"Konzentrier dich doch mal!" Diese Forderung bekommen Kinder oft zu hören, wenn sie viele Fehler machen. Viele Rechtschreibfehler und Probleme beim Lesen werden nicht selten auf fehlende Konzentration geschoben. Doch ist es richtig, dass diese Kinder nicht aufpassen oder sich nicht konzentrieren können?
Eine der wichtigsten in der Schule erlernten Fähigkeiten ist die Beherrschung der Schriftsprache. Kinder, die damit Probleme haben, erhalten oft die Diagnose Lese-Rechtschreibschwäche (im Folgenden LRS). Mit diesem Phänomen beschäftigt sich die Forschung schon lange. Ursachen, Symptome, Diagnose und Fördermaßnahmen sollen wissenschaftlich fundiert werden, allerdings sind diese Arbeiten noch lange nicht abgeschlossen.
In dieser Hausarbeit folgt auf die Definition der LRS die verschiedenen Ursachen und Symptome. Dann werden die von Peter May entwickelten Diagnoseverfahren erläutert und auf die daraus resultierenden Fördermöglichkeiten am Beispiel der Lerntherapie eingegangen. Exemplarisch wird daraufhin das Unternehmen "Lehrinstitut für Orthographie und Sprachkompetenz" vorgestellt, um einen möglichen Ablauf einer dortigen Unterrichtseinheit aufzeigen. Im abschließendem Fazit wird darauf eingegangen, inwiefern die Ausarbeitung dieser Arbeit weitergeholfen hat und es wird von den eigenen Erfahrungen im LOS berichtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1. Definition
2. Ursachen
2.1 Biologische Faktoren
2.2 Neurobiologische Faktoren
2.3 Sozioökonomische und soziokulturelle Faktoren
5. Symptome
6. Diagnose
9. Förderung
11. Förderung am Beispiel des Lehrinstituts für Orthographie und Sprachkompetenz
14. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Ursachen und Symptomatiken sowie etablierter Diagnose- und Förderverfahren. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die individuelle Lernproblematik zu entwickeln und anhand des "Lehrinstituts für Orthographie und Sprachkompetenz" (LOS) aufzuzeigen, wie durch pädagogische Lerntherapie und gezielte Motivationsförderung eine Verbesserung der Lese- und Schreibkompetenz erreicht werden kann.
- Wissenschaftliche Analyse der Entstehungsursachen von LRS
- Differenzierung der Symptomatik beim Lesen und Schreiben
- Methodische Grundlagen der Diagnostik (HSP und HLP)
- Pädagogische Interventionsstrategien in der Lerntherapie
- Bedeutung der Motivation für den Lernzuwachs
Auszug aus dem Buch
Ursachen
Verschiedene Ursachen können Auslöser für eine LRS sein. An dieser Stelle ist es besonders wichtig nicht zu verallgemeinern und die Kinder nicht kollektiv, sondern individuell zu betrachten. Die Forschung beschäftigt sich bereits lange mit der Ursachenerklärung und hat mehrere Faktoren aufgelistet.
Biologische Faktoren
Es ist bekannt, dass körperliche und geistig-seelische Merkmale vererbt werden können, dieses Phänomen wird in der Humangenetik genauer betrachtet. Natürlich spielen in Familien die Gene eine wichtige Rolle, ein Einwand für die Untersuchung der Vererbung wäre allerdings, dass die Familien im Regelfall in derselben Umwelt leben und dadurch die gleichen Merkmale übernehmen können. Um die Gene von der Umwelt bei dem Vorkommen von LRS in Familien besser untersuchen zu können, wurden eineiige und zweieiige Zwillinge untersucht. Die sogenannte Zwillingsstudie von Light und DeFries aus dem Jahre 1995 ergab, dass ein deutlicher genetischer Einfluss bei der Entstehung von LRS vorhanden ist (Scheerer-Neumann 2015: 34 f.) Es wurde herausgefunden, dass bei eineiigen Zwillingen fast 70% beider Zwillinge und bei eineiigen ca. 40% beider von LRS betroffen sind. Man geht davon aus, dass nicht nur ein einziges Gen für die Entstehung von LRS verantwortlich ist. Durch die Forschung konnten verschiedene Gene herausgefiltert werden, die im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben stehen. Je nach Ausprägung der Genkonstellation wird die individuelle Hirnentwicklung beeinträchtigt und es entstehen die Unterschiede in der Lese- Rechtschreibleistung (Mayer 2016: 54 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der LRS und skizziert das wissenschaftliche Vorgehen sowie die Zielsetzung der Arbeit.
