In der vorliegenden Hausarbeit im Bereich der Politikwissenschaft befasse ich mich mit dem
Begriff des Systems und erkläre ihn anhand der Systemtheorie des amerikanischen
Soziologen Talcott Parsons.
Zunächst werde ich auf den allgemeinen Begriff „System“ eingehen, um dann von dessen
Bedeutung die Überleitung zum Begriff des „Handlungssystem“ nach Parsons herzustellen. In
diesem Zusammenhang werde ich auf Begriffe wie "Funktionalismus", "Strukur" und das
"AGIL-Schema" näher eingehen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
1. System allgemein
2. System in der Wissenschaft
2.1. Eigenschaften eines Systems
3. Funktionalismus
3.1. Hinleitung zu Parsons
4. Struktur
4.1. Systemtheorie als formales Denkmodell
4.2. Hauptkennzeichnen eines Systems
4.3. Inntere Elemente eines Handlungssystems
5. Das AGIL-Schema
5.1. AGIL-Schema differenziert die Gesellschaft
6. Sozialisation
7. Das allgemeine Handlungssystem
8. Fazit, Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff des Systems innerhalb der politikwissenschaftlichen Theorie von Talcott Parsons. Das primäre Ziel ist es, die Systemtheorie von Parsons zu erläutern, die Bedeutung des "Handlungssystems" zu klären und die grundlegenden Mechanismen sozialer Ordnung und Strukturerhaltung aufzuzeigen.
- Grundlagen des Systembegriffs in Wissenschaft und Soziologie
- Die funktionalistische Handlungstheorie von Talcott Parsons
- Strukturanalyse von Systemen und deren Erhaltungsmechanismen
- Die Funktion und Anwendung des AGIL-Schemas
- Bedeutung der Sozialisation für das soziale Handlungssystem
Auszug aus dem Buch
3. Funktionalismus
Parsons wird der Richtung des Funktionalismus zugeordnet. Er entwickelte eine funktionalistische Handlungstheorie als Systemtheorie. Der Ausdruck Funktionalismus bezeichnet allgemein an der Funktion ausgerichtete Erklärungsmodelle und Entwurfsmuster. In der Soziologie und Ethnologie werden damit Theorieansätze bezeichnet, die soziale Phänomene auf ihre soziale Funktion für die betreffende Gesellschaft oder Gruppe hin zu erklären versuchen. In der soziologischen Systemtheorie bedeutet dies, dass Systemen eine Funktion (bezüglich ihrer Umwelt oder anderer Systeme oder Supersysteme) unterstellt wird, und Prozesse und Strukturen darin in Hinblick auf diese Funktion analysiert werden. Der Ausdruck „Funktion“ bezeichnet den Beitrag, den ein Element für das ganze System leistet.
Ein einfaches Beispiel hierfür ist der menschliche Körper als biologisches System. Der menschliche Körper wird als Gesamtsystem mit vielen verschiedenen Elementen betrachtet. Diese Elemente bilden die inneren Organe, wie z. B: Herz, Lunge, Milz, Leber, Niere usw., die in Kontakt miteinander stehen. Die Haut markiert bei diesem Beispiel die Grenze zur Umwelt des Systems. All das, was innerhalb der Haut liegt, gehört zum biologischen System des menschlichen Organismus und alles jenseits somit zur Umwelt. Sie sind strukturell differenziert aber funktional verknüpft miteinander. Die Lunge benötigt das Herz, das Blut in die Lungenaterie pumpt; alle anderen Organe, also auch das Herz, hängen von der Lunge ab, die das Blut mit Sauerstoff anreichert, der von jedem Organ benötigt wird. Das Gehirn steuert durch das Nervensystem zahlreiche Körperfunktionen, braucht aber Herz und Lunge, die es mit Sauerstoff versorgen. Weitere Abhängigkeitsverhältnisse betreffen alle anderen Organe.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Hausarbeit unter Einbeziehung von Talcott Parsons.
1. System allgemein: Definition des Begriffs System als Zusammenstellung oder Gefüge.
2. System in der Wissenschaft: Erläuterung wissenschaftlicher Systemvorstellungen und Abgrenzung zwischen System und Umwelt.
