Ziel des vorliegenden Transferreportes ist es, zu definieren was man unter dem Begriff des Wirtschaftens versteht. Der Bericht beginnt in Kapitel 2 mit der Vorstellung der projektgebenden Organisation. Im Anschluss folgt die Definition der notwendigen Grundbegrifflichkeiten und in Kapitel 4 der praxisorientierte Inhaltstransfer. Hier soll am Beispiel des Projektgebers, der Stadt Regensburg, aufgezeigt werden, welche Bedürfnisse nur durch eine gesellschaftliche Anstrengung befriedigt werden können. Der Report endet mit einer Zusammenfassung.
In der Volkswirtschaft der Bundesrepublik Deutschland wirtschaften aktuell rund 3,5 Millionen Unternehmen und 41 Millionen Haushalte (HH). Die von der Wirtschaft erzeugten Güter und Dienstleistungen werden am Markt bzw. einer Vielzahl von verschiedenen Märkten feilgeboten und dort von den HH nachgefragt. Auf den Märkten treffen Angebot und Nachfrage zusammen und es wird derjenige Preis und die Menge eines Gutes bestimmt, bei dem Angebot und Nachfrage übereinstimmen. Im Gegensatz zu Planwirtschaftssystemen die mittels eines Zentralplans koordiniert werden, ermöglicht das marktwirtschaftliche System eine dezentrale Organisation der Volkswirtschaft. Welche wirtschaftlichen Prozesse ablaufen, wird von den Unternehmen und den HH bestimmt. Im volkswirtschaftlichen Modell des vollkommenen Marktes treten die HH als Nachfrager und die Unternehmen als Anbieter auf den Gütermärkten auf. Die Akteure am Markt entscheiden darüber, welche Güter, in welcher Menge, an welchem Ort und zu welcher Zeit produziert und nachgefragt werden.
Die Volkswirtschafts-lehre (VWL) beschäftigt sich vornehmlich mit komplexen gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen. Mit Hilfe von verschiedenen Modellen soll versucht werden herauszufinden, welchen Einfluss z.B. die Erhöhung des Einkommens der Haushalte auf deren Konsumverhalten hat.
Denkt man das Modell des vollkommenen Marktes etwas weiter, so wird klar, dass Unternehmen und HH nicht die einzigen Marktteilnehmer sind. Der heimische Staat, die europäische Zentralbank und die Wirtschaftspolitik fremder Staaten können das Marktgleichgewicht und somit die deutsche Wirtschaft beeinflussen. Um den Auswirkungen einer wirtschaftspolitischen Entscheidung wie z.B. die Erhöhung von Zöllen, oder eines sinkenden Wechselkurses richtig nachvollziehen zu können ist es notwendig, einige Grundbegriffe der VWL zu klären.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorstellung des Projektgebers
3 Bedürfnisse, Bedarf und ökonomisches Prinzip
4 Kollektivbedürfnisse in der Kommune
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Dieser Transferreport verfolgt das Ziel, den ökonomischen Begriff des Wirtschaftens zu definieren und diesen anhand der Konzepte von Bedürfnissen und Bedarf theoretisch herzuleiten sowie praxisnah auf die kommunale Ebene zu übertragen.
- Grundlagen der Volkswirtschaftslehre und ökonomisches Handeln
- Kategorisierung menschlicher Bedürfnisse (Individual- vs. Kollektivbedürfnisse)
- Anwendung ökonomischer Prinzipien (Maximal- und Minimalprinzip)
- Strukturelle Analyse der Bedürfnisbefriedigung am Beispiel der Stadt Regensburg
- Abgrenzung von Pflichtaufgaben und freiwilligen Aufgaben einer Kommune
Auszug aus dem Buch
3 Bedürfnisse, Bedarf und ökonomisches Prinzip
Im Rahmen der Einleitung wurde nur kurz auf den Begriff der Wirtschaft und des Wirtschaftens eingegangen. Als Kernfrage der Wirtschaft definiert Fischbach die Frage: „Wovon lebt der Mensch?“7. Die Antwort auf die Frage soll anhand der Begriffe Bedürfnisse, Bedarf und ökonomisches Prinzip erfolgen. Diese stehen in einem chronologischen Zusammenhang zueinander. Am Beginn jedes Wirtschaftens steht das Bedürfnis. Aus ihm wächst der Bedarf und bedingt durch die Ressourcenknappheit die Notwendigkeit zu ökonomischem Handeln.
