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Die Entstehung der Weimarer Reichsverfassung und des Grundgesetzes

Title: Die Entstehung der Weimarer Reichsverfassung und des Grundgesetzes

Seminar Paper , 2008 , 23 Pages , Grade: 11,0

Autor:in: Julia Heil (Author)

Law - Philosophy, History and Sociology of Law
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Zunächst beschäftigt sich die Arbeit mit einem kurzen historischen Abriss über die deutschen Verfassungen bis hin zur Weimarer Reichsverfassung. Damit soll ein Überblick über die deutsche Verfassungstradition und allgemeinhistorische Umstände gegeben werden. Darüber hinaus sollen Neuerungen durch Brüche alter Traditionen verdeutlicht werden. Das alte Germanien bestand aus zahlreichen Völkerschaften. Im „Staat“ ging die Staatsgewalt von allen Freien in der Volksversammlung, dem „Thing“ aus. Das „Thing“ stellt aus heutiger Sicht eine Urform der unmittelbaren Demokratie dar. Die Volksversammlung wählte als ihr Oberhaupt den Angesehensten unter ihnen, der aber auch wieder abgesetzt werden konnte.
Während der germanischen Völkerwanderung schlossen sich diese Völkerstaaten zu Stammesstaaten zusammen. Die bekanntesten unter ihnen sind die Goten, Sachsen und Alemannen. In dieser Zeit setzte auch die Entwicklung zur Erbmonarchie ein, die einen König als Oberhaupt hatten. Die Staaten wurden aufgeteilt in Gaue mit einejam Gaugrafen als jeweiligem Oberhaupt. Weiterhin entwickelte sich das Lehnswesen in dieser Zeit zu einer festen Institution. Das „Thing“ verlor allmählich an Bedeutung, stattdessen erstarkten die großen Lehnsmannen, sodass sie bei wichtigen Staatsakten des Königs mitwirken konnten. Schließlich erlangte das Frankenreich durch dauernde Kriege und Einverleibungen mehr und mehr an Bedeutung. Unter Karl dem Großen (768-814) erlangte das Frankenreich seine größte Ausdehnung und Macht. Karl der Große ließ sich vom Papst zum Kaiser krönen und das Reich wurde unter seinen Enkeln in das west- und mittelfränkische Königreich aufgeteilt.

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Inhaltsverzeichnis

I. Deutschland bis zum Ende des Frankenreiches (962 n. Chr.)

II. das alte deutsche Reich (962-1806)

III. Der deutsche Bund (1815 – 1866)

IV. Der norddeutsche Bund (1866 – 1871)

V. Das deutsche Kaiserreich (1871 – 1918)

B. Die Entstehung der Weimarer Reichsverfassung

I. Der Rat der Volksbeauftragten

II. Die Nationalversammlung

1. Beteiligte Parteien und deren Ziele

2. Weimarer Koalition (SPD, Zentrum, DDP)

3. Verfassungsberatungen in der Nationalversammlung

C. Die Entstehung des Grundgesetzes

I. Die Londoner Sechs-Mächte-Konferenz, 1948

1. Konferenz in London

2. Beteiligte: westliche Besatzungsmächte und BENELUX

3. Rahmenbedingungen für eine neue politische Ordnung Westdeutschlands

II. Die Frankfurter Dokumente, 1.7.1948

1. Ermächtigung zur Einberufung einer Nationalversammlung

2. Territoriale Neugliederung

3. Grundzüge eines Besatzungsstatuts

III. Herrenchiemseer Verfassungskonvent, 10.-23.8.1948

1. Sachverständigenausschuss

2. Vertreter der Länder, insb. Carlo Schmid, Anton Pfeiffer, Hermann Brill

3. Beratungen

IV. Parlamentarischer Rat

1. Beteiligte Parteien und deren Ziele

2. beteiligte Personen

a) Konrad Adenauer, CDU

b) Carlo Schmid, SPD

3. Vorschläge der Militärgouverneure

4. besonders strittige Diskussionspunkte (Finanz- und Kompetenzverteilung zwischen dem Bund und den Ländern)

