Was hat sich seit dem Pisa-Schock vor 18 Jahren verändert? Eine Konsequenz, die sich aus den PISA Befunden ergab, ist die Analyse der grundlegenden Bildungsprozesse der Grundschule, insbesondere der Lesekompetenzen. Die frühkindliche Entwicklung und die Bildung im Vor- und Grundschulalter gerieten in den Fokus. Doch wie findet Leseförderung statt? Dies soll in dieser Ausarbeitung thematisiert werden. Zuerst werden Aspekte der Lesesozialisation, Lesekompetenz und Lesemotivation dargestellt. Im Folgenden werden die Einflüsse auf die Lesemotivation erläutert und unterschieden und im Anschluss werden Methoden und Strategien zur Förderung der Lesemotivation und Lesekompetenz dargestellt. Die Ausarbeitung beinhaltet die bisherige Forschung und die sich daraus ergebenen Thesen dieses Themenbereiches der Lesemotivation.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Lesesozialisation
2.2 Lesekompetenzen
2.3 Lesemotivation
2.3.1 Intrinsische Lesemotivation
2.3.2 Extrinsische Lesemotivation
2.3.3 Soziale Lesemotivation
3 Einflussfaktoren auf die Lesemotivation
3.1 Erwartungs-Wert-Modell der Lesemotivation
3.2 Soziale Einflussfaktoren
3.2.1 Familie
3.2.2 Peergroup
3.2.3 Schule
4 Förderung der Lesemotivation und Lesekompetenz durch Lesetagebücher
4.1 Lesetagebücher als Strategie
4.2 Potenziale der Lesetagebücher
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung der Lesemotivation für die Lesekompetenz von Grundschülern sowie die Einflussfaktoren, die den Prozess der Lesesozialisation prägen. Dabei wird analysiert, wie unterschiedliche Umwelteinflüsse auf die Motivation wirken und welche Rolle das Lesetagebuch als methodisches Instrument zur gezielten Förderung im schulischen Kontext einnehmen kann.
- Grundlagen der Lesesozialisation und Lesekompetenz
- Psychologische Modelle zur Lesemotivation (Erwartungs-Wert-Modell)
- Soziale Einflussfaktoren (Familie, Peergroup, Schule)
- Didaktische Möglichkeiten und Grenzen des Lesetagebuchs
- Förderstrategien zur Verbindung von schulischem und privatem Lesen
Auszug aus dem Buch
4.2 Potenziale der Lesetagebücher
Für die Anwendung von Lesetagebüchern in der Schule gibt es keine festen Vorgaben die erfüllt werden müssen, der Lehrperson ist es frei gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern das Lesetagebuch in der Schule einzuführen. Das Lesetagebuch kann mit einer, in der Klasse gemeinsam gelesenen, Lektüre eingeleitet werden. Zu Beginn, vor dem Lesen, könnten die wichtigsten Informationen wie Autor, Titel, Verlag und Erscheinungsjahr notiert werden. Nach dem Lesen können Figurenverzeichnisse, Orts- und Charakterbeschreibungen erarbeitet werden. Mögliche andere Aufgaben wären: Kapitelzusammenfassungen, Zeichnungen, Analysen und vieles mehr. Neben diesen Aufgaben, bieten sich Aufgaben an die das kreative Denken fördern, es können Briefe an einer der Figuren im Buch geschrieben werden, Gefühle über bestimmte Handlungen oder Ereignisse geschrieben oder ein alternatives Ende kann verfasst werden. Es bieten sich noch viele andere Aufgabenmöglichkeiten an.
Ein weiterer Vorteil dieses Aufgabenformates wäre, dass die Aufgaben in verschiedenen sozialen Formen bearbeitet werden können. Kreative Aufgaben können in Kleingruppen bearbeitet werden, welche im Folgenden in der Klasse vorgestellt werden. Die Lesetagebücher können an die Lehrperson abgegeben werden und diese kann Einträge kommentieren, dadurch wird eine Kommunikation zwischen der Lehrperson und den Schülerinnen und Schülern ermöglicht. Nach Bertschi-Kaufmann kann die Lehrperson durch schriftliche Formulierungen und Zeichnungen der Kinder Zugang zu den Emotionen und Gefühlen, die beim Lesen empfunden wurden, erlangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den historischen Kontext des "PISA-Schocks" und die daraus resultierende Notwendigkeit, Bildungsprozesse sowie Lesekompetenzen in der Grundschule stärker in den Fokus zu rücken.
2 Theorie: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Lesesozialisation, Lesekompetenz und die verschiedenen Formen der Lesemotivation definiert und theoretisch eingeordnet.
3 Einflussfaktoren auf die Lesemotivation: Hier werden psychologische Erklärungsmodelle sowie die zentralen sozialen Instanzen – Familie, Peergroup und Schule – hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Lesemotivation untersucht.
4 Förderung der Lesemotivation und Lesekompetenz durch Lesetagebücher: Dieses Kapitel stellt das Lesetagebuch als konkrete Unterrichtsstrategie vor und diskutiert dessen Potenziale sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung im schulischen Alltag.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der individuellen Leseförderung zusammen und betont die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Lehrkräften und Eltern zur Schaffung eines lesefreundlichen Umfelds.
Schlüsselwörter
Lesemotivation, Lesekompetenz, Lesesozialisation, Lesetagebuch, Grundschule, PISA-Studie, Erwartungs-Wert-Modell, Leseförderung, Literaturunterricht, Sozialisation, Schüler, Bildungsprozesse, Leselust, Lesefertigkeit, Ko-Konstruktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der zentralen Rolle der Lesemotivation als Prädiktor für die Lesekompetenz und beleuchtet, wie Lehrkräfte durch gezielte Methoden die Leselust bei Grundschülern steigern können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Lesesozialisation, verschiedene Einflussfaktoren aus dem sozialen Umfeld des Kindes und die praktische Anwendung von Lesetagebüchern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen Sozialisation, Motivation und Kompetenz aufzuzeigen und Strategien für einen effektiven Literaturunterricht zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer und psychologischer Studien und Modelle zur Leseforschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Analyse von Einflussfaktoren wie Familie und Peergroup sowie die detaillierte Vorstellung und kritische Reflexion des Lesetagebuchs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lesemotivation, Lesekompetenz, Lesesozialisation, Lesetagebuch und der Einfluss von sozialen Instanzen auf den Schriftspracherwerb.
Warum ist die Peergroup für die Lesesozialisation relevant?
Die Peergroup bietet einen symmetrisch-reziproken Austausch, in dem das Lesen durch soziale Einbindung an Bedeutung gewinnt und nicht mehr nur als schulische Pflicht wahrgenommen wird.
Welche Hürden gibt es bei der Nutzung von Lesetagebüchern?
Hürden liegen vor allem in einer möglichen extrinsischen Motivierung der Schüler, hohem Zeitaufwand und sprachlichen Barrieren bei Kindern mit anderer Muttersprache als Deutsch.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Lesemotivation und Leseförderung. Einflussfaktoren auf die kindliche Lesemotivation am Beispiel des Lesetagebuchs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1143275