Die Staaten des Nahen Osten besitzen ein gemeinsames Grundproblem: Die Trockenheit des Landes und der daraus resultierende Wassermangel.
An eine erfolgreiche Agrarwirtschaft in diesem Gebiet ist streng genommen nicht zu denken. Nur durch ständige künstliche Bewässerung und tiefgreifende bauliche Maßnahmen konnte der Raum landwirtschaftlich erschlossen werden.
Die folgende Arbeit setzt sich mit dem Weg der Staaten Ägypten und Israel in eine moderne Landwirtschaft auseinander. Diese Nationen sollen exemplarisch zeigen, wie die angesprochenen Widrigkeiten überwunden werden können. Der Staat Ägypten liegt im äußersten Nordosten des afrikanischen Kontinents und erstreckt sich ausgehend vom Mittelmeer im Norden, 1063 km nach Süden und grenzt östlich an das Rote Meer. Die Gesamtfläche beträgt 1 Millionen km² von denen jedoch nur 3,5 %, also 35580 km², als Kulturland genutzt werden können. Das Kulturland umfasst, das Niltal, das Nildelta sowie zahlreiche Oasen. In diesen Lebensräumen sind etwa 98 % der Bevölkerung beheimatet...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Landwirtschaft in Ägypten
2.1 Topographie Ägyptens
2.2 Die agrarischen Vorraussetzungen Ägyptens
2.3 Die ägyptische Landwirtschaft
2.4 Der Assuanstaudamm Fluch oder Segen ?
2.4.1 Inhalt und Zweck des Projektes „Assuan Staudamm“
2.4.2 Folgeschäden eines schlecht konzipierten Projektes
2.5 Das Toschkaprojekt
3. Landwirtschaft in Israel
3.1 Topographie Israels
3.2 Israels Landwirtschaft
3.3 Wasserquellen als Schlüssel zur modernen Landwirtschaft
3.3.1 Die „Negev – Pipeline“
3.3.2 Aufbereitung von salzhaltigem Wasser und Meerwasser
3.3.3 Tropfenbewässerungssystem
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Ägypten und Israel durch technologische Maßnahmen und bauliche Infrastruktur die Herausforderungen der Trockenheit überwinden und eine moderne Landwirtschaft etablieren konnten.
- Analyse der topographischen und klimatischen Rahmenbedingungen in Ägypten und Israel.
- Untersuchung wasserwirtschaftlicher Großprojekte wie den Assuanstaudamm und das Toschkaprojekt.
- Darstellung der Wasserversorgungssysteme Israels, einschließlich der Negev-Pipeline und Entsalzungstechnologien.
- Evaluation agrartechnologischer Innovationen wie der Tropfenbewässerung zur Steigerung der Wassernutzungseffizienz.
Auszug aus dem Buch
3.3.3 Tropfenbewässerungssystem
Der israelische Staat verbraucht den Großteil seines Wasservorkommens in der Landwirtschaft. Eine der wichtigsten agrartechnologischen Innovationen, die Tropfenbewässerung, nach Simcha Blass und seinem Sohn, konnte den Verbrauch mindern und weist auch sonst etliche Vorteile auf.
Der Boden kann gleichmäßig über weite Strecken und sogar an Hängen bewässert werden. In der Tropfanlage bringt man Dünger in das Wasser ein, der direkt an das Wurzelsystem weitergeleitet wird. Dies spart eine erhebliche Menge an Düngemitteln.
Je nach Bodenart kann die Wassermenge angepasst werden um ein Versickern zu vermeiden. Eine Verdunstungsrate ist geradezu nicht zu messen. Ein weiterer Vorteil ist die schon angesprochene Möglichkeit der Bewässerung mit minderwertigem (salzhaltigen) Wassers. Insgesamt geht aus dieser Aufzählung hervor, dass die Wassernutzungseffizienz im Bezug auf die Tropfenbewässerung in höchstem Grade erfolgt. Durch die Einführung dieser Systeme konnte die israelische Landwirtschaft neue Hoffnung schöpfen. (vgl. ISRAELISCHES INFORMATIONSZENTRUM 2001, Fokus Israel, Dr. Dov Sitton, http://Liste.israel.de/images/botschaft/water-g.pdf )
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das gemeinsame Grundproblem der Trockenheit im Nahen Osten ein und stellt die exemplarische Betrachtung der Agrarwirtschaft in Ägypten und Israel vor.
2. Landwirtschaft in Ägypten: Dieses Kapitel erläutert die geografischen Gegebenheiten am Nil sowie die historische und moderne Bewässerungssituation durch Projekte wie den Assuanstaudamm und das Toschkaprojekt.
3. Landwirtschaft in Israel: Dieser Teil beschreibt die israelische Landwirtschaft unter schwierigen klimatischen Bedingungen und analysiert die verschiedenen technologischen Lösungsansätze zur Wasserbereitstellung.
4. Fazit: Das abschließende Fazit resümiert die Notwendigkeit menschlicher Eingriffe in den Wasserkreislauf zur Sicherung der landwirtschaftlichen Produktivität und verweist auf die ökologischen Risiken.
Schlüsselwörter
Landwirtschaft, Naher Osten, Wasserwirtschaft, Bewässerung, Ägypten, Israel, Assuanstaudamm, Toschkaprojekt, Negev-Pipeline, Tropfenbewässerung, Wassermangel, Bodenversalzung, Agrarwirtschaft, Meerwasserentsalzung, Klimabedingungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Herausforderungen einer modernen Landwirtschaft in ariden Gebieten des Nahen Ostens am Beispiel von Ägypten und Israel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Wasserversorgung, Bewässerungstechnologien sowie die Auswirkungen topographischer und klimatischer Faktoren auf den Agrarsektor.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, exemplarisch aufzuzeigen, wie diese Nationen durch bauliche und technologische Maßnahmen ihre Wasserknappheit bewältigen konnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse und wertet Fachliteratur sowie statistische Berichte aus, um die Situation der Landwirtschaft darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung Ägyptens mit dem Fokus auf den Assuanstaudamm und Israel mit dem Fokus auf moderne Wasserleitungs- und Bewässerungssysteme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Landwirtschaft, Wasserknappheit, Bewässerungstechniken, Ägypten, Israel und nachhaltige Wassernutzung.
Welche negativen Folgen werden für den Assuanstaudamm genannt?
Es werden insbesondere der Grundwasseranstieg, die Bodenversalzung sowie die potenzielle Beeinträchtigung antiker Denkmäler und der Tourismusbranche angeführt.
Warum gilt die Tropfenbewässerung als besonders effizient?
Sie ermöglicht eine gezielte Bewässerung direkt am Wurzelsystem, minimiert Verdunstung und Versickerung und erlaubt zudem die Verwendung von salzhaltigem Wasser.
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- Martin Töttger (Author), 2003, Das Aufkommen einer modernen Landwirtschaft in einigen nahöstlichen Ländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114309