Bodentypenklassifikationen


Seminararbeit, 2005

30 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen und Definitionen
2.1 Faktoren und Prozesse der Bodenentwicklung
2.2 Bodentyp und Bodenklasse

3. Bodentypenklassifikationen
3.1 Klassifikationssysteme in Deutschland
3.2 Klassifikationssysteme in den USA
3.3 Bodeneinheiten der Weltbodenkarte
3.4 Klassifikationssystem der WRB
3.5 Weitere Klassifikationssysteme

4. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bestimmungsschlüssel für die vier Abteilungen

Abbildung 2: FAO/ UNESCO Bodenkarte der Welt

Abbildung 3: Legende zur FAO/ UNESCO Bodenkarte der Welt

Abbildung 4: Weltbodenkarte der WRB

Abbildung 5: Kausalkette der Pedogenese und Pedofunktion

Abbildung 6: Taxonomisches Dendrogramm

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit sollen die verschiedenen Bodentypenklassifikationen dargestellt werden.

Dabei wird zu Beginn ein allgemeiner Überblick über die Faktoren und Prozesse der Bodenentwicklung gegeben und es werden einige grundlegende Begriffe und Definitionen erklärt.

Im Hauptteil der Arbeit werden zunächst die weltweit wichtigsten Klassifikationssysteme näher vorgestellt und erläutert. Desweiteren befinden sich im Anschluss daran Erklärungen zu den weniger bedeutenden Bodentypenklassifikationen.

Der Schlussteil stellt in einer kurzen Zusammenfassung die Vielfalt der unterschiedlichen Bodentypenklassifikationen dar und gibt mit möglichen Tendenzen und Entwicklungen der Bodensystematik einen Ausblick in die Zukunft.

2. Grundlagen und Definitionen

2.1 Faktoren und Prozesse der Bodenentwicklung

„Böden sind sehr verschieden. Das beruht auf Unterschieden bei den Faktoren der Bodenentwicklung, aus denen Prozesse resultieren, die die Böden in unterschiedlicher Weise prägen.“ (Blume 1996, S. 3)

Als Faktoren der Bodenentwicklung wirken Ausgangsgestein, Klima, Relief, Wasser, Zeit, menschliche Tätigkeit, Pflanzen und Bodenorganismen. Von großer Bedeutung bei der Bodenbildung sind Temperatur und Niederschlag. Sie können als Klimafaktoren den Boden nachhaltig prägen (Blume 1996, S. 3). „Ähnliches gilt für das Relief, durch das die Wirkung des Klimas modifiziert wird [...].“ (Blume 1996, S. 3) Durch die Vegetation wird das Ausgangsmaterial des Humuskörpers eines Bodens geliefert und die Bodenorganismen gestalten ihren Lebensraum entscheidend.

Prozesse der Bodenentwicklung sind die Verwitterung und Bildung von Mineralien, die Zersetzung und Humifizierung organischer Substanz und die Gefügebildung. Außerdem gibt es verschiedene Verlagerungsprozesse, wie Tonverlagerung (Lessivierung) und Podsolierung, Ent- und Versalzung sowie Marmorierung und Vergleyung.

Diese horizontbildenden Prozesse und Faktoren sowie das Eingreifen des Menschen in die Entwicklung der Böden (z.B. durch Düngen oder Pflügen des Bodens) wirken mit der Zeit mit unterschiedlicher Intensität und verursachen nicht nur stetige Veränderungen der Bodenschichten, sondern auch die Vielzahl an unterschiedlichen Böden. Diese versucht man in Bodentypenklassifikationen systematisch zu gliedern (Blume 1996, S. 3).

2.2 Bodentyp und Bodenklasse

„Böden, die sich im gleichen oder ähnlichen Entwicklungszustand befinden, bei denen also eine bestimmte Konstellation der bodenbildenden Faktoren vorliegt und gemeinsam mit den Prozessen der Bodenentwicklung gleiche Merkmale und [Boden]horizonte hervorgerufen hat, werden zu Bodentypen zusammengefasst.“ (Semmel 1993, S. 29)

„Die Bodentypen lassen sich nach ihren Horizontabfolgen in verschiedene Klassen unterteilen.“ (Semmel 1993, S. 29)

3. Bodentypenklassifikationen

Die Vielzahl der durch die verschiedenen Möglichkeiten der Bodenentwicklung gegebenen und in der Natur auch tatsächlich vorkommenden Böden versucht man systematisch zu erfassen und zu klassifizieren. Dies erfordert eine Gliederung und die Einreihung der verschiedenen Böden in ein bestimmtes System (Semmel 1993, S. 33).

Mit dem Beginn der landbaulichen Nutzung führten Beobachtungen und Erfahrungen zu recht einfachen Einteilungen, in denen oft nur ein Faktor zur Bezeichnung diente und die Benennung der Böden oftmals mit mundartlichen Namen erfolgte (Kuntze / Roeschmann / Schwerdtfeger 1988, S. 365).

