>Verständlich schreiben< lernen

Sprachtraining für Studenten, Absolventen und Berufsanfänger


Fachbuch, 2008

82 Seiten, Note: "-"


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Sprache – ein Mittel zum Zweck
Ökonomisch schreiben

2. Sprachgefühl entwickeln
Sprachgefühl und Intuition
Sprache ist nicht logisch
Übung A: Wie steht es mit ihrem Sprachgefühl?
Überflüssiges weglassen
Präzise schreiben, Gefühle richtig benennen
Übung B: Gefühle und Sprache – Synonyme finden

3. Leicht verständliche Sätze bilden
Wortstellung
Schachtelsatz
Eingeschobene Sätze
Das Komma
Was heißt verständlich schreiben?
Übung C: Verständlich schreiben

4. Das falsche Wort
Zeitfenster
Kultur
(sich) entwickeln
Kernkompetenz
Wir haben die Wahl
Übung D: Das richtige Wort finden - Gegensätze

5. Adjektive
Abgegriffene und überflüssige Adjektive
Echte Adjektive
Übung E: Richtig, falsch, überflüssig

6. Indikativ und Konjunktiv
Direkte und indirekte Rede
Unterscheidung Konjunktiv I und II
Würde-Form

7. Altmodisches, Aktuelles, Neumodisches
Die gehobene Sprache
Moden
Modewörter

8. Juristendeutsch
Haben Juristen eine eigenständige Sprache?
Beispiel aus der Straßenverkehrsordnung (Übung)
Sprache der Juristen: Ungenau und unverständlich
Was Anwälte so schreiben und für „Deutsch“ halten:
Übung F: Arbeitsvertrag in verständliches Deutsch bringen

9. Bewerbungsbriefe schreiben
Positive Gefühle auslösen
Beispiel: Bewerbung auf eine Stellenanzeige
Negative Beispiele
Was nicht so gut ankommt
Hauptwörterstil vermeiden
Übung G: Die beste Formulierung finden

10. Arbeitszeugnis: Wie man für sich selbst einen Entwurf formuliert
Was ist ein gutes Arbeitszeugnis?
Was im Zeugnis beurteilt wird
Die Sprache im Arbeitszeugnis
- Codierte Zeugnissprache
- Der ökonomische Schreibstil
- Was es zu vermeiden gilt
- Missglückte Formulierungen
- Mehr Verben, weniger Substantive
Übung H: Arbeitszeugnis-Entwurf schreiben

11. Abschlussübung: Was stimmt nicht?

12. Lösungen zu den Übungen

Literatur

Einleitung

Gut schreiben zu können ist und bleibt eine wichtige Voraussetzung für den beruflichen Erfolg.

Die meisten Studenten in Deutschland können nicht verständlich schreiben, sagte der Sprachwissenschaftler Hans Krings von der Universität Bremen in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Deutschland brauche für seine Wirtschaft nicht nur Ingenieure und Naturwissenschaftler, sondern auch Mitarbeiter, „die wirklich verständlich schreiben können. Und das Bildungssystem trägt wenig dazu bei, die Fähigkeit zum verständlichen Schreiben auszubilden.“ Für das Fortkommen, so Hans Krings, sei das Schreiben in fast allen Berufen von großer Bedeutung und ein Schlüssel für die erfolgreiche Tätigkeit.

Doch es sind nicht nur Studenten oder Hochschulabsolventen, die verquaste Sätze schreiben. Auch Professoren formulieren Texte, die sich anhören wie offizielle Verlautbarungen, wie der Politik-Wissenschaftler Dietmar Herz in einer Reportage über Afghanistan (Süddeutsche Zeitung Magazin 30. 5. 08). Hier ein paar Sätze:

- Auf dem Rollfeld stehen die in der deutschen Diskussion wohlbekannten sechs Tornados der Bundeswehr. (Flugzeuge sind nicht „wohlbekannt)
- Der Flug nach Faisabad verläuft kurz, aber turbulent (warum „aber“?)
- Der Auftrag der Bundeswehr lautet, die Afghanen bei Schaffung und Erhalt von Sicherheit zu unterstützen. (Bürokratendeutsch!)
- Das zentrale Anliegen der ISAF sei die Herstellung und Gewährleistung von Sicherheit.

Eine solche Formulierung kommt sicher von offiziellen Stellen. Ein Journalist hätte das anders formuliert: ISAF hat den Auftrag, dafür zu sorgen, dass es im Land sicherer wird und auch bleibt.