Definition: Dieses Kapitel erläutert die LRS als Lernproblematik der automatisierten Worterkennung und Rechtschreibung sowie deren Einfluss auf die allgemeine Lebensentwicklung.
Ursachen: Hier werden biologische, neurobiologische sowie sozioökonomische und soziokulturelle Einflussfaktoren auf die Entstehung von LRS dargestellt.
Symptome: Das Kapitel beschreibt spezifische Anzeichen der LRS beim Lesen und Schreiben sowie mögliche psychische Folgesymptome.
Diagnose: Es werden die Hamburger Schreibprobe (HSP) und die Hamburger Leseprobe (HLP) als diagnostische Standardverfahren vorgestellt.
Förderung: Dieses Kapitel widmet sich der Erstellung individueller Förderpläne und der Bedeutung pädagogischer Lerntherapie zur Kompetenzsteigerung.
Förderung am Beispiel des Lehrinstituts für Orthographie und Sprachkompetenz: Dieses Kapitel analysiert das therapeutische Konzept, die Testmethoden und das Motivationssystem des LOS.
Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz der LRS-Thematik zusammen und reflektiert persönliche Erfahrungen und den Forschungsstand.
Schlüsselwörter
Lese-Rechtschreibschwäche, LRS, Lerntherapie, Diagnostik, Hamburger Schreibprobe, Hamburger Leseprobe, Förderung, Pädagogik, Schriftspracherwerb, Motivation, Lernpsychologie, Sprachkompetenz, Neurobiologie, Bildungsniveau, LOS
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS), ihren Ursachen, Symptomen und den Möglichkeiten der pädagogischen Diagnose und Förderung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die wissenschaftlichen Erklärungsmodelle für LRS, die Durchführung diagnostischer Tests und die praktische Umsetzung von Lerntherapien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis der LRS-Problematik zu vermitteln und die Wirksamkeit pädagogischer Ansätze, insbesondere am Beispiel des LOS, aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Fachquellen sowie auf die exemplarische Vorstellung standardisierter Testverfahren wie HSP und HLP.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenanalyse, Symptombeschreibung, diagnostische Verfahren und die detaillierte Darstellung therapeutischer Abläufe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind LRS, Lerntherapie, Diagnostik, pädagogische Förderung und Sprachkompetenz.
Welche Rolle spielt die Motivation in der LRS-Förderung?
Die Motivation wird als entscheidender Faktor identifiziert; sie beeinflusst den Lernzuwachs maßgeblich und hilft den Kindern, negative Erfahrungen durch Erfolgserlebnisse zu ersetzen.
Warum wird das LOS als Beispiel herangezogen?
Das LOS dient als praktisches Fallbeispiel für eine institutionalisierte Lerntherapie, die durch spezielle Förderkonzepte und PC-gestützte Verfahren Erfolge erzielt.
Wie unterscheidet sich die HSP von anderen Tests?
Die Hamburger Schreibprobe (HSP) bietet eine quantitative und qualitative Auswertung, die sowohl den aktuellen Stand der Rechtschreibung als auch die dahinterliegenden Strategien erfasst.
Was ist das "Satz des Tages"-Konzept im LOS?
Dies ist eine der Einstiegsmethoden in eine LOS-Unterrichtseinheit, die darauf abzielt, Sprachphänomene wie die Rolle von Artikeln spielerisch und praxisnah zu vermitteln.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2018, Die Lese-Rechtschreibschwäche und ihre Ursachen, Diagnose und Förderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1145731