Kindesprostitution in den Medien Londons des späten 19. Jahrhunderts

Der Fall von Eliza Armstrong und die Pall Mall Gazette


Bachelorarbeit, 2021

47 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Fall „Eliza Armstrong“
1.1 Polizeiarbeit

2. Entwicklung der Zeitungen ab 1850

3. Prostitution in London im 19. Jahrhundert
3.1 Gründe für Prostitution
3.2 Beziehung zwischen Prostitution und Polizei

4. Kinderarbeit
4.1 Kindesprostitution
4.2 „The Maiden Tribute of Modern Babylon”
4.2.1 “The Violation of Virgins”
4.2.2 „A Firm of Procuresses”
4.2.3 „How the Criminals are shielded by law”
4.2.4 „[Conclusion]”
4.3 William Stead
4.4 Old Bailey Trial
4.4.1 Eliza Armstrong - das Opfer im Zeugenstand
4.4.2 Die Mutter, die ihr Kind verkaufte?
4.4.3 Das Urteil

5. Nachwirkungen

Fazit und Ausblick

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einleitung

„I cried because I did not know what the men were going to do with me at first.”1 - Eliza Armstrong, am 03. Oktober 1885.

Im London des Jahres 1885 florierte die Kindesprostitution und viele Menschen sahen tagtäglich dabei zu, wie Kinder verschwanden oder junge Frauen auf den Straßen Opfer sexueller Belästigung oder Verführung wurden. Der Criminal Law Amendment Act war im ersten Halbjahr 1885 bereits zum dritten Mal vom House of Commons abgelehnt worden, weil sich nicht auf das Alter der sexuellen Selbstbestimmung geeinigt werden konnte. Während es viele Frauen, Kinder und Männer in die wachsende Metropole zog, befassten sich zunehmend Anthropologen und Kriminologen der ersten Generation mit der Problematik der Prostitution. Waren Frauen, wie der Gründer der Kriminalanthropologie, Cesare Lombroso, darlegte, wirklich „geborene Prostituirte [sic]“2 oder waren es doch eher die sozialen Missstände, die sie dazu brachten, ihre Körper für Geld zu verkaufen? Welche Möglichkeiten gab es, um diese Frauen und jungen Mädchen, welche sich durch unterschiedliche Gründe in der Prostitution wiederfanden, davor zu schützen, überhaupt in diese Situation zu geraten? Warum war es kein Verbrechen, ein 13-jähriges Mädchen gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr zu zwingen? Diese Fragen stellte sich ein Journalist und ging für die Antworten einige gewagte Schritte, unter anderem tauchte er ab in die sogenannte „viktorianische Unterwelt“.

Dieser Autor, William Thomas Stead, und sein berühmter Vierteiler „The Maiden Tribute of Modern Babylon“ gaben den Zeitgenossen damals und Forschenden heute einen detaillierten Einblick in die systematisierte Welt der Zuhälter, Verführerinnen und Prostituierten, mit einem ganz besonderen Fokus auf die Kinder in dieser Welt. Aber nicht nur diese Beleuchtung der strukturellen Probleme sollte Stead zu einer Berühmtheit seiner Zeit machen. Die größte Bühne hatte der Journalist, als er im Oktober 1885 vor der Jury des Old Bailey Gerichtshofes in London stand und sich in einem Verfahren wegen Kindesentführung selbst verteidigte. Um zu beweisen, wie weit man gehen konnte, inszenierte er einen Kauf und die Verschleppung eines 13-jährigen Mädchens namens Eliza Armstrong. Ihre Geschichte rührte tausende Leser, nicht nur in England, sondern auch auf internationaler Ebene.3 Sie zeigte, dass auch Mütter bereit waren, für Geld ihre jungfräulichen Töchter zu verkaufen, wissentlich in die Prostitution. Zumindest war dies das Bild, welches Stead kreieren wollte.

Es war dieser Einblick in eine Familie, in ein Leben, der viele Menschen so schockierte, dass sie vehementer als zuvor die Erhöhung des Alters der sexuellen Selbstbestimmung forderten und hinter dem Journalisten standen. Die Reihe war gefüllt von Einblicken in die Machenschaften der Zuhälter, Bordellbetreiber, Polizisten und die Geschichten der Opfer. Auf insgesamt 23 Seiten schrieb er alles Wissen auf, welches er sich in seiner Zeit der Recherche angeeignet hatte.

Auch wenn Stead als Autor dieses Vierteilers eine sehr wichtige historische Figur im Zusammenhang mit der Erforschung der Kindesprostitution in London darstellt, soll in dieser wissenschaftlichen Arbeit der Fokus auf die Opfer gelegt werden. Über die Täter wird in der Kriminalgeschichte viel geschrieben, die Geschichten der Opfer rücken dabei häufig in den Hintergrund. Um es mit den Worten der frühen englischen Geschlechtergeschichte auszudrücken, möchte diese Arbeit „,Herstory‘ statt ,History‘“4 schreiben. Es soll ergründet werden, welche Rolle die Pall Mall Gazette darstellte, wenn es darum ging den Fall Eliza Armstrong an die Öffentlichkeit zu bringen und welchen Einfluss sie auf die Kindesprostitution und die Frauenrechtsbewegung ausgeübt hat. Begünstigte der Vierteiler die Verabschiedung des Criminal Law Amendment Act 1885 und was wurde dort beschlossen? Es wird zudem untersucht, wie weit die Menschen gingen, um an Kinder zu gelangen, zusätzlich wird eine Hervorhebung der geschlechtlichen Ungleichheiten vorgenommen.