Wer keinen Ehrgeiz hat, bessere Sätze als bisher zu formulieren, sollte sich mit dieser Lektüre nicht abgeben. Wer aber den Ehrgeiz hat, beruflich voranzukommen, sollte sich die Sache mit der Sprache noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Wer andere überzeugen will, muss wirkungsvolle Sätze formen. Wer seine Gedanken zu Papier bringt, muss sich so ausdrücken, dass er auf Anhieb verstanden wird. Wer Leser und Zuhörer für sich einnehmen möchte, muss die Gefühle ansprechen, in Bildern sprechen und anschaulich formulieren. Auch intelligente Leute tun sich damit schwer. Man muss nicht gleich den Anspruch haben, wie Arthur Schopenhauer oder Heinrich Heine schreiben zu können. Doch sich verständlich und präzise auszudrücken, kann man lernen.

Übers Fernsehen lässt sich das Sprachgefühl nicht entwickeln. In den Nachrichten ist die Rede von „Kampfhandlungen“, obwohl „Krieg“ gemeint ist, der in diesem oder jenem Land tobt. Im Wetterbericht begnügt man sich nicht mit dem einfachen Ausdruck „Wetter“ oder „Nebel“. Es muss schon ein Wettergeschehen oder Nebelfelder sein. Oder der Pressesprecher des Landesarbeitsgericht Chemnitz: „Streikmaßnahmen sind uneingeschränkt möglich.“

Fußballspieler glänzen selten mit geschliffenen Sätzen, eher schon damit, dass sie den „Ball flach halten“ und Tore schießen. Polizeibeamte formulieren im Fernsehen so lebendig wie sie es auch im Vernehmungsprotokoll tun. Ein Polizeioffizier auf die Frage, warum die scharfen Sicherheitsmaßnahmen beim EU-Gipfel in Heiligendamm notwendig gewesen wären: „... um den Gipfel in seiner Durchführung zu gewährleisten.“

Politiker reden vor Ort, dass sie bereits „im Vorfeld“ auf das Problem hingewiesen und sich die Fronten jetzt verhärtet hätten. Die Opposition wirft der Regierung vor, sie hätten ihre „Hausaufgaben nicht gemacht und das Problem „zeitnah“ gelöst werden müsse.

Manager reden gerne von „Talsohlen, die sie durchschritten“ hätten und von „Verkrustungen“, die sie aufbrechen mussten, um „zukunftsfähige Strukturen“ zu schaffen. Das Portfolie hätten sie „zu Gunsten ihrer Kunden“ ausgebaut. Dabei stehe der Mensch immer im Fokus.

Zugegeben: Wir sind alle nicht perfekt im Umgang mit unserer Muttersprache. Wir planen im voraus, sprechen von anderen Alternativen, eigenhändiger Unterschrift, Rückantwort und Zukunftsprognose. Aber wir arbeiten daran.

Viele sind schon dabei, Doppelungen zu vermeiden und sich kürzer auszudrücken. Sie schreiben nicht mehr: „Die Reklamationsrate ist zu hoch und muss unbedingt abgesenkt werden“, sondern „... muss unbedingt gesenkt werden.“ Manche folgen der englischen Grammatik. Sie sagen nicht: „Ich rufe Sie wieder an“, sondern knapper: Ich rufe Sie zurück (I call you back). Man spart ein Wort, der Anfang ist gemacht. Das lässt sich steigern. Sie sagen nicht: „Ich kann mich nicht daran erinnern“, sondern: „Ich erinnere das nicht“ (I can´t remember that). In diesem Fall werden zwei Wörter eingespart. Wer „gespart“ schreibt, spart noch eine Silbe. Wenn das nicht ökonomisch ist.

1. Sprache – ein Mittel zum Zweck

Sprache hat zu tun mit Handlung, mit Werten, mit Gefühlen und mit der Wirkung: Wer eine Wirkung erzielen und ein bestimmtes Ziel erreichen will, muss die Gefühle ansprechen, muss appellieren.

Wenn ein Vorstandsvorsitzender im Geschäftsbericht die Aktionäre über den Geschäftsverlauf informiert, will er das Unternehmen in einem günstigen Licht darstellen und die Aktionäre davon überzeugen, dass sie ihr Geld gut angelegt haben, weil das Unternehmen alles getan habe, um sich im Wettbewerb zu behaupten und auch in Zukunft eine optimale Rendite erwirtschaften werde. Der Chef des Unternehmens und der Vorsitzende des Aufsichtsrats wollen mit den Informationen im Geschäftsbericht Zuversicht verbreiten und um Vertrauen werben. Das hat viel mit Gefühlen zu tun. Je größer das Vertrauen der Aktionäre in die Ertragskraft des Unternehmens ist, desto höher die Nachfrage nach den Aktien.

Kommunikation hat nicht nur den Zweck auszudrücken, was ist, sondern auch, was sein soll. Mit dem, was ich sage, möchte ich etwas erreichen, bewirken, zum Beispiel jemand trösten, aufmuntern, begeistern, ihn dazu bewegen, bestimmte Dinge zu tun oder zu unterlassen. Wir wollen mit dem Appell Einfluss nehmen, überzeugen, beruhigen oder Ängste überwinden. Ob ein schriftlicher Appell das richtige Mittel zur Lösung von Problemen ist, darf man bezweifeln. Wer als Chef Mitarbeiter begeistern oder eine Verhaltensänderung erreichen will, wird die Grenzen der schriftlichen Kommunikation schnell erreichen. Wie bei der mündlichen Rede muss der Sender bei der schriftlichen Kommunikation die Gefühle ansprechen:

Wir können so nicht weitermachen. Es muss sich etwas ändern. Ich brauche ihre Hilfe. Machen Sie mit.

