In dieser Arbeit soll die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) als ambulante Hilfe zur Erziehung für Familien mit Kindern genauer beschrieben werden.
Dabei werde ich auf die Verortung in angrenzenden Hilfesystemen eingehen. Über welche Sozial-, Methoden- und Fachkompetenzen, die ich für meine angedachte Tätigkeit als notwendig erachte, sollte eine sozialpädagogische Fachkraft im von mir favorisierten Handlungsfeld verfügen und aus welchen Gründen.
Das Vorstellen möglicher Angebote für die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern soll anschließend einen Bezug zur Praxis herstellen. Dabei werde ich auf aktuelle (politische) Herausforderungen eingehen.
Zum Schluss werde ich unter Berücksichtigung der Fragestellungen ein Fazit aus meinem Hauptteil erschließen und neu gewonnene Erkenntnisse vorstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Arbeitsfeld Kindheit, Jugend, Familie
3. Das Handlungsfeld Sozialpädagogische Familienhilfe
3.1 Rechtliche Grundlagen der SPFH
3.2 Antragstellung und Träger
3.3 Das Arbeitsfeld
4. Die Verortung in angrenzenden Hilfesystemen
5. Erforderliche Kompetenzen
6. Der Stadtteil als Handlungsfeld
6.1 Handlungsmöglichkeiten in der Praxis
6.2 Mögliche Schwierigkeiten
7. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Berufsfeld der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) als ambulante Hilfe zur Erziehung. Ziel ist es, die strukturellen Rahmenbedingungen, notwendige professionelle Kompetenzen sowie die Bedeutung der sozialraumorientierten Arbeit für Familien in prekären Lebenslagen zu analysieren.
- Rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen der SPFH
- Anforderungen an die sozialpädagogische Fachkraft
- Vernetzungsmöglichkeiten mit angrenzenden Hilfesystemen
- Herausforderungen durch Ökonomisierung und schwierige Lebenswelten
- Praktische Ansätze zur Förderung von Inklusion und Partizipation
Auszug aus dem Buch
3.3 Das Arbeitsfeld
Familien der Kinder und Jugendlichen in Erziehungshilfe sind überdurchschnittlich häufig „unvollständige“ Familien, stammen überwiegend aus sozial benachteiligten Schichten und weisen i.d.R. eine Kumulierung von wirtschaftlichen, sozialen und psychischen Problemen auf (vgl. Krause/Peters, 2014, S.33).
In der SPFH sucht eine sozialpädagogische Fachkraft regelmäßig eine Familie in deren persönlichen und privaten Umfeld, also in ihrem Zuhause auf. Ihre Aufgabe ist es, die Familie in ihrem Alltag zu unterstützen, zu beraten und zu begleiten (vgl: Gut 2014, S. 13).
In einem gemeinsamen Hilfeplangespräch werden mit der Familie, einem Mitarbeiter des Jugendamtes, die zukünftige Familienbegleitung und bei Bedarf weiteren Fachkräften erste Ziele, Erwartungen und Aufgaben formuliert.
Im Verlauf der Hilfe werden diese immer wieder auf Erfolg geprüft oder auch neu überdacht.
Die Fachkraft besucht nun in regelmäßigen Abständen, wobei die Frequenz zwischen einer Stunde im Monat bis zu 20 Stunden in der Woche und mehr variieren kann, die Familie, um sie vor Ort bei ihren vielschichtigen Problemen zu unterstützen oder Ratschläge zu geben (vgl. Gut 2014, S. 13f). Die Hilfe ist langfristig angelegt und kann in ihrer Dauer je nach Bedarf variieren.
Die Unterstützung der Bewältigung von Alltagsanforderungen, die Förderung der erzieherischen Kompetenzen der Eltern, das Erarbeiten von Tagesplänen, die Förderung der Kinder im schulischen, emotionalen und sozialen Bereich, eine Hilfestellung im Umgang mit Ämtern, Behörden, Schule und das Aufzeigen der Möglichkeiten der Inanspruchnahme von unterstützenden Leistungen sind Hilfen, die die Fachkraft anbieten kann. Voraussetzung ist, dass die Familie bereit ist, aktiv mit ihr an ihren Problemen zu arbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin erläutert ihre Motivation für die Wahl des Moduls und den Fokus auf die ambulante Arbeit mit Familien im Kontext der Berufsfeldentwicklung.
2. Arbeitsfeld Kindheit, Jugend, Familie: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel der Institution Familie und die multiplen Problemlagen, mit denen Familien in der modernen Gesellschaft konfrontiert sind.
3. Das Handlungsfeld Sozialpädagogische Familienhilfe: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen, der Prozess der Antragstellung sowie die tägliche Arbeit der Fachkräfte in der SPFH detailliert beschrieben.
4. Die Verortung in angrenzenden Hilfesystemen: Das Kapitel beleuchtet die Notwendigkeit der Vernetzung mit anderen Unterstützungsangeboten wie Schuldnerberatung, Erziehungsberatung oder Suchthilfe.
5. Erforderliche Kompetenzen: Es werden die wesentlichen Schlüsselqualifikationen definiert, darunter strategische, methodische und sozialrechtliche Kompetenzen, die für die professionelle Familienhilfe unerlässlich sind.
6. Der Stadtteil als Handlungsfeld: Die Autorin diskutiert die Bedeutung des Sozialraums und entwickelt konkrete Ideen für die praktische Arbeit zur Förderung von Inklusion und Partizipation.
7. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Attraktivität des Handlungsfeldes und die stetige Herausforderung der Arbeit mit belasteten Familien.
Schlüsselwörter
Sozialpädagogische Familienhilfe, SPFH, Jugendhilfe, Sozialarbeit, Sozialraumorientierung, Hilfe zur Erziehung, Kindeswohl, Familienhilfe, Sozialrecht, Fachkompetenz, Inklusion, Partizipation, Erziehungsdefizit, Hilfesystem, Lebensweltorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) als ambulante Form der Hilfe zur Erziehung und analysiert deren theoretische sowie praktische Gestaltung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören die rechtlichen Grundlagen des SGB VIII, die notwendigen Kompetenzen für Sozialarbeitende und die Vernetzung der SPFH mit anderen sozialen Unterstützungssystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Attraktivität des Handlungsfeldes SPFH durch eine theoretische und praxisorientierte Auseinandersetzung zu prüfen und die Arbeitsweise im direkten Lebensumfeld der Klienten zu durchleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturrecherche und der Analyse von fachspezifischen Konzepten der Sozialen Arbeit, um die professionelle Herangehensweise in der Familienhilfe darzustellen.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Anforderungen an die Fachkräfte, die Verortung in Hilfesystemen und die Rolle des Stadtteils als aktiv zu gestaltender Sozialraum.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Sozialraumorientierung, Hilfe zur Erziehung, Lebenswelt, multiprofessionelle Zusammenarbeit und professionelle Distanz.
Welche Bedeutung hat der Stadtteil für die Familienhilfe?
Der Stadtteil wird als Sozialraum verstanden, in dem durch Kooperationen mit anderen Einrichtungen (wie Schulen oder Kitas) Ressourcen erschlossen und die Teilhabe der Familien verbessert werden können.
Wie gehen Fachkräfte mit der zunehmenden Ökonomisierung um?
Die Autorin weist darauf hin, dass die Ökonomisierung zu Zeitdruck und eingeschränkten Leistungen führt, was die Umsetzung einer ganzheitlichen Hilfe erschwert.
- Arbeit zitieren
- Christine Meyer (Autor:in), 2020, Berufsfeldentwicklung. Das Handlungsfeld Sozialpädagogische Familienhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1141786