Die Situation der Mehrsprachigkeit im Senegal und die Rolle des Französischen im Bildungssystem


Hausarbeit (Hauptseminar), 2021

17 Seiten, Note: 2,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Sprachsituation und der Sprachkontakt im Senegal
2.1 Historischer Überblick
2.2 Die einheimischen Sprachen
2.3 Das Französische

3 Das Bildungssystem im Senegal

4 Die Sprachsituation und die Rolle des Französischen im Bildungssystem
4.1 Vor der Unabhängigkeit
4.2 Nach der Unabhängigkeit

5 Schlussbetrachtung

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Senegal liegt mit einer Fläche von ca. 197 km² am westlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents (vgl. Mende 1982, S. 17). Durch seine günstige Lage am Atlantik, welche vor allem den Zusammenfluss von Europa, Amerika und Afrika kennzeichnet, wird der Zugang für die koloniale Durchdringung mehrerer internationaler Streitkräfte dieser Zeit erleichtert (vgl. Daff 2017, S. 552).

Das Land ist heute mit einer Bevölkerung von mehr als 16 Millionen Einwohnern mehrsprachig (vgl. Observatoire de la langue française de l‘OIF 2018, S. 2; vgl. ebd.). Die französische Sprache gilt von der Kolonialzeit bis heute immer wieder als Amtssprache des Landes und ist zudem die Sprache des Verwaltungsmanagements, der formalen Bildung und aller internationalen Beziehungen (vgl. ebd.). Erst durch die beschleunigte Schulbildung ist der Senegal ein französischsprachiges Land geworden und damit ebenfalls ein Gründungsmitglied der Frankophonie (vgl. ebd.). Doch auch andere Landessprachen, wie das Wolof, das Pulaar, das Serer und das Diola nehmen im Senegal eine bedeutende Rolle ein (vgl. ebd.). So ist beispielsweise das Wolof die dominierende Landessprache (vgl. ebd., S. 554), da sie von mehr als 90% der Bevölkerung gesprochen wird (vgl. Fall 2008, S. 11). Die französische Sprache wird dagegen schätzungsweise von mindestens mehr als 50% der Bevölkerung als Sprache der normalen mündlichen Kommunikation verstanden (vgl. Daff 2017, S. 552).

Aufgrund dieser mehrsprachigen Situation im Land soll nun im Folgenden auf die nachstehende Frage eingegangen werden:

Welche Rolle kommt dem Französischen in der mehrsprachigen Situation im Senegal zu? Dabei soll ausschließlich der Bildungsbereich näher betrachtet werden.

Um diese Frage untersuchen zu können, soll zunächst einmal genauer auf die Sprachsituation und auf den Sprachkontakt im Senegal eingegangen werden. Hierfür soll zu Beginn ein historischer Überblick gegeben werden, um dann in den nächsten Unterkapiteln auf die einheimischen Sprachen und auf das Französische einzugehen. In dem folgenden Kapitel soll dann das Bildungssystem näher untersucht werden. Anschließend soll dann auf die Sprachsituation und auf die Rolle des Französischen im Bildungssystem Bezug genommen werden. Dabei soll in einem ersten Unterkapitel auf die Situation vor der Unabhängigkeit eingegangen werden, um in einem nächsten Schritt auf die Situation nach der Unabhängigkeit zu sprechen zu kommen. In einer Schlussbetrachtung sollen dann alle gesammelten Erkenntnisse resümierend präsentiert werden.

2 Die Sprachsituation und der Sprachkontakt im Senegal

2.1 Historischer Überblick

Um die Stellung der senegalesischen Sprachen und des Französischen im Senegal besser nachvollziehen zu können, soll nun im Folgenden auf den historischen Kontext eingegangen werden.

Die Senegalmündung und der Kap Verde bildeten schon ab dem 15. Jahrhundert die ersten Anlaufstellen für portugiesische, niederländische, englische und französische Händler (vgl. Calvet 2010, S. 15). Im 16. Jahrhundert kamen dann immer mehr französische Schiffe von beispielsweise Bordeaux und Rouen nach Senegal (vgl. Daff 2017, S. 555). Ab dem 17. Jahrhundert verstärkten sich dann die Kontakte, sodass beispielsweise einige Dieppe-Händler Beziehungen mit den Bewohnern an der Küste Senegals führten (vgl. ebd.).

