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Der Kriegsheimkehrer als fremder Gast nach Rolf Parr. Eine Analyse am Beispiel des Films „Brothers – Zwischen Brüdern“ von Susanne Bier

Title: Der Kriegsheimkehrer als fremder Gast nach Rolf Parr. Eine Analyse am Beispiel des Films „Brothers – Zwischen Brüdern“ von Susanne Bier

Term Paper , 2021 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Communications - Movies and Television
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Ziel der hier vorliegenden Analyse ist es daher, Parrs filmische Untersuchung weiterzuführen. Es wird der Frage nachgegangen, inwiefern dem Kriegsheimkehrer die Rolle eines (fremden) Gastes zugesprochen werden kann und wie sich dies auf die Sprache des Subjekts auswirkt. Das Phänomen der Gastlichkeit und der Status eines Gastes sind Gegenstand verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen. Es handelt sich um facettenreiche Phänomene, die nach sozialen, politischen und historischen Bedingungen differenziert werden können. Durch die Unbestimmtheit des Gastlichkeitsphänomens, kommt es nach Rolf Parr zur großen Abstraktion der Begrifflichkeit.

Die Analyse beginnt mit einer theoretischen Einführung zur Figur des Kriegsheimkehrers in Literatur und Film als eines fremden Gastes nach Parr. Zunächst geht Parr auf den Status des Rückkehrers als Gast ein. Er entwickelt Handlungsmaxime, die bei einer gescheiterten Heimkehr eintreten können und führt unterschiedliche Szenarien der Rückkehr auf, in der eine Heimkehr auch gelingen kann. Anschließend wird der Film „Brothers – Zwischen Brüdern“ (2004) kurz vorgestellt, um ihn dann hinsichtlich der Figur des Kriegsheimkehrers als eines fremden Gastes zu untersuchen, und zwar mit Fokus auf die damit einhergehende Sprachlosigkeit. Nach dieser Analyse wird ein Fazit gezogen, inwieweit der Figur der Status als (fremder) Gast zugesprochen werden kann.

Die Heimkehr aus dem Krieg stellt eines der ältesten Motive weltliterarischer Traditionen dar. Seit Ende der 1970er Jahre wird ihr eine starke Akzentuierung in der neueren Literatur sowie in Spielfilmen verliehen. Untersuchungen zum Kriegsheimkehrer als fremdem Gast fanden nach Renate Bürner Kotzam bislang nur wenig statt. Einen bedeutenden Forschungsansatz liefert Parr. Er beschäftigt sich mit Überlegungen philosophischer Gastlichkeitsinterpretationen und ihrer Realisierung in Literatur und Film, u.a. mit dem dänischen Film „Brothers – Zwischen Brüdern“ (2004) von Susanne Bier. In dem Film wird ein Familienkonflikt thematisiert, der ausgelöst wird durch die Rückkehr eines traumatisierten Soldaten aus dem Krieg. Parr untersucht den ‚fremden‘ Gast nur auf einer sehr allgemeinen Ebene.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Phänomen der ‚Gastlichkeit‘

2. Der Kriegsheimkehrer als (fremder) Gast in Literatur und Film

3. Analyse der Gastlichkeit. In: „Brothers – Zwischen Brüdern“ (2004), Susanne Bier

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur des Kriegsheimkehrers unter dem Aspekt des Phänomens der „Gastlichkeit“ im Medium Film. Ziel ist es, basierend auf den theoretischen Modellen von Rolf Parr, zu analysieren, inwiefern ein heimkehrender Soldat als „fremder Gast“ im eigenen Zuhause wahrgenommen werden kann und welche Rolle dabei Sprachlosigkeit und Trauma im Prozess der (Re-)Integration in die Familie spielen.

  • Das Konzept der Gastlichkeit als literatur- und filmwissenschaftliches Motiv.
  • Die Figur des Kriegsheimkehrers als „displaced person“ im Schwellenraum.
  • Die Bedeutung von Kommunikation und Sprachlosigkeit für den Heimkehrprozess.
  • Analyse des Films „Brothers – Zwischen Brüdern“ (2004) von Susanne Bier.
  • Wechselwirkungen zwischen Status, Identität und visueller Erzählweise (Kamera/Ton).

Auszug aus dem Buch

2. Der Kriegsheimkehrer als (fremder) Gast in Literatur und Film

Parr beschreibt den typischen Kriegsheimkehrer in der Literatur und im Film als eine „displaced person“, die ihr Leben in einem fremden Land riskiert und in die Heimat häufig zunächst als fremder Gast zurückkehrt, wodurch eine von dem Normalfall abweichende, verschobene und mit Friktion behaftete Gastlichkeitssituation entsteht. Der Heimkehrer befindet sich dann in einer Art „Schwellenraum“, ist zunächst zwischen Fremden und Heimischen platziert.

Aus Sicht ihrer Frauen, Kinder, Geschwister, Eltern stehen Kriegsheimkehrer selbst dann, wenn ihre Rückkehr angekündigt ist, letztlich doch immer unerwartet auf der Schwelle und werden bestenfalls als Gäste aufgenommen, das heißt aber als Fremde, über deren endgültigen Status man sich noch nicht recht im Klaren ist. Dabei erscheinen die Kriegsheimkehrer als umso fremder, ja geradezu unheimlicher, je länger sie schweigen.

