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Ansätze zur Optimierung von Interaktions- und Kommunikationsprozessen bei der Pflege & Betreuung von Sterbenden in der stationären Altenhilfe

Title: Ansätze zur Optimierung von Interaktions- und Kommunikationsprozessen bei der Pflege & Betreuung von Sterbenden in der stationären Altenhilfe

Term Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Misch (Author)

Nursing Science - Nursing Management
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Summary Excerpt Details

Pflegeheime und Altenpflegeeinrichtungen müssen sich immer wieder harter Kritik stellen, vor
allem im Vergleich mit palliativen Einrichtungen und Hospizen entsteht der Eindruck eines
„Sterbens in 2 Klassen“ – im Altenheim ohne Zeit und Aufmerksamkeit für individuelle
Wünsche und Bedürfnisse und im Hospiz umsorgt und professionell begleitet. Somit besteht die
Gefahr, dass ein negatives Zerrbild über Einrichtungen der Altenpflege entsteht. Dieses führt
häufig zu einer weiter sinkenden Motivation der Pflegenden in Altenpflegeeinrichtungen und
bringt einen Teufelskreis mit sich. Aus diesen Beobachtungen heraus scheint eine Verbesserung
der Sterbekultur in Einrichtungen der Altenhilfe unumgänglich. (Vgl. Kittelberger 2002, S.3)
Interessante These, dass der Ausbau einer Sterbekultur und die professionelle und ganzheitliche
Betreuung und Begleitung Sterbender die Motivation fördert, doch plausibel. Der
gesellschaftliche Druck, der auf vielen Pflegenden in der Altenpflege lastet ist enorm, immer
wieder werden sie mit Vorurteilen konfrontiert, Schlagzeilen und Publikationen zum Thema
lassen schnell den Eindruck entstehen, in Pflegeheimen werden Menschen tot gepflegt. Dass dieser
Aspekt die Motivation vieler hemmt und aufgrund des scheinbaren politischen Drucks, die
Pflegekassen seien leer, immer mehr Bürokratie usw. dieses Gefühl bestärkt, kann ich durchaus
verstehen. Und nun soll die Implementierung einer Sterbekultur oder die Einführung eines
Konzeptes zur Sterbebegleitung wie Palliative Care helfen, wieder Kraft zu schöpfen? Durchaus!
Meiner Erfahrung nach stärkt das Ansehen eines Berufsstandes und die Würdigung der harten
und psychisch oft belastenden Arbeit, die wir täglich leisten das Selbstwertgefühl und auch die
Motivation. Doch Vorsicht, allein die Einführung eines solchen Konzeptes wird uns nicht aus
der scheinbaren Misere helfen, es müssen immer wieder Aspekte folgen, welche die Motivation
auch nachhaltig fördern können. Zusätzlich sehe ich es als Aufgabe der leitenden Pflegekräfte auf
den Etagen/ Wohnbereichen und der Pflegedienstleitung, bestimmte Mitarbeiter in bestimmten
Situationen situationsgerecht zu motivieren.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffe

2.1. Interaktion/ Interaktionsprozesse

2.2. Kommunikation/ Kommunikationsprozesse

2.3. Palliative Care oder Wo fängt Sterbebegleitung an?

2.4. Sterbebegleitung vs. Euthanasie

3. Anforderungen an Kommunikationsprozesse in der Organisation

3.1. Bedürfnisse der Pflegeperson beim Umgang mit unheilbar Kranken

3.2. Effektivere Gestaltung der Kommunikation

4. Der Prozess der Veränderung – Beispiele für eine Implementierung

4.1. Voraussetzungen für Palliative Care

4.2. Voraussetzungen für Implementierung von Palliative Care in Einrichtungen der stationären Altenhilfe

4.3. Vorgehensweise einer Implementierung von Palliativkompetenz in die stationäre Altenhilfe

4.3.1. Leitungsverantwortung

4.3.2. Basisorientierung

4.3.3. Interdisziplinarität

4.3.4. Zeitliche Kontinuität

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, Ansätze zur Optimierung von Interaktions- und Kommunikationsprozessen in der stationären Altenpflege zu erarbeiten, um eine würdevolle Begleitung Sterbender im Sinne von Palliative Care zu ermöglichen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie diese Prozesse innerhalb der gegebenen Strukturen erweitert und verbessert werden können.

  • Grundlagen der Kommunikation und Interaktion im Sterbeprozess.
  • Anforderungen an Pflegepersonen im Umgang mit unheilbar kranken Menschen.
  • Implementierungskonzepte von Palliative Care in der stationären Altenhilfe.
  • Die Rolle der Leitungsverantwortung und interdisziplinären Zusammenarbeit.
  • Herausforderungen einer würdevollen Sterbekultur unter aktuellen politischen Bedingungen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Bedürfnisse der Pflegeperson beim Umgang mit unheilbar Kranken

In meiner Darstellung der möglichen Bedürfnisse von Pflegenden im Umgang mit Unheilbar kranken Menschen orientiere ich mich hier ausschließlich an der Publikation von Lugton zur Kommunikation mit Sterbenden und deren Angehörigen.

Scheinbar gibt es ein Prinzip, das in der Pflege und Betreuung Sterbender klar sein sollte, um sich dieser schwierigen Aufgabe stellen zu können, ohne an die eigenen emotionalen Grenzen zu stoßen. „Ich halte es für sehr wichtig, dass wir unsere Gefühle analysieren und akzeptieren können, dass uns etwas sehr nahe geht (…). Meiner Erfahrung nach schließen sich Kompetenz und die Fähigkeit, einerseits andere Menschen zu unterstützen und andererseits Gefühle wie Trauer oder Wut zu empfinden, nicht aus.“ (Lugton 1995, S. 11) Dieses Zitat verdeutlicht meines Erachtens ganz klar, dass jene Menschen, die andere begleiten, nicht ohne Gefühle sind oder sich nicht interessieren würden für denjenigen, der gestorben ist. Ich denke, dieses Prinzip ist nicht nur feststehend in der Aussage über Gefühle, sondern in sich schon Kommunikation. Mit jemandem weinen oder lachen zu können, (emotionalen) Schmerz aushalten oder zulassen u.a. sind bedeutende Aspekte von Kommunikation.

