Wichtige Etappenziele am Vorabend der deutschen Reichsgründung: die Einheitskriege 1864, 1866 und 1870/71 und der Norddeutsche Bund.


Hausarbeit, 1996
18 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I.) Einleitung

II.) Der Krieg gegen Dänemark 1864

III.) Die Gründung des Norddeutschen Bundes 1867

IV.) Der Deutsch-Französische Krieg & die Reichsgründung 1871

V.) Literaturverzeichnis

I.) Einleitung

Mit der Ratifikation der Reichsverfassung am 1.Januar und der Kaiserproklamation im Versailler Spiegelsaal am 18.Januar 1871 wurde unter Führung Preußens und Bismarcks das Deutsche Reich gegründet - der deutsche Nationalstaat war - mit einigen Abstrichen - Realität geworden. Wie aber war es dazu gekommen? Wer und was waren die Wegbereiter, die wesentlichen Ereignisse zum deutschen Einheitsstaat? Wer hatte mehr Anteil am Zustandekommen, die liberale deutsche Nationalbewegung oder Bismarcks preußische Machtpolitik? Um diese Fragen beantworten zu können, muß auf die Ereignisse der Zeit vor der Reichsgründung bis 1848 zurückgeschaut werden. Diese Referatsausarbeitung widmet sich dabei dem letzten Jahrzehnt vor 1871, also den 1860er Jahren, in denen die sogenannten Einigungskriege stattfanden - die was für Auslöser, Funktionen und Folgen hatten? -, der Liberalismus sich in Freisinnigen und Nationalliberalismus spaltete - wieso und mit was für Konsequenzen? - und der Norddeutsche Bund als kleinerer, aber dafür festerer und fortschrittlicherer Nachfolger des Deutschen Bundes ins Leben gerufen wurde. Schließlich sollen auch die Reichsgründung selbst und ihre unmittelbaren Ursachen - Krise um die spanische Thronkandidatur, Französischer Krieg, nationale Kriegseuphorie - betrachtet werden.

Zeittafel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II.) Der Krieg gegen Dänemark 1864

Seit 1848 bestand zwischen dem Deutschen Bund und Dänemark ein schwelender Konflikt um das Herzogtum Schleswig. Damals hatte Dänemark das sogenannte Elbherzogtum Schleswig widerrechtlich seinem dänischen Reichsverband einverleibt, worauf es zum 1. Krieg zwischen den deutschen Staaten und Dänemark gekommen war. Auf Druck der Großmächte Rußland und Großbritannien hin war es sechs Monate später zum Waffenstillstand gekommen, der Krieg wurde also nicht militärisch, sondern auf diplomatischem Wege gelöst. 1852 wurde schließlich in London eine Konferenz der europäischen Großmächte einberufen, die das Schleswig-Holstein-Problem im 2. Londoner Protokoll zugunsten Dänemarks regelte: Der dänische König sollte gleichzeitig Herzog von Schleswig-Holstein sein. Aber Dänemark hatte sich auch verpflichten müssen, den Sonderstatus der Elbherzogtümer zu erhalten: das zwischen Schleswig und Holstein eine "unlösbare Verbindung" (Ernst Engelberg: Im Widerstreit um die Reichsgründung. Berlin 1970;S.243) bestehe und eine Eigenständigkeit beider in Verwaltung und Landständen garantiert werden müsse. Sie sollten also selbständige staatliche Gebilde bleiben, wobei Schleswig-Holstein in Personalunion mit Dänemark stand, Holstein aber gleichzeitig auch dem Deutschen Bund angehörte. Außerdem wurde Dänemark dazu verpflichtet, die Gleichberechtigung von deutscher und dänischer Nationalität zu gewährleisten. Damit wurde wieder der alte, seit 500 Jahren bestehende Status quo hergestellt - wie er bis zur dänischen Annexion von 1848 Bestand gehabt hatte: Aufgrund alten Landesrechts und dynastischer Übereinkunft waren Schleswig, Holstein und Lauenburg seit 1460 in Personalunion mit Dänemark gewesen. Da Dänemark die deutsche Bevölkerung in Schleswig jedoch unterdrückt hatte, war es am 23.März 1848 im Zuge der nationalstaatlich gesinnten Märzrevolution zur "Kieler Erhebung" (Hagen Schulze: Preußen von 1850 bis 1871. Berlin1992;S.335) durch die deutsche Befreiungsbewegung gekommen, was zum ersten Deutsch-Dänischen Krieg geführt hatte.

Auch nach der internationalen Regelung von 1852 ging die Unterdrückung der Deutschen in den Elbherzogtümern weiter (Engelhart;S.243). So gab es ab 1855 immer wieder dänische Versuche, Schleswig seiner autonomen Verwaltung zu berauben und dem dänischen Königreich zu unterstellen. 1863 folgte auf den dänischen Thron der neue König Christian IX., der sich dem innenpolitischen Druck der dänischen Nationalbewegung - angeführt von der "eiderdänischen Partei" - beugte, indem er am 13.November 1863 die "Eiderdänische Verfassung" (z.n. Egmont Zechlin: Die Reichsgründung. Frankfurt/M.-Berlin-Wien1967;S.103) erließ. Dieses neue Grundgesetz, "...(das) die Sonderstellung Schleswigs beseitigte und das rechtlich-historische Band zwischen den Herzogtümern durchschnitt" (Zechlin;S.103), galt also für Dänemark und für Schleswig. Damit hatte Dänemark klar gegen das Londoner Protokoll verstoßen und abermals Schleswig widerrechtlich annektiert.

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Wichtige Etappenziele am Vorabend der deutschen Reichsgründung: die Einheitskriege 1864, 1866 und 1870/71 und der Norddeutsche Bund.
Hochschule
Universität Lüneburg  (Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Seminar Die Vorgeschichte der deutschen Reichsgründung 1848 - 1871
Note
2
Autor
Jahr
1996
Seiten
18
Katalognummer
V11454
ISBN (eBook)
9783638176125
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wichtige, Etappenziele, Vorabend, Reichsgründung, Einheitskriege, Norddeutsche, Bund, Seminar, Vorgeschichte
Arbeit zitieren
Kulturwissenschaftler M.A. Adrian Flasche (Autor), 1996, Wichtige Etappenziele am Vorabend der deutschen Reichsgründung: die Einheitskriege 1864, 1866 und 1870/71 und der Norddeutsche Bund., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11454

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