Die Diplomarbeit verfolgt das Ziel, die Listenhundethematik und das aktuell populäre Handlungsfeld der Tiergestützten Intervention zu verknüpfen. Im Zuge dessen werden Studien sowie Theorien vorgestellt, die den Standpunkt des tiergestützten Bereiches untermauern. Mit Hilfe einer Studie mit 3 Proband:innen wird dargelegt, inwieweit Listenhunde und Bulldoggen im Sozialbereich eingesetzt werden und inwieweit jene Hunderassen zum Wohlbefinden von Personen beitragen können.
Zur Klärung der Forschungsfragen wurde ein Forschungsdesign gewählt, welches aus mehreren Erhebungsmethoden besteht. Zum einen wurden Leitfadeninterviews durchgeführt und zum anderen wurde die aktuelle Stimmung der Proband:innen mittels Fragebogen abgefragt. Nach Ausfüllen des Fragebogens wurde eine 10-minütige Tiergestützte Intervention mit einer Bulldogge durchgeführt. Nach jener Vorgehensweise wurden die Proband:innen gebeten, den Fragebogen erneut auszufüllen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
Tiergestützte Interventionen
Begrifflichkeiten
Tiergestützte Therapie (TGT)
Tiergestützte Pädagogik (TGP)
Tiergestützte Förderung (TGF)
Tiergestützte Aktivitäten (TGA)
Mensch-Tier-Beziehung
Gesundheitseffekte & Studien
Theorien
Biophiliemodell
DU-Evidenz
Bindungstheorie
Spiegelneuronen
Oxytocin
Listenhunde & Bulldoggen
Listenhund oder Kampfhund
Therapiebegleithundeteams mit Listenhunden
III. Empirischer Teil
Forschungsdesign
Erhebungsmethode Leitfadeninterview
Erhebungsmethode Stimmungsfragebogen und Tiergestütztes Setting
Stichprobe
Auswertung
Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Integration von Listenhunden und Bulldoggen in tiergestützte Interventionen und deren Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden. Dabei wird analysiert, wie diese stigmatisierten Hunderassen von Personen eingeschätzt werden und ob eine kurze tiergestützte Interaktion messbare positive Stimmungseffekte erzielen kann.
- Verbindung der Listenhundethematik mit tiergestützten Interventionen
- Analyse der Mensch-Tier-Beziehung und theoretischer Erklärungsmodelle
- Status-quo-Erhebung von Therapiebegleithundeteams mit Listenhunden
- Empirische qualitative Studie mittels Interviews und Stimmungsfragebögen
- Untersuchung von Vorurteilen gegenüber als gefährlich eingestuften Hunderassen
Auszug aus dem Buch
Problemaufriss und Fragestellungen
Um nun in den Kern der vorliegenden Diplomarbeit einzutauchen, wird letzteres Thema mit Tiergestützten Interventionen in Verbindung gebracht. Besonders durch die Medien wurden gewisse Hunderassen ins Lampenlicht, wenn nicht konkreter ausgedrückt, ins Schlechte gerückt. Die Haltung sogenannter Listenhunde, welche im alltagssprachlichen Gebrauch und überdies auch von der offiziellen Seite der Österreich gv. Redaktion als Kampfhunde bezeichnet werden, verlangt in Teilen Österreichs und Deutschland bestimmte Haltungsauflagen (vgl. Österreich gv. 2021, o.S.).
„Die Haltung von sogenannten ‚Listenhunden‘ [auch ‚Kampfhunde‘ oder ‚Anlagehunde‘ genannt] bzw. ‚Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotential‘ ist in Österreich von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt“ (Österreich gv. 2021, o.S.). Inwieweit eine Sinnhaftigkeit hinter Rassenlisten steht, wird regelmäßig diskutiert und kritisiert. Jenem Thema wird in folgender Arbeit ein Kapitel gewidmet, wobei die vorliegende Arbeit nicht auf einen Lösungsvorschlag jener Thematik abzielt. Laut dem Werk „Tiergestützte Interventionen“ (2019) wären bestimmte Hunderassen, wie Labradoodle, Labradore, Pudel und Flat Golden Retriever besonders für Tiergestützte Interventionen und für die Ausbildung zum Therapiebegleithund geeignet. Jedoch wird auch betont, dass grundsätzlich jeder Hund unabhängig der Rassen, bei der Aufzeigung geeigneter Wesensmerkmale als Therapiebegleithund ausgebildet werden könnte (vgl. Germann-Tillmann / Merklin / Stamm Näf 2019, S. 228f.).