Wir können positive und negative Gefühle auslösen. Wir können durch Sprache Geringschätzung oder Wertschätzung ausdrücken, Lob und Tadel.

Stil ist kein Selbstzweck, sondern stets ein Mittel zum Zweck. Mit dem, was wir schreiben verbinden wir eine bestimmte Absicht. Man spricht auch von der kommunikativen Kraft des Textes.

Ökonomisch schreiben

Mitarbeiter mit anspruchsvollen Aufgaben und Führungskräfte formulieren Angebote, entwerfen Verträge und informieren Aktionäre, Betriebsräte und Mitarbeiter, schreiben Abmahnungen, Kündigungen, Einladungen, Absagebriefe und Arbeitszeugnisse. Sie halten Kurzvorträge, leiten Besprechungen, führen Gespräche mit Mitarbeitern und wollen andere in Präsentationen von ihren Ideen überzeugen.

Korrektes Deutsch zu schreiben und zu sprechen ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Es gibt keine übergeordnete Instanz, die entscheidet, was gutes Deutsch ist, auch nicht die Duden-Redaktion.

Wie soll man formulieren? Kurze Sätze, präzise, anschaulich und verständlich. Das spart Zeit und Geld. Kann man das lernen? Ja, man kann sich auch in der Sprache disziplinieren und aus ausladenden Texten leicht lesbare Sätze bilden. Dieses Buch unterstützt den Leser, sein Sprachgefühl zu schärfen und seine Ausdrucksfähigkeit zu verbessern. Der bewusste Umgang mit der Sprache steigert das Selbstwertgefühl und die Souveränität. Wer präzise formulieren kann, macht einen guten Eindruck und empfiehlt sich für qualifizierte Aufgaben.

Der Text muss auch logisch aufgebaut und gegliedert sein. Kurze, verständliche Sätze entsprechen eher einem ökonomischen Sprachstil als weitschweifende Formulierungen mit vielen Substantiven. Bandwurmsätze machen einen Text holprig und schwer lesbar. Sätze mit vielen Verben dagegen machen den Ausdruck lebendiger und anschaulicher. Es ist dieser furchtbare Nominalstil, dieses Papierdeutsch, das nicht nur in den Amtsstuben grassiert, sondern auch in den Chefetagen der Wirtschaft.

Ökonomisch formulieren heißt auch, Überflüssiges weglassen. Alles, was der Leser schon weiß, kann man weglassen und auch das, was er nicht wissen muss. Ökonomisch schreiben bedeutet, sprachlich und sachlich knapp formulieren, das richtige Wort finden, wenig Adjektive und Substantive verwenden und anschaulich schreiben: bildhaft, emotional, konkret.

Wer sich präzise, elegant und klar ausdrücken kann, macht Eindruck. Wer treffend formulieren kann, ist im Vorteil. Wer seine Gedanken und Gefühle geschliffen zu Papier bringen kann, qualifiziert sich für höhere Aufgaben. Dazu gehört beispielsweise themenzentriert formulieren zu können. Das Thema einer Besprechung, Tagung oder eines Workshops soll positiv und themenbezogen formuliert sein. Wer zu einer dienstliche Besprechung einlädt, um über das Thema „Reklamationen“ zu sprechen, sollte schon beim Thema sagen, worum es ihm dabei geht: „Wir wollen über das Thema „Reklamationen“ diskutieren, und dann präziser: Wie können wir die Reklamationsrate senken und die Kundenzufriedenheit steigern?“

„Man kann die Umgangssprache nicht kurzerhand kopieren; nur die lebendige Form, den abwechslungsreichen Ausdruck, den natürlichen Ton sollen wir von ihr lernen“ (Ludwig Reiners).

Sprache hat viel mit Gefühl zu tun. Manche Manager halten nicht nur Distanz zu ihren Mitarbeitern, sondern auch zu ihren eigenen Gefühlen. Und je mehr Distanz sie halten, desto abstrakter wird ihre Sprache.

Nach Kapiteln, Abschnitten, Absätze, aber auch durch Satzzeichen: Punkt, Komma, Semikolon. Beim Sprechen sind es die Pausen, die Betonung, die Lautstärke.

Geschriebenes lässt sich unterstreichen, hervorheben (fett) oder durch Sperrung markieren.

