Diese Arbeit untersucht den Ansatz von E-Procurement oder auch Electronic Public Procurement im Kern einer E-Government-Strategie.
E-Procurement wird in die aktuelle Verwaltungsmodernisierung integriert, hierbei soll vor allem herausgearbeitet werden, ob die Erneuerung mit dem Ziel einer effizienten und schlankeren Verwaltung eine E-Procurement-Lösung ermöglicht. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Ausarbeitung der aktuellen Situation von Public Electronic Procurement.
Die Dynamik des Internets hat in knapp einem Jahrzehnt gravierende Veränderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen hervorgerufen. Diese Entwicklung erfasste mit etwas Verspätung auch die öffentliche Verwaltung in Deutschland, so sind Begriffe wie Virtuelles Rathaus, Electronic Government und Digitale Verwaltung in den Verwaltungen der Bundesministerien, Landesregierungen und Kommunen längst keine leeren Phrasen mehr, sondern werden in konkreten Projekten umgesetzt bzw. geplant.
Die Bundesregierung selbst hat sich mit dem Leitprojekt Bund Online 2005 ein hohes Ziel gesetzt und möchte bis zum Jahr 2005 alle internetfähigen Dienstleistungen online bereitstellen. Electronic Government eröffnet immense Potentiale für die öffentliche Verwaltung im Zeitalter der Informations- und Kommunikationstechnologien. Ein Teil dieser bisher nicht ausgeschöpften Möglichkeiten wird im Bereich der Beschaffung der öffentlichen Hand mit Hilfe digital basierter Lösungen, des Electronic Procurement liegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung
2. Begriffliche Abgrenzungen
3. E-Procurement als aktuelles Element von Verwaltungsreform
4. Public Electronic Procurement – Eine Bestandsaufnahme
4.1. Beispiel und Vorreiter USA
4.2. Aktueller Stand der Beschaffung in Deutschland
4.3. Projekte zu E-Procurement
4.3.1. Öffentlicher Eink@uf Online im Bundesbeschaffungsamt
4.3.2. Projekte der Bundesländer
4.3.3. Aktuelle Implementierungen in kommunalen Bereichen
4.3.4. Vorläufiges Fazit
4.4. Empirische Studien zur Anwendung von Public Electronic Procurement
4.4.1. Studie 1: Public Electronic Procurement (PEP) – Empirische Ergebnisse zum Beschaffungswesen der öffentlichen Hand im Internet (Universität Witten-Herdecke)
4.4.2. Studie 2: Internettechnologien in der Beschaffung der öffentlichen Hand (KPMG Consulting)
4.4.3. Vorläufiges Fazit
5. Aktuelle Problemfelder
5.1. Rechtliche Rahmenbedingungen
5.1.1. EU-Richtlinien zur öffentlichen Beschaffung
5.1.2. Regelungsbedarf auf nationaler Ebene
5.2. Digitale Signatur – technisch, rechtliche Schwierigkeiten
5.3. Digitale Spaltung
5.4. Standardisierungsproblem
5.5. Ergänzende Hemmnisse
6. Perspektiven und Potentiale von Public Electronic Procurement
6.1. Zur Notwendigkeit von Public Electronic Procurement
6.2. Strategieentwicklung von E-Procurement im öffentlichen Bereich
7. Zusammenfassende Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle von E-Procurement als integralen Bestandteil einer modernen E-Government-Strategie in Deutschland, um durch den Einsatz digitaler Technologien in der öffentlichen Beschaffung die Verwaltung effizienter und kostengünstiger zu gestalten.
- E-Procurement als Instrument der Verwaltungsmodernisierung
- Vergleichende Analyse der Situation in den USA und Deutschland
- Auswertung empirischer Studien zur Anwendung von Public Electronic Procurement
- Herausforderungen in den Bereichen Recht, Sicherheit und Standardisierung
- Entwicklung von Strategien und organisatorischen Implementierungsmodellen
Auszug aus dem Buch
4.1. Beispiel und Vorreiter USA
Die USA nehmen im internationalen Vergleich ihrer E-Government-Strategie momentan den dritten Platz ein. Die Behörden der USA lösten ähnliche Probleme, wie sie der deutschen Verwaltung bei ihrer Umsetzung ihrer E-Procurement-Lösung noch bevorstehen. Allerdings zeichnen sich ihre Anwendungen heute durch stärkere Führungsstärke und administrative Einigkeit, deutlichere Ergebnisorientierung und konkretere Zuständigkeiten aus. Ein E-Procurement-System im gesamten öffentlichen Bereich der USA gilt als viel versprechende Möglichkeit den gesamten Beschaffungsvorgang zusammenzufassen und simultan hierzu eine bessere Transparenz, Kostenreduktion und Beschleunigung in den öffentlichen Verwaltungen zu erzielen.