Als Quellengrundlage liegen die vier Artikel der Serie „The Maiden Tribute of Modern Babylon“ vor, sowie das Gerichtsverfahren des Old Bailey und der Criminal Law Amendment Act von 1885. Hierzu werden die Zeitungsartikel in Gänze zusammengefasst und interpretiert. In den Zitaten, welche unübersetzt in Englisch aufgeschrieben sind, wurde die alte englische Rechtschreibung übernommen. Es wird, um den Lesefluss zu erleichtern, keine gegenderte Sprache verwendet, es sind jedoch immer alle Geschlechter miteinbezogen.

Die vierteilige Serie „The Maiden Tribute of Modern Babylon” wurde im Juli 1885 von der Londoner Zeitung Pall Mall Gazette veröffentlicht. Geschrieben wurden die Artikel von dem Direktor der Zeitung und Journalisten William Thomas Stead. Der Vierteiler richtete sich an das gemeine Volk und sollte diesem einen Einblick in die Gefahren für ihre Kinder durch die immerwährende Bedrohung der Verführerinnen und Zuhälter gewähren. Aber nicht nur die Bevölkerung sollte erfahren, was sich in den Straßen Londons täglich abspielte, sondern auch die Politik sollte mit dieser investigativen Reihe unter Druck gesetzt werden den ausstehenden Criminal Law Amendment Act endgültig zu beschließen und zu verabschieden. In diesem sollte das Alter der sexuellen Selbstbestimmung, welches im Juli 1885 noch bei 13 Jahren lag, auf 16 Jahre erhöht werden. Um investigativer berichten zu können inszenierte Stead den Kauf eines jungen Mädchens, namens Eliza Armstrong. Dafür sollte er später vor Gericht stehen und verurteilt werden. Inwiefern dies die Qualität und Glaubwürdigkeit der Quelle in Frage stellt, soll im Verlauf dieser Arbeit diskutiert werden. Ohne Zweifel lässt sich jedoch belegen, dass die Serie „The Maiden Tribute of Modern Babylon“ national und international viel Aufsehen erregte und den Journalisten William Stead zu einer Berühmtheit seiner Zeit werden ließ.5

Die zweite Quelle ist das Gerichtsverfahren gegen William Stead, Rebecca Jarrett und zwei weitere Komplizen im Fall der Entführung des Kindes Eliza Armstrong. Auf 93 Seiten sind auf der Website des alten Gerichts die Aussagen der jeweiligen Zeuginnen und Zeugen zu finden. Mitgeschrieben von Gerichtsschreibern ist dieses Verfahren bis heute erhalten. Das Verfahren fand im Oktober 1885 statt und endete mit dem Schuldspruch für Rebecca Jarrett und William Stead, die anderen Beteiligten wurden vorerst freigesprochen. Die Fragen der Anwälte und Verteidiger sind nicht mit angegeben, zu lesen sind nur die Antworten der jeweiligen Befragten. Dennoch ist diese Quelle sehr wertvoll, da sie gänzlich wertungsfrei und unkommentiert einsehbar ist. Eine Bewertung des Ganzen wird dem Leser der Quelle überlassen. Ein direktes Publikum hat die Veröffentlichung der Quelle nicht, außer dass sie sich zu Recherchezwecken der Forschung sehr gut eignet und genutzt wird.

Die dritte hier verwendete Quelle ist der Criminal Law Amendment Act der Houses of Parliament aus dem Jahr 1885. Hierbei handelt es sich um einen Gesetzestext, welcher unter anderem das Alter der sexuellen Selbstbestimmung auf 16 Jahre anhob und jegliche Form der Entführung zum Zweck der Prostitution oder des sexuellen Missbrauchs strafbar machte. Zudem erhielt die Polizei mehr Befugnisse als vermisst gemeldete Frauen zu suchen und es ermöglichte dem Staat Eltern das Sorgerecht zu entziehen, sollten sie ihr Kind für sexuellen Missbrauch oder Prostitution zu Verfügung stellen. Verabschiedet wurde das Gesetz am 14. August 1885 vom Parlament des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland.

