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Le Rouge et le Noir: Die Beziehung zwischen Julien und Mathilde

Título: Le Rouge et le Noir: Die Beziehung zwischen Julien und Mathilde

Trabajo de Seminario , 2005 , 24 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Julia Przybilla (Autor)

Estudios franceses - Literatura
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Mit Le Rouge et le Noir tut Stendhal, der eigentlich Henri Beyle heißt, das Seinige dazu, um dem Realismus, genauer dem realistischen Roman, in Frankreich den Weg zu ebnen. Ein Thema, das zuvor niemals vorkam, nämlich das Leben eines bürgerlichen Helden, wird durch Stendhal etabliert. Der „kleine Mann“, dessen Dasein von Arbeit und somit vom Gelderwerb geprägt ist, gewinnt an Bedeutung. Die Wirklichkeit, die in das Leben der Menschen hineindringt und die Hindernisse, die den Plan des Protagonisten oftmals durchkreuzen, werden dargestellt. Der Roman soll zum Spiegel der Realität werden. Doch wie zeigt sich diese Prämisse in Le Rouge et le Noir? Stendhal schreibt diesen Roman in einem Übergangsstadium von der Romantik zum Realismus, den er selbst noch nicht einmal so genannt hat. Er selbst weiß, dass er die Anforderung an den Roman, die Gesellschaft zu spiegeln, so wie sie ist, nicht immer erfüllt. Julien Sorel ist der Prototyp des Aufsteigers aus dem Proletariat, wie er typisch für die Epoche ist. Doch gleichzeitig findet man in ihm auch etwas Allgemeingültiges, etwas, das über die simple Figur hinausragt. Er ist ein Ausnahmemensch, der nicht einmal im Angesicht des Todes eine triviale Lösung sucht. Mathilde de La Mole bildet Juliens weibliches Pendant, was gerade die Beziehung der beiden zueinander so interessant macht. Auch sie dürfte es in der Zeit der Restauration streng genommen nicht geben. Die Seelengröße und Leidenschaften, die diese beiden Protagonisten auszeichnen, passen nicht in diese Zeit. Stendhal schreibt einerseits realistisch, andrerseits überhöht er Sachverhalte, um einen größeren Effekt zu erzeugen, was vor allem bei Mathilde und Julien klar wird. Doch trotz ihrer besonderen, romantischen Charaktere werden die Tiefe der menschlichen Seele, die psychologischen Komponenten, die das Handeln eines Menschen lenken, und auch dessen Umfeld, das ihn beeinflusst, bis ins Detail in der Liebesaffäre der beiden jungen Leute deutlich gemacht. Ihre Beziehung ist nicht linear, sondern von zahlreichen Faktoren bestimmt, die sie in ihren Gefühlen immer wieder hin und her werfen, was es nicht nur teilweise dem Leser, sondern auch manchmal ihnen selbst schwer macht, die Situation klar zu überblicken. Hilfreich ist es hierfür, sich mit der Motivation für die Liebesaffäre und den Lebensvorstellungen der Protagonisten, die in ihrem Charakter begründet sind, zu beschäftigen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Julien und der Ergeiz

2.1. Juliens Schwierigkeiten sich zu verlieben

2.2. Juliens Minderwertigkeitsgefühl gegenüber der Aristokratie

2.3. Der Beginn von Juliens Feldzug

2.4. Die russische Politik

2.5. « Mon roman est fini »

3 Mathilde und die Flucht aus der Langeweile

3.1. Mathildes Liebe als Farce

3.2. Mathildes Liebe als Lebensinhalt

4 Exkurs: Das Heiratsverhalten der Aristokratie zu Stendhals Zeit und Rückbezüge zu Julien und Mathilde

5 De l’amour und die Arten der Liebe bei Mathilde und Julien

5.1. Das Herr-Knecht-Verhältnis

5.2. Mathilde und Madame de Rênal als Konkurrentinnen

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe und nicht-lineare Liebesbeziehung zwischen Julien Sorel und Mathilde de La Mole im Roman "Le Rouge et le Noir" von Stendhal. Ziel ist es, die psychologischen Motive sowie die sozialen Rahmenbedingungen zu analysieren, die das Handeln der Protagonisten in ihrem Streben nach gesellschaftlichem Aufstieg und persönlicher Selbstverwirklichung bestimmen.

