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Inwieweit wird durch die Erhebung von Kindergartenbeiträgen die Startchancengerechtigkeit beeinflusst?

Titel: Inwieweit wird durch die Erhebung von Kindergartenbeiträgen die Startchancengerechtigkeit beeinflusst?

Hausarbeit , 2008 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Andrea Meyer (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Bundesrepublik sind Eltern gesetzlich verpflichtet sich – angepasst an ihre jeweiligen finanziellen Möglichkeiten – an den Kosten für die Unterbringung ihrer Kinder in vorschulischen
Betreuungseinrichtungen zu beteiligen. In dieser Arbeit soll erörtert werden, inwiefern diese Elternbeiträge mit bestimmten Konzepten sozialer Gerechtigkeit in Einklang stehen. Dazu wird zunächst allgemein der Begriff der sozialen
Gerechtigkeit vorgestellt. Dabei stehen die Thesen John Rawls, des bekanntesten Theoretikers der letzten Jahrzehnte, im Mittelpunkt. Es wird gezeigt unter welchen Bedingungen nach seiner Meinung soziale Ungleichheiten in einer Gesellschaft die unzweifelhaft auch in der Bundesrepublik vorliegen, legitim sind. In einem zweiten Abschnitt werden der Bildungssektor und seine Funktion für die Gesellschaft behandelt. Das Augenmerk liegt dabei auf der hierarchischen Struktur der Gesellschaft. Diese Hierarchie wird nicht zuletzt im Rahmen der schulischen Bildung angelegt. Fraglich ist nun, welche
Bedeutung vorschulische Einrichtungen innerhalb dieser Prozesse haben. In welcher Weise wirken sich Teilnahme oder Nichtteilnahme an den Angeboten auf das spätere Leben der Kinder aus. Angesprochen ist dabei in erster Linie ein bestimmter Teilkomplex der sozialen Gerechtigkeit – die Startchancengleichheit. Diese muss im Rahmen des zweiten Abschnittes definiert und als Maßstab
eingesetzt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein Übergreifendes Konzept der sozialen Gerechtigkeit : John Rawls Gerechtigkeit als Fairness

3. Bildungssektor und Chancengleichheit

3.1 Allokationsfunktion

3.2 Startchancengleichheit und Vorschulbildung

4. Finanzierungsmodelle: Elternbeiträge und Zugangsbeschränkungen

5. Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von erhobenen Kindergartenbeiträgen auf die Startchancengerechtigkeit von Kindern in der Bundesrepublik Deutschland, wobei der Fokus auf der Vereinbarkeit dieser Gebühren mit dem Gerechtigkeitskonzept von John Rawls liegt.

  • Analyse sozialer Gerechtigkeit nach John Rawls
  • Die Allokationsfunktion des Bildungssystems
  • Bedeutung der frühkindlichen Bildung für die Startchancengleichheit
  • Einfluss von Elternbeiträgen auf den Zugang zu Vorschuleinrichtungen
  • Soziologische Betrachtung von Bildungsbarrieren und Migrationshintergrund

Auszug aus dem Buch

3.2. Startchancengleichheit und Vorschulbildung

Startchancengleichheit kann als ein Teilaspekt der sozialen Gerechtigkeit innerhalb des Bildungssektors angesehen werden. Genauer wird in dieser Arbeit die Chancengleichheit der Kinder vor Beginn ihrer schulischen Laufbahn genauer betrachtet. Die Variablen, die die Chancen der Kinder zu diesem Zeitpunkt innerhalb ihrer Entwicklung bestimmen, können idealtypisch unter zwei verschiedenen Kategorien rubriziert werden. Da sind zunächst solche Merkmale, die dem Individuum unmittelbar zukommen und nicht durch äußere Maßnahmen zu beeinflussen sind. Dazu zählen unter anderem kognitive Fähigkeiten, die aus der physiologischen Struktur der Kinder erwachsen (vgl. Becker; Hauser, 2004, S. 13.). Andere Rahmenbedingungen, wie beispielsweise das familiäre Umfeld können aber durch staatliche Maßnahmen erheblich beeinflusst werden. Gerade hier wird, betrachtet man die vorliegenden empirischen Befunde, ein gewichtiges gesellschaftliches Problem angesprochen.

In verschiedenen empirischen Untersuchungen, unter anderem den PISA Studien, wurde nachgewiesen, dass der familiäre Hintergrund der Kinder und Jugendlichen für deren Abschneiden während der Bildung- und Ausbildungskarriere und damit für deren spätere Position innerhalb der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist (vgl. Stanat, Petra; Artelt, Cordula. et alii, 2002: Pisa 2000. Die Studie im Überblick. Grundlagen, Methoden und Ergebnisse, Berlin, S. 4, Baumert Jürgen; Artelt, Cordula., 2002: Pisa 2000 – Die Länder der Bundesrepublik im Vergleich. Zusammenfassung zentraler Befunde, Berlin, S. 19, vgl. Allmendinger, Jutta; Aisenbrey, Silke, 2002: Soziologische Bildungsforschung, in: Tippelt, Rudolf, (Hrsg.), Handbuch Bildungsforschung, Opladen, S. 41-60, S. 47, Klemm, Klaus, 2000: Bildung, in: Allmendinger, Jutta; Ludwig-Mayrhofer, Wolfgang, (Hrsg.), Soziologie des Sozialstaates, Weinheim, S. 145-166, S. 160 ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Problemstellung der Kindergartenbeiträge im Kontext sozialer Gerechtigkeit und skizziert den theoretischen sowie empirischen Rahmen der Untersuchung.