Zunächst wird der Fall „Eliza Armstrong“ zusammengefasst, sowie die Anfänge der Polizeiarbeit, nach der Anzeige der Mutter gegen Stead. Hier wird auch der Zeitpunkt und die vermeintlichen Beweggründen der Mutter kommentiert. Danach folgt eine theoretische Einordnung zur Entwicklung der Zeitungen und ihrer Rolle in der englischen Politik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es wird daraufhin eine Einführung in die sogenannte viktorianische Unterwelt gegeben und aufgezeigt, welche Beweggründe Frauen damals hatten in, die Prostitution zu gehen. Zudem soll die Beziehung zwischen Prostituierten, Bordellbesitzern und Polizisten erläutert werden. Nach den theoretischen Einordnungen zur Presse und der Prostitution folgt der Schwerpunkt dieser Arbeit, in welchem das Thema Kindesprostitution klar im Fokus steht. Anhand des Vierteilers „The Maiden Tribute of Modern Babylon“ soll die Tiefe der Unterwelt aufgezeigt werden und zudem symbolisieren, wie wichtig die Arbeit der Presse im späten 19. Jahrhundert war, um solche Missstände ans Tageslicht zu bringen. Obwohl der Fokus dieser Arbeit auf den Geschichten der Opfer der Kindesprostitution liegen soll, muss der Autor des Vierteilers William Thomas Stead kurz beschrieben und analysiert werden, um den weiteren Verlauf des Falls „Eliza Armstrong“ zu verstehen. Im Anschluss folgt eine kurze Darstellung des Gerichtsverfahrens gegen Stead und seine Komplizen im Old Bailey Verfahren. Hier soll die Aussage des Opfers Eliza einen besonderen Stand haben. Zuletzt erfolgt eine Auswertung der Nachwirkungen des Falls im Hinblick auf den Criminal Law Amendment Act von 1885, sowie eine kurze Diskussion zur Diskreditierung der Problematik durch die Verurteilung des Journalisten.

Der Fall Eliza Armstrong selbst ist in der Forschungsliteratur schon sehr gut erforscht, besonders erwähnenswert ist hier das Buch „The Armstrong Girl. A child for sale: the battle against the Victorian sex trade“ von der Journalistin Cathy Le Feuvre. Sie legt ihren Fokus auf die Täter und die Eltern des Opfers im Gerichtsverfahren. Am meisten Kritik erfährt bei ihr der Journalist Stead. Ihre Monografie bietet einen guten Überblick über das Verbrechen und die Folgen für die Beteiligten.

Zu Kinderarbeit in England gibt es ebenfalls sehr viel Forschung, besonders zu den Arbeitsbedingungen, unter welchen die Kinder lange Zeit ihre Arbeit verrichten mussten. Ein gutes Übersichtswerk bietet hier der Historiker Edward Thompson mit seiner Monografie „The Making of the English Working Class“ aus den 1960er Jahren. Bis heute berufen sich viele Forscher zu dem Thema auf dieses Werk.

Bei der Erforschung der Geschichte der Prostitution ergibt sich das Problem der Lokalität. Jede Region, jedes Land und jede Kommune ging anders mit Prostituierten um und nicht überall war sie gleich stark ausgeprägt. Daraus ergeben sich unterschiedlichste Gesetzesgrundlagen und Entwicklungen. In Deutschland beispielsweise erließ Preußen andere Gesetze zu anderen Zeitpunkten als die Hansestadt Hamburg. Ähnliches gilt für England. Während es in der ländlichen Region wenig bis gar keine Probleme mit Prostitution gab, fühlten sich die Menschen in London von ihr in ihrer Sittlichkeit bedroht. Folglich wurde mit den Frauen in London anders umgegangen. Die Ergründung des Themenbereichs ist durch die unterschiedliche Handhabung der einzelnen Regionen erschwert. Es gibt zwar einige Werke zu Prostitution in England und der viktorianischen Unterwelt, allerdings ist es schwierig da von Übersichtswerken zu sprechen.

Ähnlich verhält es sich mit der Kindesprostitution. Hier ist jedoch zu erwähnen, dass Kindesprostitution im späten 19. Jahrhundert häufig gemeinsam mit dem Mädchenhandel, auch White Slave Trade genannt, als Teilbereich erforscht wird. Der Mädchenhandel soll in dieser Arbeit jedoch keine Rolle spielen. Zu Kindesprostitution gibt es zwar wenige Monografien, dafür aber einige Aufsätze, größtenteils neuerer Natur. Hier wurde der Artikel von Heather Montgomery viel verwendet, da er einen guten, aber knappen Überblick zu dem Thema bietet.

Im Folgenden soll nun erörtert werden, welche Auswirkungen die Veröffentlichung des Vierteilers „The Maiden Tribute of Modern Babylon“ auf die Gesetzgebung, die Kindesprostitution Londons hatte. Inwiefern all dies eine Diskreditierung erfuhr, als der Autor und Inszenator des Ganzen, William Thomas Stead drei Wochen nach Verfahrensbeginn wegen Kindesentführung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, soll ebenfalls erörtert werden.

1. Der Fall „Eliza Armstrong“

„I am very happy. The ‘Captain' is very good to me [...] I am getting on all right. I has plenty to eat an drink [...].“6 Diese Zeilen schrieb das angeblich entführte Mädchen Eliza Armstrong aus Paris an ihre angebliche Zuhälterin.

Im Sommer 1885 führte der Journalist William Stead seinen wohl bekanntesten und kontroversesten Coup des investigativen Journalismus durch, indem er ein junges Mädchen im Alter von 13 Jahren für den Zweck der Prostitution bei ihrer Mutter kaufte und nach Frankreich verschleppen ließ. Dieses Mädchen hieß Eliza Armstrong und lebte bis zum 03. Juni 1885 mit ihrer Familie, bestehend aus ihren Eltern Charles und Elizabeth Armstrong, sowie vier weiteren Geschwistern in Lisson Grove, einem westlichen Bezirk Londons. Über ihr Leben vor dem Verkauf durch ihre Mutter ist nichts konkretes bekannt oder belegt.

