Im einleitenden Kapitel werden Problemstellung und Ziele der vorliegenden Arbeit beschrieben. Nach der genauen Fragestellung erfolgt die Beschreibung der Methode. Das Kapitel endet mit einem Überblick des Aufbaus dieser Arbeit.
Ein gut funktionierendes betriebliches Vorschlagswesen ist ein Instrument zur wirtschaftlichen und menschengerechten Betriebsführung und kann demnach sowohl zur Erreichung der Unternehmensziele als auch zur Erreichung der individuellen Ziele der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Unternehmen beitragen. Gerade in einer unbeständigen Zeit wie dieser, können die Mitarbeiter durch ihr kreatives Potenzial zu guten Ideenlieferanten werden, welche zu Verbesserungen der allgemeinen wirtschaftlichen Situation und nicht zuletzt auch zu notwendigen Einsparungen führen können und sollen. Die Praxis zeigt aber recht häufig, dass solche Innovationen nicht den erwarteten Nutzen und Erfolg bringen, nicht zuletzt deshalb, weil sie von den Organisationsmitgliedern nicht entsprechend angenommen bzw. akzeptiert werden. Der Erfolg eines jeden Ideenmanagement hängt vom Mitwirken der beteiligten Personen ab. Nicht nur Mitarbeiter müssen sich engagieren und Vorschläge einreichen, auch Vorgesetzte müssen sich mit den eingereichten Ideen bzw. Vorschlägen auseinandersetzen und sie bei Bedarf in die Realität umsetzen. Durch das Vorschlagswesen, welches zu den Wert bildenden Unternehmensbestandteilen gehört, kann ein Unternehmen direkt am Wissen seiner Mitarbeiter teilhaben. Es trägt zur Unternehmensidentität bei, zeigt auf wie Ziele erreicht werden können und vertritt ein Menschenbild welches beweist, dass der Mitarbeiter, sein Wissen und seine Leistungen von großer Bedeutung sind. Zudem zeigt das Vorschlagswesen auf, dass jeder Mitarbeiter über seine Tätigkeit hinaus Interesse an seiner Arbeit, seinem Arbeitsplatz und seinem Unternehmen haben kann.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
PROBLEMSTELLUNG UND ABGRENZUNG
ZIEL DER ARBEIT
METHODE DER ARBEIT
AUFBAU DER ARBEIT
1 GRUNDLAGEN DES BETRIEBLICHEN VORSCHLAGSWESENS
1.1 IDEENMANAGEMENT
1.2 DEFINITION DES BETRIEBLICHEN VORSCHLAGSWESENS
1.2.1 Der Verbesserungsvorschlag
1.3 ZIELE DES BETRIEBLICHEN VORSCHLAGSWESENS
1.4 SCHWACHSTELLEN DES BETRIEBLICHEN VORSCHLAGSWESENS
1.4.1 Barrieren und Hemmnisse im Vorschlagswesen
1.5 RAHMENBEDINGUNGEN DES BETRIEBLICHEN VORSCHLAGSWESENS
2 GRUNDLAGEN DER AKZEPTANZ
2.1 DER AKZEPTANZBEGRIFF
2.1.1 Benutzerakzeptanz
2.2 EINSTELLUNG UND VERHALTEN
2.2.1 “TRA – Theory of Reasoned Action”
2.3 AKZEPTANZMODELLE
2.4 DAS „TECHNOLOGY ACCEPTANCE MODEL“
2.4.1 Soziale Prozessvariablen
2.4.2 Kognitiv-instrumentelle Variablen
3 FORSCHUNGSDESIGN DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
3.1 ZIEL DER UNTERSUCHUNG
3.2 AKZEPTANZINDIKATOREN UND HYPOTHESEN
3.2.1 Kognitivbezogene Faktoren
3.2.2 Affektbezogene Faktoren
3.2.3 Konstrukt Nutzungseinstellung
3.3 ERHEBUNGSTECHNIK
3.4 DAS BETRIEBLICHE VORSCHLAGSWESEN IM UNTERSUCHTEN UNTERNEHMEN
3.4.1 Beschreibung der Personenstichprobe
4 ERGEBNISSE
4.1 VORGEHENSWEISE BEI DER AUSWERTUNG
4.2 ERGEBNISSE
4.2.1 Ergebnisse wahrgenommener Nutzen
4.2.2 Ergebnisse wahrgenommene einfache Bedienbarkeit
4.2.3 Ergebnisse Soziale Faktoren
4.2.4 Ergebnisse Motivationsfaktoren
4.2.5 Ergebnisse Nutzungseinstellung
4.2.6 Ergebnisse tatsächliche Nutzung (Verhalten)
4.3 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE
5 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht empirisch, welche Faktoren die Akzeptanz eines betrieblichen Vorschlagswesens beeinflussen, wobei das „Technology Acceptance Model“ (TAM) als theoretisches Fundament dient, um Einstellungsakzeptanz und tatsächliche Nutzungsraten in einem Produktionsunternehmen zu analysieren.