2.1. Eigenschaften eines Systems: Analyse der System-Umwelt-Beziehung und der Notwendigkeit der Abgrenzung.
3. Funktionalismus: Einführung in die funktionalistische Handlungstheorie und die Bedeutung von "Funktion" als Systembeitrag.
3.1. Hinleitung zu Parsons: Überleitung von biologischen Analogien zum Handlungssystem nach Parsons.
4. Struktur: Definition von sozialer Struktur als Funktionszusammenhang und die Rolle der Erhaltung dieser Struktur.
4.1. Systemtheorie als formales Denkmodell: Beschreibung des systemtheoretischen Modells zur Analyse von Integration und Struktur.
4.2. Hauptkennzeichnen eines Systems: Darlegung der drei Hauptmerkmale: Differenzierung, Austauschbeziehung und Anpassungskapazität.
4.3. Inntere Elemente eines Handlungssystems: Erläuterung der vier Subsysteme (Persönlichkeit, Organismus, Soziales System, Kultursystem).
5. Das AGIL-Schema: Erklärung der vier Grundfunktionen zur Strukturerhaltung: Adaption, Goal-Attainment, Integration und Latent-pattern-maintenance.
5.1. AGIL-Schema differenziert die Gesellschaft: Anwendung des Modells auf soziale Teilsysteme wie Wirtschaft, Politik und Kultur.
6. Sozialisation: Analyse des Prozesses, durch den Individuen soziale Normen lernen und zu handlungsfähigen Wesen werden.
7. Das allgemeine Handlungssystem: Zusammenfassung der Theorieebenen und der vier Aspekte des menschlichen Verhaltens im Rahmen von Systemen.
8. Fazit, Schluss: Resümee über die Bedeutung von Sozialisation und Systemfunktionalität für die soziale Ordnung.
Schlüsselwörter
Systemtheorie, Talcott Parsons, Funktionalismus, AGIL-Schema, Sozialisation, Handlungssystem, Strukturerhaltung, Soziale Ordnung, Interaktion, Normen, System, Umwelt, Integration, Anpassung, Zielerreichung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der Systemtheorie nach Talcott Parsons und wie er soziale Ordnung durch funktionalistische Konzepte erklärt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit fokussiert sich auf den Systembegriff, die Struktur-Funktions-Analyse, das AGIL-Schema und den Prozess der Sozialisation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Konzept des "Handlungssystems" nach Parsons zu erklären und aufzuzeigen, wie soziale Systeme funktionieren und Stabilität gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der die Systemtheorie als formales Denkmodell herangezogen wird, um soziale Handlungsprozesse zu strukturieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Fundamente, das AGIL-Schema zur Strukturerhaltung, die Innere Elemente des Handelns und die Bedeutung der Sozialisation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie System, Struktur, Funktionalismus, AGIL-Schema und soziale Ordnung definiert.
Wie unterscheidet sich Parsons' Verständnis eines sozialen Systems von der gängigen Vorstellung?
Für Parsons wird das soziale System nicht primär von Personen, sondern von deren Handlungen und den damit verbundenen Orientierungsmustern gebildet.
Welche Bedeutung hat das AGIL-Schema für die Gesellschaftsanalyse bei Parsons?
Das AGIL-Schema dient als Analyseinstrument, um zu verstehen, wie soziale Subsysteme (wie Wirtschaft oder Politik) spezifische Grundfunktionen erfüllen müssen, um den Fortbestand der Gesellschaft zu sichern.
Warum ist die Sozialisation laut Parsons für die soziale Ordnung essenziell?
Sozialisation ist die Voraussetzung dafür, dass Individuen Normen verinnerlichen und motiviert sind, sozial erwünschte Rollen zu übernehmen, wodurch das System von innen heraus stabilisiert wird.
Was bedeutet die Bezeichnung "strukturfunktionalistisch" im Kontext der Theorie von Parsons?
Der Begriff beschreibt den Ansatz, dass die Struktur des Systems vorausgesetzt wird, um die Funktion einzelner Systemteile für den Bestand des Ganzen zu analysieren.
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- Jennifer Lückerath (Author), 2004, Der Begriff des "Systems" bei Talcott Parsons, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114289