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Der Zwiespalt zwischen Liebe und Tugend in Lessings "Miss Sara Sampson"

Titel: Der Zwiespalt zwischen Liebe und Tugend in Lessings "Miss Sara Sampson"

Hausarbeit , 2021 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anna Reißberg (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Hausarbeit geht es um den Zwiespalt zwischen Liebe und Tugend, den die Figur Miss Sara Sampson im gleichnamigen Trauerspiel von Lessing erlebt und zu lösen versucht.

Das erste bürgerliche Trauerspiel in deutscher Sprache ist das Drama Miss Sara Sampson, das Gotthold Ephraim Lessing 1755 veröffentlichte. Das im gleichen Jahr uraufgeführte Trauerspiel behandelt die Geschichte der gleichnamigen Protagonistin, die mit ihrem Geliebten Mellefont eine uneheliche Beziehung führt und aufgrund dieser vor ihrem Vater in ein Gasthaus flieht, in dem zu Beginn der Handlung auch ihr Vater und ein Bediensteter eintreffen. Im Laufe des Dramas trifft sie auf Marwood, die ehemalige Geliebte Mellefonts, die plant, Mellefont zurückzugewinnen. Beim ersten Aufeinandertreffen gibt sie sich Sara gegenüber jedoch als Verwandte von Mellefont aus. Als Marwood zu erkennen gibt sie sich erst in einem späteren Dialog, wobei Sara in Folge der Enthüllung ohnmächtig wird. Diese Gelegenheit nutzt Marwood, um Sara aufgrund ihrer Eifersucht zu vergiften. Bereits vom Gift geschwächt kommt Sara wieder zu sich und trifft auf ihren Vater, der sich selbst schwere Vorwürfe macht und Sara und Mellefont ihre Flucht verzeiht. Sara selber vergibt auf dem Sterbebett ihrer Mörderin und bittet auch ihren Vater sowie Mellefont, ihr hierin zu folgen. Nach Saras Tod wird auch ihr Geliebter von seinen Schuldgefühlen überwältigt und ersticht sich.

Mehrfach wird Saras innerer Zwiespalt zwischen Liebe und Tugend thematisiert. Einerseits liebt sie Mellefont und hat für ihn ihren Vater verlassen und drängt auf eine Eheschließung, um ihre Beziehung rechtlich zu legitimieren. Mellefont jedoch will eben jene herauszögern, da er in der Vergangenheit eher lasterhaft gelebt hat und sich vor einer festen Bindung fürchtet. Andererseits liebt Sara auch ihren Vater und macht sich Vorwürfe, ihn zu enttäuschen. Auch glaubt sie, durch ihre uneheliche Beziehung nicht tugendhaft zu leben. Somit kann sie sich nicht entschließen, ob sie zu ihrem Vater zurückkehren um ihre Tugend wiederherstellen oder weiter mit ihrem Geliebten leben möchte. Durch die Vergebung des Vaters und dessen Angebot, Mellefont aufzunehmen, scheint der Konflikt mit einem glücklichen Ausgang gelöst. Dieser wird jedoch durch den Tod des Liebespaares verhindert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Fragestellung

2 Der Begriff der Tugend

2.1 Der Tugendbegriff der Empfindsamkeit

2.2 Der Tugendbegriff der Miss Sara

3 Die Liebe im Drama

3.1 Saras Liebe zu Mellefont

3.2 Saras Liebe zu ihrem Vater

4 Entscheidungsmomente zwischen Liebe und Tugend

4.1 Tatsächliche Entscheidungen

4.2 Mögliche Entscheidungen, wäre der Zwiespalt nicht existent

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den inneren Konflikt der Protagonistin in Gotthold Ephraim Lessings "Miss Sara Sampson" und analysiert, wie dieser durch das Spannungsfeld zwischen persönlicher Liebe und bürgerlich-christlichen Tugendidealen geprägt ist.

  • Analyse des zeitgenössischen Tugendbegriffs der Aufklärung und Empfindsamkeit
  • Untersuchung der Beweggründe für Saras Flucht und ihre Reaktionen auf Mellefont
  • Psychologische Auseinandersetzung mit der Vater-Tochter-Beziehung im Drama
  • Reflexion über Entscheidungsalternativen im Kontext von Moral und Schuld

Auszug aus dem Buch

3.1 Saras Liebe zu Mellefont

Dass Sara Mellefont liebt, ist über die gesamte Handlung hinweg ersichtlich. Zuerst einmal verlässt diese als sehr gewissenhaft und pflichtbewusst dargestellte Protagonistin den Haushalt ihres liebenden Vaters freiwillig für Mellefont und flüchtet mit ihm in ein Wirtshaus, wodurch sie eine Verschlechterung ihrer persönlichen Lebensverhältnisse in Kauf nimmt, um mit ihrem Geliebten zusammenleben zu können.

Weiterhin drängt sie mehrfach auf eine Eheschließung. Dies hängt mit ihrem Begriff von einem tugendhaften Leben zusammen, ist aber auch darauf zurückzuführen, dass sie sich sicher ist, für immer mit Mellefont leben zu wollen. Diese Überzeugung bringt sie auch im Dialog mit ihm zum Ausdruck: „Ich bin mit meinem Herzen die Ihrige, und werde es ewig sein“.