- Übertragung und Adaption des Technology Acceptance Models auf den Bereich Personalmanagement
- Differenzierung der Einstellungsakzeptanz in kognitive und affektive Nutzungseinstellungen
- Identifikation von Einflussfaktoren wie wahrgenommener Nutzen, einfache Bedienbarkeit und soziale Faktoren
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Einstellung und tatsächlichem Nutzungsverhalten
Auszug aus dem Buch
1.1 Ideenmanagement
Nach Urban (1993) ist der Begriff Ideenmanagement als ein mit den Führungsgrundsätzen übereinstimmendes Instrument der Unternehmensführung zu verstehen. Es soll der Förderung und Nutzung von Erfahrungswerten und Kreativpotenzialen der Mitarbeiter dienen, um Problemlösungen zu optimieren und durch die Nutzung von Ideen Innovationen herbeizuführen. Das Bewusstsein der Notwendigkeit zur Zusammenarbeit soll geweckt und gefördert werden. Das Ideenpotenzial der Mitarbeiter wird aktiviert und gezielt bewegt, um eine selbstverständliche unternehmerische Denkweise zu entwickeln. (zit. aus Thom & Habegger, 2003, S.7)
Der Begriff des Ideenmanagement wird 1975 zum ersten Mal von Spahl definiert. Die Aufgaben des Ideenmanagement - dieser speziellen Organisationseinheit - beschreibt er als eine betriebliche Einrichtung, die sich “der Nutzung aller Ideen- und Kreativitätsmethoden auf breiter Basis verschreibt und alle Aktivitäten, die in einem Näheverhältnis oder in einer Wechselbeziehung zum Vorschlagswesen stehen, mit einschließt“(S. 20).
Ideenmanagement ist ein Begriff aus Personalwesen und Qualitätsmanagement, der oft als Synonym für das betriebliche Vorschlagswesen verwendet wird. Früher steckten die Mitarbeiter ihre Ideen für Prozessverbesserungen und neue Produkte einfach in einen Zettelkasten. Heute wird Ideenmanagement oft softwaregestützt und intranetbasiert durchgeführt. Ideenmanagement ist der Oberbegriff für Optimierungssysteme, die das Ziel haben, das Ideenpotential aller Mitarbeiter (nicht nur das der Manager und Experten) in einer Organisation zu nutzen.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Beschreibung der Problemstellung, Zielsetzung sowie der verwendeten wissenschaftlichen Methode und des Aufbaus der Arbeit.
1 GRUNDLAGEN DES BETRIEBLICHEN VORSCHLAGSWESENS: Definition und Erläuterung der Konzepte Ideenmanagement, Vorschlagswesen, Ziele und der zentralen Barrieren.
