In der folgenden Arbeit sollen die verschiedenen
Bodentypenklassifikationen dargestellt werden.
Dabei wird zu Beginn ein allgemeiner Überblick über die Faktoren
und Prozesse der Bodenentwicklung gegeben und es werden
einige grundlegende Begriffe und Definitionen erklärt.
Im Hauptteil der Arbeit werden zunächst die weltweit wichtigsten
Klassifikationssysteme näher vorgestellt und erläutert.
Desweiteren befinden sich im Anschluss daran Erklärungen zu
den weniger bedeutenden Bodentypenklassifikationen.
Der Schlussteil stellt in einer kurzen Zusammenfassung die Vielfalt
der unterschiedlichen Bodentypenklassifikationen dar und gibt mit
möglichen Tendenzen und Entwicklungen der Bodensystematik
einen Ausblick in die Zukunft. „Böden sind sehr verschieden. Das beruht auf Unterschieden bei den Faktoren der Bodenentwicklung, aus denen Prozesse resultieren, die die Böden in unterschiedlicher Weise prägen.“ (Blume 1996, S. 3)
Als Faktoren der Bodenentwicklung wirken Ausgangsgestein, Klima, Relief, Wasser, Zeit, menschliche Tätigkeit, Pflanzen und Bodenorganismen. Von großer Bedeutung bei der Bodenbildung sind Temperatur und Niederschlag. Sie können als Klimafaktoren den Boden nachhaltig prägen (Blume 1996, S. 3). „Ähnliches gilt für das Relief, durch das die Wirkung des Klimas modifiziert wird [...].“ (Blume 1996, S. 3) Durch die Vegetation wird das Ausgangsmaterial des Humuskörpers eines Bodens geliefert und die Bodenorganismen gestalten ihren Lebensraum entscheidend.
Prozesse der Bodenentwicklung sind die Verwitterung und Bildung von Mineralien, die Zersetzung und Humifizierung organischer Substanz und die Gefügebildung. Außerdem gibt es verschiedene Verlagerungsprozesse, wie Tonverlagerung (Lessivierung) und Podsolierung, Ent- und Versalzung sowie Marmorierung und Vergleyung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen und Definitionen
2.1 Faktoren und Prozesse der Bodenentwicklung
2.2 Bodentyp und Bodenklasse
3. Bodentypenklassifikationen
3.1 Klassifikationssysteme in Deutschland
3.2 Klassifikationssysteme in den USA
3.3 Bodeneinheiten der Weltbodenkarte
3.4 Klassifikationssystem der WRB
3.5 Weitere Klassifikationssysteme
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen systematischen Überblick über die verschiedenen international verbreiteten Ansätze der Bodentypenklassifikation zu geben. Dabei steht die methodische Herleitung dieser Systeme sowie deren jeweilige wissenschaftliche Relevanz im Mittelpunkt der Untersuchung.
- Faktoren und Prozesse der Bodenbildung als Grundlage der Systematik
- Klassifikationssysteme in Deutschland und den USA
- Methodik und Ziele der FAO/UNESCO Weltbodenkarte
- Struktur und Zielsetzung der World Reference Base for Soil Resources (WRB)
- Vergleichende Ansätze der Bodengliederung in verschiedenen nationalen Kontexten
Auszug aus dem Buch
3.2 Klassifikationssysteme in den USA
Die auf Marbut zurückgehende ältere Bodensystematik der USA beruhte vor allem auf den morphologischen und chemischen Eigenschaften der Böden. Diese Systematik wurde durch den US Soil Survey Staff unter Verwendung des Prinzips der Klimazonalität verfeinert (Scheffer / Schachtschabel 1979, S. 317). „Sie berücksichtigt[e] in erster Linie Merkmale wie Anzahl, Anordnung und Farbe der Horizonte, Körnung, Gefüge, Dichte und chemische Eigenschaften der Böden und die geologische Herkunft des Ausgangsmaterials.“ (Scheffer / Schachtschabel 1979, S. 317) Ihre Fassung beruhte auf einer Gliederung nach Zonalität in zonale, intrazonale und azonale Böden.