  • Die Charakterisierung von Julien Sorel als ehrgeiziger Aufsteiger und seine Identitätsfindung.
  • Mathilde de La Moles Flucht aus der aristokratischen Langeweile durch die Inszenierung einer leidenschaftlichen Affäre.
  • Die Analyse des Machtgefälles und der "Herr-Knecht-Dynamik" in der Beziehung.
  • Die Einordnung der Liebeskonzepte anhand von Stendhals Traktat "De l’amour".
  • Der Einfluss gesellschaftlicher Konventionen und des Ständebewusstseins auf das Heiratsverhalten der Zeit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Mathildes Liebe als Farce

Mathildes große Leidenschaft gilt ihren Ahnen aus dem 16. Jahrhundert. Sie sieht in der Epoche der Renaissance eine Zeit großer Leidenschaften und Taten, die sie in krassen Kontrast zur Zeit der Restauration setzt, mit der sie sich nicht identifizieren kann. Ihr Vorfahre Boniface de La Mole, der der Geliebte der Königin Marguerite von Navarre war, und am 30. April 1574 auf dem Grève-Platz enthauptet wurde, da er versuchte, befreundete Prinzen, die Katharina di Medici gefangen hielt, zu befreien, stellt für sie den Inbegriff des Helden dar, eines Mannes, wie man ihn zu ihrer Zeit nicht mehr findet. Marguerite von Navarre, die den Kopf des Geliebten mit in ihre Kutsche nimmt, um ihn schließlich selbst zu begraben, stellt für sie das weibliche Pendant dar. Aus Liebe und Respekt gegenüber Boniface trägt Mathilde jeden 30. April Trauer.

Wie unerträglich Mathilde das oberflächliche Leben in Paris erscheinen muss, wird klar, wenn man erkennt, wie gut ihr Charakter in die schon vergangene Epoche gepasst hätte. Sie ist kein Durchschnittsmensch, sondern hebt sich deutlich von der Restaurationsgesellschaft mit ihren Zwängen und Kompromittierungsängsten ab. Um aus ihrer Langeweile und dem ihr trist erscheinenden Leben einen Ausweg zu suchen und endlich einmal etwas zu erleben, entschließt sich Mathilde dazu, Julien zu lieben, was sie in einen Zustand des Glücks versetzt, da dies für sie eine große Tat darstellt, die sie mit den Leidenschaften, die sie aus ihren Romanen kennt und die für sie charakteristisch für die Zeit Heinrichs III. sind, vergleicht. Die Aufregung und die großen Gefühle, die sie mit dieser Liebschaft verbindet, zeigen ihr eine Alternative zu der distanzierten und oberflächlichen Welt der Aristokratie:

„Du moment qu’elle eut décidé qu’elle aimait Julien, elle ne s’ennuya plus. Tous les jours elle se félicitait du parti qu’elle avait pris de se donner une grande passion. Cet amusement a bien des dangers, pensait-elle. Tant mieux ! mille fois tant mieux!“15

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung Stendhals für den Realismus ein und stellt die Protagonisten Julien Sorel und Mathilde de La Mole als komplexe, ambivalente Charaktere vor.

2 Julien und der Ergeiz: Dieses Kapitel beleuchtet den Antrieb Juliens, der als Proletariersohn in einer konservativen Gesellschaft nach gesellschaftlicher Anerkennung und Aufstieg durch Heuchelei und Strategie strebt.

2.1. Juliens Schwierigkeiten sich zu verlieben: Hier wird die anfängliche Distanz Juliens zu Mathilde analysiert, die durch mangelnde emotionale Anziehung und soziale Vorurteile geprägt ist.

2.2. Juliens Minderwertigkeitsgefühl gegenüber der Aristokratie: Der Text erklärt Juliens Neid und seinen Drang, den Adel zu übertreffen, als Folge seiner schwierigen familiären Herkunft und seiner Suche nach einem Vorbild.

2.3. Der Beginn von Juliens Feldzug: Julien betrachtet die Eroberung Mathildes als militärische Strategie, wobei er sich an Napoleon als Vorbild orientiert.

2.4. Die russische Politik: Dieses Kapitel beschreibt die taktische Anwendung von Kühle und Distanz, die Julien lernt, um Mathilde an sich zu binden.

2.5. « Mon roman est fini »: Der Abschluss von Juliens Aufstiegsweg wird thematisiert, der mit einer Karriere und der Schwangerschaft Mathildes ein vorläufiges Ziel erreicht.

3 Mathilde und die Flucht aus der Langeweile: Mathildes Motivation, eine Affäre mit einem Plebejer einzugehen, wird als Flucht aus dem monotonen Leben einer Adeligen in eine imaginäre Welt interpretiert.

3.1. Mathildes Liebe als Farce: Die Identifikation Mathildes mit historischen Figuren der Renaissance und ihre inszenierte Leidenschaft stehen im Zentrum dieses Abschnitts.

3.2. Mathildes Liebe als Lebensinhalt: Hier wird der Wandlungsprozess von Mathildes Liebe hin zu echter Hingabe und Aufopferung beschrieben, die erst durch Krisensituationen in Juliens Leben vertieft wird.

4 Exkurs: Das Heiratsverhalten der Aristokratie zu Stendhals Zeit und Rückbezüge zu Julien und Mathilde: Der Exkurs stellt die soziologischen Hintergründe der Restauration dar, in denen Ehe als Zweckbündnis zweier Familien statt als Verbindung zweier Individuen galt.

