bei den kollektiven Methoden die so genannten Männerbünde. Sie können zum einen zu den wenigen Polity- Methoden gezählt werden, da sie den Ausschluss von Frauen von den mikropolitischen Handlungen vorsehen und somit einen gewissen Rahmen schaffen. Zum anderen kann man Männerbünde auch zu den Politics- Methoden zählen, da durch sie Zugänge zu Organisationen und Machtpositionen geschaffen werden67

Eine Form von kollektiver Mikropolitik ist das sog. Küchenkabinett. Dabei handelt es sich um eine ungezwungene, kleine und vertraute Runde von Personen unterschiedlicher Hierarchieebenen, welche unterschiedliche Funktionen einnehmen kann. Hier ist zum einen die Funktion der Nestwärme für die Führungsverantwortlichen zu nennen. Dies dient vor allem der seelischen Stärkung von Führungskräften. Zum anderen können im kleinen verschworenen Zirkel des Küchenkabinetts Thematiken vorbereitet und diskutiert werden, sowie Vorgehensweisen abgesprochen werden. Für Mitarbeiter und Führungskräfte bietet ein Küchenkabinett die Möglichkeit, informell und effektiv Beschlüsse vorzubereiten und dies außerhalb der formalen Struktur, in der die Machteinflüsse ggf. ungünstig(er) sind68

Eine weitere, weit bekannte Methode von kollektivem mikropolitischem Verhalten, ist das Don Corleone- Prinzip. Es ist auch bekannt als Prinzip nach dem Motto „eine Hand wäscht die andere“. Benannt ist das Don Corleone- Prinzip nach der Hauptfigur des Romans „Der Pate“. Das Prinzip dieser Policy- Methode ist die Strategie der Sicherung von Einfluss durch gegenseitige Verpflichtung. Ausschlaggebend ist dabei eine gleichbleibende Machtverteilung zwischen dem Paten und seinem Tauschpartner. Was das Don Corleone- Prinzip ausmacht, im Gegensatz zum „normalen“ Austausch von Gefälligkeiten, ist, dass die Guttat und die Danktat nicht unmittelbar zeitlich wie kausal zusammenhängen müssen. Die Guttat wird positiv vermerkt und der Pate kann die Danktat bei Bedarf abrufen. Dadurch erhält der Pate Macht, da er bestimmen kann, wann er die Danktat abrufen will und der Tauschpartner diese dann erfüllen muss.69 Der Tauschpartner ist zwar nach der Guttat in der Bringschuld, jedoch besteht bei ihm der Vorteil und dadurch ggf. woanders ein Machtzuwachs durch diese Guttat. Eine destruktiv anmutende Variante von kollektiver Mikropolitik ist das Wegloben von Organisationsmitgliedern in eine andere, allerdings meist höhergestellte Position. Dies ist eine kollektive Maßnahme des Ausschlusses einer Person aus einem Team bzw. eine Organisation oder deren Untereinheit. Das Wegloben beginnt dann wenn eine Gruppe ein, aus welchen Gründen auch immer, unliebsames Mitglied hat und kollektiv versucht es loszuwerden. Schlagen andere Mittel fehl, so dient das Wegloben als finales Mittel. Dabei wird die unliebsame Person bei Entscheidungsträgern über andere Stellen angepriesen, damit diese die unliebsame Person übernimmt. Das Spektrum der Beurteilung von freundlich bis hin zu Lüge, welche eine deutlich positivere Bewertung enthält ist dabei sehr groß. Zwar ist das Verhalten der abgebenden Einheit nicht als rational anzusehen, jedoch kann dadurch eine Stärkung der Zusammengehörigkeit im Team erreicht werden70

Die wohl bekannteste mikropolitische Gruppenmethode ist das sog. Mobbing. Diese äußerst aggressive Form der Mikropolitik findet sich oft, wenn verschiedene Personen in einer Organisation eine weitere Person (Opfer) aus der Organisation, mikropolitisch gesehen, alle politischen Rechte nehmen und somit den Ausschluss aus der Organisation erzwingen wollen. Oftmals wird dabei das Opfer psychisch diskriminiert und sozial ausgegrenzt.71 Peter Kmieciak stellt hierzu fest:

Dieses Mobbingverhalten umfasst den gesamten Katalog menschlicher Niedertracht72. Ferner stellt er fest: „Der Situation hilflos ausgesetzt, bestehen für das Opfer wenig Chancen, den Teufelskreis aus sozialem Rückzug, Verlust des Selbstwertgefühls und verstärkter sozialer Ablehnung zu durchbrechen, zumal angesichts der objektiven Arbeitsmarktsituation auch das letzte Moment individueller Handlungsfreiheit, der Arbeitsplatzwechsel, die Kündigung, häufig wegfällt.73

Mobbing ist eine Politics- Methode. Durch zahlreiche einzelne Aktionen wird das Opfer schlecht behandelt. Jedoch lässt sich an Hand von Mobbing auch die oben erwähnte Wirkung von Politics- Maßnahmen auf die Policy und die Polity darstellen. Durch Mobbing werden, vor allem in Bezug auf das Opfer, die Spielregeln (Polity) für mikropolitisches Handeln verändert, ja sogar, mit der Rechtlosigkeit des Opfers, der gesamte Rahmen für das politische Zusammenspiel in einer Organisation

2.4. Der mikropolitische Akteur

Im folgenden Abschnitt wird der mikropolitisch handelnde Akteur genauer untersucht. Dabei soll unterschieden werden, welche Typen von Akteuren auftreten und deren Charakteristika ermittelt werden. Daraufhin werden die Strategien und Vorgehensweisen der Akteure in der Mikropolitik dargestellt

2.4.1. Akteurstypen & Akteursmodelle

Der einzelne Akteur stellt in der Mikropolitik die kleinste handelnde Einheit dar. Handelt er mit dem Ziel nur sein eigenes Interesse zu verfolgen, ohne Hilfe von anderen Akteuren, so ist er als individueller Akteur anzusehen, im Gegensatz zum kollektiven Akteur wo mehrere einzelne Individuen gemeinsam auftreten und ein gemeinsames Ziel verfolgen Joachim Kahmann stellt hierzu fest:

In der Mikropolitik, wie in der Soziologie allgemein, werden mit dem Begriff des Akteurs nicht ausschließlich individuell handelnde Personen beschrieben. Neben individuellen Akteuren gibt es auch sogenannte kollektive Akteure. Bei einem kollektiven Akteur wird eine größere, aus mehreren Personen bestehende organisatorische Einheit als „individueller“,

d.h. nach außen hin abgeschlossener und mit eigenen Orientierungen ausgestatteter Handlungsträger aktiv. Voraussetzug hierfür ist, dass die Mitglieder derartiger organisatorischer Einheiten zu kollektiven Handlungen fähig sind.“74

Einen Akteur selbst charakterisiert er mit folgender Definition: „Ein Akteur ist eine organisatorische Einheit, welche sich durch spezifische Kompetenzen und Ressourcen auszeichnet und im Organisatorischen Kontext für die Erfüllung der ihr zugewiesenen Aufgaben zuständig ist.“

In Bezug auf eine Organisation stellte Kahmann eine Übersicht über die verschiedenen Typen von Akteuren zusammen. Er unterscheidet dabei die Hauptgruppen der internen Akteure und externen Akteure, welche in einem Verhältnis zur Organisation stehen. Anschließend gliedert er, vor allem die operativen Akteure, weiter nach dem jeweiligen Grad der Freiheit des Handelns des Akteurs (abhängig/ unabhängig sowie aktiv/passiv).76

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Klassifikation der Akteurtypen nach Kahmann (2001) S. 101.

Ein spezielles Augenmerk muss bei der Betrachtung der einzelnen Akteurtypen auf diejenigen Typen gelegt werden, in welchen mehrere Individuen vertreten sind. Hiezu stellt Schmirke fest:

Kollektive Akteure sind z.B. soziale Bewegungen, korporative Akteure sind vor allem formale Organisationen. Das bedeutet nicht, dass jede Organisation oder soziale Bewegung zu jedem Zeitpunkt Akteursqualität besitzt, also als Ganzes handlungsfähig ist.“77

Jedoch lassen sich Akteure nicht nur nach der Anzahl der in ihr vertretenen Individuen unterteilen. Auch andere Charakterisierungsmodelle können betrachtet werden. Zwei dieser Charakterisierungsmodelle sind der Homo Sociologicus- Ansatz und der Homo Oeconomicus- Ansatz

