Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Flüchtlinge im Fokus salafistischer Propaganda in Deutschland. Dabei stehen die folgenden Fragen im Zentrum der Betrachtung: Was macht den Salafismus für Jugendliche und junge Erwachsene attraktiv? Warum sind Jugendliche anfällig für solche Gemeinschaften? Haben die Salafisten die Situation "Flucht" ausgenutzt? Hatten diese Jugendlichen schon vor der Flucht diese Ideologie?
Auch die islamische Welt war zur Zeit des arabischen Frühlings überrascht von der unerwarteten Entstehung salafistischer Strömungen, als wären sie ein neues Phänomen. Eines der Ergebnisse des arabischen Frühlings war die Flucht Tausender hauptsächlich junger Muslime nach Europa. Deutschland war eines der wichtigsten Aufnahmeländer.
Der Salafismus, besonders al.Salafiyya Al,gihadiyya (der dschihadistische Salafismus), wurde nach der Zeit des Arabischen Frühlings und während der Entstehung des "Tanẓīm ad-Daula al.Islamiyya" (Islamischen Staates) mit seinen grausamen Taten, die die westliche und die islamische Welt schockierten, verstärkt untersucht. Es folgten Studien über religiös begründete Gewalt, insbesondere nach den Mordanschlägen in Frankreich 2015 und Brüssel 2016 sowie den Angriffen 2020 auf Touristen in Dresden, Wien und anderswo. Als letztes Beispiel folgte die Enthauptung des französischen Lehrers Samuel Paty, weil er im Unterricht über die Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Muhammad gezeigt hat. Alle diese Taten wurden von extremistischen Personen im Namen der Religion durchgeführt. Wenn über solche Aktionen diskutiert wird, ist fast immer die Rede vom Salafismus.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1Bedeutung des Thema
1.2. Motivation und Persönlicher Zugang zum Thema
1.3. Zielsetzung der Arbeit und Aufbau der Arbeit
1.4 Forschungsstand
2. Theoretischer Teil
2.1 Definitionen relevanter Begriffe
2.1.1 al-Islāmawiya
2.1.2 al-Ǧihād
2.1.3 al-Uṣūliya
2.1.4 al-Wahhābīya
2.1.5 ad-Daʿwa as-salafīya
2.1.6 Religiös begründeter Extremismus
2.2 Was ist der Salafismus?
2.2.1 Geschichte des Salafismus
2.2.1.1 Ahl al-Ḥadīṯ
2.2.1.2 Aḥmad Ibn Taimīya
2.2.1.3 Die Wahhābīya
2.2.1.4 Modernistische Salafiyya
2.2.1.5 Zeitgenössischer Salafismus
2.2.2 Salafistische Strömungen.
2.2.2.1 alʿilmiyya
2.2.2.2 as-siyāsiyya
2.2.2.3 al-ǧihādiyya
2.2.3 Salafistische Ideologie
2.2.3.1 Tawḥīd
2.2.3.2 Religiöse Quellen
2.2.3.3 al-Firqa al-Nāǧiyya
2.2.3.4 Bid’a
2.2.3.5 al-Walā’ wa-l-Barā’
2.2.3.6 Einstellung zu anderen islamischen Gruppen
2.2.3.7 Einstellung zur westlichen Welt
2.2.3.7 Al-ġurabā
2.2.3.8 Hākimīya
2.3 Strategien der salafistischen Da`wa
2.3.1 Der Inhalt der Da’wah
2.3.2 Zielgruppen der Da’wah
2.3.3 Mitteln der Da’wah
2.3.3.1 Freitagspredigt
2.3.3.2 Religionsunterricht und Seminare
2.3.3.3 Sraßenmission
2.3.3.4 Internet
3. Empirischer Teil
3.1 Qualitative Sozialforschung
3.1.1 Definition der Methode
3.1.2 Begründung der Forschungsmethode
3.2 Forschungsdesign
3.2.1 Entwicklung eines Interviewleitfadens
3.2.2 Auswahl der Interviewpartner
3.2.3 Vorstellung der Interviewpartner
3.2.4 Durchführung der Interviews
3.2.5 Transkription der Interviews
3.3. Datenauswertung anhand der qualitativen Inhaltsanalyse
3.3.1 Kodieren der Interviews
3.3.2 Kategorienbildung
3.3.3 Auswerten der Kategorien
4. Vorstellung der empirischen Ergebnisse
4.1 Gemeinschaftsgefühl
4.2 Salafistische Propaganda
4.3 Rückkehr zur Religion
4.4 Psychologische Faktoren
4.5 Diskriminierung und Ausgrenzung
4.6 Besondere Angebote für Jugendliche
4.7 Politische Konflikte und Krieg
4.8 Abgrenzung von der Gesellschaft
4.9 Neue religiöse Einflüsse
5. Diskussion der empirischen Ergebnisse
5.1 Gemeinschaftsgefühl
5.2 Salafistische Propaganda
5.3 Rückkehr zur Religion
5.4 Psychologische Faktoren
5.5 Diskriminierung und Ausgrenzung
5.6 Besondere Angebote für Jugendliche
5.7 Politische Konflikte und Krieg
5.8 Abgrenzung von der Gesellschaft
5.9 Neue religiöse Einflüsse
6.Zusammenfassung und Fazit
7.Vorschläge für weitere Forschungen
8.Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, warum der Salafismus eine Anziehungskraft auf junge syrische Flüchtlinge in Deutschland ausübt und inwieweit diese durch salafistische Propaganda beeinflusst werden. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Hinwendung zur religiösen Ideologie ein Ergebnis der Fluchterfahrung und der damit verbundenen sozialen Herausforderungen in der Fremde ist oder auf der gezielten Attraktivität salafistischer Strategien beruht.