Ökonomisch schreiben bedeutet auch, das richtige Wort finden, wenig Adjektive und Substantive verwenden und anschaulich schreiben: bildhaft, emotional, konkret. „Stilistisch gut ist, was übersichtlich und sprachökonomisch formuliert ist.“ (Ludwig Reiners)

Die ökonomische Variante der Sprache beschäftigt sich weniger mit der Grammatik (wird vorausgesetzt) und auch nicht mit der Schönheit eines Satzes, sondern damit, ob der Text seinen Leser erreicht. Das bedeutet: Der Text muss verständlich und wirkungsvoll sein. Auf Wörter, die schmückendes Beiwerk sind, wird verzichtet. Die Sprache ist nüchtern, sachlich, schnörkellos und leicht zu lesen. Man spart Zeit, kommt schnell zur Sache. Wer einfache Sätze schreibt, hat auch die Gewissheit, dass er, seine Sache, sein Problem verstanden wird.

Der Text liefert Informationen für Entscheidungen oder beeinflusst das Käuferverhalten durch Gefühle, die durch Sprache angesprochen werden.

2. Sprachgefühl entwickeln

Sprachgefühl und Intuition

Wir wissen alle, was Gefühle sind. Freude, Trauer, Wut, Begeisterung. Aber was ist gemeint mit dem Wort „Sprachgefühl“? Ein Gefühl dafür haben, was in einer Sprache richtig oder falsch ist? Ja. Aber braucht man dazu überhaupt „Gefühl“, oder kann man das lernen wie Mathematik oder Geografie?

Die Neurowissenschaftlerin Angela Frederice vom Max-Planck-Institut in Leipzig vertritt in Anlehnung an Noam Chomsky die Auffassung, dass im menschlichen Gehirn eine angeborene Universalgrammatik festgeschrieben sei, genauer gesagt die Fähigkeit, ein solches Regelsystem zu lernen. Diese bislang unbewiesene These sei durch etliche Indizien gestützt. Die Leipziger Forscher haben ihre Studien auf Kinder ausgeweitet und konnten dabei beobachten, wie sich die richtige grammatische Struktur nach und nach entwickelt. Erste Untersuchungen brachten erstaunliche Ergebnisse. Die Gehirne von Fünfjährigen konnten bereits die korrekte grammatische Struktur eines Satzes bestimmen. Das junge Gehirn vollendet offenbar im achten Lebensjahr seine grammatische Entwicklung. Offenbar lernen wir Sprechen wie Schwimmen oder Fahrrad fahren. Das Erlernte läuft dann unbewusst ab (www.cbs.mpg.de/institute/foco/grammar).

Richtiges, grammatikalisch einwandfreies Deutsch zu schreiben, lernen wir in der Schule. Doch korrekt zu schreiben ist noch kein guter Stil.

„Will ein Unternehmen etwas erreichen, muss das, was erreicht werden soll, also die Unternehmensziele, denjenigen, die an ihrer Erreichung arbeiten, bekannt sein.“

Dieser Satz eines Personalvorstandes ist von der Grammatik her korrekt: Was der Schreiber ausdrücken wollte, ist sehr umständlich formuliert, mit zu vielen Worten und nicht ökonomisch. Das hätte man kürzer und zeitsparender schreiben können: „Die Mitarbeiter müssen die Unternehmensziele kennen.“

Es muss um mehr gehen als um korrektes Deutsch, wenn wir von Sprachgefühl reden. Das hat etwas zu tun, mit dem Gespür für das richtige Wort und den Satzbau, wie man etwas verständlich, präzise, knapp und anschaulich ausdrückt. Wir können unser Sprachgefühl entwickeln, schärfen und verfeinern.

Wir wissen mehr als wir zu sagen wissen. Muttersprachler sind in der Lage spontan zu sagen, ob ein Satz grammatisch korrekt und idiomatischrichtig ist, aber nur wenige können erklären, warum das so ist.

Wer ein gutes Sprachgefühl besitzt, der weiß intuitiv, was in einer Sprache richtig oder falsch ist. Intuition beruht auf Erfahrungswissen. Das gilt auch für das Sprachgefühl. Grammatik ist Wissen, Sprachgebrauch ist Erfahrung. Das Sprachgefühl ist ein Bauchgefühl. Es ist umso ausgeprägter, je mehr Erfahrung jemand auf dem Gebiet „Sprache“ besitzt.

Der Psychologe Gerd Gigerenzer, Leiter des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, beschäftigt sich seit zehn Jahren mit Intuition (Bauchentscheidungen, 2007). Er schreibt, dass ein Großteil unseres geistigen Lebens sich unbewusst vollziehe und auf Prozessen beruhe, die nichts mit Logik zu tun haben. Er spricht von Bauchgefühlen, Intuitionen und der „Intelligenz des Unbewussten: Ohne zu denken wissen wir, welche Regel in welcher Situation vermutlich funktioniert.“

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (25.8.07) sagt er: „Erst einmal sind sie (die Faustregeln) blitzschnell im Bewusstsein. Man weiß, was zu tun ist, ohne die Gründe dafür zu kennen. Ihnen liegen aber nicht nur Erfahrung, sondern auch einfache Faustregeln zugrunde, etwa „Wähle, was du kennst, imitiere den Erfolgreichen, vertraue einem einzigen Grund und ignoriere alle anderen.“

Diese „Faustregeln“ sind für die Entstehung von Intuition verantwortlich. Sie sind nicht nur im Gehirn, sondern auch in der Umwelt verankert. Ein Bauchgefühl ist weder gut noch schlecht, rational oder irrational. Sein Wert hängt von dem Kontext ab, in dem die Faustregel verwendet wird.