Bedürfnisse wohnen beinahe allen Lebensformen der Erde inne. Einfache Zellen brauchen Stickstoff, Fische das Wasser und je höher entwickelt die betrachtete Lebensform ist, desto umfangreicher werden dessen Bedürfnisse. Der Mensch hat die weitreichendsten Bedürfnisse. In der Literatur werden diese als Gefühl eines Mangels und den Wunsch eben diesen zu beheben definiert.8
Das Wissen um einen Mangel schafft das Bedürfnis, welches unterschiedlich beschaffen sein kann. Aufgrund dessen Mannigfaltigkeit ist eine Kategorisierung notwendig. Abbildung 1 zeigt eine mögliche Einteilung von menschlichen Bedürfnissen. Wirtschaftlich relevant sind nur die materiellen Bedürfnisse. Sie umfassen sowohl Individual- als auch Kollektivbedürfnisse.
Entstehen Kollektivbedürfnisse aus dem gemeinschaftlichen Zusammenleben heraus und ist deren Befriedigung nur im Kollektiv möglich, so sind dagegen Individualbedürfnisse diejenigen einer einzelnen Person und nur von dieser zu befriedigen. Diese werden weiter in Existenz- und Luxusbedürfnisse untergliedert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein und definiert das Ziel der Arbeit, den Begriff des Wirtschaftens sowie dessen praktische Bedeutung für eine Kommune zu erläutern.
2 Vorstellung des Projektgebers: Dieses Kapitel stellt die Stadt Regensburg als Verwaltungsorganisation vor und beschreibt ihre Rolle als Arbeitgeber und Institution zur Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse.
3 Bedürfnisse, Bedarf und ökonomisches Prinzip: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem die Begriffe Bedürfnis, Bedarf und die ökonomischen Prinzipien (Maximal- und Minimalprinzip) zur Ressourcenallokation hergeleitet werden.
4 Kollektivbedürfnisse in der Kommune: Das Kapitel analysiert die Abgrenzung von Individual- zu Kollektivbedürfnissen und konkretisiert dies an den Pflicht- und freiwilligen Aufgaben der Stadtverwaltung Regensburg.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die wachsende Bedeutung der Kommune bei der Befriedigung komplexer gesellschaftlicher Bedürfnisse.
Schlüsselwörter
Wirtschaften, Bedürfnisse, Bedarf, ökonomisches Prinzip, Maximalprinzip, Minimalprinzip, Individualbedürfnisse, Kollektivbedürfnisse, Kommune, Stadt Regensburg, Pflichtaufgaben, Ressourcenknappheit, öffentliche Verwaltung, Markt, Volkswirtschaftslehre
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der volkswirtschaftlichen Definition des Wirtschaftens und untersucht, wie dieses durch ökonomische Prinzipien gesteuert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Systematik menschlicher Bedürfnisse, die Transformation von Bedürfnissen in Bedarf sowie die öffentliche Daseinsvorsorge durch eine Kommune.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie knappe Ressourcen auf Bedürfnisse verteilt werden und welche Rolle eine Gebietskörperschaft wie die Stadt Regensburg dabei spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Herleitung der ökonomischen Grundbegriffe vorgenommen, die anschließend anhand eines praktischen Fallbeispiels (Stadt Regensburg) veranschaulicht wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Bedürfnissen und ökonomischem Handeln sowie die praxisorientierte Analyse von Kollektivbedürfnissen in einer Kommune.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Wirtschaften, ökonomisches Prinzip, Kollektivbedürfnisse, Bedarf und Ressourcenknappheit.
Welche Arten von Kollektivbedürfnissen unterscheidet der Autor?
Es wird zwischen marktfremden Bedürfnissen, deren Befriedigung nur im Kollektiv möglich ist, und politisch bedingten Bedürfnissen unterschieden.
Wie unterscheidet die Stadt Regensburg ihre Aufgabenbereiche?
Die Stadt differenziert zwischen gesetzlich verpflichtenden Aufgaben der Daseinsvorsorge und freiwilligen Leistungen, die kulturellen oder sozialen Zwecken dienen.
- Arbeit zitieren
- Quirin Anton Wanninger (Autor:in), 2020, Vom Bedürfnis zum Bedarf. Kollektive Bedürfnisse in einer Kommune, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1142522