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Form und Problematik der Integration in der modernen Gesellschaft

Title: Form und Problematik der Integration in der modernen Gesellschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marc Alexander Amlinger (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Integration und Ausgrenzung können insbesondere in der modernen Gesellschaft eine Vielzahl von Formen annehmen. Die Frage, wer dazu gehört und wer nicht, unterliegt dabei nicht erst seit der zunehmenden Entgrenzung der Welt im Zuge der Globalisierung und neuer Migrationsströme einer erheblichen Brisanz. Die Frage der Integration ist vielmehr bereits in der Struktur der modernen Gesellschaft als geradezu konstitutives Problem verankert. Im Rahmen dieser Arbeit soll daher die Frage der Beschaffenheit der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft hinsichtlich ihrer integrativen und desintegrativen Strukturen
im Vordergrund stehen.
Die theoretischen Vorklärungen sollen dabei das für die Moderne grundlegende Bild der strukturellen Konstitution der Gesellschaft explizieren. Erst anhand dieser Vorleistungen resultiert ein Verständnis der problematischen Form der Inklusion und Exklusion im Zuge der funktionalen Differenzierung, welches die Frage eröffnet, was die moderne Gesellschaft dennoch zusammenhält. Das integrative Moment der Nationalstaaten scheint dabei jenes Element der Gesellschaft zu sein, das Kompensationen gegenüber der strukturellen Desintegration zu leisten im Stande ist. Doch auch die nationalstaatliche Konstitution unterliegt in der globalisierten Welt neuen Spannungsverhältnissen, die ihr integratives Moment mehr und mehr zu untergraben scheinen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Theoretische Vorklärungen

2.1 Inklusion und Exklusion in segmentären und stratifizierten Gesellschaften

2.2 Die funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaft

2.2.1 Funktionale Differenzierung als primäre Differenzierungsform der modernen Gesellschaft

2.2.2 Inklusion und Exklusion in der modernen Gesellschaft

3. Die Semantik der Zugehörigkeit: Zum Verhältnis der Desintegration und Nation in der Moderne

3.1 Das desintegrative Moment der modernen Gesellschaft

3.2 Nationalstaaten als Integrationsformel

3.3 Nationalität und Staatsangehörigkeit als Inklusionsprinzipien

4. Transnationale Identitätsbildung und die Europäische Union

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Struktur der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft hinsichtlich ihrer integrativen und desintegrativen Mechanismen. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie die Gesellschaft trotz struktureller Desintegration zusammengehalten wird und welche Rolle die Nationalstaaten sowie neu entstehende transnationale Identitätsbildungen wie die Europäische Union in diesem Kontext als kompensatorische Integrationsinstanzen einnehmen.

  • Systemtheoretische Analyse der Inklusions- und Exklusionsmechanismen.
  • Untersuchung der strukturellen Desintegration in der Moderne.
  • Nationalstaaten als Formel zur Kompensation von Entfremdungsprozessen.
  • Die Rolle von Staatsangehörigkeit und Nationalität als Inklusionsprinzipien.
  • Transnationale Identitätsbildung im Rahmen der Europäischen Union.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Inklusion und Exklusion in der modernen Gesellschaft

Wie bereits ausgeführt, verheißt die moderne Gesellschaft die Inklusion aller in alle Funktionssysteme. Darin besteht bereits ein grundsätzlicher Unterschied zu früheren Differenzierungsformen. Im Gegensatz zu segmentären oder stratifizierten Gesellschaften schließt die Inklusion in eines der Teilsysteme die Inklusion in andere Teilsysteme nicht aus. Aus diesem Unterschied folgt jedoch ein prekäres Verhältnis der Inklusion: Gab es in der evolutionären Vorläufern einen gesellschaftlich einheitlichen Mechanismus der Inklusion und Exklusion ist dies in der Moderne nicht mehr der Fall:

„Aus strukturellen Gründen muss die moderne, funktional differenzierte Gesellschaft auf eine gesellschaftseinheitliche Regelung von Inklusion verzichten. Sie überlässt diese Frage ihren Funktionssystemen.“

Bleibt die soziale Inklusion der autonomen Regulierung durch die Funktionssysteme überlassen, so ist die Inklusion nicht automatisch garantiert, sondern von jeweils spezifischen Zugangsbedingungen abhängig.