Um einen Überblick zu momentanen Situation zu schaffen, folgen Anwendungsaktivitäten aus allen Bereichen der öffentlich Hand der USA. Aktuelle Beispiele für bereits bestehende E-Procurement-Systeme sind:
Auf nationaler Ebene: Der Federal Supply Services (FSS) in Kooperation mit der General Service Administration (GSA) die alle nationalen Verwaltungsbereiche auf Basis von elektronischer Beschaffung auf einer Internetplattform versorgt. So kann die Beschaffung von Büromaterial, Services, Technik bis hin zu Büroflächen über ein durch Passwort gesichertes Login abgewickelt werden. Im Jahr 2000 verzeichnete die GSA einen Gesamtumsatz von 10.3 Mrd. US$, davon etwa 15% mit der Smartcard (Anmerkung: Smartcard – Eine Weiterentwicklung der Purchasing Card der öffentlichen Beschaffung mit digitalem Zertifikat des Nutzers).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Gang der Untersuchung: Einleitung in das Thema der digitalen Verwaltung und Zielsetzung der Arbeit, den Einsatz von E-Procurement im Kontext von E-Government zu analysieren.
2. Begriffliche Abgrenzungen: Definition und Einordnung der zentralen Begriffe E-Government und E-Procurement in das System der digitalen Verwaltung.
3. E-Procurement als aktuelles Element von Verwaltungsreform: Untersuchung der Modernisierungsbemühungen und des Potenzials von E-Procurement zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung in deutschen Ämtern.
4. Public Electronic Procurement – Eine Bestandsaufnahme: Detaillierte Bestandsaufnahme von Projekten in den USA und Deutschland sowie Auswertung zweier empirischer Studien zur aktuellen Nutzung.
5. Aktuelle Problemfelder: Analyse der Hürden, wie rechtliche Rahmenbedingungen, digitale Signatur, digitale Spaltung, Standardisierung und Investitionskosten.
6. Perspektiven und Potentiale von Public Electronic Procurement: Darlegung der Notwendigkeit und Entwicklung einer stufenweisen Strategie zur Implementierung von E-Procurement.
7. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Resümee der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung und notwendige Weiterentwicklung von E-Procurement in der öffentlichen Hand.
Schlüsselwörter
E-Procurement, Public Electronic Procurement, E-Government, Verwaltungsmodernisierung, elektronische Vergabe, öffentliche Beschaffung, Prozesskosten, digitale Signatur, Standardisierung, Public Private Partnerships, Internetplattform, Verwaltung, Effizienz, IT-Technologien, Strategieentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert E-Procurement als ein zentrales Element einer E-Government-Strategie zur Modernisierung des öffentlichen Beschaffungswesens in Deutschland.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Bestandsaufnahme aktueller E-Procurement-Projekte, der Analyse empirischer Daten zur Nutzung in Behörden sowie der Identifikation von Problemfeldern und Lösungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Mehrwert der elektronischen Beschaffung für die öffentliche Verwaltung aufzuzeigen und einen strategischen Leitfaden für deren Implementierung bereitzustellen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Es wurde eine Literatur- und Projektanalyse durchgeführt, die durch die Auswertung existierender empirischer Studien (Witten-Herdecke und KPMG) ergänzt wurde.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Praxis, die Untersuchung spezifischer rechtlicher und technischer Problemfelder sowie die Erarbeitung eines fünfstufigen Projektmodells für die Einführung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie E-Procurement, Verwaltungsmodernisierung, Public Private Partnerships und elektronische Vergabe definiert.
Warum wird die USA in dieser Arbeit als Vorbild für Deutschland betrachtet?
Die USA nehmen bei der Implementierung von E-Procurement eine Vorreiterrolle ein und verfügen bereits über erprobte, skalierbare Systeme, die als Vergleichsbasis für deutsche Projekte dienen.
Welche Rolle spielen die sogenannten ABC-Artikel in der Strategieentwicklung?
Die Analyse zeigt, dass insbesondere bei den C-Artikeln das größte Potenzial für Prozesskosteneinsparungen durch Automatisierung liegt, weshalb sie für den stufenweisen Einstieg in E-Procurement besonders geeignet sind.
Warum stellt das Standardisierungsproblem eine zentrale Hürde dar?
Ohne eine Einigung auf gemeinsame Standards oder zumindest interoperable Lösungen können unterschiedliche E-Procurement-Systeme nicht effizient miteinander vernetzt werden, was den Gesamtnutzen für den Verwaltungsapparat mindert.
Welche Gefahr sieht der Autor in Bezug auf den IT-Anbietermarkt?
Es besteht die Sorge einer Monopolisierung durch große Anbieter wie SAP, welche zwar standardisierte Lösungen bieten, aber innovative Ansätze kleinerer Marktakteure behindern könnten.
- Quote paper
- Jan Lüdert (Author), 2001, E-Procurement als Element einer E-Government-Strategie. Konzeption und Entwicklungsperspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114552