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Gendergerechte Sprache in der Jugendsprache

Eine empirisch-diachronische Untersuchung anhand des Jugendmagazins „BRAVO“

Titel: Gendergerechte Sprache in der Jugendsprache

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 36 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jannik Streeb (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll der Fokus auf eine der zahlreichen Varietäten der Alltagskommunikation gelegt werden, nämlich der Jugendsprache, und anhand des Jugendmagazins „BRAVO“ das Vorhandensein beziehungsweise eine etwaige Zunahme einer gendergerechteren Sprache im diachronen Verlauf von 30 Jahren festgestellt werden. Seit Bekanntmachung der Genderproblematik in den frühen Siebziger Jahren durch die Pionierinnen Senta Trömel-Plötz und Luise Pusch hat sich definitiv einiges in Bezug auf eine gendergerechtere Sprache getan, aber nichtsdestotrotz wird bis heute immer wieder heftig und emotional darüber debattiert, inwiefern die Forderungen der Sprachkritikerinnen, nämlich eine androzentrische Verwendung der deutschen Sprache durch eine neutrale, Frauen-inkludierende Sprech- und Schreibweise zu substituieren, um auch Frauen in der Sprache zu repräsentieren, bislang von Erfolg gekrönt gewesen sein mochten.

Eine erste (wenn auch etwas kritisch zu sehende) Antwort auf diese Frage lieferte in den frühen Zweitausenderjahren Trömel-Plötz dann selbst, als sie den angeblichen Erfolg der Sprachaktivistinnen resümierte und behauptete, in Deutschland müsse eine Notwendigkeit sprachlicher Gleichbenennung nicht mehr diskutiert werden, denn die praktische Umsetzung sprachlicher Gleichheit gehe in den Kommunen ihren nun natürlichen Gang (vgl. Trömel-Plötz 2004: 641). Im Lichte der nach wie vor geführten, öffentlichen Kontroversen bezüglich einer etwaigen Wichtig- und Richtigkeit der gendergerechten Sprache kann man ihr hier aber allenfalls einen Erfolg auf administrativer, teils politischer Ebene eingestehen. Keinesfalls jedoch ist die alltägliche Kommunikation untereinander, in den Schulen, in der Werbung oder auch die Mediensprache selbst bereits durchgehend und konsequent von einer gendergerechten Sprache geprägt.

Fast 20 Jahre sind seit dieser ‚Zukunftsprognose‘ im Jahre 2004 nun vergangen und vor dem Hintergrund einer aktuell eher ablehnenden gesellschaftlichen Grundhaltung zum Thema gendergerechter Sprache, bietet es sich daher geradezu an, einen genaueren Blick auf den Status-Quo-Zustand zu werfen, um zu eruieren, ob Trömel-Plötz mit ihrer Prognose wohl Recht behalten haben mochte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die feministische Linguistik – Gegenstand und (sprach)historische Meilensteine

3. Untersuchungsgegenstand: Das Jugendmagazin „BRAVO“

4. Empirische Untersuchung: die diachrone Verwendung von gendergerechter Sprache im Jugendmagazin „BRAVO“

4.1. „BRAVO“ 01/1991 (27. Dezember 1990): Korpus 1 „BRAVO 1991“

4.2. „BRAVO“ 09/2021 (21. Juli 2021): Korpus 2 „BRAVO 2021“

5. Schlussgedanken

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die diachrone Entwicklung und Verwendung gendergerechter Sprache innerhalb der deutschen Jugendsprache, repräsentiert durch das Jugendmagazin „BRAVO“, über einen Zeitraum von 30 Jahren. Ziel ist es zu analysieren, ob und in welchem Maße feministische Sprachkritik Eingang in die jugendsprachliche Mediensprache gefunden hat.

  • Historische Entwicklung der feministischen Linguistik in Deutschland
  • Analyse des Jugendmagazins „BRAVO“ als Sprach- und Kulturträger
  • Empirischer Vergleich von Textkorpora aus den Jahren 1991 und 2021
  • Untersuchung von Beidnennungen und generischem Maskulinum
  • Evaluation des Einflusses gesellschaftlicher Debatten auf jugendspezifische Medieninhalte