Der Homo Sociologicus- Ansatz entspringt der strukturfunktionalistischen Rollentheorie und ist sowohl auf individuelle Akteure als auch auf kollektive oder gar korporative Akteure anwendbar.78 Dabei stützt sich der Homo Sociologicus- Ansatz auf vier Komponenten. Hier ist als erstes der Verhaltensorganismus des Akteurs zu betrachten. Dazu kommt die Persönlichkeit des Akteurs mit all seinen spezifischen Fähigkeiten. Die dritte Komponente sind die sozialen Normen, welche den Akteur umgeben und nicht alles motivational Gewollte zulassen. Die vierte Komponente stellt die generelle kulturelle Orientierung dar, welche die Normen in übergreifenden Mustern vereint79

Grundsätzlich lässt sich zum Homo Sociologicus sagen, dass er keine Handlungswahlen in Form von Entscheidungen trifft, welche auf seine Interessen zielen. Vielmehr verfolgt der Homo Sociologicus- Ansatz die soziale Rollenerfüllung des Akteurs.80

Hieraus ergeben sich unter Umständen Komplikationen, welche sogar in einem Inter-Rollen- Konflikt, oder einem Intra- Rollen- Konflikt gipfeln können. Schimank zählt folgende Situationen in Bezug auf die Rollenerwartung welche einen komplikationslosen Gerechtwerden als Voraussetzung dienen:

- „Die Rollenerwartungen verschiedener Bezugsgruppen sind ohne weiteres miteinander vereinbar
- Die Erwartungen, denen die Person in der betreffenden Rolle genügen muss, sind problemlos mit denen anderer Rollen der Person vereinbar.
- Die Rollenerwartungen sind hinreichend klar definiert
- Die Person verfügt über die erforderlichen Ressourcen, um ihre Rolle angemessen spielen zu können
- Die Rolle ist mit den persönlichen Bedürfnissen, Interessen, Zielen u.Ä. vereinbar.“81

Der Homo Oeconomicus- Ansatz sieht, im Gegensatz zum Homo Sociologicus, keinen Akteur in einer Rolle, sondern einen freien, rational handelnden Akteur. Zum Handeln des Homo Oeconomicus stellt Schimank fest:

Dass die Handlungswahl des Homo Oeconomicus nicht nur den absoluten Nutzen eines Handelns veranschlagt, sondern auch die damit verbundenen Opportunitätskosten einbezieht, also den relativen Nutzen kalkuliert, erklärt, weshalb dieser Akteur immer wieder Dinge tut, die ihm wenig Nutzen bringen.“82

Diese Kosten/Nutzen-Kalkulation wird von ihm genauer dargelegt, indem er sagt:

„Der Kosten/Nutzen-Kalkulation des Homo Oeconomicus liegen keine irgendwie objektiven Kosten- und Nutzengrößen zugrunde, sondern subjektiv erwartete Kosten und Nutzen.“83

Ein besonders hervorzuhebender Aspekt der Subjektivität von Kosten/Nutzen-Kalkulationen der Handlungswahl ist die weithin verbreitete Diskontierung der Zukunft. Akteure tendieren dazu, Handlungswirkungen umso geringer einzustufen, je weiter in der Zukunft deren eintreten erwartet wird.84

Ferner ist noch hinzuzufügen, dass der Homo Oeconomicus- Ansatz, analog zum Homo Sociologicus- Ansatz, ebenfalls auf den individuellen, korporativen und kollektiven Akteur anzuwenden ist. Des Weiteren ergänzt Schimank:

„Für korportative Akteure wird sogar behauptet, dass sie häufiger als individuelle Akteure als Homo Oeconomicus auftreten und dass ihre Fähigkeit zur rationalen Nutzenverfolgung größer ist als die von Individuen.“85

2.4.2. Strategien und Handlungen von Akteuren

Im folgenden Abschnitt wird die Vorgehensweise der Akteure genauer betrachtet. Hierbei ist von Interesse, welche Strategien und Taktiken Akteure vor allem im Rahmen der Policy der Mikropolitik dabei zu verwirklichen versuchen. Zunächst soll das strategische Verhalten an Hand von Modellen und Theorien begründet werden. Daraufhin erfolgt eine Analyse von politischen Strategien aus mikropolitischer Sicht