V. Beschluss über das Grundgesetz

1. 8.5.1949 Abstimmungsverhalten der Parteien und Gründe

2. 12.5.1949 Genehmigung der Alliierten

3. 23.5.1949 Inkrafttreten

VI. Grundzüge der neuen Verfassung

1. Provisoriumscharakter

2. Unterschiede zur Weimarer Reichsverfassung

3. Grundrechte

4. Staatsorganisation

VII. Besatzungsstatut der Alliierten

1. Vorbehalte

2. Abbau der Vorbehaltsrechte bis hin zu den Pariser Verträgen

C. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Seminararbeit verfolgt das Ziel, die historische Entwicklung der deutschen Verfassungsgebung von den Anfängen bis zur Entstehung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland nachzuzeichnen, wobei die Forschungsfrage darauf fokussiert, wie durch die bewusste Abgrenzung zur Weimarer Reichsverfassung und durch alliierte Vorgaben eine neue, demokratisch legitimierte und dauerhafte Verfassungsordnung geschaffen wurde.

  • Historischer Abriss der deutschen Verfassungstradition (962–1918)
  • Die Entstehungsgeschichte der Weimarer Reichsverfassung
  • Der Weg zum Grundgesetz: Von den Frankfurter Dokumenten bis zum Parlamentarischen Rat
  • Rolle und Einfluss der alliierten Besatzungsmächte
  • Strukturmerkmale und Unterschiede des Grundgesetzes im Vergleich zur Weimarer Verfassung

Auszug aus dem Buch

1. Beteiligte Parteien und deren Ziele

Im Parlamentarischen Rat waren folgenden Parteien vertreten: CDU/CSU, SPD, FDP, DP, KPD und Zentrum. Hier soll speziell auf die Verfassungskonzeptionen der SPD und der Unionsparteien eingegangen werden. Die SPD, insbesondere Kurt Schumacher, wehrten sich gegen eine „Restauration von Weimar“. Der Hauptfehler liege in dem Verzicht auf den „Neubau einer sozialen Ordnung“. Schumacher erklärte, Deutschland könne nur „wahrhaft demokratisch werden“, wenn seine soziale Struktur geändert, die Macht der Konzerne gebrochen und der Arbeiterschaft entscheidender Einfluss auf die Produktion eingeräumt wird. Die Unionsparteien, taten sich, allein schon wegen des Fehlens einer gemeinsamen Führungsspitze, zunächst schwerer. Dennoch unterschied sich die Verfassungskonzeption weniger inhaltlich von der der SPD, sondern ihr Mangel an Übereinstimmung. Vielmehr führte der Willensbildungsprozess innerhalb der Unionsparteien allmählich zu dem Ergebnis, dass die staatliche Reorganisation Deutschlands in einem Provisorium zu beginnen habe. Auch die Unionsparteien forderten die Beseitigung des Großkapitals und der Konzerne. Weiterhin wird die Wahrung der deutschen Einheit wird als unabänderlicher Grundsatz herausgestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Deutschland bis zum Ende des Frankenreiches (962 n. Chr.): Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Staatsgewalt in germanischen Stammesstaaten und die Entwicklung hin zum Frankenreich unter Karl dem Großen.

II. das alte deutsche Reich (962-1806): Der Text beschreibt die Entstehung des „Heiligen römischen Reiches“ und dessen Wandel von einem Einheitsstaat zu einer ständischen Monarchie bis zu seinem faktischen Ende 1806.

III. Der deutsche Bund (1815 – 1866): Hier wird die Gründung des Staatenbundes nach dem Wiener Kongress und der Versuch einer Verfassungsgebung durch die Paulskirchenversammlung thematisiert.

