Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Bösen im Buddhismus. Es soll zunächst untersucht werden, wie der Dämonenglauben entstand und welchen Einfluß er auf die buddhistische Figur des Māra hatte, der das personifizierte Böse darstellt. Māra soll mit einer anderen Personifikation des Bösen verglichen werden, mit Satan. Anhand dieses Vergleiches soll der unterschiedliche Standpunkt des Buddhismus und des Christentums klargemacht werden, aus denen sich diese beiden Symbole des Bösen entwickelten. Die Symbole von denen hier die Rede sein wird, befinden sich im Kontext eines Mythos. Was aber stellt der Mythos dar? Er ist ein überlieferter Bericht, der sich auf Begebenheiten bezieht, die sich am Ursprung der Zeit zugetragen haben sollen. Er soll das menschliche Verhalten ergründen und alle Formen des menschlichen Handelns regeln. Der Mythos soll außerdem die Verbindung des Menschen mit dem Heiligen und Wahren offenbaren. Es wurden Symbolfiguren geschaffen, die Personifikationen des Guten und Bösen darstellen und somit dem Menschen einen Leitfaden zu seinem eigenen Leben bieten. Wie die Figuren des Bösen aussehen und was sie ausmachen, soll im Folgenden erklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Böse und der Dämonenglauben
3. Māra
4. Satan
5. Funktion der Symbole im religiösen Schrifttum
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Bösen im Buddhismus durch eine Analyse der Figur des Māra und vergleicht diese mit dem christlichen Symbol des Satans, um die unterschiedlichen theologischen Standpunkte beider Religionen hinsichtlich des Ursprungs und Wesens des Bösen zu verdeutlichen.
- Entstehung des Dämonenglaubens und dessen Einfluss auf den Buddhismus
- Die mythologische Bedeutung und Funktion von Māra
- Vergleichende Analyse zwischen Māra und Satan als Personifikationen des Bösen
- Untersuchung der Rolle des Mythos als Leitfaden für menschliches Handeln
- Bedeutung von Leiden und Verblendung in der buddhistischen Lehre im Gegensatz zum christlichen Verständnis
Auszug aus dem Buch
2. Das Böse und der Dämonenglauben
Der Religionswissenschaftler und Ethnologe E. B. Tyler entwickelte Ende des 19. Jahrhunderts eine Theorie über den Ursprung von Religionen, wonach er aus dem Glauben an Seelen und Geistern enstanden sein soll (Animismus). Er ging davon aus, dass der „primitive“ Mensch nicht nur Menschen eine Seele zusprach, sondern auch Tieren, Pflanzen und Gegenständen. Im Laufe der Entwicklung habe man sich diese „Seelen“ wohl zunehmend selbstständiger gedacht. Demnach seien der Ursprung und das Wesen der Religion in verallgemeinerten Vorstellungen von Leben und Kraft zu sehen, die zunächst unpersönlich wirken und später personalisiert und handelnd gedacht wurden. Ob dieser Animismus bereits als Religion bezeichnet werden kann ist nicht Gegenstand dieser Arbeit; sicher ist aber, dass er zur Entstehung der Religion beigetragen hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, den Vergleich zwischen Māra und Satan als Personifikationen des Bösen im Kontext ihrer jeweiligen religiösen Mythen zu untersuchen.
2. Das Böse und der Dämonenglauben: Dieses Kapitel erläutert die animistischen Ursprünge des Dämonenglaubens und wie diese Konzepte in buddhistische Vorstellungen von leidvollen Mächten einflossen.
3. Māra: Der Autor analysiert hier die Figur des Māra als personifiziertes Böses, das die Unwissenheit und die Bindung an den Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) repräsentiert.
4. Satan: Hier wird das christliche Pendant analysiert, wobei Satan als gefallener Engel und Widersacher Gottes sowie als Versucher der Menschen dargestellt wird.
5. Funktion der Symbole im religiösen Schrifttum: Dieses abschließende Kapitel setzt beide Figuren in einen vergleichenden Kontext und stellt ihre unterschiedlichen Rollen in Bezug auf die Erlösung des Menschen gegenüber.
Schlüsselwörter
Buddhismus, Christentum, Māra, Satan, Dämonenglauben, Animismus, Mythologie, Personifikation, Böses, Samsara, Leiden, Erlösung, Versuchung, Religion, Verblendung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der religionswissenschaftlichen Untersuchung des Konzepts des Bösen im Buddhismus und dem Vergleich mit dem christlichen Verständnis durch die Symbolfiguren Māra und Satan.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Entstehung des Dämonenglaubens, die Analyse der mythologischen Funktionen von Māra und Satan sowie die Frage nach dem Ursprung des Bösen in beiden Traditionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch den Vergleich der beiden Personifikationen aufzuzeigen, wie unterschiedlich Buddhismus und Christentum das Wesen des Bösen und dessen Überwindung definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende literaturwissenschaftliche und religionsgeschichtliche Analyse angewandt, die sich auf einschlägige Fachliteratur stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Dämonenglauben, die spezifisch buddhistische Interpretation von Māra, die christliche Sicht auf Satan sowie ein abschließender direkter Vergleich beider Symbole dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Buddhismus, Christentum, Māra, Satan, Dämonenglauben, Mythologie und das Problem des Bösen charakterisiert.
Welche Rolle spielt der Animismus für das Verständnis von Māra?
Der Animismus dient als theoretische Grundlage, um zu verstehen, wie volkstümliche Dämonenvorstellungen in die buddhistische Lehre integriert wurden, um das personifizierte Böse greifbarer zu machen.
Warum ist der Vergleich mit Luzifer für das Verständnis von Asuras wichtig?
Der Vergleich verdeutlicht die Parallele zwischen den Asuras als einst guten, dann gefallenen Geistern und der christlichen Tradition des gefallenen Engels Luzifer, was die mythologische Herleitung böser Mächte unterstreicht.
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- Dana Bohlender (Author), 2003, Das Böse im Buddhismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11409