„Mit den Modi der Inklusion beschreibt die Gesellschaft das, was sie als Teilnahmebedingung setzt bzw. als Teilnahmechance in Aussicht stellt. Exklusion ist demgegenüber das, was unmarkiert bleibt, wenn diese Bedingungen bzw. Chancen formuliert werden.“

Wird auf diese Weise die Teilhabe von Personen an den Funktionssystemen vollzogen, so bedeutet dies systemtheoretisch gesprochen, dass Inklusion und Exklusion die Anschlussfähigkeit, beziehungsweise Nicht-Anschlussfähigkeit von psychischen Systemen an Kommunikation bedeutet. Luhmann schlägt deshalb vor, unter Inklusion denjenigen Mechanismus zu verstehen, durch den „im Kommunikationszusammenhang Menschen bezeichnet, also für relevant gehalten werden.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Integration in einer modernen, globalisierten Gesellschaft ein und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor.

2. Theoretische Vorklärungen: Hier werden die systemtheoretischen Grundlagen der funktionalen Differenzierung nach Niklas Luhmann dargelegt, um das Verständnis von Inklusion und Exklusion zu schärfen.

3. Die Semantik der Zugehörigkeit: Zum Verhältnis der Desintegration und Nation in der Moderne: Dieses Kapitel analysiert das desintegrative Moment der Moderne und untersucht, wie Nationalstaaten als Integrationsformel und durch Prinzipien wie Staatsangehörigkeit versuchen, gesellschaftliche Kohäsion zu erzeugen.

4. Transnationale Identitätsbildung und die Europäische Union: Hier wird diskutiert, wie sich Identitäten in der globalisierten Welt verändern und ob die Europäische Union als transnationale Einheit eine neue Form der Integrationsstiftung leisten kann.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich die moderne Gesellschaft in einer Phase des Übergangs befindet, in der klassische nationale Konzepte unter Druck geraten und neue Antworten auf die Herausforderungen der funktionalen Differenzierung gesucht werden müssen.

Schlüsselwörter

Funktionale Differenzierung, Inklusion, Exklusion, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Nationalstaat, Integration, Desintegration, Staatsangehörigkeit, Identität, Europäische Union, Globalisierung, Gesellschaftsstruktur, Soziologie, Fremdheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den komplexen Formen von Integration und Ausgrenzung in modernen, funktional differenzierten Gesellschaften und untersucht, warum der Zusammenhalt trotz struktureller Desintegration möglich bleibt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die systemtheoretische Untersuchung von Inklusion und Exklusion, die Analyse der Nationalstaaten als Integrationsinstanz sowie die transnationale Identitätsbildung in Europa.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Beschaffenheit der modernen Gesellschaft hinsichtlich ihrer integrativen und desintegrativen Strukturen zu explizieren und zu hinterfragen, wie Identität und Zugehörigkeit in einer globalisierten Welt neu konstruiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf systemtheoretische Begriffe und Ansätze, wie sie insbesondere von Niklas Luhmann entwickelt wurden, um die soziale Differenzierung und gesellschaftliche Kommunikation zu beschreiben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung der funktionalen Differenzierung, der Problematik der Vollinklusion, der Bedeutung des Nationalstaats als Kompensationsmechanismus für Desintegration und der empirisch beobachtbaren europäischen Identitätsbildung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind funktionale Differenzierung, Inklusion, Exklusion, Nationalstaat, Staatsangehörigkeit, Desintegration und europäische Identität.

Inwiefern unterscheidet sich die moderne Inklusion von vormodernen Formen?

In modernen Gesellschaften gibt es keine einheitliche Inklusionsgarantie mehr; Personen inkludieren sich in verschiedene Funktionssysteme, während vormoderne Gesellschaften das Individuum meist vollständig in feste soziale Gruppen oder Schichten einbanden.

Welche Rolle spielt die "Fiktion" bei der nationalen Identität?

Die nationale Identität basiert auf einer unterstellten, fiktiven Gleichheit, die dazu dient, die strukturelle Fremdheit und Unvertrautheit in einer funktional differenzierten Gesellschaft unsichtbar zu machen, um soziale Kohäsion zu erzeugen.

Kann die Europäische Union den Nationalstaat als Integrationsinstanz ersetzen?

Die Arbeit deutet an, dass die EU zwar zunehmend staatliche Qualitäten annimmt und Identitäten stiftet, der Nationalstaat jedoch weiterhin als wichtigster politischer Akteur bestehen bleibt, während die EU neue Koordinationsleistungen für Identität unter globalen Bedingungen erbringt.

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Details

Title
Form und Problematik der Integration in der modernen Gesellschaft
College
University of Trier
Course
Ausgrenzungsprozesse
Grade
1,0
Author
Marc Alexander Amlinger (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V114515
ISBN (eBook)
9783640153060
ISBN (Book)
9783640155958
Language
German
Tags
Form Problematik Integration Gesellschaft Ausgrenzungsprozesse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Alexander Amlinger (Author), 2006, Form und Problematik der Integration in der modernen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114515
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