Später wurden dann die einheimischen Sprachen aufgrund der französischen Assimilationspolitik schon während der Kolonialzeit vom Jahre 1895 bis 1960 herabgewürdigt (vgl. Köpp 2002, S. 28). Die Franzosen brachten ihre vermeintlich überlegenen kulturellen und sozialen Werte nach Afrika und somit selbstverständlich auch die Sprache als Teil der Kultur, da sie der Überzeugung waren, dass die französische Sprache und Kultur der afrikanischen Überlegen sei (vgl. ebd.). Somit wurden ebenfalls alle Untertanen dazu aufgefordert, die volle französische Staatsbürgerschaft zu erlangen und damit einhergehend, die französische Sprache, sowohl mündlich als auch schriftlich zu beherrschen (vgl. Rau 1987, S. 58). Dies brachte mit sich, dass beispielsweise einheimische Sprachen, wie das Wolof nicht mehr unterrichtet wurden und in der Verwaltung ebenfalls ausschließlich Französisch gesprochen wurde (vgl. Köpp 2002, S. 28). Gründe dafür könnten zum einen die angenommene Überlegenheit der französischen Sprache sein, zum anderen aber auch der Aspekt des nicht Beherrschens des Wolof seitens der Kolonialherren (vgl. ebd.). Obwohl die Sprache des Wolof nach und nach aus dem öffentlichen Leben verbannt wurde und selbst die Schülerinnen und Schüler untereinander nur noch auf französisch kommunizieren durften, achtete Frankreich darauf, lediglich Privilegierte zu fördern und aus diesem Grund wurde das Französisch zur Sprache der Elite und das Wolof zur Sprache des Volkes (vgl. ebd.). Somit wurden größtenteils auch nur diejenigen im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich als Hoffnungsträger angesehen, die Französisch konnten (vgl. Fall 2008, S. 11). Die Afrikaner verlangten gegen Ende der Kolonialzeit eine Beendigung der französischen Assimilationspolitik, da sie der Meinung waren, dass sie eine andere Heimat hätten als die, der französischen (vgl. Mende 1982, S. 62).

Mit der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1960 wurde schließlich das Französisch vom ersten senegalesischen Präsidenten Léopold Sédar Senghor als Amtssprache auferlegt (vgl. Daff 2017, S. 553). Dieser führte das Land von Beginn der Unabhängigkeit an bis 1982 und wurde letztendlich 1984 in die „Académie française“ berufen (vgl. Rau 1987, S. 67). Die einheimischen Sprachen blieben vorerst ohne jeglichen Status (vgl. Köpp 2002, S. 28), obwohl die Minderheit der Senegalesen die französische Sprache verstehen oder sprechen konnten (vgl. Rau 1987, S. 68). Doch dies änderte sich dann im Jahre 1978 mit der Erklärung von sechs afrikanischen Sprachen zu offiziellen Nationalsprachen, wodurch das eigene Kulturgut des Landes wieder gefördert wurde (vgl. ebd., S. 70).

2.2 Die einheimischen Sprachen

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, treffen im Senegal viele unterschiedliche Sprachen aufeinander. So werden heute beispielsweise mehr als 20 einheimische Sprachen überwiegend im privaten oder im inoffiziellen Leben gesprochen (vgl. Köpp 2002, S. 18). Erst Ende der 1970er Jahre sind lediglich sechs der rund 20 senegalesischen Sprachen zu Nationalsprachen erklärt worden (vgl. ebd., S. 27). Zu diesen sechs gehören die Sprachen Wolof, Pulaar, Serer, Diola, Mandingo und Soninke (vgl. Mende 1982, S. 64f.). Zum Zweck der Transkription wurde für diese Sprachen ein Alphabet entwickelt (vgl. ebd., S. 65). Da die drei Nationalsprachen Wolof, Pulaar und Serer im senegalesischen Staatsgebiet dominieren, wurden für diese ebenfalls die Schreibweise und die Worttrennung entworfen (vgl. ebd.).