Im Vorfeld des Kaufs der Dreizehnjährigen organisierte Stead gemeinsam mit Josephine Butler, eine Anführerin des Social Purity Movement, und der von ihr angestellten ehemaligen Prostituierten Rebecca Jarrett, ein Treffen mit Elizabeth Armstrong, der Mutter des Kindes. Stead arrangierte daraufhin mit der ehemaligen Prostituierten, dass diese ihm ein 13-jähriges Mädchen organisieren solle. Seinen Aussagen zufolge war er sehr deutlich, was mit Eliza passieren würde. Sie sollte zur Prostitution verwendet und nach Frankreich verkauft werden,7 woraufhin Rebecca Jarrett zustimmte. Die frühere Prostituierte traf sich kurze Zeit später mit Nancy Broughton, welche von einer Mutter berichtete, die eine 13-jährige Tochter und Geldsorgen hätte, der Name des Kindes: Eliza Armstrong. Beim Zusammentreffen der Mutter mit Rebecca Jarrett, erzählte Letztere Elizabeth, ihre Tochter würde als Dienstmädchen für einen älteren Gentlemen gebraucht werden. Allerdings war Jarrett, laut eigener Aussage, der Überzeugung, die Mutter würde verstehen, dass ihre Tochter als Prostituierte benutzt werden würde. Für 5£, umgerechnet 657,05£ im Jahr 20208, verkaufte Mrs. Armstrong ihre Tochter Eliza an die Zuhälterin am 3. Juni 1885.

Nach dem Kauf brachte Jarrett das Kind zu der Hebamme und Abtreiberin Louise Mourez, die ihre Jungfräulichkeit attestierte und der Zuhälterin eine Flasche Chloroform verkaufte. Nach den eingehenden Untersuchungen wurde Eliza in ein Bordell gebracht, wo sie mit dem Chloroform betäubt wurde und in einem Zimmer abgelegt auf die Ankunft von William Stead warten musste. Dieser „disguised himself as an old rake using makeup and a false moustache; he entered Eliza's room, she awoke terrified and Stead promptly retreated.”9 Daraufhin brachten sie Eliza zu einem Herrn Bramwell Booth, Leiter der Salvation Army. Diese Organisation bemühte sich um den Schutz von Kindern vor sexuellen Übergriffen und anderen Unsittlichkeiten, die sie so sehr beeinträchtigen könnten, dass sie selbst in die Prostitution oder Kriminalität rutschten. Booth schickte sie zu eine Pflegefamilie der Salvation Army in Frankreich, wo sie sich ihren Aussagen nach sehr wohl fühlte.10 Gemeinsam versuchten Booth und Stead, Eliza nicht an ihre Mutter zurückgeben zu müssen, da sie der festen Überzeugung waren, das Kind wäre bei ihnen besser aufgehoben. Aufgrund dieser Annahme verhinderten sie, dass der erste Brief des Mädchens die Mutter erreichte.11

Am 22. Juli schrieb Eliza einen zweiten Brief, welcher die Mutter erreichte. In diesem schrieb sie „that she was very happy and had a good place, which was a long way in France, she had good food to eat, and all she wanted.”12 Nach diesem Brief folgte ein kurzer Briefwechsel mit der erleichterten Mutter, welche sich im Vorfeld große Sorgen gemacht hatte, da sie nicht wie mit Jarrett vereinbart von ihrer Tochter gehört hatte. Am 23. August 1885 kehrte Eliza nach England zurück und wohnte bei William Stead, bis sie ihre Mutter wiedersah. Allerdings versuchte Stead immer noch sie davon zu überzeugen, nicht zurück nach London zu kehren und bot ihr an, sie in eine Pflegefamilie zu geben, „it was better than a drunken home“13, aber Eliza habe abwarten wollen, was ihre Mutter sagte. Gemeinsam mit ihrer Schwester kam ihre Mutter kurze Zeit später nach Wimbledon und gemeinsam entschieden sie, dass Eliza zurück nach Hause kehren sollte. „[W]e all went to the office of the Solicitor to the Treasury, where I made a statement, which was taken down by Mr. Pollard - I told him my story.”14

William Stead nutzte den geglückten Kauf und die Verschickung als Anlass, seinen vierteiligen Bericht „The Maiden Tribute to Modern Babylon“ zu verfassen, da er nun bewiesen hatte, wie leicht es vor den Augen des Gesetzes war, ein Kind zum Nutzen der Prostitution zu kaufen und in ein anderes Land zu verschleppen. „He was to redefine the world as a lurid back-drop for a new literary form [...],”15 unwissend darüber, dass Elizas Mutter, während sie auf einen Brief ihrer Tochter wartete, bereits die Polizei verständigt hatte mit dem Verdacht, dass es sich bei der von Stead beschriebenen ,Lily‘ um ihre Tochter Eliza handeln könnte.

1.1 Polizeiarbeit

Die Polizei Londons begann ihre Arbeit erst nach dem zweiten Besuch der Mutter Elizabeth Armstrong auf der Polizeistation. Am 03. Juni verkaufte die Mutter ihre Tochter für 5£ an eine ihr unbekannte Frau, denkend, ihre Tochter würde als Hausmädchen engagiert werden. Einen Monat später erschien der erste Artikel der Serie „The Maiden Tribute of Modern Babylon“ in welchem ein Kind benannt wird, welches am gleichen Tag verkauft wurde wie Eliza, aber im Artikel selbst wird sie ,Lily‘ genannt.

