Mobile Payment in Deutschland. Eine Alternative zur Bargeldzahlung?


Hausarbeit, 2020

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition von Mobile Payment

3 Technische Voraussetzungen
3.1 Near Field Communication
3.2 Quick Response Code
3.3 Bluetooth Low Energy
3.4 Short Message Service

4 Sicherheiten für Nutzer
4.1 Allgemeine Sicherheitsaspekte
4.2 Sicherheiten des Zahlungssenders
4.3 Sicherheiten des Zahlungsempfängers

5 Akzeptanz von Mobile Payment
5.1 Wandel in Deutschland
5.2 Vergleich zu Schweden

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Mobile Payment wird kommen - soweit sind sich die meisten Analysten einig. Die Frage ist nur wann und wie. Und warum das Ganze so lange dauert - schließlich geistert das Thema bereits seit einigen Jahren umher, ohne dass sich nennenswerte Erfolge einstellen.“1

Die Welt wird zunehmend digitaler, ob es sich nun um die Prozesse der Industrie oder den Alltag der Menschen handelt.2

Die Umsätze auf dem Zahlungsmarkt steigen seit Jahren, innerhalb der letzten zehn Jahre haben sich diese nahezu verdoppelt. In Deutschland legt man nach wie vor Wert auf die Bezahlung mit Bargeld. Die Nutzung von Bargeld hat allerdings einen entscheidenden Nachteil, denn das Bar­geld wechselt auf Grund von Zirkulation häufig den Besitzer und geht somit durch viele Hände. Die Deutsche Bundesbank sortiert verschmutzte oder beschädigte Scheine zwar aus, kann aber nicht verhindern, dass sich auf dem Bargeld welches sich im Umlauf befindet, Keime festsetzen. Gerade jetzt in der vorherrschenden Corona-Pandemie, werden die Menschen hellhörig, wenn es um Aspekte der Hygiene geht. Selbst Händler fordern die Kunden in der aktuellen Pandemielage vermehrt zu kontaktloser Bezahlung auf. Während der Konfrontation mit COVID-19 wurden viele Missstände beziehungsweise Verbesserungspotenzial, vor allem im Bereich der Digitalisie­rung, aufgedeckt. Man kann behaupten, dass den Menschen durch die Pandemie die Digitalisie­rung quasi aufgezwungen wurde. Was aber, wenn man komplett auf das Bezahlen mit Bargeld verzichten könnte und stattdessen das Mobiltelefon oder gar die Smartwatch benutzt, um so völlig kontaktlos zu bezahlen? Diese bisher nicht sehr häufig verwendete Art des Bezahlens wird als „Mobile Payment“ bezeichnet. Konkret also die Zahlung mit einem mobilen Endgerät. Das Mo­biltelefon ist schon seit Jahren ständiger Begleiter eines Großteils der Bevölkerung. Es wird ge­nutzt für den E-Mailverkehr, die Nutzung von Social Media, das Lesen von Nachrichten oder aber für die Verwaltung der Finanzen. Trotz der Verbreitung der Mobiltelefone bei den Menschen bleibt die Akzeptanz von Mobile Payment eher zurückhaltend.3

In meiner Arbeit werde ich mich mit der Fragestellung befassen, ob Mobile Payment eine Alter­native für die Bargeldzahlung in Deutschland ist.

Das Ziel meiner Ausführung ist es, über die Voraussetzungen, die für Mobile Payment benötigt werden, sowie über die Sicherheit und Akzeptanz von M-Payment in Deutschland zu informieren.

2 Definition von Mobile Payment

Bei dem Begriff „Mobile Payment“, verkürzt auch „M-Payment“ genannt, handelt es sich nach der Auffassung von Joachim Henkel verallgemeinert um ein Zahlungsverfahren, welches mit der zwingend erforderlichen Zuhilfenahme eines mobilen Endgerätes, beziehungsweise einem Mo­biltelefon durchgeführt wird. Unter bestimmten Voraussetzungen, die im Verlauf der Arbeit näher erläutert werden, ist dieses Endgerät in der Lage, Zahlungen im Bereich von E-Commerce (On­line-Shops / Online-Marktplätze), M-Commerce (Teilbereich von E-Commerce - Nutzung von mobilen internetfähigen Geräten zum Durchführen von elektronischen Geschäftsabschlüssen), als auch „offline“ an Kartenterminals vorzunehmen. Ein zentrales Element des Mobile Payments ist, dass der Vorgang der Zahlung durch den Nutzer autorisiert und gegebenenfalls im M-Commerce angestoßen werden muss. Durch diesen Zahlprozess entsteht für Hersteller von Mobiltelefonen sowie Mobilfunkbetreiber die Möglichkeit in den Markt der Zahlungsdienstleister einzusteigen und so mit etablierten Finanzdienstleistern in Konkurrenz zu treten. Da Netzbetreiber, Banken und Kreditkartenunternehmen bei dem Thema Mobile Payments mitmischen wollen, kann man in diesem Bereich zahlreiche Aktivitäten wahrnehmen. Zahlreiche Initiativen und Allianzen ver­folgen unterschiedlichste Lösungen zur Realisierung von M-Payment.4