Die wohl am meisten verbreitete Sprache im Senegal ist Wolof, da sie, wie bereits in der Einleitung angemerkt, von mehr als 90% der Bevölkerung verstanden und gesprochen wird. Zudem sind 41% der Gesamtbevölkerung Wolof, deren Stammgebiet in der nördlichen Küstenregion und im Nordosten Senegals liegt (vgl. Rau 1987, S. 50). Da Wolof lediglich in diesem Land so stark dominiert, wird die Sprache dort zum Markenzeichen der senegalesischen Identität (vgl. Daff 2017, S. 554). Es ist zudem die Hauptsprache der Integration im Senegal und wird vorzugsweise von allen nicht-einheimischen Bevölkerungsgruppen gelernt (vgl. ebd.). Wolof kann daher als „major language“, also als Hauptsprache des Landes identifiziert werden (vgl. Rau 1987, S. 50).

Zu den senegalesischen „minor languages“ zählen die Sprachen Pulaar, Serer und Diola, da sie von weniger als 25% der Bevölkerung als Muttersprache gebraucht werden (vgl. ebd., S. 52). Pulaar ist die Sprache, die im Senegal noch mit am weitesten verbreitet ist, gefolgt von der Sprache Serer, welche hauptsächlich im Westen des Landes gesprochen wird (vgl. Daff 2017, S. 554). Die Sprache Diola ist hingegen eher in den südlichen Regionen Senegals vertreten (vgl. ebd.).

Soninke kommt hauptsächlich im Osten des Landes vor und bildet die am wenigsten gesprochene Sprache unter den sechs senegalesischen Nationalsprachen (vgl. ebd., S. 555). Alle anderen Sprachen sind hauptsächlich über den nationalen Raum verteilt und bekommen somit die Position einer Minderheitensprache (vgl. ebd.).

2.3 Das Französische

Wie in Kapitel 2.1 bereits erwähnt wurde, gilt die französische Sprache seit der Unabhängigkeit Senegals im Jahre 1960 als einzige offizielle Sprache und wird in der Verwaltung, der Regierung und im Bildungssystem anerkannt (vgl. Köpp 2002, S. 18). Laut der Angaben des OIF leben im Senegal mehr als 4 Millionen französischsprachige Personen, was ungefähr 26% der Bevölkerung ausmacht (Observatoire de la langue française de l’OIF 2018, S. 2). Trotz dieser ungefähren Angaben, kann man dennoch mit Bestimmtheit davon ausgehen, dass der Senegal ein französischsprachiges Land ist, da die französische Sprache zumeist im Alltag der Senegalesen gebraucht wird (vgl. Daff 2017, S. 552).

Dabei ist jedoch eine Unterscheidung der französisch Sprechenden in drei Gruppen möglich (vgl. Rau 1987, S. 41). Die erste Gruppe bildet diejenigen, die das Französische als Mutter- bzw. Familiensprache oder als Unterrichtssprache beherrschen (vgl. ebd., S. 42). Die zweite Gruppe setzt sich aus denjenigen zusammen, die wenigstens zwei Jahre Grundschulunterricht absolviert haben, oder aber einen intensiven Sprachkurs im Rahmen der Erwachsenenalphabetisierung besucht haben (vgl. ebd.). Die Sprecher die lediglich minimale Französischkenntnisse haben, da sie beispielsweise die Schule abgebrochen haben. oder keine weitere außerschulische Praxis erhielten, zählen zu der dritten Gruppe (vgl. ebd., S. 42f.).

An dieser Stelle ist es zudem erwähnenswert anzumerken, dass die angewendete französische Sprache im Senegal nicht ganz derjenigen aus Frankreich entspricht (vgl. Dumont 1983, S. 165). Dies liegt vermutlich daran, dass das Französische je nach Themenschwerpunkt mit den einheimischen Sprachen, wie beispielsweise Wolof, vermischt wird (vgl. Rau 1987, S. 86). Gründe hierfür könnten sein, dass die Sprache nicht ausreichend beherrscht wird, oder aber bestimmte Fachbegriffe, wie zum Beispiel aus dem politischen Bereich, in der afrikanischen Sprache noch nicht existieren (vgl. ebd.).