Die Aufmerksamkeit der Mutter wurde erst durch Gerüchte der Nachbarn auf die Zeitungsserie gelenkt. Es fiel auf, dass der Tag des Verkaufs derselbe war, zudem kamen einige zufällig wirkende Übereinstimmungen der Situation hinzu. So hatte Eliza Schulausflüge nach „Epping Forest and Richmond”16 unternommen, welche das Mädchen ,Lily‘ ebenfalls unternommen hatte. Dazu erwähnte der Autor, Stead, dass die Mutter des Mädchens „a drunkard woman“17 wäre. Wie die Mutter in ihrer Aussage im Old Bailey Verfahren erwähnte, wurde sie am Tag des Verkaufs von ihrem Ehemann geschlagen woraufhin sie sich betrank. Daraus erhärtete sich ihr Verdacht, dass es sich bei ,Lily‘ um ihre Tochter Eliza handeln müsste.

Mit ihrem Verdacht ging sie zum Marylebone „magistrate“18, wo sie von dem Inspektor Borner befragt wurde. Dieser suchte daraufhin das ,Hope Cottage‘ auf, „a home for fallen women“19, welches von Rebecca Jarrett, der Frau die Eliza gekauft hatte, betrieben wurde. Hier konnten ehemalige Prostituierte Zuflucht finden und versuchen ein neues Leben jenseits der Prostitution zu beginnen. Rebecca war zu dem Zeitpunkt jedoch nicht auffindbar, sodass der Polizeiinspektor an Mrs. Butler verwiesen wurde, welche sich jedoch unkooperativ verhielt. Dieses Misstrauen rührte daher, dass sich die Polizei, wie im späteren Teil dieser Arbeit beleuchtet wird, aus den Fällen von Kindesmissbrauch und -entführung durch Verführerinnen und Freier, nicht sonderlich bemühte die Kinder zu schützen.

2. Entwicklung der Zeitungen ab 1850

Die Pall Mall Gazette, so wie viele andere Zeitungen des viktorianischen Englands, waren das am weitesten verbreitete und häufigsten genutzte Medium ihrer Zeit.20 Und wie auch heute „[n]ewspapers tend to be in advance of the law, noting injustice and unreasonable disparity while pressing for change.”21 Besonders im 19. Jahrhundert bemühten sich die Zeitungen die sozialen Missstände ihrer Zeit aufzuzeigen und so für die Menschen zu sprechen, die es ohne sie nicht könnten. Durch die Industrialisierung kam es zu einer Veränderung der gesellschaftlichen Struktur, „Factories had brought women and children out of the home, and families from the country to the city, and the squalor and misery in which many of these people lived was hard to ignore.”22 Zeitungen brachten diese Zustände ans Licht, indem sie von Arbeitern berichteten, welche durch ein Zusammenspiel der schlechten Arbeitsbedingungen und den katastrophalen Lebensbedingungen in der Stadt früh verstarben.

Besonders das Schicksal des „schwächeren Geschlechts“ war für die Zeitungen von großem Interesse, besonders im Hinblick auf Prostitution. Einige Blätter stellten es so dar, als würden alle Frauen der Prostitution früher oder später verfallen. Andere wiesen auf die Umstände hin, wie die gesetzliche Grundlage für Frauen arbeiten zu gehen, aber auch auf den Fakt, dass es nicht alle Frauen waren, die zu Prostituierten wurden.23 Sie zeigen außerdem die ständige Ungleichheit der Behandlung von Frauen auf, die Opfer eines Verbrechens wurden oder wenn sie selbst zu Täterinnen wurden. So gibt es Fälle, in denen man sie nicht ernst nahm oder sie härter bestrafte für ein Vergehen, bei welchem einem Mann eine mildere Strafe widerfuhr.24

Im Verlauf der zweiten Hälfte des Jahrhunderts verschob sich der Schwerpunkt der Kriminalität von der Arbeiterschicht zur höheren Mittelschicht. Aber auch hier hoben die Zeitungen hervor, wie die gesetzliche Grundlage diese Klasse bevorzuge und gleichzeitig weiterhin Frauen im Gegensatz zu Männern anders behandele.25 Auch der Fokus der Rolle der Zeitungen veränderte sich. Man distanzierte sich zunehmend von der Rolle des Erklärenden und entwickelte sich hin zu der Rolle der Stimme der Schwachen und Ungehörten.26 Es entstand das repräsentative Modell, welches „entailed an image of the press as representing ‘the people' either more directly or more completely than did Parliament itself.”27 Den Höhepunkt fand das repräsentative Modell in Steads Vierteiler „The Maiden Tribute of Modern Babylon“, für welchen er bekannt und teilweise berüchtigt war. Hier vertrat er den Stil des „government by journalism“28, also eines investigativen Journalisten. Dieser stellte sich nicht erklärend vor der Bevölkerung auf, sondern erhob seine Stimme für die Bevölkerung. Er übte Druck auf die Regierung aus zu einem Thema, dessen Ausmaße ständig und immer intensiver diskutiert wurden: Kindesprostitution. Stead glaubte in der neuen Form der Presse eine Erweiterung der Regierung gefunden zu haben, die nicht mit der Regierung arbeitete, sondern sie in die Öffentlichkeit trug, dort kontrollierte und kritisierte, aber auch Initiativen gab aus der Bevölkerung heraus, indem sie über bewegende Themen Bericht erstattete.29 Diese Möglichkeiten ergaben sich daher, dass der Reporter kein Politiker, sondern ein gemeiner Bürger war und durch die tägliche Herausgabe einer neuen Auflage der Zeitung im Gegensatz zum 7-jährigen Mandat der Abgeordneten.30