Zu den zonalen Böden, deren Entstehung vorrangig auf den Einfluss des Klimas zurückzuführen ist, zählen Tundra-, Taiga-, Laubwald-, Waldsteppen-, Steppen-, Halbwüsten-, Wüsten- und Tropenböden.
Intrazonale Böden sind Böden, bei denen Gesteins- und Reliefeinflüsse vorherrschen. Zu ihnen zählen die Kalk-, Salz- und Grundwasserböden.
Die azonalen Böden, zu denen Rohböden, erodierte, kolluviale und alluviale Böden zählen, sind nur wenig entwickelt und haben eine schwache Profildiffernzierung (Schroeder 1983, S. 102). „Die weitere Unterteilung erfolgt[e] in Great Soil Groups (annähernd identisch mit unseren Bodentypen), Soil Series (Lokalformen, die die wichtigste Kartiereinheit darstellen), Soil Types (durch Unterschiede in der Körnung charakterisiert) und Soil Phases (durch Unterschiede in der Ertragsfähigkeit, z.B. infolge Erosion, gekennzeichnet).“ (Scheffer / Schachtschabel 1979, S. 317f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Notwendigkeit und den Aufbau der Arbeit zur Darstellung verschiedener Bodentypenklassifikationen sowie den Ausblick auf zukünftige Entwicklungen in der Bodensystematik.
2. Grundlagen und Definitionen: Das Kapitel erläutert die wesentlichen Faktoren der Bodenentwicklung wie Klima und Relief sowie die Definitionen von Bodentyp und Bodenklasse als Basis für die weitere Klassifizierung.
3. Bodentypenklassifikationen: Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Ansätze und Systeme der Bodengliederung in Deutschland, den USA, durch die FAO/UNESCO sowie die WRB und weitere internationale Beispiele vorgestellt.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Vielfalt der existierenden Klassifikationssysteme zusammen und prognostiziert eine kontinuierliche Weiterentwicklung und Harmonisierung globaler Standards.
Schlüsselwörter
Bodentypen, Klassifikation, Pedogenese, Bodenhorizont, WRB, Soil Taxonomy, FAO, Weltbodenkarte, Bodensystematik, Bodenbildung, Bodenklasse, Bodenprofil, Bodenkunde, Bodeneinheiten, Humus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Einordnung und Klassifizierung verschiedener Bodentypen, um einen Überblick über die in der Wissenschaft gebräuchlichen Systeme zu geben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Bodenbildungsprozesse, die verschiedenen nationalen und internationalen Klassifikationsansätze sowie die Bedeutung der Nomenklatur in der Bodenkunde.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die verständliche Darstellung der Vielfalt an Bodentypenklassifikationen und die Analyse der verschiedenen methodischen Ansätze zur Bodengliederung.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse der bodenkundlichen Fachliteratur, um die theoretischen Grundlagen und die verschiedenen internationalen Klassifikationssysteme gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Systematik in Deutschland, der US Soil Taxonomy, der FAO/UNESCO Weltbodenkarte, dem WRB-System sowie weiteren nationalen Systematiken, etwa aus Frankreich, Russland oder der Schweiz.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Bodenklassifikation, Bodentyp, Pedogenese, Diagnostische Horizonte und Internationale Bodennomenklatur geprägt.
Warum existieren so viele unterschiedliche Klassifikationssysteme für Böden?
Die Vielfalt der Systeme ist auf unterschiedliche naturräumliche Gegebenheiten, kulturelle Traditionen sowie variierende wissenschaftliche Schwerpunkte bei der Definition von Böden zurückzuführen.
Welchen Stellenwert nimmt die WRB (World Reference Base) ein?
Die WRB fungiert als ein angestrebtes, global akzeptiertes Bodenklassifikationssystem, das den Rahmen für die Korrelation und Harmonisierung nationaler Systeme bilden soll.
Wie unterscheidet sich die US Soil Taxonomy von älteren Ansätzen?
Im Gegensatz zu älteren, stärker morphologisch orientierten Systemen nutzt die Soil Taxonomy eine hierarchische Klassifikation basierend auf genau definierten diagnostischen Horizonten und Merkmalen.
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- Verena Bayer (Author), 2005, Bodentypenklassifikationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114499