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Das wohlfahrtsstaatliche Modell der Vereinigten Staaten von Amerika

Title: Das wohlfahrtsstaatliche Modell der Vereinigten Staaten von Amerika

Term Paper , 2006 , 11 Pages

Autor:in: Sahar Farman (Author)

Politics - Region: USA
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Um das wohlfahrtsstaatliche Modell der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) zu verstehen, empfiehlt es sich nicht nur, wie bei anderen Ländern auch, einen Blick auf die geschichtliche Entwicklung zu werfen, sondern auch die Philosophie, die aus der Geschichte heraus entstanden ist genau zu verstehen.

Die USA ist ein Einwanderungsland, welches in der ersten Zeit seiner Besiedlung primär Gruppen von Einwanderern anzog, die in ihrer Heimat Minderheiten waren und verfolgt oder unterdrückt wurden. Diese ersten Einwanderer prägten mit der Freiheit so zu leben, wie sie es gewählt hatten, den Freiheitsgedanken der heutigen USA. Das Land, mit seinen nach Westen hin offenen Grenzen bot unbegrenzte Möglichkeiten und jedem die Möglichkeit sich frei zu entfalten (vgl. Kaufmann 2003, 82). Vor diesem Hintergrund entwickelte sich auch die politische Ordnung. Es gilt das Prinzip der Selbstverwaltung mit einer Ordnung von unten nach oben. Da die USA keine Geschichte des Absolutismus oder der traditionalen Herrschaft haben, entwickelten sich dezentralisierte und fragmentierte Machtstrukturen, welche im Verlauf der Arbeit auch im Wohlfahrtssystem dargestellt werden (vgl. Kaufmann 2003, 82).

Die Folge der Freiheit sich eigenverantwortlich selbst verwirklichen zu können, ist eine starke Individualisierung der Bevölkerung. Aus dieser Individualisierung heraus lässt sich auch die wesentlich geringere Absicherung durch den Staat erklären. Soziale Ungleichheiten werden daher als natürliches Ergebnis menschlichen Zusammenlebens akzeptiert (vgl. Kaufmann 2003, 89). Da keine sozial starren Strukturen wie im Europa des 19. Jahrhunderts gegeben waren, war die soziale Ungleichheit auch vergleichsweise geringer. Sozialdarwinismus wurde zur Staatsphilosophie. Man ging davon aus, dass sich die Tüchtigen durchsetzen (vgl. Kaufmann 2003, 90). Nixon brachte die Position der USA zum Wohlfahrtsystem auf den Punkt, als er sagte: „The welfare ethics breeds weak people.“ (Zit. nach Kaufmann 2003, 91). Mit dieser Einstellung lässt sich die ganze Entstehung und Struktur des amerikanischen Wohlfahrtsystems verstehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arbeitsrecht und Gewerkschaften

3. Sozialpolitik

4. Arbeitslosigkeit und Krankheit

5. Armenfürsorge

6. Bildung

7. Krankenversicherung

8. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse des US-amerikanischen Wohlfahrtsstaatsmodells im Hinblick auf seine historische Entstehung, seine ideologischen Grundlagen sowie seine spezifische Ausgestaltung. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, warum sich das amerikanische System grundlegend von europäischen Modellen unterscheidet und welche Rolle dabei Faktoren wie Individualismus, staatliche Dezentralisierung und die spezifische Ausprägung von Arbeits- und Sozialpolitik spielen.

  • Historische und philosophische Grundlagen der US-Sozialpolitik
  • Struktur und Einfluss von Gewerkschaften sowie das US-Arbeitsrecht
  • Die Rolle der sozialen Sicherungssysteme wie "Social Security Act"
  • Besonderheiten in Bildungswesen und Krankenversicherung
  • Der Einfluss von Interessengruppen und politischer Ideologie auf die Sozialgesetzgebung

Auszug aus dem Buch

Arbeitsrecht und Gewerkschaften

Das US-amerikanische Wirtschaftssystem ist privatkapitalistisch ausgelegt und gewährt den Aktionären daher eine bessere Kontrolle der Geschäftsleitung. Des Weiteren wird im amerikanischen System stärker als in anderen Ländern auf die Kontrollfunktionen der Konkurrenz gesetzt und alle Schranken und Hemmnisse dementsprechend klein gehalten (vgl. Kaufmann 2003, 91). Durch den relativ losen Kündigungsschutz in den USA ist es sehr leicht für einen Arbeitgeber Beschäftige in einer Rezession zu entlassen, jedoch gehört es auch zur Wirtschaftskultur dieselben Arbeitskräfte bei einer verbesserten Auftragslage wieder einzustellen (Informationen für Politische Bildung 2004, 53).