2.4.2.1. Theoretische Ansätze

Kahmann geht bei der Betrachtung der Vorgehensweisen von Akteuren grundsätzlich davon aus, dass diese schwierig zu prognostizieren sei, da Akteure in einer konkreten Situation mit der unvollständigen Situationskenntnis zu kämpfen haben und sich daher ggf. nicht rational oder regelkonform verhalten. Die Kenntnis des Akteurs über die Handlungsalternativen ist dabei allerdings ausreichend.86 Es schließt daraus:

„Strategisches Verhalten beschreibt eine begrenzt rationale Verhaltensweise eines Akteurs in einer konkreten Handlungssituation. Sie ist nicht mit dem Willen identisch und braucht nicht notwendigerweise bewusst zu sein. Eine Verhaltensstrategie bezieht sich immer auf ein (sic!) bestimmten Handlungsangelegenheit (Aufgabe) und setzt einen Handlungsspielraum voraus.

Die Rationalität einer Verhaltenssituation wird durch Ziele des Akteurs und seiner Wahrnehmung der Handlungssituation bestimmt.“87 Nachstehendes Schaubild zeigt, wie nach Kahmann das Verhalten von Akteuren analysiert werden kann

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Analyse und Gestaltung von Handlungssituationen als rekursiver Prozess nach Kahmann (2001) S. 86.

Auch Neuberger hat zu der Erfassung der Zusammenhänge zwischen dem Akteur und seinem Verhalten ein Raster entwickelt. Das untenstehende Schaubild dieses Rasters verdeutlicht die möglichen Verlaufswege ausgehend von den Verhaltensweisen des Akteurs zu seiner Person mit seinen Haltungen und seinen Eigenschaften, sowie zu seinen Taktiken und den Strategien. Dabei geht Neuberger davon aus, dass sich die Frage, ob nun zuerst die Haltung vorhanden ist oder die Handlung, nicht stellt, da dem Modell eine kreiskausale, rekursive Beziehung unterstellt werden kann88

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5 Akteur-Handlungs- Modell, nach Neuberger (2006) S. 104.

Zu den Strategien von Akteuren stellt Neuberger fest:

Bei der Untersuchung strategischen, mikropolitischen Handelns stehen nicht isolierte Re- Aktionen oder unreflektierte Spontan-Aktionen im Mittelpunkt des Interesses, sondern Muster oder Sequenzen, geplante Bündelungen von einzelnen Schachzügen Noch abstrakter und umfassender ist die Aggregierung von Taktiken zu Strategien, die als Konzepte höherer Ordnung anzusehen sind, weil sie ein Mehr an Integrationskraft haben und einen größeren Planungshorizont abdecken.89

Eine weitere Betrachtungsweise des Verhaltens von Akteuren kann mittels der Agentur- Theorie, auch Principal-Agent-Theory genannt, vorgenommen werden. Ebers und Gotsch stellen dazu fest:

„Die Agenturtheorie betrachtet Organisationen und ihre Umweltbeziehungen als Netzwerke von (impliziten oder expliziten) Verträgen, die unter den Beteiligten zur Regelung ihres ökonomischen Austausches geschlossen werden.“90

Dabei unterstellen die Autoren den Akteuren ein Streben nach individueller Nutzenmaximierung, was zur Folge haben kann, dass Zielkonflikte zwischen dem Prinzipal und dem Agenten auftreten können. Das Streben nach Nutzenmaximierung stellt die Strategien und Verhaltensweisen nach der Agenturtheorie dar91

Ebers und Gotsch stellen aber auch die Problematiken dar, welche sich aus dem Agenturmodell in Bezug auf das mikropolitische Handeln und Taktieren ergeben:

Eine [] Relativierung des agenturtheoretischen Grundmodelles ergibt sich daraus, dass Agenturbeziehungen meist einseitig aus der Perspektive des Prinzipals betrachtet werden. In dieser Sichtweise erscheint lediglich die Rolle des Agenten problematisch. Nur in Bezug auf den Agenten werden opportunistische Praktiken wie Leistungszurückhaltung, Täuschung, Trug und List thematisiert und als Gefährdung für die Austauschbeziehungen erörtert Schließt ein Prinzipal mit mehreren Agenten, die ein Team bilden, Verträge ab, so wirken sich „hidden actions“ und „hidden information“ noch problematischer als im Zwei- Personen-Fall aus. Wird das Arbeitsergebnis von einem Team erbracht, so stellen sich die Probleme der Leistungszurückhaltung und der suboptimalen Ressourcenverteilung nicht nur im Prinzipal-Agent-Verhältnis, sondern auch im Verhältnis der Teammitglieder untereinander.“92