Der Münchner Hirnforscher Ernst Pöppel (Zum Entscheiden geboren, 2008) unterscheidet drei Formen des Wissens. Neben dem sprachlichen und bildlichen Wissen nennt er das „intuitive Wissen“ oder das „stumme Wissen“, das sprachlich nicht verfügbar, aber deshalb nicht irrational sei, sondern mit einer eigenen Logik. Das intuitive Wissen, so Pöppel, funktioniere um so besser, „je reicher die Arbeitsplattform unseres Geistes ist, die mit Wissen aus frühesten Zeiten ausgestattet wird.“

Der Bremer Hirnforscher Gerhard Roth wurde in einem Interview (Gehirn&Geist 11/2007) nach dem intuitiven Wissen gefragt:

Ein hilfreicher Ansatz, das wurde auch empirisch nachgewiesen, besagt: Wäge zunächst ausgiebig rational ab und lass die Sache dann einige Zeit ruhen. Fühlt sich die gewählte Option immer noch gut an, tu es! Die Wahl, die wir am Ende treffen, ist immer emotional – es gibt ja eigentlich gar keine rationale Entscheidungen, nur rationale Erwägungen.

Haben Sie ein gutes Sprachgefühl? Der folgende Satz ist grammatikalisch nicht zu beanstanden. Aber das Sprachgefühl sagt einem: Irgendetwas stimmt nicht. Was ist das? Der Satz lautet:

Eine faire Behandlung steht im Einklang mit den üblichen Gepflogenheiten.

Die Antwort ist dann einfacher, wenn die Frage präziser formuliert wird: Welches Wort ist überflüssig? „die üblichen Gepflogenheiten“, das Übliche eben, die Gepflogenheiten.

Es muss um mehr gehen als um korrektes Deutsch, wenn wir von Sprachgefühl reden. Das hat etwas mit Intuition zu tun, mit einem Gespür für das richtige Wort und den Satzbau, wie man etwas verständlich, präzise, knapp und anschaulich ausdrückt. Und wer Sprachgefühl hat, kann es entwickeln und verbessern, wenn er will. Das ist unser Thema.

Sprache ist nicht logisch

Ein Buchmacher macht bekanntlich keine Bücher, sondern nimmt Wetten an; ein Walfisch ist kein Fisch, sondern ein Säugetier, was auch Laien wissen. Das Gegenteil von Ruhe ist die Unruhe; aber das Gegenteil von „Mengen“ ist nicht Unmengen, sondern die Steigerung. Der Arzt verschreibt ein Rezept, aber verschreibt sich nicht dabei.

Das Gegenteil von Vorteil ist Nachteil, aber das Gegenteil von Vorschlag ist nicht Rückschlag oder Nachschlag, sondern „kein“ Vorschlag. Wir sprechen von Spannung und Entspannung, was aber ist das Gegenstück zu „Frühstück“? Spätstück? Nein, Abendbrot. Einen Kopf hat jeder, aber Köpfchen? Und die Mehrzahl vom Mangel ist nicht Mängel. Wir haben einen Mangel an Facharbeitern, aber keine Mängel. Die Mängel der Ware (zum Beispiel „verschmutzt“) rügt das Unternehmen mit einer Mängelrüge.

Sprache ist nicht logisch. Sie ist Konvention, Übereinkunft. Alle Kultursprachen haben eine lange Entwicklung hinter sich. Sie sind kein ausgeklügeltes System, sondern eine gewachsene Form der Verständigung.

Und Sprache hat viel mit Gefühlen zu tun.

Übung A: Wie steht es mit Ihrem Sprachgefühl?

Finden Sie eine bessere Formulierung

1) Er fokussierte in seinem Vortrag das Problem und präsentierte alternative Lösungen.

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2) Auch die Gestattung der Internetnutzung durch den Arbeitgeber ist kein Freibrief für unbeschränkte Privatnutzung am Arbeitslatz.

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3) Text aus einem Bewerbungsschreiben:

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich zu einem Gespräch einladen würden.

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4) Zu ihren Obliegenheiten gehört der gesamte Schriftverkehr.

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5) Herr Müller nahm an einer Fortbildung für Designer-Möbel teil.

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6) (Telefongespräch) Ich rufe Sie zurück.