Der Frage, der nun in der vorliegenden Arbeit nachgegangen wird, ergibt sich aus der Ausgangslage, dass theoretisch jede Hunderasse mit den passenden Charakterzügen zum Einsatz für Tiergestützte Interventionen geeignet wäre und der Tatsache, dass Rassenlisten existieren, die die Haltung diverser, als gefährlich stigmatisierter Hunderassen erschwert. Ob nun jene stigmatisierten Hunderassen neben Labrador und Pudel in das Muster Tiergestützter Interventionen passen, soll im Folgenden nachgegangen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung gesundheitsfördernder Maßnahmen ein, thematisiert das wachsende Feld der tiergestützten Interventionen und leitet zur Problemstellung bezüglich des Einsatzes stigmatisierter Hunderassen über.
II. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Geschichte und Formen tiergestützter Interventionen, erläutert wissenschaftliche Theorien zur Mensch-Tier-Beziehung und analysiert die rechtliche sowie gesellschaftliche Situation von Listenhunden.
III. Empirischer Teil: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Studie beschrieben, welches Leitfadeninterviews und Stimmungsfragebögen umfasst, um die Wirkung von Listenhunden und Bulldoggen in der Praxis zu erforschen.
Schlüsselwörter
Tiergestützte Interventionen, Listenhunde, Bulldoggen, Therapiebegleithund, Mensch-Tier-Beziehung, Wohlbefinden, Rassenlisten, qualitative Inhaltsanalyse, Stimmungsfragebogen, Vorurteile, Gesundheitsförderung, Ethik, Hundetraining, Sozialbereich, Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob und wie sogenannte Listenhunde und Bulldoggen, die oft mit negativen Vorurteilen behaftet sind, erfolgreich und wohlbefindensfördernd in der tiergestützten Intervention eingesetzt werden können.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der Mensch-Tier-Beziehung, den theoretischen Grundlagen tiergestützter Arbeit (Therapie, Pädagogik, Förderung), den rechtlichen Rahmenbedingungen für Listenhunde in Österreich sowie der empirischen Untersuchung von Stimmungen bei Probanden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, inwieweit Listenhunde und Bulldoggen zum Wohlbefinden von Personen zwischen 24 und 57 Jahren im Rahmen tiergestützter Interventionen beitragen können und wie diese Hunderassen auf die Probanden wirken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin wählt ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus Leitfadeninterviews zur Einschätzung der Hunderassen durch die Probanden sowie Stimmungsfragebögen, die vor und nach einer zehnminütigen Interaktion mit einem Hund ausgefüllt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Abriss zu den Begrifflichkeiten und psychologischen Wirkweisen von Tieren (u.a. Oxytocin-Effekt) sowie den empirischen Teil, der die Durchführung und Auswertung der Interviews und Stimmungstests darlegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tiergestützte Interventionen, Listenhunde, Mensch-Tier-Beziehung, Wohlbefinden und qualitative Sozialforschung charakterisiert.
Wie wirkt sich die Interaktion mit dem Bulldoggen-Hund "Paul" auf die Probanden aus?
Die Studie konnte zeigen, dass sich die Stimmung der Probanden nach einer nur zehnminütigen Interaktion mit der Bulldogge "Paul" bereits positiv verbesserte, wobei die Befragten angaben, sich danach fröhlicher, konzentrierter und entspannter zu fühlen.
Haben Rassenlisten einen Einfluss auf die Wahrnehmung der Hunde?
Ja, die Arbeit verdeutlicht durch die Bildeinschätzungen, dass Rottweiler und Bulldoggen oftmals negativer wahrgenommen werden, wenn sie isoliert betrachtet werden; befinden sie sich jedoch in einer positiven Interaktion mit Menschen, ändert sich die Einschätzung der Probanden hin zu einer freundlicheren Bewertung.
- Arbeit zitieren
- Susanne Steinhauser (Autor:in), 2021, Gesundheitsförderung mit Listenhunden und Bulldoggen in Tiergestützten Interventionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1145373