Ein mit dieser Rückkehr oftmals einhergehendes Problem in Spiel- und Fernsehfilmen stellt das Phänomen der Sprachlosigkeit dar. Der Kriegsheimkehrer wird bei seiner Ankunft häufig mit Situationen des „Sprechen-Müssens“, „Nicht-Sprechen-Dürfens“ und „Nicht-Sprechen-Wollens“ konfrontiert. Nach Parr trägt er eine Art „Black box“ mit sich herum, deren Inhalt nur er kennt und der für Außenstehende schwer zugänglich ist. Eine Öffnung des Subjekts stellt nach Parr die wichtigste Voraussetzung einer erfolgreichen Heimkehr dar. Denn wechselseitiges Erzählen zwischen Gast und Gastgeber dient der Einschätzung von Gefahren, die potentiell mit der gastlichen Aufnahme verbunden sein können. Parr schlägt vor, dass Kriegsrückkehrer ab dem Zeitpunkt der Ankunft in ihren Familien einen Entfremdungsprozess durchlaufen sollten, damit Fremdheit in Vertrautheit, Anderes in Eigenes und Alterität in Identität zurücküberführt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Phänomen der ‚Gastlichkeit‘: Einführung in das wissenschaftliche Konzept der Gastlichkeit und dessen Relevanz für literarische und filmische Motive, insbesondere im Kontext von Heimkehr und Fremdheit.

2. Der Kriegsheimkehrer als (fremder) Gast in Literatur und Film: Theoretische Herleitung des Status des Kriegsheimkehrers als „fremder Gast“ anhand von Parrs Handlungsmaximen und der Problematik der sprachlichen Kommunikation bei der Rückkehr.

3. Analyse der Gastlichkeit. In: „Brothers – Zwischen Brüdern“ (2004), Susanne Bier: Anwendung der theoretischen Konzepte auf Susanne Biers Film unter besonderer Berücksichtigung der Rollenverteilung zwischen den Brüdern Michael und Jannik sowie der filmästhetischen Darstellung des Entfremdungsprozesses.

4. Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Untersuchungsergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit weiterführender Forschung in der Gastlichkeitsdebatte.

Schlüsselwörter

Gastlichkeit, Kriegsheimkehrer, Filmwissenschaft, Brothers – Zwischen Brüdern, Trauma, Sprachlosigkeit, Entfremdung, Schwellenraum, Identität, Narrative Alterität, Susanne Bier, Rolf Parr, Familienkonflikt, Mediale Darstellung, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gastlichkeit am Beispiel von Kriegsheimkehrern in Literatur und Film, mit einem spezifischen Fokus auf den Film „Brothers – Zwischen Brüdern“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die soziale Entfremdung nach Kriegseinsätzen, die Rolle der Sprache (bzw. Sprachlosigkeit) für die Reintegration in die Familie und die theoretische Konzeptualisierung des Rückkehrers als „fremder Gast“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern einem Kriegsheimkehrer die Rolle eines „fremden Gastes“ zugeschrieben werden kann und wie sich dieser Status auf die sprachliche und emotionale Kommunikation innerhalb seiner Familie auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der Theorien von Rolf Parr zur Gastlichkeit und wendet diese methodisch auf die filmische Erzählstruktur von Susanne Biers Werk an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Figur des Kriegsheimkehrers als „fremdem Gast“ und eine detaillierte Analyse der Gastlichkeit im Film „Brothers – Zwischen Brüdern“ unter Einbeziehung filmästhetischer Mittel.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gastlichkeit, Entfremdung, Sprachlosigkeit, Kriegstrauma, Schwellenraum und narrative Alterität charakterisiert.

Warum ist die „Sprachlosigkeit“ im Film ein zentraler Aspekt der Analyse?

Die Sprachlosigkeit des Protagonisten dient als Barriere, die den Entfremdungsprozess verstärkt; die Unfähigkeit, über traumatische Kriegserlebnisse zu sprechen, verhindert die Rückkehr in den Status als Familienmitglied und zementiert die Rolle als „fremder Gast“.

Wie trägt der „chiastische Positionstausch“ zum Verständnis des Films bei?

Das Konzept beschreibt, wie die Brüder ihre Rollen vertauschen: Der vormals „schwarze Schaf“ Jannik übernimmt fürsorgliche Funktionen, während der Soldat Michael durch seine Kriegserlebnisse und sein Trauma in eine aggressive, entfremdete Gastrolle gedrängt wird.

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Details

Title
Der Kriegsheimkehrer als fremder Gast nach Rolf Parr. Eine Analyse am Beispiel des Films „Brothers – Zwischen Brüdern“ von Susanne Bier
College
University of Duisburg-Essen  (Germanistik)
Course
Literatur und Medien nach 1945
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
14
Catalog Number
V1141133
ISBN (eBook)
9783346522139
ISBN (Book)
9783346522146
Language
German
Tags
Kriegsheimkehrer fremder Gast Brothers – Zwischen Brüdern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Der Kriegsheimkehrer als fremder Gast nach Rolf Parr. Eine Analyse am Beispiel des Films „Brothers – Zwischen Brüdern“ von Susanne Bier, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1141133
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