Crozier und Friedberg sind mit Sicherheit die bekanntesten Vertreter der Analyse von mikropolitischem Verhalten. Ihr Werk „Macht und Organisation – Die Zwänge kollektiven Handelns“ trug in enormen Umfang zur Mikropolitik-Forschung bei. Bogumil und Schmid stellt in Bezug auf die Handlungen von Akteuren bei Crozier/Friedberg fest:

Crozier/Friedberg verfolgen einen akteurszentrierten Ansatz, in dem die Akteure bestimmten rationalen Strategien nachgehen. Sie werden nicht müde zu betonen, dass die Individuen den Status autonomer Akteure innehaben, die handlungsfähig sind und deren Verhalten immer der Verwirklichung einer wenn auch noch so geringen Freiheit entspricht. Ihre Strategien können und müssen sich die Akteure auswählen, ihr Verhalten ist also nicht Produkt passiven Gehorsams oder einer einfachen Konditionierung durch das System, in diesem Fall der

Organisation, sondern Ergebnis einer aktiven Wahl zwischen mehreren möglichen Strategien.93

Fischer fügt hierbei hinzu: „Das Problem kollektiven Handelns erkennen sie darin, dass die Individuen zwar einerseits ihre Interessen meist nur dann verfolgen können, wenn sie ihr Handeln durch gemeinsame Regeln aufeinander abstimmen, wenn sie also kooperieren dass sie andererseits aber divergierende Interessen verfolgen und insofern konkurrieren.94 Crozier selbst schreibt zur Strategie der Akteure:

Die Mitglieder einer Organisation können als Akteure mit jeweils eigener Strategie betrachtet werden. Kennt man die Strategien jedes Akteurs, und kennt man die objektiven Zwänge, denen man ausgeliefert ist, aufgrund von Ungewissheiten – zum Beispiel der Technologie und des Marktes -, die die Ausführung seiner Tätigkeiten mit sich bringt, so kann man das Spiel rekonstruieren, von dem her all diese Strategien zur gleichen Zeit in

gleicher Weise rational erscheinen können.95

2.4.2.2. Politische Strategien

Zunächst ist hierzu festzuhalten, dass politische Strategien nicht in der Bedeutung von rationaler Strategieplanung am Reißbrett anzusehen sind. Die politische und selbstverständlich somit auch die mikropolitische Strategie kann auch aus einem Sammelsurium von Experimenten und Suchprozessen eines Akteurs entstehen. Ausschlaggebend sind jedoch immer rationale Entscheidungen um den Weg der Strategie festzulegen. Grundsätzlich ist ein Mindestmaß an Strategiebewusstsein von Nöten, um strategiefähig zu werden96

Die Strategiefähigkeit eines Akteurs ist nach Tils notwendig um eine Strategiebildung durchzuführen. Diese Strategiebildung umfasst das Festlegen strategischer Ziele, die Analyse der Ausgangslage, die strategische Kalkulation, die Erarbeitung der strategischen Optionen sowie das fällen der strategischen Entscheidung für eine strategische Option. Die auf die Strategiebildung folgende Strategiesteuerung ist die Umsetzung der entwickelten Strategie durch den Akteur97

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 Strategieprozess nach Tils (2005) S. 33.

Der Prozess der politischen und mikropolitischen Strategiebildung ist auch oft in der Literatur als sog. konzeptionelle Planung zu finden. Hierbei ist aber anzumerken, dass zu vermuten ist, dass eine solch akribische Planungen, wie sie in den untenstehenden Schaubildern zu finden sind, in der mikropolitischen Strategieplanung zwar ablaufen, jedoch dies in den meisten Fällen bei den Akteuren eher unterbewusst stattfindet Schröder zeigt zwei Modelle der politischen Strategieplanung auf. Sie unterscheiden sich dabei in ihrer Freizügigkeit98

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7 Strategiebildungsprozess, nach Schröder (2000) S. 29.