Dieser Sprachwechsel tritt häufig bei Gesprächen innerhalb der Familien, oder unter Freunden auf (vgl. ebd., S. 86; 97). Bei familiären Problemen, oder größeren Streitgesprächen werden zumeist die afrikanischen Sprachen verwendet, wohingegen in beruflichen oder politischen Diskussionen eher das Französische gebraucht wird (vgl. ebd.).

Etwas ähnliches zeichnet sich ebenfalls im öffentlichen Leben der Senegalesen ab, da die französische Sprache beim Kontakt mit Staatsangestellten in Institutionen als überaus nützlich empfunden wird (vgl. ebd., S. 106). So dominiert beispielsweise das Französische eher in der Stadt im Bereich der Behörden, der Post, im Krankenhaus, oder in größeren, modernen Geschäften (vgl. ebd., S. 107f.). Die einheimischen Sprachen werden hier zwar auch gebraucht, jedoch oftmals eher auf dem Land, in den sprachlich isolierten Gemeinschaften beim Gespräch mit unbekannten Landsleuten, oder auf dem Markt (vgl. ebd., S. 108).

Im Bereich der Arbeit wird die französische Sprache zudem auch sehr oft gebraucht, wenn es beispielsweise um die Themenbereiche der Dienstanweisungen oder des Gehalts geht, aber auch bei formellen Gesprächen mit den Vorgesetzten (vgl. ebd., S. 120f.). Pausengespräche unter den Kollegen oder Aussagen, die im persönlichen Umgang geäußert werden, finden hingegen zumeist in afrikanischen Sprachen statt (vgl. ebd.).

Die französische Sprache wird daher überwiegend im öffentlichen Bereich und in den formellen beziehungsweise informellen Berufen in städtischen Gebieten gesprochen, während wiederum die einheimischen Sprachen eher im privaten Bereich und im Umgang mit der lokalen Bevölkerung gebraucht wird (vgl. Daff 2017, S. 553).

Dennoch ist der Erwerb der einzigen offiziellen Sprache im Senegal hauptsächlich auf formalem Weg, also durch einen Schulbesuch möglich, da nur sehr wenige der Senegalesen in ihren Familien tatsächlich richtig französisch sprechen (vgl. Rau 1987, S. 33). Aus diesem Grund soll nun im nächsten Kapitel das Bildungssystem im Senegal genauer betrachtet werden.

3 Das Bildungssystem im Senegal

Die erste Schule im Senegal wurde 1817 in Saint Louis von der Kolonialmacht Frankreich durch den französischen Regierungslehrer Jean Dard gegründet (vgl. Mende 1982, S. 94ff.). In dem Land gab es zuvor noch keine schulische Institution im europäischen Sinn, sondern lediglich Koranschulen, aufgrund des vom Islam beherrschten Landes (vgl. ebd., S. 93). Diese Schulen sollten die Kinder charakterlich erziehen, indem sie harten Lebensprüfungen unterzogen wurden und die Koran-Suren auswendig lernten (vgl. ebd.). Dies änderte sich mit der Gründung der „Ecole Mutuelle“ unter der Aufsicht von Jean Dard, da den Kindern dort das Schreiben und das Rechnen beigebracht, sowie der christliche Glaube mit der Lektüre des Alten und Neuen Testaments nähergebracht wurde (vgl. ebd., S. 97). Bei der „Ecole Mutuelle“ handelt es sich um eine Schulform, bei der es lediglich eine Lehrkraft gibt, die für die gesamte Schule verantwortlich ist und bei der zudem die älteren und fähigsten Schülerinnen und Schüler den schwächeren und jüngeren Kindern helfen und somit selbst als Lehrkraft fungieren (vgl. ebd., S. 90).