5 De l’amour und die Arten der Liebe bei Mathilde und Julien: Dieses Kapitel wendet Stendhals Liebestheorie aus seinem Traktat an, um die verschiedenen Liebesmodelle der Protagonisten einzuordnen.

5.1. Das Herr-Knecht-Verhältnis: Die Analyse zeigt, dass die Beziehung auf wechselseitiger Dominanz und Abhängigkeit basiert, statt auf partnerschaftlicher Gleichheit.

5.2. Mathilde und Madame de Rênal als Konkurrentinnen: Die Rivalität zwischen den beiden Frauen wird als Ausdruck der sich wandelnden emotionalen Bindung Juliens hin zur "amour-passion" zu Madame de Rênal dargestellt.

6 Schluss: Das Schlusskapitel resümiert Juliens Entwicklung vom "parvenu" zum Ausnahmemenschen und bewertet die Rolle Mathildes als Akteurin des gesellschaftlichen Fortschritts.

Schlüsselwörter

Stendhal, Le Rouge et le Noir, Julien Sorel, Mathilde de La Mole, Realismus, Restauration, Aufsteiger, Ehrgeiz, Liebe, Herr-Knecht-Verhältnis, Amour-passion, Amour de vanité, Gesellschaftskritik, Identität, Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Liebesbeziehung zwischen Julien Sorel und Mathilde de La Mole in Stendhals Roman "Le Rouge et le Noir" und beleuchtet die psychologischen sowie sozialen Hintergründe ihres Handelns.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Hauptthemen umfassen soziale Aufstiegsambitionen, die Rolle der Langeweile im Adel, die Dynamik von Macht und Unterwerfung in Partnerschaften sowie die verschiedenen Arten der Liebe nach Stendhals eigener Klassifikation.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Analyse?

Im Kern steht die Frage, warum eine Adelige wie Mathilde eine Affäre mit einem Plebejer eingeht und wie diese Beziehung trotz ihrer nicht-linearen und oft strategisch motivierten Entwicklung die Charaktere formt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung herangezogen?

Die Analyse stützt sich auf eine detaillierte Textarbeit am Roman sowie den Vergleich der Handlungen mit Stendhals theoretischem Werk "De l’amour" und soziologischen Hintergründen der Zeit der Restauration.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Juliens Ehrgeiz und seinen Strategien, Mathildes Flucht aus der Langeweile durch Inszenierung und die Untersuchung der "Herr-Knecht-Dynamik" in der Affäre.

Was charakterisiert die Liebesbeziehung der beiden Protagonisten?

Die Beziehung ist durch ein ständiges Wechselspiel von Macht, Eitelkeit, Distanz und Leidenschaft geprägt, wobei beide Partner versuchen, ihr Selbstwertgefühl durch die Unterwerfung des anderen zu stützen.

Inwiefern spielt der historische Kontext für die Beziehung eine Rolle?

Die Zeit der Restauration erzwingt ein starres gesellschaftliches Korsett, wodurch die Beziehung der beiden als Skandal empfunden wird und ihren Handlungen den Charakter einer Rebellion gegen Tradition und Standesgrenzen verleiht.

Was bedeutet der Begriff "Herr-Knecht-Verhältnis" in dieser Arbeit?

Er beschreibt die Unfähigkeit der Protagonisten zur gleichberechtigten Partnerschaft, da Julien und Mathilde abwechselnd versuchen, durch emotionale Kühle oder Manipulation Macht über den anderen auszuüben.

Welche Rolle spielt Mathildes Identifikation mit der Renaissance?

Sie dient Mathilde als Fluchtmechanismus; durch die Orientierung an Ahnen wie Boniface de La Mole stilisiert sie ihre Affäre zur historischen "Großen Tat" und entflieht so ihrer als trist empfundenen Gegenwart.

Warum wird Juliens Liebe zu Mathilde als "Amour de vanité" bezeichnet?

Weil sie primär aus Stolz, Ehrgeiz und dem Wunsch genährt wird, ein Statussymbol zu besitzen, um sich gegenüber dem Adel als ebenbürtig zu beweisen, anstatt aus uneigennütziger Zuneigung.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Le Rouge et le Noir: Die Beziehung zwischen Julien und Mathilde
Universidad
University of Augsburg
Curso
Der französische Realismus
Calificación
1,7
Autor
Julia Przybilla (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
24
No. de catálogo
V114157
ISBN (Ebook)
9783640155798
ISBN (Libro)
9783640155910
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rouge Noir Beziehung Julien Mathilde Realismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Przybilla (Autor), 2005, Le Rouge et le Noir: Die Beziehung zwischen Julien und Mathilde, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114157
Leer eBook
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Extracto de  24  Páginas
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