Die Pflege von unheilbar Kranken und Sterbenden stellt eine enorme Herausforderung an die eigenen Kompetenzen als Pflegende, sowohl auf persönlicher, als auch auf beruflicher Ebene dar. Hilfe und Verständnis gegenüber Kollegen, die vielleicht Schwierigkeiten im Umgang mit bestimmten Situationen haben (Ebd.) sollten erkannt und reflektiert werden, um sich gegenseitig zu stützen und Halt zu geben in der schwierigen Aufgabe der Begleitung Sterbender. Einer Studie von Wilson aus dem Jahre 1985 zufolge, wird die Beschäftigung mit emotionalen Bedürfnissen als anstrengender und schwieriger empfunden als die Sorge um das körperliche Wohl. Pflegende gingen hier eher auf jene Patienten ein, die körperliche Beschwerden hatten, als auf jene mit emotionalen Bedürfnissen. (Vgl. Lugton 1995, S. 12) Obwohl die Studie 20 Jahre her ist und sich sicherlich sehr vieles in der Pflege verändert hat, kann auch ich dieses Problem in meinem Alltag als Pflegende immer wieder beobachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Kritik an der Sterbebegleitung in Altenpflegeeinrichtungen und begründet die Notwendigkeit der Implementierung einer professionellen Sterbekultur durch Palliative Care zur Steigerung der Arbeitsmotivation.

2. Begriffe: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Interaktion, Kommunikation, Palliative Care sowie Sterbebegleitung im Abgrenzungsversuch zur Euthanasie, um eine fundierte Basis für die weitere Untersuchung zu schaffen.

3. Anforderungen an Kommunikationsprozesse in der Organisation: Das Kapitel analysiert die spezifischen emotionalen Bedürfnisse von Pflegenden bei der Sterbebegleitung und leitet daraus Strategien für eine effektivere, professionelle Kommunikation ab.

4. Der Prozess der Veränderung – Beispiele für eine Implementierung: Hier werden organisatorische Voraussetzungen sowie konkrete Schritte für die Implementierung von Palliativkompetenz in der Altenhilfe anhand von Leitgedanken und Praxisbeispielen aufgezeigt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die gesamtgesellschaftliche Relevanz der würdevollen Sterbebegleitung in der Altenpflege und plädiert für politische Rahmenbedingungen zur nachhaltigen Umsetzung von Palliative Care.

Schlüsselwörter

Palliative Care, Sterbebegleitung, Altenpflege, Kommunikation, Interaktionsprozesse, Hospizarbeit, Sterbekultur, Pflegemanagement, professionelle Pflege, Implementierung, emotionale Kompetenz, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Palliativkompetenz, Lebensqualität, Altenhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung von Interaktions- und Kommunikationsprozessen in stationären Altenpflegeeinrichtungen, um eine ganzheitliche und würdevolle Begleitung sterbender Bewohner zu gewährleisten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Definitionen von Palliative Care, den emotionalen Bedürfnissen des Pflegepersonals, der Kommunikation als zentralem Instrument der Pflege sowie den strukturellen Voraussetzungen für die Implementierung palliativ-pflegerischer Kompetenzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Bedarf an einem bewussten Umgang mit Sterbeprozessen in Pflegeheimen aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie durch verbesserte Kommunikation und professionelle Konzepte die Qualität der Sterbebegleitung gesteigert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener Fachpublikationen und Konzepte sowie auf der Reflexion der persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen der Autorin als leitende Pflegekraft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die Analyse von Anforderungen an das Pflegepersonal im Umgang mit Sterbenden und die praxisorientierte Darstellung von Implementierungsschritten für Palliative Care in die stationäre Altenhilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Palliative Care, Sterbebegleitung, Altenpflege, Kommunikation, Hospizarbeit und professionelle Pflege.

Warum spielt die Rolle der Führungskräfte eine so wichtige Rolle für die Implementierung?

Die Autorin betont, dass Leitungen die Verantwortung tragen, strukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Entwicklung von Leitlinien zu unterstützen und die Nachhaltigkeit der Implementierung zu sichern.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen Euthanasie und Sterbebegleitung?

Sterbebegleitung wird als professioneller pflegerischer und medizinischer Beistand definiert, der Lebensqualität sichert, während die Autorin Euthanasie wörtlich als Hilfe bei einem guten Tod interpretiert, sofern sie darauf abzielt, Ängste zu nehmen und einen schmerzfreien Übergang zu ermöglichen.

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Details

Title
Ansätze zur Optimierung von Interaktions- und Kommunikationsprozessen bei der Pflege & Betreuung von Sterbenden in der stationären Altenhilfe
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Course
Organisation und Kommunikation
Grade
1,0
Author
Franziska Misch (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V114542
ISBN (eBook)
9783640153114
ISBN (Book)
9783640156061
Language
German
Tags
Ansätze Optimierung Interaktions- Kommunikationsprozessen Pflege Betreuung Sterbenden Altenhilfe Organisation Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Misch (Author), 2006, Ansätze zur Optimierung von Interaktions- und Kommunikationsprozessen bei der Pflege & Betreuung von Sterbenden in der stationären Altenhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114542
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