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7) Die Beschäftigten können zwischen attraktiven Weiterbildungsmöglichkeiten wählen.

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8) Die Beschäftigten erfahren Unterstützung durch das Unternehmen, um die neuen Medien noch besser für sich nutzen zu können.

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9) Wir werden die Ware am 23. April anliefern und bitten um Rückantwort, ob der Termin akzeptiert wird.

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10) Herr Krause ist Anfang diesen Jahres zum Abteilungsleiter befördert worden.

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11) Ergebnis eines Personalauswahlverfahrens ist die Prognose, wie erfolgreich eine Person die ihr gestellten Aufgaben bewältigen können wird.

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12) Aus diesem Grunde sehen wir uns gezwungen, das Arbeitsverhältnis zum 30. September kündigen zu müssen.

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13) Der Chef sprach dem Mitarbeiter die Fähigkeit ab, über das Thema einen Vortrag halten zu können.

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14) Alle zwanzig Außendienst-Mitarbeiter fahren denselben Firmenwagen.

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15) Nach Abschluss dieses Bewerbungsprozesses teilen wir Ihnen zeitnah das Ergebnis mit.

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Lösungen siehe Seite 72

Überflüssiges weglassen

Die Kunst besteht darin, das Richtige wegzulassen und im Mut zur Lücke. Was ist überflüssig, und was kann man weglassen, weil man es sich denken kann, weil es zwischen den Zeilen steht, weil der Leser es schon weiß, das Selbstverständliche.

Beispiele:

(1) Aus dem Geschäftsbericht eines Berliner IT-Unternehmens (Brief an die Aktionäre):

Noch bessere Ergebnisse können sich in Zukunft

auch positiv auf den Aktienkurs auswirken. Hier

ist sich der Vorstand seiner Verantwortung bewusst.

Deshalb hat kontinuierliche Ergebnissteigerung jetzt

absolute Priorität für uns.

Versetzen Sie sich an die Stelle des Aktionärs und urteilen Sie selbst: Muss der Vorstand erklären, wofür er bezahlt wird?

(2) Oder dieser Text:

Denn ohne den Rückgriff auf die Ressource Mensch ist heute kaum mehr ein Unternehmen in der Lage, erfolgreich auf dem Markt zu operieren.

Erfährt der Leser etwas, was er nicht schon wusste?

Präzise schreiben, Gefühle richtig benennen.

Wer sich präzise ausdrücken will, muss nicht nur ein Problem, einen Sachverhalt, ein Ereignis genau beschreiben, sondern auch die Gefühle, die dabei im Spiel sind.

Beispiel: Jens Krause hört im den Abendnachrichten, dass sein Unternehmen tausend Arbeitsplätze einsparen will. Das heißt: Jeder vierte Arbeitsplatz wird gestrichen. Zunächst ist Krause ziemlich sauer, dass er dies aus dem Fernsehen erfahren muss. Das findet er ärgerlich. Wenn Krause Mitglied des Betriebsrats ist, macht es ihn wahrscheinlich zornig oder wütend, weil die Belegschaft erwarten kann, dass diese Information unmittelbar von der Firmenleitung kommen sollte.

Doch nehmen wir der Einfachheit halber an, dass Krause kein Mitglied des Betriebsrats ist und er deshalb auch keinen besonderen Kündigungsschutz hat, dann wird seine erste Reaktion sein: Hoffentlich bin ich nicht betroffen. Welches Gefühl steckt dahinter? Wenn Krause, der alleine lebt, das einer guten Bekannten erzählt, sagt er vielleicht:

Ich hab` schon ein wenig Angst. Das könnte für mich bedeuten, dass ich mir eine neue Stelle suchen muss, denn ich bin ja einer der Jüngsten und erst drei Jahre im Betrieb.

Aber es könnte noch anders sein. Krause sagt zu seinem Freund Peter:

Wenn mir die Firma einen Aufhebungsvertrag anbietet mit einer akzeptablen Abfindung werde ich sofort gehen. Eigentlich bin ich froh, dass es so gekommen ist. Dann bin ich gezwungen, mir etwas Neues zu suchen. Ich bin mit meiner Arbeit ohnehin nicht besonders zufrieden.

