Im Lehrplan für die Grundschulen in Bayern von 2000 gibt es im Bereich 4.2 Ich und meine Erfahrungen den Unterpunkt 4.2.1 Die Entwicklung des Menschen. Darin geht es unter Anderem ausdrücklich um das Mitteilen von Gefühlen in Worten, Gestik und Mimik.
Die Schüler sollen eigene und die Gefühle von anderen wahrnehmen und richtig darauf reagieren können. Durch die Auseinandersetzung im szenischen Darstellen wird den Kindern die Möglichkeit zum Probieren gegeben.
Die Pubertät erzeugt viele Unsicherheiten, auch auf Gefühlsebene. Durch das Thematisieren der seelischen Veränderungen gewinnen die Schüler zunehmend mehr Sicherheit im Ungang mit sich selbst und den anderen und entwickeln mehr Selbstvertrauen.
Insgesamt soll es den Kindern ermöglicht werden, ihre soziale Umwelt zu erschließen und ihre Identität- und Persönlichkeit auszubilden. Die Schüler sollen verantwortungsbewusstes Handeln für die Gesellschaft einüben und so bestimmte Werte erfahren.
Inhaltsverzeichnis
1. Zur Sache
1.1 Wie ist die Sache legitimiert?
1.2 Sachanalyse
2. Der Schüler
2.1 Klassensituation
2.2 Analyse der Lernvoraussetzungen
2.3 Bedeutung des Lerngegenstands für die Schüler
3. Methodisch-didaktischer Kommentar
4. Zielsetzung
5. Einordnung in die Sequenz
6. Literatur
7. Unterrichtsverlauf
8. Geplantes Tafelbild
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Unterrichtsvorbereitung verfolgt das primäre Ziel, Grundschülern der vierten Jahrgangsstufe die Kompetenz zu vermitteln, Gefühle bei sich selbst und anderen bewusst wahrzunehmen, zu benennen und angemessen auszudrücken. Durch die Auseinandersetzung mit nonverbalen Ausdrucksformen wie Mimik und Gestik sowie die Verbalisierung persönlicher Erlebnisse sollen die Kinder in ihrer Identitätsbildung unterstützt und im Umgang mit pubertätsbedingten Gefühlsschwankungen gestärkt werden.
- Wahrnehmung und Benennung eigener sowie fremder Gefühle
- Bedeutung von Mimik und Gestik als Kommunikationsmittel
- Strukturierung von Emotionen in angenehme und unangenehme Kategorien
- Förderung der Ausdrucksfähigkeit durch szenisches Spiel
Auszug aus dem Buch
1.2 Sachanalyse
Ein Gefühl ist ein Grundphänomen des individuellen, subjektiven Erlebens einer Erregung oder Beruhigung. Gefühle sind Erlebnisse wie Freude, Liebe, Trauer, Ärger, Zorn, Aggression, Besorgnis, etc. Das Gefühl hängt eng mit der Tätigkeit des vegetativen Nervensystems zusammen, die physiologischen Begleiterscheinungen sind hierbei z.B. Änderungen der Puls- und Atemfrequenz oder des Volumens einzelner Organbereiche.
„Im Laufe seiner Entwicklung muss sich jeder Mensch fortwährend – ob bewusst oder unbewusst- mit den Gefühlen und Wahrnehmungen sowie dem Denken der eigenen Person als auch anderer Personen auseinandersetzen. Da wir die Gefühle und Wahrnehmungen unserer Mitmenschen nie direkt erleben können, sind wir darauf angewiesen, dass sie uns mitgeteilt werden. Von Natur aus sind uns Mimik und Gestik als die wichtigsten und nur bedingt beeinflussbaren Informanten gegeben. So sind wir in der Lage, die geringsten Veränderungen im Gesichtsausdruck eines Menschen zu registrieren, daraus Schlüsse über seine Gefühle und Absichten zu ziehen und unser Verhalten darauf abzustimmen.“
Schon in der Grundschule stehen die Kinder aber auch immer vor der Frage, „ob sie in der jeweiligen Situation das eigene Erleben und Fühlen ehrlich zum Ausdruck bringen dürfen oder ob es nicht doch besser wäre, seine Gefühle zu unterdrücken oder zu überspielen. Gerade Kindern der vierten Jahrgangsstufe, die sich mit körperlichen und seelischen Veränderungen zu Beginn der Pubertät auseinander setzen, muss Mut gemacht werden, ihrem tatsächlichen Wahrnehmen und Fühlen Beachtung zu schenken und mit ihren Gefühlen verantwortungsbewusst umzugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zur Sache: In diesem Kapitel wird die curriculare Legitimation der Thematik im bayerischen Lehrplan dargelegt und eine wissenschaftliche Sachanalyse zum Begriff des Gefühls sowie dessen physiologischer Bedeutung vorgenommen.