- Soziale Anziehungskraft salafistischer Gemeinschaften als Ersatzfamilie
- Methoden und Strategien der salafistischen Anwerbung (Da'wah)
- Identitätskonflikte junger Flüchtlinge in Deutschland
- Die Rolle der Diskriminierungserfahrung und Ausgrenzung
- Einfluss von Verschwörungstheorien und medialer Propaganda
Auszug aus dem Buch
1.1 Bedeutung des Themas
Die Forschungen über religiöse Bewegungen, insbesondere über den Salafismus, sind nach dem Anschlag vom September 2001 zu einem wichtigen Thema für Forscher, Journalisten und Medien geworden.
Der Salafismus, besonders al.Salafiyya Al,gihadiyya (der dschihadistische Salafismus), wurde nach der Zeit des Arabischen Frühlings und während der Entstehung des „Tanẓīm ad-Daula al.Islamiyya” (Islamischen Staates) mit seinen grausamen Taten, die die westliche und die islamische Welt schockierten, verstärkt untersucht. Es folgten Studien über religiös begründete Gewalt, insbesondere nach den Mordanschlägen in Frankreich 2015 und Brüssel 2016 sowie den Angriffen 2020 auf Touristen in Dresden, Wien und anderswo. Als letztes Beispiel folgte die Enthauptung des französischen Lehrers Samuel Paty, weil er im Unterricht über die Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Muhammad gezeigt hat. Alle diese Taten wurden von extremistischen Personen im Namen der Religion durchgeführt. Wenn über solche Aktionen diskutiert wird, ist fast immer die Rede vom Salafismus.
Auch die islamische Welt war zur Zeit des arabischen Frühlings überrascht von der unerwarteten Entstehung salafistischer Strömungen, als wären sie ein neues Phänomen. Eines der Ergebnisse des arabischen Frühlings war die Flucht Tausender hauptsächlich junger Muslime nach Europa. Deutschland war eines der wichtigsten Aufnahmeländer.
Angesichts der komplexen psychischen und sozialen Belastungen durch die Flucht und ihre Folgen suchen junge Menschen nach Antworten auf ihre Fragen nach ihrer Identität und Lösungen für ihre Probleme. Religion könnte eine dieser Antworten sein, aber die Frage ist, welche Art von Religion.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema, die Motivation des Autors sowie die Forschungsfragen vor und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Salafismus in Deutschland.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, erläutert die Geschichte und Ideologie des Salafismus sowie die verschiedenen salafistischen Strömungen und Strategien der Missionierung (Da'wah).
3. Empirischer Teil: Der empirische Abschnitt beschreibt die qualitative Forschungsmethode, das Forschungsdesign sowie die Durchführung der Interviews mit sechs syrischen Probanden und die anschließende Auswertung mittels Inhaltsanalyse.
4. Vorstellung der empirischen Ergebnisse: Hier werden die durch die Interviews gewonnenen Daten zu Themen wie Gemeinschaftsgefühl, Propaganda, religiöser Rückkehr und psychologischen Faktoren vorgestellt.
5. Diskussion der empirischen Ergebnisse: Die Ergebnisse werden im theoretischen Kontext diskutiert, um die Attraktivität des Salafismus für die befragten Jugendlichen zu begründen.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass soziale Faktoren und die Suche nach Stabilität die Hauptgründe für die Hinwendung der Jugendlichen zum Salafismus sind.
7. Vorschläge für weitere Forschungen: Der Autor gibt konkrete Handlungsempfehlungen für die Präventionsarbeit und schlägt Ansätze für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen vor.
8. Literaturverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Internetpublikationen.
Schlüsselwörter
Salafismus, Flüchtlinge, Syrien, Da'wah, Islamismus, Integration, Identität, Radikalisierung, Gemeinschaft, Propaganda, qualitative Sozialforschung, Migration, Diskriminierung, Religion, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Attraktivität salafistischer Ideologien für junge syrische Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind, und wie diese von der salafistischen Szene angesprochen werden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Identitätssuche von Jugendlichen nach der Flucht, die Rolle der Religion als stabilisierender Faktor sowie die Strategien der salafistischen Anwerbung (Da'wah) in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit fragt nach den Gründen, warum junge Flüchtlinge für den Salafismus anfällig sind und ob dies eher durch die soziale Lebenssituation oder durch eine gezielte Anziehungskraft der Ideologie bedingt ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine qualitative Sozialforschung, die auf Interviews mit sechs syrischen Flüchtlingen basiert, deren Aussagen mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Salafismus-Begriffs und der Strömungen sowie einen empirischen Teil, der die Fluchtbiografien und die religiösen Entwicklungsprozesse der Probanden analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit fokussiert sich auf Begriffe wie Migration, Identitätskonflikte, soziale Ausgrenzung, salafistische Propaganda und das Gefühl der Zugehörigkeit innerhalb einer Gemeinschaft.
Welche Rolle spielt die Fluchtgeschichte der Probanden für ihre religiöse Einstellung?
Die Fluchterfahrung und der Verlust der alten Heimat führen bei den befragten Jugendlichen zu einem psychischen Trauma und Orientierungslosigkeit, was die Hinwendung zum Salafismus als Schutzmechanismus und Identitätsstifter verstärkt.
Welche Rolle spielen die Medien bei der Wahrnehmung des Salafismus durch die Jugendlichen?
Arabischsprachige Medien und Online-Angebote werden von den Probanden genutzt, um die Weltlage zu interpretieren; diese verbreiten oft eine Weltsicht, die den Salafismus als einzig wahren Schutz vor einer angeblichen Bedrohung durch den Westen darstellt.
- Arbeit zitieren
- Faisal Jassem (Autor:in), 2020, Flüchtlinge im Fokus salafistischer Propaganda in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1143107