Doch angenommen Krause ist bereits 57 Jahre alt, und er hat vor vier Jahren ein Haus gekauft, das noch lange nicht bezahlt ist. Er hat Angst, dass die Firma ihn in den Vorruhestand schickt und sein Lebensstandard sinken wird. Er wird seiner Frau ganz bestimmt nicht sagen: „Ich mache mir Sorgen um meinen Arbeitsplatz.“ Das wäre viel zu milde und harmlos ausgedrückt. Er wird sagen: „Das hat mir den Appetit auf das Abendbrot total verdorben. Ich fühle mich schlecht. Bei mir schlägt das sofort auf den Magen.“

Doch es muss nicht immer gleich die Kündigung sein. Verweigert der Chef seinem Mitarbeiter eine außerplanmäßige Gehaltserhöhung, ist der Mitarbeiter fast immer enttäuscht. Er fühlt sich meistens falsch beurteilt, zurückgesetzt, er ist in seinem Stolz verletzt, sein Selbstvertrauen könnte einen Knacks bekommen haben. Die emotionale Reaktion auf die Ablehnung könnte aber auch Wut sein. Der Chef hatte die Gehaltserhöhung vor einem halben Jahr so gut wie zugesagt, weil er mit Krauses Leistung außerordentlich zufrieden war. Doch die Geschäfte gehen schlecht, die Geschäftsleitung wurde ausgewechselt, es herrscht eine miese Stimmung. Aus der Gehaltserhöhung wird nichts.

Übung B: Gefühle und Sprache – Synonyme finden

Gefühle wahrzunehmen und zu benennen, hat etwas mit Sprache zu tun. Deshalb die folgende Übung. Suchen Sie für den genannten Gefühlsausdruck (links) einen oder mehrere andere Wörter, Synonyme.

Beispiel: Zornig sein = wütend, verletzt, aufgebracht, aggressiv.

Gefühle benennen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lösungen siehe Seite 73

3. Leicht verständliche Sätze bilden

Wortstellung

Sie hatten sich über den bevorstehenden Umzug, die Einrichtung des Wohnzimmers, die Kacheln im Bad und vieles mehr gestritten.

Ws ist an diesem Satz falsch? Der Satz ist grammatikalisch korrekt. Aber das Wort, auf das es ankommt, nämlich gestritten kommt erst ganz am Schluss des Satzes. So haben es die meisten in der Schule gelernt. Doch solche Satzkonstruktionen hemmen den Lesefluss. Das Verb muss weiter nach vorne:

Sie hatten sich gestritten: Über den Umzug, die Einrichtung des Wohnzimmers ...

Die kanonische Regel lautet: Hauptsachen gehören in Hauptsätze, Nebensachen in Nebensätze. Im Deutschen gibt es keine feste Reihenfolge der Wortstellung, wie zum Beispiel: Subjekt - Prädikat - Objekt. Die gerade Wortstellung folgt diesem Schema: „Herr Meier leitet das Projekt.“ Die ungerade Wortstellung (Inversion) wäre: Das Projekt leitet Herr Meier. Wir können auch mit der Zeitbestimmung beginnen: Letzte Woche ... oder mit der Ortsbestimmung: Im großen Konferenzsaal ...

Schachtelsatz

Aus dem Bericht des Aufsichtsrats einer Aktiengesellschaft

Die Ausschüsse bereiten Themen, die im Plenum zu

behandeln sind, sowie Beschlüsse des Aufsichtsrats vor.

Grammatikalisch ist der Satz korrekt. Aber ist er sofort zu verstehen? Man kann eingeschobene Sätze mit einem kleinen Trick verständlicher formulieren, wenn man das Zeitwort so früh wie möglich in den Satz einfügt:

Die Ausschüsse bereiten Themen vor...

Aus dem selben Geschäftsbericht:

Dieser Veräußerung stimmte der Aufsichtsrat, nachdem

ihm weitere detaillierte Informationen vorgelegt worden

waren, Ende 2007 im schriftlichen Verfahren zu.

Die Leser müssen lange darauf warten, um zu erfahren, wie die

Entscheidung ausgegangen ist. Hätte der Aufsichtsrat nicht zugestimmt, wäre das auch erst am Ende enthüllt worden.

Eingeschobene Sätze

Beispiel: Aus einer Betriebsvereinbarung über den Schutz gegen sexuelle Belästigung:

Sexuelle Belästigung, die sich meist gegen Frauen

richtet und Mobbing gegen einzelne sowie Diskriminierung

nach Herkunft und Hautfarbe und der Religion, stellen

am Arbeitsplatz eine schwerwiegende Störung des

Arbeitsfriedens dar und gelten als Verstoß gegen die

Menschenwürde, sie stört den Arbeitsfrieden.

Eingeschobene Sätze hemmen den Redefluss. Leser lieben kurze Sätze. In unserem Beispiel dauert es lange, bis man merkt, worauf es ankommt: Sexuelle Belästigung und Mobbing betrachten wir als Verstoß gegen die Menschenwürde ...

Wenn ein CEO eine E-Mail an seine Mitarbeiter schickt, um sie über den Ernst der Lage zu informieren und sie bewegen will, sich noch mehr anstrengen, dann müsste dies durch Sprache geschehen.

Beispiel:

Personalabbau kann und ist nicht die einzige Maßnahme

zur Gesundung unseres Unternehmens. Weitere Maßnahmen,

welche die Kernbereiche in ein profitables Wachstum führen

und die Verluste in den nicht strategischen Bereichen stoppen,

sind in der Umsetzung.