Mit dem Erstarken unterschiedlicher Frauenrechtsbewegungen, beispielsweise. The Suffragettes, wurden Frauen etwas freier in ihren Möglichkeiten und lebten diese neuen Freiheiten auch aus. Jedoch, „[a]s women became more liberated, there was a sense that they might have to be contained.”31 Diese Aufgabe übernahmen wieder die Zeitungen, indem sie von Frauen begangene Verbrechen verbreiteten und in diesen die Frauen als „thoroughly wicked and deserving of her punishment“32 beschrieben. Die Hoffnung durch die aufgezeigte Ungleichheit etwas für die Frauen zu erreichen schien zu schwinden, was daran zu erkennen ist, dass der Fokus zunehmend auf der Zufriedenstellung des Sensationsbedürfnisses der Menschen gelegt wurde, indem man diese Geschichten bis ins Detail aufschrieb. Mit der Serie „The Maiden Tribute of Modern Babylon“ erreichte Stead zwar einen kurzzeitigen Aufschrei, jedoch sollte dieser nach seiner Verurteilung in eine andere als von ihm erhoffte Richtung umschlagen.

Hieran lässt sich erkennen, wie wichtig die Zeitungen waren, um Aufmerksamkeiten auf ein bestimmtes Themenfeld zu legen. Jedoch schafften die Zeitungen des viktorianischen Englands es nicht, ihren eigenen geschlechtsbezogenen Verzerrungseffekt abzulegen und von Verbrechen egal welchen Geschlechts in gleicher Weise zu berichten.33

3. Prostitution in London im 19. Jahrhundert

„London, say those who are engaged in the white slave trade, is the greatest market of human flesh in the whole world.”34

Die Prostitution in London formte im 19. Jahrhundert eine Art Brücke, zwischen der sogenannten Unterwelt und der respektierten Bourgeoisie.35 Auch der Journalist Kellow Chesney beschreibt die Stadt in ihrem damaligen Zustand als eine moderne Form von Babylon.36 Prostituierte waren in der Stadt omnipräsent, besonders nachts und in der Nähe von Theatern, obgleich die Polizei in den besonders betroffenen Stadtteilen , wie Haymarket und Leicester Square, stark vertreten war.37 Finanziell gut gestellte Prostituierte waren teilweise auch als Begleiterinnen von Herren der Bourgeoisie im Theater zu finden. Durch ihre Präsenz in der Nähe der Theater waren sie auch nah am Stadtkern und dem nächtlichen Geschehen, wo sie sich ihren Freiern anboten.38 Allerdings förderten sie damit auch das Problem für die Gesellschaft, nicht klar zwischen Schauspielrinnen und Prostituierten zu unterscheiden.39 Denn Schauspielerinnen trugen aufgrund ihrer Arbeit sehr viel Schminke und teils interessante, auffällige Kleidung. Ob die Frauen das zu ihrem Vorteil nutzten, ist jedoch unklar.

Während die Polizeipräsenz in den ärmeren betroffenen Stadtteilen sehr hoch war, so schafften es einige Bordellbetreiber dennoch, dass ihre Bordelle, durch die Mittel der Korruption, wenig bis gar nicht polizeilich kontrolliert wurden.40 Manche Frauen arbeiteten mit Verbrechern zusammen und halfen diesen dabei ihre Klienten ausrauben zu können.41 „In London ist die Verbindung der Dirnen mit Dieben eine allgemeine Regel mit nur wenigen Ausnahmen.“42 Im frühen 20. Jahrhundert führte man diese Neigung zum Verbrechen auf bestimmte Charaktereigenschaften von Frauen zurück, „ ,weibliche‘ Charaktereigenschaften, wie die als Verbrechensmotiv herangezogene höhere Eitelkeit[..43

In der viktorianischen Zeit sehen Historiker heute die Entstehung der Verbindung zwischen Prostitution und moralischer Verkommenheit. Durch weitere gesetzliche Einschränkungen wurde die Gruppe der Prostituierten im Stadtbild immer mehr zur Randgruppe. 1824 wurde durch den „Vagrancy Act“44, der Begriff „gewöhnliche Prostituierte“ eingeführt. 1839 machte der „Metropolitan Police Act“45 herumlungern strafbar und beginnend mit dem ersten von drei „Contagious Diseases Acts“46, mussten sich alle Prostituierten einer regelmäßigen medizinischen Kontrolle untergeben, sich als Prostituierte registrieren. Zudem erhielt die Polizei mehr Rechte zur Kontrolle der Frauen, wie beispielsweise einer 14-tägigen Inspektion der Bordelle.47