Das senegalesische Schulsystem wurde mit der Zeit immer weiter ausgebaut, sodass beispielsweise später auch zwei Mädchenschulen eröffnet wurden (vgl. ebd., S. 109). Zudem wurden die Schülerinnen und Schüler in einzelne Klassen unterteilt, wodurch die Schulstruktur der „Ecole Mutuelle“ aufgegeben wurde (vgl. ebd., S. 115). Hinzu kamen noch weitere Schulen in Dakar, Rufisque und Ziguinchor (vgl. ebd., S. 119).

Im Jahre 1919 wurde dann die erste Sekundarschule Senegals in Saint Louis gegründet, welche die Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur führte (vgl. ebd., S. 129). Das „Lycée Faidherbe“ stand jedoch nur denjenigen offen, die eine Aufnahmeprüfung im Rechnen und in Französisch bestanden hatten und zudem auch Schulgeld zahlten, da nur wenige Stipendien mithilfe einiger Wettbewerbe vergeben wurden (vgl. ebd.). Später wurde dann im Jahre 1954 erstmals eine Universität in Dakar eröffnet (vgl. ebd., S. 136).

Die folgenden Ausführungen basieren im Wesentlichen auf den Erkenntnissen von Adick (2013, S. 35). Das heutige senegalesische Schulsystem orientiert sich sehr an dem französischen Vorbild. Im Senegal gibt es sowohl staatliche als auch private Schulen, welche allerdings den staatlichen gleichgestellt werden.

Bevor die Schülerinnen und Schüler in der Regel im Alter von sechs Jahren die Schule erstmals besuchen, können sie ab einem Alter von drei Jahren eine kostenpflichtige Vorschule in den Städten besuchen (vgl. Rau 1987, S. 33).

Mit der Einschulung kommen die Kinder dann in die erste Stufe, welche auch „Cycle Elémentaire“ genannt wird. Diese ist verpflichtend und kann nach sechs Jahren mit einem „Certificat de fin d’études élémentaires“ oder abgekürzt CFEE abgeschlossen werden.

Nachdem die erste Stufe erreicht wurde kommen die Schülerinnen und Schüler dann in die zweite, welche auch als „Cycle Moyen“ bezeichnet wird. Diese wird in eine allgemeinbildende- und technische Variante unterteilt, wobei die erste vier Klassenstufen und die zweite drei beinhaltet. Diese Stufe schließt dann mit dem „Brevet de fin d’études moyennes“ oder auch BFEM ab.

Die letzte Stufe wird „Cycle Secondaire“ oder auch „lycée“ genannt und kann nach drei Schuljahren mit verschiedenen Varianten des „Baccalauréat“ abgeschlossen werden.

Trotz der allgemeinen Schulpflicht im Senegal variiert die allgemeine Einschulungsquote je nach Region (vgl. Mende 1982, S. 35). Es wird vor allem deutlich, dass die Einschulungsrate in den ländlichen Regionen deutlich geringer ist als in den städtischen (vgl. Rau 1987, S. 34). Grund dafür könnte zum einen die mangelhafte Infrastruktur sein, aber auch religiöse, ethnische oder soziale Anlässe könnten dies erklären (vgl. ebd.). Viele Eltern bevorzugen beispielsweise in den traditionellen ländlichen Gemeinschaften im überwiegend islamischen Senegal die Koranschulen, da dort unter anderen der Koran in Arabisch vorgelesen wird und die Kinder zudem auch die arabische Schrift gelehrt bekommen (vgl. ebd.). Bemerkbar ist jedoch, dass mehr Schülerinnen und Schüler die öffentlichen Schulen besuchen, als die privaten (vgl. Mende 1982, S. 36).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Situation der Mehrsprachigkeit im Senegal und die Rolle des Französischen im Bildungssystem
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Veranstaltung
Hautseminar: Les variétés du monde francophone
Note
2,7
Jahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1144557
ISBN (eBook)
9783346523839
ISBN (Buch)
9783346523846
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mehrsprachigkeit, Senegal, Rolle des Französischen, Bildungssystem, Sprachsituation, Sprachkontakt, Einheimische Sprachen, Wolof, Pulaar, Serer, Diola, Léopold Sédar Senghor, Historischer Überblick
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Die Situation der Mehrsprachigkeit im Senegal und die Rolle des Französischen im Bildungssystem, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1144557

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