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Die Auflösung des öffentlichen Raumes in der modernen Massengesellschaft bei Hannah Arendt

Titel: Die Auflösung des öffentlichen Raumes in der modernen Massengesellschaft bei Hannah Arendt

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Pia Kirchen (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie die Massengesellschaft totalitäre Bewegungen und totale Herrschaft ermöglicht und politisches Handeln im Sinne Arendts unmöglich macht, soll im Rahmen dieser Hausarbeit anhand des dritten Teils ihrer Studie „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ gezeigt werden. Dabei soll das Wesen der Arbeits-/Konsum- und Massengesellschaft durch eine thematische Auseinandersetzung mit Kapitel 10 in den Blick genommen werden, indem der Schwerpunkt auf jene gesellschaftlichen Elemente und persönlichen Charakterdispositionen der Bürger gelegt wird, die zur Auflösung des öffentlichen Raumes führen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hannah Arendts Grundelemente einer politischen Handlungstheorie

2.1 Freiheit

2.2 Handeln

2.3 Pluralität

2.4 Macht

2.5 Öffentlicher Raum

3. Die arendtsche Massengesellschaft

3.1 Der Begriff „Gesellschaft“ bei Arendt

3.2 Sozialstrukturelle Merkmale - der Untergang der Klassengesellschaft

3.3 Politisch-institutionelle Elemente

3.4 Die unpolitische Öffentlichkeit der Arbeits- und Konsumwelt

3.5 Atomisierung der Gesellschaft

4. Persönliche Charakterdispositionen der Bürger in der Massengesellschaft

4.1 Weltlosigkeit - Verlust der gemeinsamen Welt

4.2 Selbstverlust, Selbstlosigkeit und Selbstverlorenheit

4.3 Verlassenheit

4.4 Einsamkeit

4.5 Mangel an Urteilskraft

5. Die Auflösung des öffentlichen Raumes in der Massengesellschaft

6. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Hannah Arendts Werk "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft", wie die moderne Massengesellschaft zur Zerstörung des öffentlichen Raums und damit zum Verlust politischer Freiheit führt. Dabei wird analysiert, welche soziostrukturellen, politisch-institutionellen und psychologischen Faktoren diesen Prozess der Entpolitisierung begünstigen.

  • Hannah Arendts Theorie des politischen Handelns und der Pluralität
  • Ursachen und Mechanismen des Untergangs der Klassengesellschaft
  • Die Rolle der Atomisierung und Weltlosigkeit in der Massengesellschaft
  • Die Auswirkung von Konformität auf die politische Urteilskraft
  • Verlust des öffentlichen Raumes als Vorstufe totaler Herrschaft

Auszug aus dem Buch

3.5 Atomisierung der Gesellschaft

Wo die Welt diese Fähigkeit zu versammeln, das heißt zu verbinden und zu trennen zugleich, verliert, kommt es dazu, dass die Menschen „gleichsam über- und ineinander fallen“ oder aber atomisiert werden. Beide Phänomene, so Arendt, kennzeichnen die moderne Massengesellschaft. Indem sie „Vermassung“ und „Atomisierung“ scheinbar paradox miteinander verknüpft, schafft Arendt ein Bild einer Gesellschaft mit einer „eigentümlichen Individualisierung“, einer Gesellschaft, die wie in „früheren Massengesellschaften“ zwar aus Individuen besteht, „zwischen denen eine gemeinsame Welt in Stücke zerfallen ist.“ Dieses Zerbrechen und Zerfallen führt letztlich dazu, dass die Welt atomisiert, also in ihre kleinsten, nicht mehr teilbaren Elemente zerlegt wird, in Atome, die auch keine Verbindungen untereinander mehr eingehen können, ähnlich Edelgasen, um im Bild zu bleiben. Die Gesellschaft wird sozusagen einatomig.

An dieser Stelle trennt Arendt nicht scharf zwischen der eigentlichen Vorstufe der totalitären Bewegung und totalen Herrschaft, der Massengesellschaft, und der totalen Herrschaft selbst. Gerade in der Beschreibung der Sowjetunion unter Stalin wird die Atomisierung der Gesellschaft in Verbindung mit der Liquidierung der Klassen als Merkmal der totalen Herrschaft beschrieben. Unter Stalin wurde, so Arendt, das kapitalistische System mit seiner rücksichtslosen Konkurrenz innerhalb der Arbeiterklasse in ein Extrem getrieben. Die Arbeiter wurden sozusagen zweifach atomisiert: zum einen wurde „der Produktionsprozeß zerstückelt und jeder gegen jeden im Arbeitsprozeß selbst aufgehetzt“, zum anderen wurde auch in sozialer Hinsicht Freundschaft, jegliche andere menschliche Bindung, Bekanntschaft und Intimität geächtet. Dies legte „eine Aura von hilfloser Verlassenheit um jeden einzelnen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Arendts Kritik an der modernen Massengesellschaft und deren Entpolitisierung ein, indem sie das gemeinsame Handeln als notwendiges Gegenkonzept zum Totalitarismus definiert.