Das ist umständlich formuliert und wird keinen neuen Schwung in die Belegschaft bringen.

Das Komma

Reicht eigentlich ein gutes Sprachgefühl, um zu wissen, wo ein Komma gesetzt wird?

In dem folgenden Text haben wir alle Kommas gestrichen. Ihre Aufgabe ist es, die fehlenden Kommas einzufügen.

Die Führungskraft heute müsse effektiv sein meint der Management-Berater Peter Drucker. Was meint er damit?

Die Tätigkeit eines Managers erfordert keine besondere Begabung oder spezielle Ausbildung. Es sind eher einfache Handlungen. Führungskräfte müssten lernen wirkungsvoll zu arbeiten und die wichtigsten Dinge zuerst zu tun. Bleibt die Frage: Wie findet man ganz schnell einen Manager-Job mit diesen einfachen Anforderungen? Was ist mit den Eigenschaften dem Charakter? Führungskräfte haben so unterschiedliche Temperamente und sind so verschieden vom Charakter her wie andere Menschen auch meint Peter Drucker. Sie sind eigensinnig dogmatisch leidenschaftlich kühl sachlich emotionsgeladen ruhig oder hysterisch wie andere auch. Was haben die Manager gemeinsam? Sie sind Führer und brauchen Gefolgschaft. Sie haben außerdem eine Vorstellung davon was sie erreichen wollen und sind von ihren Zielen überzeugt.

Jetzt vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Originaltext:

Die Führungskraft heute müsse effektiv sein, meint der Management-Berater Peter Drucker. Was meint er damit?

Die Tätigkeit eines Managers erfordert keine besondere Begabung oder spezielle Ausbildung. Es sind eher einfache Handlungen. Führungskräfte müssten lernen, wirkungsvoll zu arbeiten und die wichtigsten Dinge zuerst zu tun. Bleibt die Frage: Wie findet man ganz schnell einen Manager-Job mit diesen einfachen Anforderungen? Was ist mit den Eigenschaften, dem Charakter? Führungskräfte haben so unterschiedliche Temperamente und sind so verschieden vom Charakter her wie andere Menschen auch, meint Peter Drucker. Sie sind eigensinnig, dogmatisch, leidenschaftlich, kühl, sachlich, emotionsgeladen, ruhig oder hysterisch, wie andere auch. Was haben die Manager gemeinsam? Sie sind Führer und brauchen Gefolgschaft. Sie haben außerdem eine Vorstellung davon, was sie erreichen wollen und sind von ihren Zielen überzeugt.

Die Entscheidung, welcher der beiden Texte übersichtlicher und leichter zu lesen ist, dürfte nicht schwer fallen.

Kommafehler

Kommafehler entstehen nicht nur durch fehlende, sondern auch durch überflüssige Kommas.

Hier als Beispiel zwei Sätze aus dem Internetportal eines Telekommunikations-Unternehmens:

1) „Erfahrene Kompetenz eines erfahrenen Mitarbeiterteams, und eine innovative technische Infrastruktur ermöglichen es uns, für unsere Kunden ein Maximum an Quantität und Qualität zu erzielen.“
2) „Gemeinsam verfolgt man ein Ziel: Die Kunden zu begeistern, und ihnen immer und überall das Gefühl zu geben, bei uns gut aufgehoben zu sein.“

Sie haben es vermutlich schnell bemerkt: In beiden Sätzen sind die Kommas vor dem „und“ fehl am Platz. Hier gilt die Regel: Wenn „und“ (das gilt auch für „oder“) zwei vollständige Sätze verbindet, wird ein Komma gesetzt, sonst nicht:

„Nur noch fünf Minuten, und sie kann mit ihrem Vortrag beginnen.“

Bei Nebensätzen gleichen Grades steht kein Komma vor dem „und“:

„Weil er am Arbeitsplatz Alkohol getrunken hatte und damit gegen

das Verbot verstoßen hatte, schickte ihn sein Chef nach Hause.“

Komma beim Infinitiv

Die Grundform eines Verbs (Tätigkeitswort) wird in der Grammatik als Infinitiv bezeichnet: arbeiten, lesen, trinken. Trift der Infinitiv mit dem Wort „zu“ zusammen, entsteht eine Infinitivkonjunktion. Beispiele:

- Sie beschloss ins Bett zu gehen (Kein Komma, „zu“ fehlt)
- Sie beschloss, nach dem Essen ins Bett zu gehen. (mit Komma)

[...]

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Details

Titel
>Verständlich schreiben< lernen
Untertitel
Sprachtraining für Studenten, Absolventen und Berufsanfänger
Note
"-"
Autor
Jahr
2008
Seiten
82
Katalognummer
V114150
ISBN (eBook)
9783640165681
Dateigröße
747 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachtraining, Studenten, Absolventen, Berufsanfänger
Arbeit zitieren
Karl-Heinz List (Autor), 2008, >Verständlich schreiben< lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114150

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