2.5. Zwischenfazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das mikropolitische Handeln von Organisationsmitgliedern stark von eigenen Interessen getrieben ist. Die Erlangung einer besseren Stellung oder die Durchsetzung von Zielen zur Absicherung der eigenen Stellung in einem sozialen Gefüge, treibt Akteure an, die formalen Strukturen einer Organisation zu verlassen und auf Umwegen, bzw. durch Umgehen von formalen Wegen, ein Ziel zu erreichen. Die soziale Umgebung kann dabei als ganzheitliches System, im Sinne von Luhmann gesehen werden, oder als Beziehung zwischen zwei Parteien, wie es bei Machiavelli zwischen dem Fürst und dem Volk ist. Dabei spielt die Art der Machterlangung, analog zu Machiavelli, eine entscheidende Rolle. Ist die Erlangung der Macht einfach, so ist die schwer zu halten und umgekehrt. Dies spielt gerade bei mikropolitischen Handlungen eine wichtige Rolle. Führen mikropolitische Maßnahmen, wie etwa das Mobbing eines Kollegen, zu schnellem Erfolg, so sind weitere Anstrengungen nötig um die neu erlangte Stellung zu halten, bzw. auch weiterhin die innegehabte Stellung zu halten. Dabei ist auch der Hintergrund der Legitimation für diese Stellung von ausschlaggebender Wichtigkeit. Handelt es sich bei der Stellung im sozialen Gefüge um eine legale Herrschaft nach Weber, so muss diese Stellung, beispielsweise, bei der nächsten Wahl auch wieder verteidigt werden. Die charismatische Herrschaft ist gefährdet, wenn durch falsches mikropolitisches Handeln das Charisma des Herrschers seinen Reiz verliert. Die traditionelle Herrschaft kann ebenfalls durch falsches oder unüberlegtes Handeln in Frage gestellt werden. Ferner sind bei der Betrachtung von Mikropolitik die Bereiche des politischen Handelns im Politics-Policy- Polity Modell zu beachten. Werden beispielsweise Spielregeln (Polity) grob verletzt, so kann dies für den Handelnden negative Folgen haben. Im Bereich der Politics und der Policies sind, wenn nicht anders beabsichtigt, die Regeln der Polity zu beachten. Diese geben einen gewissen Rahmen für das mikropolitische Handeln. Dieser Rahmen für mikropolitisches Handeln und dessen Einhaltung, auch im Zusammenhang mit den verschiedenen Strategien und ihrem Zusammenspiel, zeigt ein gewisses Maß an politischer und mikropolitischer Kultur

3. Unternehmenskultur

Im folgenden Abschnitt soll nun der Begriff der Unternehmenskultur genauer betrachtet werden. Dabei wird die Thematik der Unternehmenskultur im Kontext von Organisationskultur zunächst im Sinne dieser Arbeit definiert und in den unternehmerischen Zusammenhang gebracht. Hierbei soll ebenfalls eine Abgrenzung zu anderen Formen der Kultur vorgenommen werden

Ferner wird dargestellt, welche Modelle es zur Darstellung und Messung von Unternehmenskultur gibt. Daraus soll gezeigt werden, welche Wirkungen von Unternehmenskultur zu erwarten sind

3.1. Definition von Unternehmenskultur

Um den Sachverhalt von Unternehmenskultur im Sinne dieser Arbeit herleiten und definieren zu können muss zunächst festgehalten werden, dass sich die Begriffe Organisationskultur und Unternehmenskultur dadurch unterscheiden, dass sich der Begriff Unternehmenskultur auf die Kultur im betriebswirtschaftlichen Unternehmen beschränkt, der Begriff der Organisationskultur auch andere Organisationsformen mit einbindet

Der Begriff Kultur ist ein äußerst vielfältig verwendeter Begriff, welcher eine große Anzahl an Bedeutungsinhalten aufweist99

Nach Baumgartner baut sich Kultur aus den geteilten Grundannahmen, Werten, Normen Symbolen oder auch Aktivitäten zusammen, welche zwischenmenschliche Interaktionen ermöglichen. Diese zwischenmenschlichen Interaktionen auf der gemeinsamen Wertebasis bilden die Kultur in Form eines Prozesses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 8 Kulturprozess; nach Baumgartner (2006) S. 36.