2. Hannah Arendts Grundelemente einer politischen Handlungstheorie: Hier werden die zentralen Begriffe Freiheit, Handeln, Pluralität, Macht und der öffentliche Raum expliziert, die als theoretische Basis für Arendts gesamtes politisches Denken dienen.

3. Die arendtsche Massengesellschaft: Dieses Kapitel untersucht die soziologischen, politischen und ökonomischen Merkmale der Massengesellschaft, insbesondere den Untergang der Klassengesellschaft und die damit einhergehende Atomisierung des Individuums.

4. Persönliche Charakterdispositionen der Bürger in der Massengesellschaft: Diese Sektion analysiert psychologische Folgen der Massengesellschaft wie Weltlosigkeit, Selbstverlust, Verlassenheit, Einsamkeit und den Mangel an Urteilskraft als Hemmnisse für politisches Handeln.

5. Die Auflösung des öffentlichen Raumes in der Massengesellschaft: Dieses Kapitel führt die bisherigen Analysen zusammen und zeigt auf, wie die Massengesellschaft durch die Aufhebung der Trennung von privatem und öffentlichem Bereich den Raum für echtes politisches Handeln zerstört.

6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese Schlussbetrachtung reflektiert die Aktualität von Arendts Analyse für moderne Gesellschaften und betont die Notwendigkeit einer robusten Streitkultur und aktiven politischen Teilhabe.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Massengesellschaft, Öffentlicher Raum, Politik, Freiheit, Handeln, Totalitarismus, Atomisierung, Pluralität, Weltlosigkeit, Entpolitisierung, Klassengesellschaft, Macht, Urteilskraft, Konformität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kritik von Hannah Arendt an der modernen Massengesellschaft und deren zerstörerische Auswirkungen auf den öffentlichen Raum sowie die politische Freiheit des Einzelnen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Entstehung der Massengesellschaft, den Verlust von Klassenstrukturen, die Entstehung totalitärer Bewegungen und die psychologischen Auswirkungen auf das Individuum wie Isolation und Konformität.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Massengesellschaft durch ihre Strukturen politisches Handeln im Sinne Arendts unmöglich macht und zur Auflösung des öffentlichen Raums führt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit folgt Arendts Ansatz des „Begreifens“ und „Verstehens“ durch eine phänomenologische und politisch-historische Analyse dominanter Kategorien des Politischen, anstatt einer bloß kausalen Geschichtsschreibung zu folgen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Arendts theoretische Grundelemente (Freiheit, Handeln, Pluralität) definiert, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der arendtschen Massengesellschaft hinsichtlich ihrer soziostrukturellen Merkmale und der negativen Charakterdispositionen der Bürger.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören Hannah Arendt, Massengesellschaft, Öffentlicher Raum, Totalitarismus, Atomisierung, Weltlosigkeit und politische Freiheit.

Warum spielt der Begriff der „Atomisierung“ eine so zentrale Rolle bei Arendt?

Die Atomisierung beschreibt den Zerfall sozialer Bindungen und der gemeinsamen Welt, was den Einzelnen isoliert und ihn anfällig für totalitäre Manipulation und Machtausübung macht.

Inwiefern beeinflusst die moderne Arbeits- und Konsumwelt das politische Handeln?

Laut Arendt führt die Konzentration auf bloße Lebensnotwendigkeiten und Konsum zur Weltlosigkeit, wodurch der öffentliche Raum, in dem politisches Handeln erst stattfinden kann, verdrängt wird.

Wie unterscheidet Arendt zwischen „Verlassenheit“ und „Einsamkeit“?

Während Einsamkeit eine Form des bei-sich-seins sein kann, bedeutet Verlassenheit bei Arendt das totale Ausgeliefertsein in einer atomisierten Gesellschaft ohne Bezug zu anderen Menschen oder der Welt, was als antisoziales Prinzip wirkt.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für heutige Demokratien?

Die Autorin folgert, dass demokratische Gesellschaften eine robuste Streitkultur benötigen und dass die ständige Pflege des öffentlichen Raums durch aktives, pluralistisches Handeln essenziell ist, um totalitären Tendenzen entgegenzuwirken.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Auflösung des öffentlichen Raumes in der modernen Massengesellschaft bei Hannah Arendt
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Der Begriff der Freiheit in der politischen Theorie
Note
1,0
Autor
Pia Kirchen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
26
Katalognummer
V1143580
ISBN (eBook)
9783346521408
ISBN (Buch)
9783346521415
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hannah Arendt Freiheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pia Kirchen (Autor:in), 2020, Die Auflösung des öffentlichen Raumes in der modernen Massengesellschaft bei Hannah Arendt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1143580
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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