2. Der Schüler: Es werden die Klassensituation, die individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder sowie die spezifische Bedeutung der Thematik für die Schüler der vierten Klasse beleuchtet.
3. Methodisch-didaktischer Kommentar: Dieser Abschnitt erläutert die methodischen Entscheidungen, den Stundenaufbau und die didaktische Begründung für den Einsatz von Bildern, Partnerarbeit und szenischem Spiel.
4. Zielsetzung: Hier werden das übergeordnete Grobziel sowie die konkreten Feinziele für die Unterrichtsstunde präzise formuliert.
5. Einordnung in die Sequenz: Dieses Kapitel zeigt die strukturelle Einbettung der Unterrichtsstunde in eine umfassende Themenreihe zum Bereich der menschlichen Entwicklung und Identität.
6. Literatur: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die Unterrichtsvorbereitung.
7. Unterrichtsverlauf: Detaillierte tabellarische Darstellung des zeitlichen Ablaufs, inklusive der geplanten Sozialformen und didaktischen Kommentare.
8. Geplantes Tafelbild: Grafische Skizze des angestrebten Tafelbildes zur Unterstützung des Lernprozesses.
Schlüsselwörter
Gefühle, Sachunterricht, Pubertät, Mimik, Gestik, Emotionen, soziale Kompetenz, Identitätsbildung, Verbalisierung, Grundschule, Unterrichtsvorbereitung, Wahrnehmung, Kommunikation, Rollenspiel, Persönlichkeitsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt eine detaillierte Unterrichtsvorbereitung für den Heimat- und Sachunterricht einer vierten Klasse dar, die sich mit dem Erkennen und Mitteilen von Gefühlen befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die emotionale Kompetenz, der bewusste Umgang mit Körpersprache (Mimik/Gestik) und die Vorbereitung auf Herausforderungen der Pubertät.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Hauptziel ist es, dass die Schüler lernen, ihre eigenen Gefühle sowie die anderer Personen korrekt wahrzunehmen, zu benennen und diese offen zu kommunizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer sachanalytischen Fundierung der Emotionspsychologie, verbunden mit didaktischen Methoden der Grundschulpädagogik wie szenischem Spiel und strukturierter Partnerarbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Sachanalyse, die Analyse der Lernvoraussetzungen, den methodisch-didaktischen Kommentar sowie den detaillierten Unterrichtsverlauf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Gefühle, Sachunterricht, Pubertät, emotionale Kompetenz, Körpersprache und Persönlichkeitsbildung.
Welche Rolle spielt das szenische Spiel in der Stunde?
Das szenische Spiel dient als praktisches Übungsfeld, um Gefühle in verschiedenen Alltagssituationen nonverbal darzustellen und dadurch die Empathie sowie die Ausdrucksfähigkeit der Kinder zu fördern.
Warum ist die Thematik gerade in der vierten Jahrgangsstufe wichtig?
In dieser Altersstufe beginnen erste körperliche und seelische Veränderungen durch die Pubertät, weshalb ein bewusster Umgang mit Emotionen und die Stärkung des Selbstbewusstseins besonders relevant sind.
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- Andrea Fischer (Author), 2006, Unterrichtsstunde: Gefühle erkennen und mitteilen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114138