In Deutschland leben ungefähr 8 Millionen Vegetarier und rund 1,3 Millionen Veganer, die Tendenz ist steigend. Der Essay setzt sich mit der Frage nach den Gründen für den Anstieg dieser Zahlen auseinander und somit mit der aktuellen Debatte zwischen Veganern und omnivoren Essern. Es soll dabei um die Argumentation und Rechtfertigung der Überzeugung der jeweiligen Gruppierungen gehen, indem Gründe und Argumente untersucht werden.
Hauptsächlich aber soll unter philosophischem Blickwinkel des Verhältnisses des Menschen zum Tier analysiert und mithilfe der philosophisch-anthropologischen Schrift „Die Stellung des Menschen im Kosmos“ von Max Scheler herausgefunden werden, inwiefern Veganer und omnivore Esser in ihren jeweiligen Standpunkten zu rechtfertigen sind beziehungsweise wie er das Verhältnis zwischen Mensch und Tier beschreibt. Es soll herausgearbeitet werden, ob der Mensch in höherem Maße ein Lebewesen ist, als Tiere es sind und wenn ja, ob dies rechtfertigt, tierische Produkte zu sich zu nehmen oder drastischer gesagt: Tiere in dem Maße, indem es heutzutage tagtäglich geschieht, zu töten und zu schlachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Gründe für den Anstieg vegetarischer und veganer Lebensweisen
2.2. Rechtliche Rahmenbedingungen und Tierschutz
2.3. Kritische Betrachtung der Massentierhaltung
2.4. Philosophische Anthropologie nach Max Scheler
2.4.1. Stufenmodell der Psyche
2.4.2. Gefühlsdrang als unterste Stufe
2.4.3. Instinkt als zweite Stufe
2.4.4. Assoziatives Gedächtnis als dritte Stufe
2.4.5. Organisch gebundene praktische Intelligenz als vierte Stufe
2.5. Sonderstellung des Menschen und der Geist
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das moralische Verhältnis des Menschen zum Tier unter Einbeziehung der philosophischen Anthropologie von Max Scheler. Ziel ist es zu erörtern, ob der Mensch aufgrund seiner biologischen oder geistigen Überlegenheit berechtigt ist, Tiere als bloße Nutztierressourcen auszubeuten, und wie eine ethisch vertretbare Haltung in Bezug auf vegane und omnivore Ernährungsweisen begründet werden kann.
- Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Debatte zwischen Veganismus und Omnivorismus
- Kritische Beleuchtung der industriellen Massentierhaltung und deren rechtlicher Rahmenbedingungen
- Detaillierte Untersuchung von Max Schelers Stufenmodell der Psyche
- Gegenüberstellung der Fähigkeiten von Pflanzen, Tieren und Menschen
- Herleitung einer ethischen Verantwortung des Menschen gegenüber dem Tier
Auszug aus dem Buch
Die Stellung des Menschen im Kosmos
Ob dieser zweite Begriff, der dem Menschen als solchem eine Sonderstellung gibt, die mit jeder anderen Sonderstellung einer lebendigen Spezies unvergleichbar ist, überhaupt zu Recht bestehe – das ist unser Thema. Er entwickelt ein Stufenmodell der Psyche, in dem er die Kategorie Lebewesen genau definiert. Die Psyche der Lebewesen setze sich nach Scheler aus drei aufeinander aufbauenden Stufen zusammen. Aus dem Gefühlsdrang als der untersten, aus dem Instinkt als der zweiten Stufe, dem assoziativen Gedächtnis als der dritten Stufe sowie der organisch gebundenen praktischen Intelligenz als der vierten Stufe. Die Grenze des Lebendigen falle dabei mit der der Psyche zusammen. Lebewesen seien nicht nur objektiv zu identifizieren, sondern sie besitzen nach Scheler auch ein Fürsich und Innesein. Die unterste Stufe dieses Modells sei der Gefühlsdrang, in der alle Lebewesen Anteile fänden. Diese Stufe gelte als Fundament und sei dadurch die breiteste Stufe, denn alle Lebewesen enthalten Anteile dieses Gefühlsdrangs. Er bezeichne hauptsächlich einen Drang oder Trieb, dem nicht bewusst nachgekommen werde, sondern mechanisch.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Debatte um den Anstieg vegetarischer und veganer Lebensweisen in Deutschland ein und verknüpft diese mit der philosophischen Fragestellung nach der ethischen Legitimation des Fleischkonsums.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Gründe für den Wandel im Ernährungsverhalten, die Diskrepanz zwischen Tierschutzgesetzen und industrieller Praxis sowie das philosophische Stufenmodell von Max Scheler zur Abgrenzung des menschlichen Geistes von tierischen Instinkten.
3. Fazit und Ausblick: Das Fazit zieht den Schluss, dass der menschliche Geist die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Verantwortung begründet, was den brutalen Umgang mit Tieren moralisch unhaltbar macht und ein Überdenken tradierter Verhaltensweisen einfordert.
Schlüsselwörter
Philosophische Anthropologie, Max Scheler, Veganismus, Tierschutz, Massentierhaltung, Gefühlsdrang, Instinkt, Assoziatives Gedächtnis, Praktische Intelligenz, Geist, Sonderstellung des Menschen, Mitgeschöpf, Ethik, Verantwortung, Nutztierhaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Rechtfertigung der Tiernutzung durch den Menschen unter Zuhilfenahme der philosophischen Anthropologie Max Schelers.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die vegane Debatte, Tierschutzgesetzgebung, Massentierhaltung und die philosophische Differenzierung zwischen Mensch und Tier.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob der Mensch aufgrund seiner biologischen und geistigen Konstitution berechtigt ist, Tiere als Nutztiere zu halten und zu töten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philosophische Diskursanalyse, insbesondere durch die Anwendung von Max Schelers Schrift "Die Stellung des Menschen im Kosmos".
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden soziologische Trends, rechtliche Grundlagen, Tierwohl-Aspekte und Schelers Stufenmodell der psychischen Entwicklung detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie philosophische Anthropologie, Tierschutz, Geist, Verantwortung und das Stufenmodell von Scheler geprägt.
Wie unterscheidet Scheler zwischen Mensch und Tier?
Scheler sieht die Sonderstellung des Menschen in der Existenz eines Geistes, der über reine Instinkte und assoziatives Gedächtnis hinausgeht.
Warum spielt die Massentierhaltung in der Arbeit eine Rolle?
Sie dient als konkretes Beispiel für die Fehlinterpretation des Tierschutzgesetzes und die mangelnde ethische Rücksichtnahme auf Tiere als Mitgeschöpfe.
Was bedeutet das Nützlichkeitsprinzip im Kontext der Arbeit?
Scheler kritisiert das Nützlichkeitsprinzip als teleologische Fehlannahme, nach der Tiere lediglich dazu existieren würden, dem Menschen als Ressourcen zu dienen.
Welche Rolle spielt das "Fürsich" und "Innesein" bei Lebewesen?
Diese Begriffe beschreiben laut Scheler, dass Lebewesen über eine innere psychische Qualität verfügen, die ihre Existenz als subjektiv erfahrbar macht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Zum Verhältnis des Menschen zum Tier. Unter Bezugnahme der philosophischen Anthropologie Max Schelers, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140878