3.1 Gründe für Prostitution

Viele Frauen gingen aus Verzweiflung und Existenzängsten, aufgrund der niedrigen Löhne und den schlechten Arbeitsbedingungen der neuen Industriemetropole, in die Prostitution. Der damalige Journalist Henry Mayhew interviewte einige Prostituierte und fand heraus, dass es für viele als einziger Lösungsweg angesehen wurde, wenn man ohne Mann an seiner Seite in London überleben wollte, besonders mit Kindern.48 Aber auch Witwen waren von diesen existenziellen Ängsten geplagt und verkauften ihre Körper daher. Sie versuchten sich so über Wasser zu halten und dem Armenhaus zu entgehen, da dies für die Mütter auch eine Trennung von ihren Kindern bedeutet hätte.49 Andererseits wurden Frauen, wenn sie keine Zutrittsbefugnis hatten, an der Tür des Armenhauses abgelehnt und so in die Prostitution gedrängt.50 „Sheer need drove many women towards prostitution [. ].“51 Mayhew fand zudem heraus, dass ein Viertel der Näherinnen nebenbei auch als Prostituierte arbeiteten, da das verdiente Geld aus der Tagesarbeit nicht ausreichte. Dazu kam, dass „[.] some current social attitudes explicitly hostile to loose living, actively promoted prostitution”52, da die Gesellschaft die Probleme dieser Frauen nicht wahrnahm, sondern sie bewusst weiter ins Abseits drängte. Diese gesellschaftliche Interpretation rührte aus der Haltung heraus, Frauen in der Prostitution als „gefallene Engel“53 zu betrachten und sich nicht weiter um sie zu bemühen. Zudem war es Konsens an das vorherbestimmte Schicksal zu glauben. Guten Taten folgte ein gutes Leben, folglich gingen schlechte Taten mit einem armen Leben einher.

Frauen dagegen wurde „the lack of intellectual and moral education, which they [die Gesellschaft] held responsible for the failure to develop reason and morality [.]”54 unterstellt. Sie wurden als ambivalente Charaktere betrachtet, zum einen die Opfer einer anhaltenden Degeneration andererseits aber auch Täterinnen, welche aufgrund der Degenerierung agierten. Kriminalanthropologen wie Cesare Lombroso waren allerdings ebenfalls der Meinung, Frauen würden als Verbrecherinnen geboren und könnten nichts dafür, wenn sie ihren Trieben verfielen.55 „The selling of sex is associated in the public imagination and embedded in law as (moral) deviance.”56

Wichtig ist es hier, die Geschlechterrollen des 19. Jahrhunderts zu betrachten, um den Ansatz der Anthropologen zu verstehen. Die Männer waren der Familienvorstand, kümmerten sich größtenteils um das Einkommen der Familie und repräsentierten diese nach außen. Durch die voranschreitende Industrialisierung veränderte sich zwar die Aufteilung des Einkommens, Frauen durften ebenfalls arbeiten gehen, Hauptverdiener war jedoch weiterhin der Mann. Die Frau kümmerte sich um die Kinder und den Haushalt, manche nähten kleine Kleidungs stücke wie Hauben oder Ähnliches, um diese zu verkaufen, der Gewinn daraus war jedoch minimal. Sobald die Kinder alt genug waren, wurden auch diese zur Arbeit geschickt, worauf im weiteren Verlauf dieser Arbeit eingegangen wird. Durch die wichtige Stellung des Mannes in der Familie, wurde er als Beschützer betrachtet. Männer mussten ihre Frauen also teilweise, laut Ansicht der Anthropologen wie Lombroso, davor schützen der Prostitution zu verfallen, die ihnen durch ihr Geschlecht vorgegeben war.57

Für viele Frauen war die Prostitution jedoch, wie eingangs erwähnt, ein Ausweg aus den schlecht bezahlten Jobs der Industrie, denn es war ihnen möglich mit Prostitution sehr viel Geld zu verdienen. Die Grundlage, überhaupt in die Prostitution gehen zu müssen, wurde also von der Wirtschaft und geschlechtlichen Ungleichheiten in der Bezahlung und Behandlung geschaffen.58 Es gab einen großen Wettkampf unter den Frauen und die meisten versuchten auch weiterhin, zurück in das normale Leben kehren zu können, indem sie beispielsweise einen respektablen Mann heirateten.59 „[.] [R]egistered women appear to have stayed in prostitution for two or three years, leaving in their mid twenties [.].“60 Die, die es schafften, aus ihrer Situation Profit zu schlagen, besaßen teilweise später ihre eigenen Bordelle. Um dies zu erreichen, mussten sie jedoch bestimmte Charaktereigenschaften mit sich bringen. Frauen, die diese Eigenschaften nicht mit sich brachten, verfielen der Prostitution teilweise gänzlich und verschwanden hinter den vielen Gesichtern in den Bordellen und Seitenstraßen Londons.

[...]


1 Old Bailey Proceedings: Trial of Rebecca Jarrett, William Thomas Stead, Sampson Jacques, William Bramwell Booth, Elizabeth Combe, Oktober 1885, online verfügbar unter: https://www.oldbaileyonline.org/print.jsp?div=t18851019-1031 [06.08.2021], S. 4.

2 Lombroso, Cesare: Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte. Anthropgologische Studien, Hamburg 1894, S. 535.

3 Le Feuvre, Cathy: The Armstrong Girl. A child for sale: the battle against the Victorian Sex Trade, Oxford 2015, S. 17: “Editions of the newspaper were consumed in their hundreds of thousands across the United Kingdom and further afield [...].”

