Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den wirtschaftsrechtlichen Aspekten des sogenannten Factoring.
Gegenwärtig nimmt Factoring an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung weltweit stark zu. Laut statistischen Daten gab es im Jahr 2018 185 Factoring-Anbieter und 43.830 Factoring-Kunden. Das Umsatzvolumen der deutschen Factoring-Branche aus dem Jahr 2018 betrug 244,3 Milliarden Euro.
Obwohl Factoring keine neue Erfindung ist, war der Begriff Factoring in Deutschland bis zu den späten Fünfzigerjahren unbekannt. Der erste Factoring Vertrag wurde im Jahr 1958 von der Mittelrheinischen Kreditbank Dr. Horbach & Co. FK in Mainz abgeschlossen. Damals erlebte Factoring großen Erfolg in Deutschland, weil viele deutsche Unternehmer unterkapitalisiert waren und sich aufgrund des Factoring-Verhältnisses über den ständigen Bargeldzufluss freuten.
Inhaltsverzeichnis
A. Zum Begriff Factoring
I. Historische Hintergründe
II. Definitionserklärung ,,Factoring‘‘
III. Factoring Ablauf
IV. Funktionen des Factoring
1. Finanzierungsfunktion
2. Dienstleistungsfunktion
3. Delkrederefunktion
V. Arten des Factoring
1. Echtes und unechtes Factoring
2. Offenes und stilles Factoring
3. Andere Erscheinungsformen
B. Praxisbezug: Chancen und Risiken des Factoring am Beispiel des mittelständischen Unternehmens
C. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Factoring als Finanzdienstleistung, definiert dessen rechtliche Rahmenbedingungen und analysiert die verschiedenen Funktionen sowie Ausprägungsformen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Bewertung der Chancen und Risiken für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Hinblick auf Liquiditätssicherung und Risikomanagement.
- Rechtliche Einordnung und gesetzliche Definition des Factoring-Geschäfts
- Die drei zentralen Funktionen: Finanzierung, Dienstleistung und Delkredere
- Differenzierung der Factoring-Arten (echt/unecht, offen/still)
- Chancen und Risiken bei der Anwendung in mittelständischen Unternehmen
- Wirtschaftliche Bedeutung und Liquiditätsoptimierung für KMU
Auszug aus dem Buch
I. Historische Hintergründe
Der Begriff „Factoring“ beruht sich auf dem lateinischen Verb „facere“ und bedeutet tun, handeln, ausüben.9
Der Begriff „Factoring“ ist kein neues Phänomen. Sein historischer Ursprung lässt sich sogar bis zum 3. Jahrhundert v. Chr. Zurückverfolgen.10 Laut Autoren des „Factoring-Handbuchs“ sollen babylonische Händler ihre Forderungen aus Warenverkäufen zu Finanzierungszwecken abgetreten haben.11
Im Mittelalter gab es gleichwohl sog. Kommissionäre bzw. Kommissionagenten, die die Güter im eigenen Namen aber gegen eine fremde Rechnung verkauft haben. In den meisten Fällen wussten die Käufer nicht, wessen Ware sie gekauft haben.12 Diese Agenten übernahmen die vollständige Garantie für Einbringlichkeit, wobei sie für ständige Kontrolle über Ware, Zoll und Hafengebühren, Rechnungen, Kreditgewährung zuständig waren.13 Aufgrund dessen haben sich diese Factoren zu den wichtigsten Finanzierungsinstituten entwickelt, als es noch keine kommerziellen Banken gab.14
Zusammenfassung der Kapitel
A. Zum Begriff Factoring: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Begriffs und definiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Factoring-Geschäfts in Deutschland.
B. Praxisbezug: Chancen und Risiken des Factoring am Beispiel des mittelständischen Unternehmens: Hier wird der Nutzen von Factoring für KMU beleuchtet, insbesondere hinsichtlich der Verbesserung von Liquidität und Rating bei gleichzeitiger Betrachtung der anfallenden Kosten.
C. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Rolle von Factoring als attraktive Finanzierungsform für Unternehmen, die sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren möchten.
Schlüsselwörter
Factoring, Finanzdienstleistung, KWG, Liquidität, Finanzierungsfunktion, Delkrederefunktion, Dienstleistungsfunktion, echtes Factoring, unechtes Factoring, KMU, Forderungsankauf, Debitorenmanagement, Inkasso, Bonitätsrisiko, Zession.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Einordnung von Factoring als Finanzdienstleistung in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die Definition, die historischen Wurzeln, die verschiedenen Funktionen sowie die unterschiedlichen Arten und die praktische Anwendung von Factoring in Unternehmen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, das Factoring als Instrument der Unternehmensfinanzierung zu analysieren und dessen Chancen und Risiken, speziell für den Mittelstand, aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse sowie die Auswertung von Gesetzestexten (insbesondere KWG und BGB) und statistischen Daten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Factoring-Funktionen (Finanzierung, Dienstleistung, Delkredere), die Unterscheidung verschiedener Factoring-Arten und einen praktischen Teil zur Bedeutung für mittelständische Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Factoring, Liquidität, Forderungsankauf, Finanzdienstleistung und Mittelstand geprägt.
Warum ist das Factoring für den Mittelstand so relevant?
Es bietet KMU die Möglichkeit, durch den sofortigen Forderungsverkauf Liquidität zu gewinnen und das Ausfallrisiko zu minimieren, was den Zugang zu externen Finanzmitteln erleichtern kann.
Was unterscheidet das echte vom unechten Factoring?
Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Delkredererisiko vollständig, während dieses beim unechten Factoring beim Unternehmen verbleibt.
Welche Rolle spielt die BaFin beim Factoring?
Da Factoring gemäß § 1 Abs. 1a KWG als Finanzdienstleistung eingestuft wird, unterliegen Factoring-Institute der Aufsicht durch die BaFin und bedürfen einer Erlaubnis.
Gibt es Unternehmen, für die Factoring ungeeignet ist?
Ja, Unternehmen mit sehr kurzfristigen oder unbestimmten Zahlungszielen (z. B. aus dem Einzelhandel oder dem Baugewerbe) profitieren oft weniger oder gar nicht vom Factoring.
- Quote paper
- Denis Tyulenev (Author), 2019, Factoring in Deutschland. Geschichte, Funktion und aktuelle wirtschaftliche Bedeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140983