2. Ein Übergreifendes Konzept der sozialen Gerechtigkeit : John Rawls Gerechtigkeit als Fairness: Dieses Kapitel erläutert Rawls' Gerechtigkeitstheorie und diskutiert soziale Ungleichheiten sowie deren Legitimität innerhalb einer Gesellschaft.

3. Bildungssektor und Chancengleichheit: Hier wird die Rolle des Bildungswesens bei der gesellschaftlichen Selektion (Allokationsfunktion) und die essenzielle Bedeutung der frühkindlichen Bildung für die Startchancen untersucht.

4. Finanzierungsmodelle: Elternbeiträge und Zugangsbeschränkungen: Das Kapitel vergleicht die föderal unterschiedlich geregelten Finanzierungsmodelle und deren Auswirkungen auf die Teilhabe von Kindern aus sozial schwachen Familien oder mit Migrationshintergrund.

5. Ergebnisse: Das Fazit fasst zusammen, dass Elternbeiträge als Hürde für die Startchancengleichheit wirken und aus Gerechtigkeitsperspektive problematisch sind, da sie Ressourcenpotenziale der Gesellschaft ungenutzt lassen.

Schlüsselwörter

Soziale Gerechtigkeit, John Rawls, Bildungssystem, Allokationsfunktion, Startchancengleichheit, Kindergartenbeiträge, Vorschulbildung, Bildungsbarrieren, soziale Ungleichheit, Migrationshintergrund, PISA-Studie, frühkindliche Erziehung, Sozialisation, Chancengleichheit, Transferleistungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Erhebung von Kindergartenbeiträgen in Deutschland die Startchancengerechtigkeit von Kindern beeinträchtigt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die soziale Gerechtigkeit nach John Rawls, die Funktion des Bildungssystems bei der gesellschaftlichen Allokation sowie die Auswirkungen von Kita-Gebühren auf die Teilhabechancen von Kindern.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu belegen, dass Kita-Beiträge soziale Hürden darstellen, die den Zugang zur frühkindlichen Bildung für benachteiligte Gruppen erschweren und somit den Bildungsauftrag zur Herstellung von Startchancengleichheit konterkarieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die philosophische Gerechtigkeitskonzepte (Rawls) mit soziologischen Bildungsstudien und empirischen Daten zur Finanzierung von Betreuungsangeboten verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der sozialen Gerechtigkeit, die Analyse der Selektionsfunktion von Bildungseinrichtungen und die Untersuchung der konkreten finanziellen Zugangshürden in verschiedenen Bundesländern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Allokationsfunktion, Bildungsbarrieren und frühkindliche Betreuung.

Wie wirkt sich die Allokationsfunktion laut Helmut Fend aus?

Fend beschreibt, dass das Bildungssystem Kinder anhand ihrer Leistung in ein hierarchisches Kontinuum einordnet, was maßgeblich ihre spätere Position innerhalb der sozialen Stratifizierung und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt beeinflusst.

Warum sind Kindergartenbeiträge laut der Autorin problematisch?

Sie stellen eine finanzielle Hürde dar, die gerade Familien mit geringem Einkommen oder Migrationshintergrund davon abhalten kann, ihre Kinder in vorschulische Einrichtungen zu schicken, was deren Startchancen im Vergleich zu bessergestellten Kindern verschlechtert.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit aus den RAWLS'schen Thesen?

Rawls' Konzept fordert, dass Ungleichheiten nur legitim sind, wenn sie allen Mitgliedern der Gesellschaft, besonders den Schwächsten, zum Vorteil gereichen. Die Barriere durch Kita-Beiträge erfüllt diese Bedingung nicht, da sie die Bildungschancen der betroffenen Kinder negativ beeinträchtigt.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Inwieweit wird durch die Erhebung von Kindergartenbeiträgen die Startchancengerechtigkeit beeinflusst?
Hochschule
Fachhochschule Potsdam
Veranstaltung
Eine multidisziplinäre Einführung in Human- und Gesellschaftswissenschaften
Note
1,3
Autor
Andrea Meyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V114583
ISBN (eBook)
9783640153312
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inwieweit Erhebung Kindergartenbeiträgen Startchancengerechtigkeit Eine Einführung Human- Gesellschaftswissenschaften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Meyer (Autor:in), 2008, Inwieweit wird durch die Erhebung von Kindergartenbeiträgen die Startchancengerechtigkeit beeinflusst?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/114583
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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