Der Begriff Kultur ist allerdings ein äußerst vielfältig verwendeter Begriff, welcher eine riesige Anzahl an Bedeutungsinhalten aufweißt100

Diese Annahme grenzt Schmiank folgendermaßen ein:

Der Begriff der „Kultur“, so missverständlich und vage er in vielen anderen Hinsichten ist, besagt immerhin, dass die Welt des Sozialen nicht die Welt des Subjektiven ist. Gedanken, Empfindungen, Meinungen und andere subjektive Bewusstseinsvorstellungen der in soziale Beziehungen involvierten Menschen gehen in Sozialität ein, aber machen sie nicht aus.“101 Trauttmanndorf greift den Begriff der Nicht-Subjektivität von Kultur auf uns stellt dazu fest, dass sich Kultur nach deskriptiven, historischen, normativen, psychologischen, strukturellen und genetischen Gesichtspunkten definieren lässt.102 Diese Klassifizierung von Kulturdefinitionen lässt sich auch bei anderen Wissenschaftlern, wie auch Kroeber/Kluckhohn, finden.103 Jochen Dreher stellt ferner fest:

„Im Gegensatz zum allgemeinen Begriff der Kultur werden „Kulturen“ gemeinhin mit Kollektiven wie Nationen, Organisationen oder bestimmten Gemeinschaften in Verbindung gebracht.“104 Ausgehend von den Kollektiven kann folgende Aussage vermutet werden:

„Nach einer wechselvollen etymologischen Entwicklung beruht der Begriff „Kultur“ heute auf einem vorwiegend anthropologischen Verständnis, und er bezeichnet die besonderen, historisch gewachsenen und zu einer komplexen Gestalt geronnenen Merkmale von

Volksgruppen. Gemeint sind damit insbesondere Wert- und Denkmuster einschließlich der sie vermittelnden Symbolsysteme, wie sie im Zuge menschlicher Interaktion entstanden sind.“105 Diese Aussage ist jedoch nach Faust als allgemeiner Irrtum und somit als falsch anzusehen, da aus einem Kollektiv bzw. deren einzelnen Akteuren, egal ob Volksgruppe oder Organisation, nicht eine Kultur durch Interaktion entsteht, sondern die Kultur als gegeben vorausgesetzt wird. Darauf aufbauend kann, in Bezug auf den sog. Basismetaphernansatz gesagt werden: „Die Organisation ist eine Kultur, und sie wird als soziale Konstruktion ihrer

Mitglieder aufgefasst, als Sinn- und Lebensgemeinschaft mit ausgeprägten Werte- und Orientierungsmustern. Kultur als Manifestation menschlichen Bewusstseins ist demzufolge Grundlage des gesamten organischen Handelns, die vor und über den konkreten Aufgaben liegt.106

Hofstede sieht dies ähnlich. Auch bei ihm ist die Kultur ein übergeordnetes Element einer Organisation. Er definiert die Organisationskultur als:

[...]