4 Jordan, Stefan: Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft, 3. Aufl., Paderborn 2016, S. 138.

5 Vgl. Le Feuvre: The Armstrong Girl, S.17.

6 Old Bailey Proceedings: Trial of Rebecca Jarrett et al., 1885, [06.08.2021], S. 3.

7 Old Bailey Proceedings: Trial of Rebecca Jarrett et al., 1885, [06.08.2021], S. 71.

8 https://www.bankofengland.co.uk/monetary-policy/inflation/inflation-calculator [06.08.2021].

9 Hunt, Alan: Governing Morals. A Social History of Moral Regulation, Cambridge 1999, S. 165.

10 Old Bailey Proceedings: Trial of Rebecca Jarrett et al., 1885, [06.08.2021], S. 3.

11 Vgl. Hunt: Governing Morals, S. 165.

12 Old Bailey Proceedings: Trial of Rebecca Jarrett et al., 1885, [06.08.2021], S. 4.

13 Ebd.

14 Ebd.

15 Wilson, Andrew Norman: The Victorians, London 2002, S. 464.

16 Le Feuvre: The Armstrong Girl, S. 139.

17 Ebd.

18 Ebd., S. 140.

19 Ebd.

20 Wilson: The Victorians, S. 461.

21 Knelmann, Judith: Class and Gender Bias in Victorian Newspapers, in: Victorian Periodicals Review 26/1 (1993), S. 29-35, hier S. 29.

22 Ebd.

23 Vgl. Knelmann: Class and Gender Bias in Victorian Newspapers, S. 29.

24 Vgl. ebd., S. 30.

25 Ebd., S. 30f.

26 Hampton, Mark: Liberalism, The Press, and the Construction of the Public Sphere: Theories of Press in Britain, 1830-1914, in: Victorian Periodicals Review 37/1 (2004), S. 72-92., hier S. 77.

27 Ebd.

28 Ebd.

29 Vgl. ebd., “Stead believed that the press had become the ‘Chamber of Initiative.'”

30 Vgl. Hampton: Liberalism, The Press, and the Construction of the Public Sphere, S. 78.

31 Knelmann: Class and Gender Bias in Victorian Newspapers, S. 34.

32 Ebd.

33 Vgl. ebd., S. 35.

34 Stead, William Thomas: The Maiden Tribute of Modern Babylon IV, in Pall Mall Gazette. An Evening Newspaper and Review No. 6340. - VOL. XLII., (1885), S. 1-6, hier S. 4.

35 Chesney, Kellow: The Victorian Underworld, Middlesex 1970, S. 363.

36 Ebd.

37 Vgl. Chesney: The Victorian Underworld, S. 363.

38 Vgl. ebd., S. 368.

39 Vgl. ebd.

40 Vgl. ebd., S. 366.

41 Vgl. ebd., S. 394.

42 Lombroso, Cesare: Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte, S. 543.

43 Uhl, Karsten: Das verbrecherische Weib. Geschlecht, Verbrechen und Strafen im kriminologischen Diskurs 1800-1945, in: Meyer-Lenz, Johanna (Hsg.): Geschlecht - Kultur - Gesellschaft, Bd. 11, München 2000, S. 108.

44 O'Neill, Maggie: Cultural Criminology and Sex Work: Resisting Regulation through Radical Democracy and Participatory Action Research (PAR), in: Journal of Law and Society 37/1 (2010), S. 210-232, hier S. 212.

45 Ebd.

46 Ebd.

47 Ebd., S. 212f.

48 Vgl. Chesney: The Victorian Underworld, S. 370.

49 Vgl. ebd.

50 Vgl. ebd., S. 371.

51 Ebd., S. 372.

52 Ebd.

53 Becker, Peter: Weak Bodies? Prostitutes and the Role of Gender in the Criminological Writings of 19th-century German Detectives and Magistrates, in: Crime, Histoire & Sociétés / Crime, History & Society 3 (1999), S. 45­69, hier S. 55.

54 Ebd., S. 52.

55 Vgl. Lombroso, Cesare: Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte, S. 408 f.

56 O'Neill: Cultural Criminology and Sex Work, S. 211.

57 Vgl. Lombroso, Cesare: Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte, S. 549f.

58 O'Neill: Cultural Criminology and Sex Work, S. 213.

59 Vgl. Chesney: The Victorian Underworld, S. 375.

60 Walkowitz, Judith: Prostitution and Victorian City, 1980, zitiert nach: O'Neill: Cultural Criminology and Sex Work, S. 213.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten

Details

Titel
Kindesprostitution in den Medien Londons des späten 19. Jahrhunderts
Untertitel
Der Fall von Eliza Armstrong und die Pall Mall Gazette
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,7
Autor
Jahr
2021
Seiten
47
Katalognummer
V1142577
ISBN (eBook)
9783346520067
ISBN (Buch)
9783346520074
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eliza Armstrong, Pall Mall Gazette, W.T. Stead, William Stead, Tribute to Modern Babylon, Prostitution, London, 19. Jahrhundert, Kriminalgeschichte, Geschlechtergeschichte, Herstory, Kindesprostitution, White Slave Trade, Mädchenhandel
Arbeit zitieren
Rebecca Angel Tomlinson (Autor:in), 2021, Kindesprostitution in den Medien Londons des späten 19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1142577

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