Auszug aus dem Buch

4. Empirische Untersuchung: die diachrone Verwendung von gendergerechter Sprache im Jugendmagazin „BRAVO“

Um die Verwendung bzw. Frequenz von gendergerechter Sprache im diachronen Verlauf in einer jugendsprachlichen Domäne hinreichend untersuchen und beurteilen zu können, wurde das Magazin „BRAVO“ als prominenteste und bekannteste Jugendzeitschrift (siehe Kapitel 3 & 4) für dieses empirische Vorhaben ausgewählt. Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel herauszufinden, ob und inwieweit sich der Gebrauch bzw. die Frequenz von gendergerechter Sprache in einer Zeitspanne von 30 Jahren (1991-2021) unterscheidet bzw. verändert. Für die Analyse wurden aus einer Zeitschrift von 1991 und einer aus 2021 ein Textkorpus aus dem inhaltlichen Bereich „Dr. Sommer“ ausgewählt, da dies eine Rubrik darstellt, in welcher, wie oben bereits angedeutet, Jugendliche Fragen insbesondere zu Sexualität, Körper und womöglich auch zur eigenen Identität einsenden und auf eine Antwort hoffen. Es ist also davon auszugehen, dass, falls im Speziellen auch Fragen zu genderspezifischen Aspekten der Sexualität und Identität auftauchen, diese Fragen am ehesten in dieser Rubrik als in den anderen wiederzufinden sein würden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Kontroverse um gendergerechte Sprache und führt in die Fragestellung der Arbeit ein, ob dieser Diskurs auch in jugendsprachlichen Medien stattfindet.

2. Die feministische Linguistik – Gegenstand und (sprach)historische Meilensteine: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung und die Ziele der feministischen Sprachkritik in Deutschland sowie die zentralen Akteurinnen und Debatten.

3. Untersuchungsgegenstand: Das Jugendmagazin „BRAVO“: Das Kapitel stellt das Magazin „BRAVO“ vor, erläutert dessen Bedeutung für die Zielgruppe und diskutiert die mediale Funktion als Träger von Jugendkultur und Sprache.

4. Empirische Untersuchung: die diachrone Verwendung von gendergerechter Sprache im Jugendmagazin „BRAVO“: Das Hauptkapitel analysiert die Korpora aus den Jahren 1991 und 2021 hinsichtlich der Verwendung gendergerechter sprachlicher Formen und vergleicht die Ergebnisse quantitativ.

5. Schlussgedanken: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, konstatiert eine geringe Zunahme an gendergerechten Formen bei gleichzeitigem Fehlen eines systematischen Sprachwandels und ordnet dies kritisch in den gesellschaftlichen Kontext ein.

Schlüsselwörter

Gendergerechte Sprache, Feministische Linguistik, Jugendsprache, BRAVO, Sprachwandel, Generisches Maskulinum, Beidnennung, Diachrone Analyse, Sprachkritik, Diskriminierung, Medienanalyse, Identität, Soziolinguistik, Geschlecht, Empowerment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie gendergerechte Sprache über einen Zeitraum von 30 Jahren (1991–2021) Einzug in die Texte des Jugendmagazins „BRAVO“ gehalten hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft feministische Sprachkritik mit medienwissenschaftlichen Aspekten der Jugendsprache und der soziologischen Bedeutung von Jugendzeitschriften.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die empirische Überprüfung, ob sich die Verwendung einer gendergerechten Sprache in jugendsprachlichen Texten signifikant verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine korpuslinguistische, diachrone Untersuchung, die Texte aus der „Dr. Sommer“-Rubrik sowie ergänzende Themenbeiträge von 1991 und 2021 vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Datenlage der Korpora, berechnet Frequenzen genderfähiger Lexeme und bewertet die Umsetzung von Beidnennungen im Vergleich zum generischen Maskulinum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Gendergerechte Sprache, Sprachwandel, Feministische Linguistik, Jugendsprache und Medienanalyse.

Wie erklärt sich das Ergebnis im Bereich „Ally“?

Obwohl das Subkorpus 2D über Diskriminierung aufklärt, wurde hier überraschenderweise keine einzige Form der gendergerechten Sprache gefunden, was die Diskrepanz zwischen inhaltlichem Anspruch und sprachlicher Umsetzung verdeutlicht.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Jugendmagazins?

Der Autor hinterfragt, ob die „BRAVO“ lediglich Jugendsprache imitiert oder aktiv Sprachwandel vorantreibt, und kommt zu dem Schluss, dass der Einfluss der Medien auf die Jugendsprache zwar vorhanden, aber in Bezug auf Gender-Themen inkonsequent ist.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gendergerechte Sprache in der Jugendsprache
Untertitel
Eine empirisch-diachronische Untersuchung anhand des Jugendmagazins „BRAVO“
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,3
Autor
Jannik Streeb (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
36
Katalognummer
V1145798
ISBN (eBook)
9783346523778
ISBN (Buch)
9783346523785
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender Gendergerechte Sprache Jugendsprache BRAVO Jugendzeitschrift Jugendzeitschriften Gendern Genderwahn diachron
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jannik Streeb (Autor:in), 2021, Gendergerechte Sprache in der Jugendsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1145798
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  36  Seiten
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