1 Vgl. Bea, Göbel, S. 172

2 Vgl. Wöhe, Günter, Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, S. 1203 ff

3 Vgl. Lutz von Rosenstiel, Grundlagen der Organisationspsychologie, S. 2000

4 Bettermann (2008); S. 1

5 Vgl. Bettermann (2008); S. 94 ff

6 Bettermann (2008); S. 95

7 Bettermann (2008); S. 95

8 Vgl. Bettermann (2008); S. 95

9 Vgl. Bettermann (2008); S. 98

10 Vgl. Rosenstiel (1975), S. 120 ff

11 Vgl. Neuberger (2006); S. 7 f

12 Neuberger (2006); S.

13 Vgl. Bischoff (1998 a); S. 164 f

14 Vgl. Neuberger (2006); S. 11 f

15 Neuberger (2006); S. 17

16 Vgl. Nullmeier/ Pritzlaff/Wiesner (2003); S. 14

17 Vgl. Blum/ Rupp/ Gawlina (1997) S. 90 ff

18 Vgl. Machiavelli (1990); S. 19

19 Vgl. Machiavelli (1990); S. 49

20 Machiavelli (1990); S. 36

21 Machiavelli (1990); S. 40

22 Machiavelli (1990); S. 49

23 Vgl. Machiavelli (1990); S. 39

24 Vgl. Machiavelli (1990); S. 40 f

25 Machiavelli (1990); S. 49

26 Vgl. Machiavelli (1990); S. 53f

27 Weber (1992); S. 7

28 Vgl. Bischoff (1998 a); S. 164

29 Weber (1992); S. 8

30 Vgl. Weber (1992); S. 8

31 Weber (1992); S. 8 f

32 Vgl. Weber (1992); S. 8 f

33 Weber (1992); S. 8

34 Weber (1992); S. 8

35 Weber (1992); S. 8

36 Weber (1992); S. 8

37 Vgl. Riegraf (1996); S. 85

38 Lange (2003); S. 92

39 Vgl. Lange (2003); S. 92

40 Vgl. Knudsen (2006); S. 77

41 Vgl. Fischer (2004); S. 54 f

42 Vgl. Knudsen (2006); S. 77

43 Vgl. Fischer (2004); S. 55

44 Vgl. Fischer (2004); S. 56 f

45 Luhmann (2003); S. 99

43 Vgl. Fischer (2004); S. 55

44 Vgl. Fischer (2004); S. 56 f

45 Luhmann (2003); S. 99

50 Vgl. von Rosenstiel (2006), S. 119

51 Knudsen (2006); S. 82

52 Crozier/Friedberg (1979); S. 27

53 Neuberger (2006); S. 28

54 Neuberger (2006); S. 28

55 Vgl. Neuberger (2006); S. 28

56 Neuberger (2006); S. 28

57 Vgl. Küper/Felsch (2000); S. 69

58 Vgl. Paris (1998); S. 90

59 Vgl. Paris (1998); S. 92 f

60 Vgl. Paris (1998); S. 92 f

61 Paris (1998); S. 93

62 Vgl. Paris (1998); S.

63 Vgl. Paris (1998); S. 56 f

64 Nöth (1998 b); S. 204

65 Vgl. Nöth (1998 a); S. 184 f

66 Vgl. Saul-Soprun (1998); S. 73 f

67 Vgl. Engelniedhammer (1998); S. 167 f

68 Vgl. Bischoff (1998 b); S. 147 f

69 Vgl. Hunholtz (1998 a); S. 58 f

70 Vgl. Hunholtz (1998 b); S. 292 ff

71 Vgl. Kmieciak (1998); S. 177 ff

72 Kmieciak (1998); S. 178

73 Kmieciak (1998); S. 179

69 Vgl. Hunholtz (1998 a); S. 58 f

70 Vgl. Hunholtz (1998 b); S. 292 ff

71 Vgl. Kmieciak (1998); S. 177 ff

72 Kmieciak (1998); S. 178

73 Kmieciak (1998); S. 179

77 Schimank (2007); S. 54

78 Vgl. Schimank (2007); S. 54 f

79 Vgl. Schimank (2007); S. 43 f

80 Vgl. Schimank (2007); S. 73 f

81 Schimank (2007); S. 55

82 Schimank (2007); S. 76

83 Schimank (2007); S. 77

84 Schimank (2007); S. 78

85 Schimank (2007); S. 81

86 Vgl. Kahmann (2001); S. 88

87 Kahmann (2001); S. 7

88 Vgl. Neuberger (2006); S. 104 ff

89 Neuberger (2006); S. 107

90 Ebers/Gotsch (2002); S. 210

91 Vgl. Ebers / Gotsch (2002); S. 211

92 Ebers / Gotsch (2002); S. 222.f

93 Bogumil/Schmid (2002); S. 55

94 Fischer (2004), S. 55

95 Crozier/ Friedberg (1979); S. 133

96 Vgl. Tils (2005); S. 29

97 Vgl. Tils (2005); S. 32 ff

98 Vgl. Schröder (2000); S. 28 ff

99 Vgl. Trauttmansdorf (2003); S. 47

100 Vgl. Trauttmansdorf (2003); S. 47

101 Schminak (2007); S. 35

102 Vgl. Trauttmansdorf (2003); S. 48

103 Vgl. Neubauer (2006); S. 15

104 Dreher (2005); S. 31

105 Faust (2003); S. 21

106 Faust (2003); S. 60

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten

Details

Titel
Akteur und Strategie - Wie prägen verschiedene Unternehmenskulturen das mikropolitische Handeln von Organisationsmitgliedern?
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
59
Katalognummer
V114083
ISBN (eBook)
9783640143955
ISBN (Buch)
9783640144068
Dateigröße
1897 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Akteur, Strategie, Unternehmenskulturen, Handeln, Organisationsmitgliedern
Arbeit zitieren
Andreas Winhart (Autor), 2008, Akteur und Strategie - Wie prägen verschiedene Unternehmenskulturen das mikropolitische Handeln von Organisationsmitgliedern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114083

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