2 GRUNDLAGEN DER AKZEPTANZ: Theoretische Auseinandersetzung mit Akzeptanzbegriffen, Einstellungs- und Verhaltenstheorien sowie eine detaillierte Einführung in das Technology Acceptance Model.
3 FORSCHUNGSDESIGN DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Vorstellung der Forschungsziele, Hypothesenbildung, Erhebungsmethodik mittels Fragebogen sowie Beschreibung der Unternehmensstichprobe.
4 ERGEBNISSE: Statistische Analyse und Interpretation der Daten bezüglich Nutzenwahrnehmung, Bedienbarkeit, sozialer Faktoren und tatsächlicher Nutzung.
5 FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse im Hinblick auf die Ausgangshypothesen sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
Betriebliches Vorschlagswesen, Ideenmanagement, Technology Acceptance Model, Einstellungsakzeptanz, Verhaltensakzeptanz, wahrgenommener Nutzen, Bedienbarkeit, Soziale Faktoren, Motivationsfaktoren, Mitarbeiterbeteiligung, Unternehmensführung, Arbeitspsychologie, Partizipation, Prozessoptimierung, Innovationsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Akzeptanz des betrieblichen Vorschlagswesens (BVW) in einem österreichischen Produktionsunternehmen und prüft, ob Faktoren aus technologischen Akzeptanzmodellen auf dieses Führungsinstrument übertragbar sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Es werden Konzepte des Ideenmanagements, theoretische Grundlagen der Akzeptanzforschung (insbesondere das TAM und die Theorie des geplanten Verhaltens) sowie psychologische Aspekte der Einstellungs- und Verhaltensänderung bei Mitarbeitern beleuchtet.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, welche Faktoren die Einstellungsakzeptanz beeinflussen und ob diese Einstellung eine Vorhersage über die tatsächliche Nutzung (Einreichung von Ideen) durch die Mitarbeiter zulässt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine quantitative empirische Untersuchung mittels einer schriftlichen Fragebogenerhebung (N=407) in einem Großunternehmen, kombiniert mit statistischen Analyseverfahren wie Reliabilitätsanalyse und schrittweiser Regressionsanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Entwicklung eines spezifischen Akzeptanzmodells für das Vorschlagswesen und eine detaillierte Auswertung der empirischen Daten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Einstellungsakzeptanz, wahrgenommener Nutzen, Motivationsfaktoren, Soziale Einflussfaktoren und die Validierung des Technology Acceptance Models in einem nicht-technischen Kontext.
Inwieweit spielt die affektive vs. kognitive Einstellung eine Rolle?
Die Arbeit differenziert zwischen einer kognitiv geleiteten (verstandesmäßigen) und einer affektiv (gefühlsmäßig) geleiteten Nutzungseinstellung, um deren jeweilige Auswirkungen auf die tatsächliche Teilnahme am Vorschlagswesen zu vergleichen.
Wie werden Barrieren im Vorschlagswesen klassifiziert?
Barrieren werden u.a. als Informationsbarrieren, Fähigkeitsbarrieren (Nicht-Können), Willensbarrieren (Nicht-Wollen) sowie Risikobarrieren (Angst vor Nachteilen) identifiziert.
Was ist das Ergebnis zur tatsächlichen Nutzung?
Es konnte nur ein tendenzieller, kein stark signifikanter Zusammenhang zwischen der Einstellung der Mitarbeiter und der tatsächlichen Häufigkeit der Einreichung von Verbesserungsvorschlägen nachgewiesen werden.
Welche Bedeutung kommt der Führung bei?
Die Arbeit unterstreicht, dass die Unterstützung durch Führungskräfte, eine transparente Kommunikation und eine als gerecht empfundene Organisation wesentlich für die Akzeptanz des Systems sind.
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- Mag Isabella Haltmeyer (Author), 2005, Akzeptanz Betriebliches Vorschlagswesen. Eine Anwendung und Übertragung des "Technology Acceptance Model", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114463