IV. Der norddeutsche Bund (1866 – 1871): Es wird der Übergang von einem Staatenbund zu einem Bundesstaat unter preußischer Führung dargelegt.

V. Das deutsche Kaiserreich (1871 – 1918): Dieses Kapitel behandelt die Reichsgründung von 1871 und die föderale Struktur sowie den fehlenden Grundrechtskatalog des Kaiserreiches.

B. Die Entstehung der Weimarer Reichsverfassung: Der Abschnitt schildert die Übergangszeit nach der Abdankung des Kaisers, den Rat der Volksbeauftragten und den Prozess der Verfassungsberatungen in der Nationalversammlung.

C. Die Entstehung des Grundgesetzes: Der Hauptteil analysiert detailliert die Etappen der westdeutschen Staatsgründung, von der Londoner Sechs-Mächte-Konferenz und den Frankfurter Dokumenten bis hin zur Arbeit des Parlamentarischen Rates, den strittigen Finanz- und Kompetenzfragen sowie der letztlichen Verabschiedung und dem Charakter des Grundgesetzes.

Schlüsselwörter

Verfassungsgebung, Grundgesetz, Weimarer Reichsverfassung, Parlamentarischer Rat, Föderalismus, Besatzungsstatut, Westalliierten, Bundesstaat, Nationalversammlung, Staatsorganisation, Grundrechte, Souveränität, Adenauer, Carlo Schmid, Historische Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die verfassungsgeschichtliche Entwicklung Deutschlands von der germanischen Zeit bis hin zur Entstehung und Verabschiedung des Grundgesetzes im Jahr 1949.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel der Staatsformen, den Lehren aus der Weimarer Republik für das neue Grundgesetz sowie dem Spannungsfeld zwischen den deutschen Akteuren und den alliierten Besatzungsmächten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll verdeutlicht werden, wie das Grundgesetz als Provisorium konzipiert wurde und dennoch durch spezifische Abgrenzungen zur Weimarer Verfassung zu einer dauerhaften, wehrhaften Demokratie führte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung von Fachliteratur, Verfassungsdokumenten und geschichtlichen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich intensiv der Entstehungsgeschichte des Grundgesetzes, inklusive der Londoner Konferenzen, der Rolle des Herrenchiemseer Konvents und der Arbeit des Parlamentarischen Rates unter Berücksichtigung alliierter Vorgaben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Verfassungsgebung, Parlamentarischer Rat, Föderalismus, Besatzungsstatut, Souveränität und Grundrechte.

Welche Rolle spielten die Militärgouverneure bei der Entstehung des Grundgesetzes?

Die Militärgouverneure gaben durch die Frankfurter Dokumente den Rahmen vor, intervenierten bei Finanz- und Kompetenzfragen und behielten sich durch ein Besatzungsstatut Vorbehaltsrechte zur Sicherung demokratischer Grundziele vor.

Wie unterscheidet sich das Grundgesetz in Bezug auf die Staatsorganisation von der Weimarer Reichsverfassung?

Das Grundgesetz etablierte eine wehrhafte Demokratie, schaffte das präsidiale Notverordnungsrecht ab, stärkte die Repräsentation und baute den Schutz der Verfassung durch höhere Hürden bei Verfassungsänderungen deutlich aus.

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Details

Title
Die Entstehung der Weimarer Reichsverfassung und des Grundgesetzes
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für öffentliches Recht)
Course
Verfassungsgebung - Verfassungsänderung - Verfassungswandel
Grade
11,0
Author
Julia Heil (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V114495
ISBN (eBook)
9783640161836
ISBN (Book)
9783640163779
Language
German
Tags
Entstehung Weimarer Reichsverfassung Grundgesetzes Verfassungsgebung Verfassungsänderung Verfassungswandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Heil (Author), 2008, Die Entstehung der Weimarer Reichsverfassung und des Grundgesetzes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114495
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