Differenzieren kann man dies noch weiter, indem man die Zahlungen mit einer räumlichen Dis­tanz betrachtet. Daraus entstehen die Betrachtungswinkel der „räumlichen Nähe“ auch Proximity genannt, sowie der „räumlichen Ferne“ welche auch als Remote bezeichnet wird. Zahlungen an festen Verkaufsstandorten (Lebensmittel-, Textil- oder auch Möbelgeschäfte), mit beweglichen Transaktionsorten (Taxis oder sogenannte fliegende Händler), Zahlungen an Automaten (Parkti­cket- oder Zigarettenautomat) oder auch die Zahlung zwischen Privatpersonen (Aufteilen von diversen Rechnungen) fallen in den Nahbereich. Die Zahlung zwischen Privatpersonen, auch Per­son-to-Person genannt, kann jedoch auch bei räumlicher Distanz erfolgen (Transfer von Geld an Familienmitglieder während derer Abwesenheit). Als Teilbereich innerhalb des E-Commerce, kann man das M-Commerce ansehen. M-Commerce ist prinzipiell von jedem internetfähigen Mo­biltelefon Ortunabhängig und rund um die Uhr möglich. Auch telefonische Bestellungen bei Ver­sandhändlern, die direkt am Mobiltelefon bezahlt werden, fallen unter die Remote-Bezahlverfah­ren. Ebenso gehört auch das klassische Mobile Banking zur Bezahlung über Distanz.5

Die Zahlungen werden unter der Zuhilfenahme verschiedenster technischer Methoden und deren Standards durchgeführt. Wie bereits oben erwähnt, ist ein Mobiltelefon und mindestens eine der folgenden Technologien zwingend erforderlich, um Mobile Payment nutzen zu können. Von ent­scheidender Tragweite ist der Übermittlungsstandard der zahlungsrelevanten Daten am Zahlungs­ort. Im folgenden Teil werden die verbreitetsten Techniken NFC, QR-Code, BLE, sowie die Zah­lung per SMS näher erläutert.6

Bei Mobile Payment mit dem Mobiltelefon handelt es sich nach Winnefeld und Michels um die einzige Lösung, mit dem der Konsument wirklich vollständig kontaktlos bezahlen kann, da die Autorisierung nur am eigenen Smartphone stattfindet. Bei kontaktlosen Kartenzahlungen muss nach einer Gesamtsummer von 150 Euro oder spätestens nach fünf Transaktionen eine PIN am Kartenterminal eingegeben werden.7

3 Technische Voraussetzungen

3.1 Near Field Communication

Göbel beschreibt den Übertragungsstandard NFC als eine Möglichkeit zum kontaktlosen Daten­austausch innerhalb eines kleinen Radius im Zentimeterbereich. Mit dem Einfluss der internatio­nalen Kartenunternehmen und dessen Einführung von „kontaktlosen Girocards“ war der Grund­stein für die ebenso funktionierende NFC-Zahlung mit dem Handy gelegt. Mittlerweile zählen neben den Kartenunternehmen auch die Mobilfunkhersteller zu den Unterstützern der NFC-Tech- nologie. Ein großer Vorteil der Bezahlung durch NFC ist die Bequemlichkeit. Durch sogenanntes „Tappen“ auf einem unterstützenden Kartenterminal werden die Zahlungsvorgänge bestätigt. Bei geringen Beträgen, bedarf es neben der Displaysperre keiner weiteren Sicherheitsüberprüfung durch die Anwender. Bei höheren Beträgen können jedoch zusätzliche Sicherheitsmechanismen hinzukommen. Anhand von Geräten des Herstellers Apple kann man erkennen, dass es keine Gesamtlösung für das Konzept der NFC-Zahlung gibt. Apple-Geräte haben die Einschränkung, dass lediglich das eigene Programm „Apple Pay“ zur NFC Zahlung freigegeben wurde. Wegen eben jener fehlenden Gesamtlösung wird die Weiterentwicklung und Einführung von NFC weiter erschwert.8