Im Zuge dessen argumentiert sie auch, wie bereits erwähnt, mit der drohenden Gottesstrafe. Diese religiöse Argumentation relativiert sie jedoch wenig später wieder, als sie erläutert, dass viele andere Frauen die Ehe nur suchen würden, um ihre Ehre wiederherzustellen. Sie aber wolle „von keiner anderen Ehre wissen […] als von der Ehre, [Mellefont] zu lieben“. Sara will lediglich um ihrer selbst willen mit Mellefont verheiratet sein und bietet sogar an, die Ehe geheim zu halten. Diese Betonung der Liebe wird verstärkt dadurch, dass sie noch weitere Angebote macht, etwa „Sie sollen mich erklären können, für was Sie wollen“ oder „ich will derselben [der Verbindung] ewig unwert sein, wenn ich mir in den Sinn kommen lasse, einen anderen Vorteil, als die Beruhigung meines Gewissens, daraus zu ziehen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung in die Fragestellung: Das Kapitel führt in das Drama ein und erläutert den zentralen Zwiespalt der Protagonistin zwischen der Liebe zu ihrem Geliebten und ihrer moralischen Bindung an den Vater.

2 Der Begriff der Tugend: Hier wird der historische Tugendbegriff der Empfindsamkeit beleuchtet und auf die spezifische religiöse und moralische Selbstwahrnehmung von Miss Sara übertragen.

3 Die Liebe im Drama: Dieses Kapitel analysiert die ambivalente Gefühlswelt Saras, die sowohl durch die romantische Hingabe zu Mellefont als auch durch die tiefe Reue gegenüber ihrem Vater bestimmt wird.

4 Entscheidungsmomente zwischen Liebe und Tugend: Die Autorin untersucht konkrete Handlungsoptionen der Protagonistin und diskutiert, wie diese in Abhängigkeit von verschiedenen ethischen Maßstäben beeinflusst werden.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Figur der Sara maßgeblich durch ihre moralischen Wertvorstellungen in ihrem Handeln und in ihrem tragischen Schicksal determiniert ist.

Schlüsselwörter

Miss Sara Sampson, Lessing, Bürgerliches Trauerspiel, Tugend, Liebe, Aufklärung, Empfindsamkeit, Moral, Schuld, Vater-Tochter-Beziehung, Eheschließung, Selbstvorwürfe, religiöse Pflicht, Konflikt, Dramenanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den inneren Konflikt der Protagonistin in Lessings "Miss Sara Sampson" und deren ständigen Kampf zwischen der Liebe zu ihrem Geliebten und ihrem moralischen Anspruch an tugendhaftes Verhalten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Tugendbegriff der Aufklärung, der Dynamik einer unehelichen Beziehung im 18. Jahrhundert sowie der psychologischen Last familiärer und religiöser Normen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie der Zwiespalt zwischen Liebe und Tugend Saras Handlungsfähigkeit einschränkt und ihre Entscheidungen im Verlauf des Dramas nachhaltig beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Untersuchung, die sich auf das Primärwerk sowie auf forschungsrelevante Literatur zu Tugendbegriffen und dem bürgerlichen Trauerspiel stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung des Tugendbegriffs, eine detaillierte Betrachtung von Saras Liebesbeziehungen zu Mellefont und ihrem Vater sowie eine Fallstudie zu ihren Entscheidungsmomenten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Tugend, Liebe, Aufklärung, Moral, Schuld, das bürgerliche Trauerspiel und die spezifische psychologische Konstellation in Lessings Drama.

Warum leidet Sara unter dem "Zwiespalt" besonders, wenn es um ihren Vater geht?

Der Zwiespalt resultiert daraus, dass Saras moralisches Selbstbild auf der Ehrung ihrer Eltern basiert. Ihre Flucht verstößt gegen das vierte Gebot, was sie in einen unlösbaren Konflikt zwischen ihrem eigenen Glück und dem Wunsch nach familiärer Integrität stürzt.

Welche Rolle spielt der Begriff "Empfindsamkeit" für Saras Tugendverständnis?

Die Empfindsamkeit des 18. Jahrhunderts verknüpft tugendhaftes Handeln mit einem sensiblen moralischen Kompass. Sara reflektiert ihre Handlungen ständig unter diesem Aspekt, was sie noch selbstkritischer gegenüber ihren eigenen "Fehltritten" macht.

Wie hätte sich Sara entschieden, wenn der Zwiespalt nicht existiert hätte?

Ohne den moralischen Druck wäre Sara vermutlich nie mit Mellefont geflohen oder hätte deutlich früher den Kontakt zum Vater gesucht, anstatt eine Eheschließung zur bloßen Beruhigung ihres Gewissens anzustreben.

Ist Saras Tod ein Ergebnis dieses Zwiespaltes?

Die Arbeit legt nahe, dass Saras Unfähigkeit, den Konflikt zwischen ihrer Liebe zu Mellefont und ihrer moralischen Integrität aufzulösen, ihre psychische Belastung massiv verstärkt und sie in eine emotionale Ausweglosigkeit führt, die schließlich im tragischen Ende des Dramas gipfelt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Zwiespalt zwischen Liebe und Tugend in Lessings "Miss Sara Sampson"
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Anna Reißberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
14
Katalognummer
V1141839
ISBN (eBook)
9783346516886
ISBN (Buch)
9783346516893
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zwiespalt liebe tugend lessings miss sara sampson
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Reißberg (Autor:in), 2021, Der Zwiespalt zwischen Liebe und Tugend in Lessings "Miss Sara Sampson", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1141839
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Leseprobe aus  14  Seiten
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