Gegenwärtig gibt es weltweit sehr unterschiedliche Systeme der Bodengliederung, die im Folgenden vorgestellt werden.

3.1 Klassifikationssysteme in Deutschland

Die verschiedenen Böden Deutschlands wurden jahrzehntelang nach der von Stremme geschaffenen stark faktoren- orientierten Bodensystematik klassifiziert. Diese Einteilung gliederte sich nach dem Vorherrschen einzelner Faktoren, und es wurde zwischen Vegetationsbodentypen, Gesteinsbodentypen, Nassbodentypen, Reliefbodentypen und künstlichen Böden unterschieden.

Später setzte sich die von Kubiena entwickelte prozess- und merkmalsorientierte „natürliche Systematik der Böden“ durch, in dem die Böden vorrangig nach genetisch bedingten Merkmalen (pedogenen Merkmalen) und ihrem genetischen Zusammenhang geordnet sind. Hier werden also nicht nur einzelne Faktoren der Bodenbildung berücksichtigt, sondern es wird der gesamte Profilaufbau und die Horizontkombination des Bodens, in dem sich die Auswirkungen aller Faktoren widerspiegeln, in den Mittelpunkt gestellt. Die wichtigste Einheit dieser Systematik ist der Bodentyp, der alle Böden mit ähnlichem Entwicklungszustand und Dynamik zusammenfasst.

Nach diesem System, das von Mückenhausen kontinuierlich weiterentwickelt wurde und durch die Kommission für Bodensystematik der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft ergänzt wird, erfolgt heute die Bodenkartierung in der Bundesrepublik (Scheffer / Schachtschabel 1979, S. 314).

Das System der Bodensystematik Deutschlands ist hierarchisch aufgebaut. Oberste Kategorie dieses Systems sind die vier Abteilungen, bei denen nach der Einwirkungskraft des Wassers zwischen den terrestrischen (Landböden), den hydromorphen/ semiterrestrischen (Grundwasserböden) und den subhydrischen/ semisubhydrischen Böden (Unterwasserböden) unterschieden wird. Moorböden werden wegen ihrer Eigenständigkeit in Entstehung und Substrat als eigene Abteilung herausgestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bestimmungsschlüssel für die vier Abteilungen

Quelle: Blume 1996, S. 13

Es folgen die 20 Bodenklassen, die vorwiegend nach ihrer generellen Horizontkombination und durch genetische Grundprozesse aber auch nach speziellen Eigenschaften und ihrer Dynamik unterschieden werden (Schroeder 1983, S. 104).

Nach dem Entwicklungszustand und dem Grad der Horizontdifferenzierung werden die 13 Klassen der terrestrischen Böden unterschieden:

O/C- Böden (F)

Terrestrische Rohböden (O)

Ah/C- Böden (R)

Schwarzerden (T)

Pelosole (D)

Braunerden (B)

Lessivés (L)

Podsole (P)

Terrae Calcis (C)

Fersiallitische und ferralitische Paläoböden (V)

Stauwasserböden (Stagnosole) (S)

Reduktosole (X)

Terrestrische Kultosole (Terrestrische anthropogene Böden) (Y)

Bei den hydromorphen Böden werden die Klassen durch weitere Differenzierung des Wasserregimes unterschieden:

Auenböden (A)

Gleye (G)

Marschen (M)

Die Abteilung subhydrische Böden beinhaltet zwei Klassen:

Semisubhydrische Böden (Wattböden) (I)

Subhydrische Böden (Unterwasserböden) (J)

Die Abteilung der Moore gliedert sich in die Klassen.

Natürliche und vererdete Moore (H)

Moorkultosole (Kultivierte Moore) (Blume 1996, S. 13ff.)

Innerhalb der Klassen werden die ca. 50 Bodentypen nach charakteristischen Horizonten, spezifischen Eigenschaften der Horizonte und den Horizontfolgen gegliedert. Der Bodentyp ist die zentrale Einheit, die durch bodengenetische Horizonte und zum Teil durch das Ausgangsgestein definiert ist.

Die terrestrischen Böden werden nach lithogenen Profilmerkmalen unterschieden. Die Typen der hydromorphen Böden unterscheiden sich nach dem Entwicklungszustand und die der subhydrischen Böden nach der Humusform. Bei den Mooren erfolgt die Unterscheidung von Typen nach geogenen Merkmalen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Bodentypenklassifikationen
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Grundseminar: Physische Geographie
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V114499
ISBN (eBook)
9783640161119
Dateigröße
2704 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bodentypenklassifikationen, Grundseminar, Physische, Geographie, Faktoren, Prozesse, Bodenentwicklung, Klassifikationssysteme, Bodensystematik, Böden
Arbeit zitieren
Verena Bayer (Autor), 2005, Bodentypenklassifikationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114499

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