Die oben genannten geringen Beträge für die keine PIN-Eingabe notwendig ist, wurden laut der Nachrichten-Website www.heise.de Anfang des Jahres 2020 von vielen Kartenunternehmen von einem geringen Betrag von 25 auf 50 Euro angehoben, um das berührungslose Bezahlen als „hy­gienische Bezahlmethode“ in der vorherrschenden Corona-Situation zu fördern. Dies betrifft al­lerdings nur die Zahlung mit Kredit- und Girocards. Die Autorisierung der Zahlung per Mobilte­lefon läuft über Anwendungen auf dem Mobiltelefon, somit ist keine Freigabe über das Bezahl­terminal notwendig.9

3.2 Bluetooth Low Energy

Bei BLE handelt es sich nach Göbel um einen Übertragungsstandard auf der Basis von Bluetooth. Dieser Standard kommt bisher nur vereinzelt bei Zahlungen vor. Bei diesem Verfahren erfolgt ein ähnliches Vorgehen wie bei dem bereits oben genannten „Tappen“ an einem Point of Sale (Geschäfte); der Vorteil bei diesem Verfahren liegt ganz klar in der herstellerübergreifenden Ver­fügbarkeit von Bluetooth. BLE bietet somit eine große Reichweite von kompatiblen Geräten. Ein signifikanter Nachteil ist, dass der Händler eine Bluetooth-Infrastruktur benötigt, welche erst durch finanzielle Mittel aufgebaut werden muss.10

3.3 Quick Response Code

Den Quick Response Code - auch QR-Code genannt - hat Göbel als eine grafische Darstellung von Datenelementen beschrieben. Dieser Code kann dann zum Beispiel mit der Kamera eines Mobiltelefons erfasst und verarbeitet werden. Hierdurch kann das Mobiltelefon auch im Zah­lungsverkehr eingesetzt werden, da es die benötigten Zahlungsdaten erfasst; eine händische Ein­gabe durch den Nutzer entfällt in diesem Fall. Die Nutzung im Einzelhandel ist nur einer der potentiell möglichen Anwendungsbereiche. Hinzu kommt der Einsatz am Point of Sale, an Bild­schirmen bei Onlinekäufen oder auch auf Papierbelegen wie Rechnungen. Durch die fehlenden Beschränkungen von Herstellerseiten hat der QR-Code einen Vorteil gegenüber NFC. Als Nach­teil gegenüber NFC muss man die beschränkte Leistung, aber auch die Bedienerfreundlichkeit sehen.11

3.4 Short Message Service

„Die Bezahlung mittels SMS oder Telefonkanal, d. h. über die Kanäle und Dienste der Mobil­funkgesellschaften, ist schon länger bekannt und soll nicht unerwähnt bleiben. Die Abrechnung erfolgt dabei in der Regel über die Telefonrechnung. Auch dies ist komfortabel möglich.“12

[...]


1 Linnhoff-Popien et al. (2015), S. 380.

2 Vgl. Gläß/Leukert (2017), S. 3.

3 Vgl. Winnefeld/Michels (2020), S. 144.

4 Vgl. Silberer et al. (2001), S. 328.

5 Vgl. Hierl (2017), S. 82 ff..

6 Vgl. Hierl (2017), S. 149.

7 Vgl. Winnefeld/Michels (2020), S. 146.

8 Vgl. Hierl (2017), S. 149 f.

9 Vgl. Kannenberg (2020).

10 Vgl. Hierl (2017), S. 150 f..

11 Vgl. Hierl (2017), S. 150.

12 Linnhoff-Popien et al. (2015), S. 413.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Mobile Payment in Deutschland. Eine Alternative zur Bargeldzahlung?
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Hagen
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V1142402
ISBN (eBook)
9783346519283
ISBN (Buch)
9783346519290
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mobile Payment
Arbeit zitieren
Frederic Moog (Autor:in), 2020, Mobile Payment in Deutschland. Eine Alternative zur Bargeldzahlung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1142402

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