Die Grenze zwischen Leben und Tod ist nicht nur medizinisch-pflegerisch nicht ganz so einfach zu ziehen. Oelke (2010b) schreibt in einem Zitat: „Wer im Gedächtnis seiner Freunde weiterlebt, der ist nicht tot“. Solche Vorstellungen sind mehr als ein Trost. Sie spiegeln ein Verständnis von Tod und Sterben. Die Autorin Allende geht mit einer ganz persönlichen Art und Weise mit dem Verlust ihrer Tochter um und schreibt die Geschichte für ihre Tochter „Paula“, die so in ihrer Erinnerung weiterlebt. Man kann daraus schlussfolgern, dass jeder Mensch sein eigenes subjektives Empfinden, Wahrnehmen und Beobachten zum Trauer- und Sterbeprozess hat. Dies lässt sich nicht auf jeden einzelnen Menschen übertragen. Für professionell Pflegende gilt jedoch, bei aller Fürsorge, eine reflektierende Haltung zum Thema Sterben, Tod und Trauer einzunehmen .
Diese Hausarbeit versucht kritisch und konstruktiv dieses sensible Thema zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die letzte Lebensphase
2.1 Das Sterben
2.2 Dimensionen des Sterbens
2.3 Symptome in der Finalphase
3 Passive Sterbehilfe als Form der Sterbebegleitung
4 Riten und Bräuche aus religiöser Sicht
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der letzten Lebensphase auseinander, wie sie Isabel Allende in ihrem Roman „Paula“ beschreibt, und beleuchtet diese aus einer pflegerischen Perspektive. Ziel ist es, die Phasen des Sterbens, die damit einhergehenden Symptome sowie ethische Aspekte und Rituale anhand der Romanvorlage und pflegewissenschaftlicher Literatur zu analysieren.
- Phasenmodell der letzten Lebensphase
- Dimensionen des Sterbens (körperlich, emotional, sozial, spirituell)
- Symptomerkennung in der Finalphase
- Ethische und religiöse Dimensionen der Sterbebegleitung
Auszug aus dem Buch
Die letzte Lebensphase
Die letzte Lebensphase unterscheidet Mache (2019) in Abhängigkeit davon, wie weit der Tod noch entfernt ist. Mit dem Koma ist bei Paula frühzeitig die Bettlägerigkeit eingetreten. So lassen sich die folgenden Phasen bei ihr nur schwer auseinander halten. Die Rehabilitationsphase beginnt, wenn eine fortschreitende Krankheit als nicht mehr heilbar eingestuft wird. Sie verfolgt das Ziel, die Lebensqualität eines Erkrankten bestmöglich zu erhalten. Die Rehabilitationsphase in Allendes Roman könnte man wie folgt ableiten: „[…] wir bereiteten die Wanne vor, um sie zu baden […] legten ihre Kleidung für den Tag […] wie wir es jeden Morgen taten.“ Die Sterbephase wird unterschieden in Terminalphase und Finalphase. Die Terminalphase umfasst die letzten Tage vor dem Tod. Allendes Roman kann hierzu wie folgt interpretiert werden: „[…] Der Tod kam mit leisem Schritt. Paulas Sinne waren in den vergangenen Wochen einer nach dem andern ausgefallen.“ Und zuletzt die Finalphase, die die letzten 72 Stunden des Lebens beschreiben. Dies wird der eigentliche Sterbeprozess bezeichnet, in dem die Körperfunktionen immer weiter abnehmen, bis der Tod eintritt. Zitat zur Todeszeit: „Am Sonntag, den 6. Dezember, [...] starb Paula.“ Es war vier Uhr früh.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in den Kontext des Romans „Paula“ von Isabel Allende ein und beschreibt die Motivation der Autorin, den Krankheitsverlauf und das Sterben ihrer Tochter zu dokumentieren.
2 Die letzte Lebensphase: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Phasen des Sterbens und ordnet das Krankheitsgeschehen bei Paula theoretisch und anhand von Romanzitaten ein.
2.1 Das Sterben: Der Abschnitt betrachtet das Sterben als natürlichen Lebensprozess und analysiert die spezifische Situation der Erkrankung bei Paula.
2.2 Dimensionen des Sterbens: Hier werden die körperlichen, emotionalen, sozialen und spirituellen Dimensionen des Sterbens tabellarisch und analytisch gegenübergestellt.
2.3 Symptome in der Finalphase: Das Kapitel beschreibt klinische Anzeichen des Sterbeprozesses wie Bewusstseinsstörungen und Atemveränderungen in der Finalphase.
3 Passive Sterbehilfe als Form der Sterbebegleitung: Dieser Teil erörtert die pflegerischen Herausforderungen und ethischen Fragen bezüglich Schmerzlinderung und Sterbebegleitung im Kontext der passiven Sterbehilfe.
4 Riten und Bräuche aus religiöser Sicht: Das Kapitel thematisiert die Bedeutung von Abschiedsritualen und religiösen Bräuchen für die Angehörigen im Umgang mit dem Tod.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont die Notwendigkeit einer reflektierten pflegerischen Haltung im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer.
Schlüsselwörter
Sterbebegleitung, letzte Lebensphase, Paula, Isabel Allende, Sterbeprozess, Finalphase, Terminalphase, Pflegewissenschaft, Sterbehilfe, Trauer, Rituale, Palliative Fürsorge, Lebensqualität, Angehörigenperspektive, Sterben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der pflegerischen Perspektive auf den Sterbeprozess, basierend auf dem Roman „Paula“ von Isabel Allende.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Phasen der letzten Lebensphase, die Symptome in der Finalphase, ethische Fragen der Sterbebegleitung und religiöse Riten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische und konstruktive Analyse der im Roman beschriebenen Sterbesituation im Kontext pflegewissenschaftlicher Konzepte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die Fachliteratur mit Textbelegen aus dem literarischen Werk verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Differenzierung der Sterbephasen, die Analyse der Sterbedimensionen und die Diskussion ethischer sowie ritueller Aspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sterbebegleitung, Finalphase, Pflegewissenschaft, Sterbedimensionen und der Roman „Paula“.
Wie definiert der Autor die „Rehabilitationsphase“ im Kontext des Romans?
Sie wird als eine Phase beschrieben, in der eine Krankheit als unheilbar eingestuft wird und das Hauptziel die bestmögliche Erhaltung der Lebensqualität ist.
Welche Rolle spielen religiöse Rituale für die Familie in der Erzählung?
Rituale wie das Gebet, das Anzünden von Kerzen oder das Teilen von Liedern dienen als Ausdruck der Trauer und der gemeinsamen Abschiednahme.
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- Anja Luther (Author), 2020, "Paula" von Isabel Allende. Eine Textbewertung aus pflegerischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140840