Überraschenderweise gab es in den USA des 19. Jahrhunderts, im Vergleich zum Europa in derselben Zeit, keine politischen oder rechtlichen Hindernisse für Gewerkschaften. Das Problem lag in einem anderen Bereich. Die Arbeiter bekämpften Zusammenschlüsse von Bereichen, die Rechtsprechung jedoch handelte entsprechend den amerikanischen Wirtschaftsprinzipien und gab in den meisten Fällen den Arbeitgebern recht. Des Weiteren hatten die USA mit der Problematik der ehemaligen Sklaven und anderer Minderheiten umzugehen, die als gleichwertig in den Arbeitsmarkt aufgenommen und behandelt werden mussten. Diese beiden Faktoren haben im Wesentlichen dazu beigetragen, dass die Klassenfrage nie in einem europäischen Maße thematisiert wurde. Dennoch entstanden in den USA einige Gewerkschaften, zumeist als Assoziationen von Facharbeitern (vgl. Kaufmann 2003, 92). Man muss jedoch berücksichtigen, dass es keinerlei Klassenschranken gab und der Aufstieg am Arbeitsplatz vor allem mit den persönlichen Fähigkeiten der Arbeiter zu tun hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung und den Freiheitsgedanken in den USA, die das Fundament für das dezentrale und individualistische Sozialsystem bilden.

Arbeitsrecht und Gewerkschaften: Dieses Kapitel erläutert die marktorientierte Auslegung des US-Arbeitsrechts, den geringen Kündigungsschutz und die wechselvolle Geschichte der gewerkschaftlichen Organisation.

Sozialpolitik: Hier wird der Ursprung der Sozialpolitik durch Veteranenversorgung sowie der Wendepunkt durch den Social Security Act während der Roosevelt-Ära beschrieben.

Arbeitslosigkeit und Krankheit: Das Kapitel thematisiert die Dezentralisierung der Arbeitslosenversicherung und die in den meisten Staaten praktizierte private Absicherung bei krankheitsbedingtem Erwerbsausfall.

Armenfürsorge: Die Entwicklung von der traditionellen Fürsorge hin zu modernen Programmen wie AFDC sowie der Wandel von „welfare“ zu „workfare“ unter Clinton stehen hier im Mittelpunkt.

Bildung: Das Kapitel analysiert, wie das privat geprägte Bildungswesen durch Stipendien und Begabtenförderung versucht, Startchancen zu gewährleisten, ohne ein staatliches Monopol zu bilden.

Krankenversicherung: Es wird dargelegt, warum das Gesundheitssystem weitgehend privat organisiert ist und welche Rolle staatliche Programme wie Medicare und Medicaid spielen.

Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass das US-Modell primär durch marktwirtschaftliche Ideologie und die Akzeptanz individueller Eigenverantwortung geprägt ist.

Schlüsselwörter

Wohlfahrtsstaat, USA, Sozialpolitik, Social Security Act, Individualismus, Gewerkschaften, Arbeitsrecht, Armenfürsorge, Bildungssektor, Krankenversicherung, Marktideologie, Dezentralisierung, Arbeitgeber, Arbeitslosigkeit, Sozialdarwinismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das wohlfahrtsstaatliche Modell der Vereinigten Staaten von Amerika und arbeitet dessen Besonderheiten sowie historische Hintergründe heraus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen das Arbeitsrecht, die Sozialgesetzgebung, das Bildungssystem, die Krankenversicherung sowie die Ansätze der Armenfürsorge.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, das Verständnis für das amerikanische System zu vertiefen und aufzuzeigen, wie Ideologie und Geschichte die heutige Sozialstruktur prägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturrecherche, um das US-Wohlfahrtssystem in einen vergleichenden Kontext zu setzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in spezifische Sektoren wie das US-Arbeitsrecht, die Sozialpolitik, das Bildungssystem und den Gesundheitssektor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wohlfahrtsstaat, Individualismus, Marktideologie, Social Security Act und Arbeitsrecht sind zentrale Begriffe, die das Dokument prägen.

Warum gibt es in den USA kein einheitliches Verwaltungssystem?

Aufgrund des historischen Misstrauens gegenüber einem starken Staat und der föderalen Struktur sind Verwaltungsstrukturen dezentralisiert und oft fragmentiert.

Was unterscheidet das amerikanische Verständnis von Armut vom europäischen?

In den USA gilt Armut in der vorherrschenden Ideologie oft als individuell verschuldet, weshalb soziale Ungleichheit als natürliches Ergebnis marktwirtschaftlicher Prozesse akzeptiert wird.

Wie hat sich die Armenfürsorge unter Präsident Clinton gewandelt?

Präsident Clinton initiierte den Wandel von einem passiven Unterstützungssystem („welfare“) hin zu einer aktivierenden Arbeitsförderung („workfare“).

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Details

Title
Das wohlfahrtsstaatliche Modell der Vereinigten Staaten von Amerika
College
University of Marburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Wohlfahrtsstaaten im Vergleich
Author
Sahar Farman (Author)
Publication Year
2006
Pages
11
Catalog Number
V114225
ISBN (eBook)
9783640152254
ISBN (Book)
9783640154449
Language
German
Tags
Modell Vereinigten Staaten Amerika Wohlfahrtsstaaten Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sahar Farman (Author), 2006, Das wohlfahrtsstaatliche Modell der Vereinigten Staaten von Amerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114225
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