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Die Übersetzung des heiligen Epiphanius. Ein Fall von Reliquiendiebstahl

Titel: Die Übersetzung des heiligen Epiphanius. Ein Fall von Reliquiendiebstahl

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 36 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christa Gries (Autor:in)

Weltgeschichte - Altertum
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Problemen der Hagiografie und untersucht des heiligen Epiphanius im Rahmen des historischen Kontexts auf ihre Glaubwürdigkeit. Dabei steht die folgende Frage im Mittelpunkt der Analyse: Wie hoch ist danach der Wahrheitsgehalt der "translatio sancti Epiphanii" einzuschätzen und welcher glaubwürdige Kern könnte sich hinter der Geschichte verbergen?

Mit seinem zweiten Italienzug von 961 bis 965 bereitete Otto I. die Szenerie für die Geschichte. Nach der Kaiserkrönung am 2.2.962 befand er sich mit seinem Heer im gerade von der erneuten Usurpation Berengars II. befreiten Pavia. In seinem Gefolge befanden sich fast ausschließlich Reichsbischöfe und Äbte, die aufgrund des "servitium regis" am Feldzug teilnehmen und berittene Krieger zur Verfügung stellen mussten. Während der Kaiser mit der Belagerung des im Gebirge verschanzten Feindes beschäftigt war, hatten die Geistlichen in seinem Tross Gelegenheit zur Reliquienbeschaffung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Quellen, Forschungsliteratur und Vorgehensweise

1.1 WEITERE QUELLEN

1.2 FORSCHUNGSLITERATUR

1.3 VORGEHENSWEISE

2. Der historische Kontext

2.1 DIE TÄTER: DAS BISTUM HILDESHEIM, BISCHOF OTHWIN UND THANGWARD

2.2 DIE OPFER: DAS BISTUM PAVIA UND DER HEILIGE EPIPHANIUS

2.3 DER RELIQUIENJÄGER: OTTO DER GROßE

2.4 ÜBERLIEFERUNG, AUTOR UND MÖGLICHE CAUSA SCRIBENDI

3. Untersuchung der Quelle auf den Wahrheitsgehalt

3.1 PHASE 1: PLAN, ZEICHEN, FEHLSCHLÄGE, ERFOLG

3.2 PHASE 2: ÜBERFÜHRUNG, GEFAHREN, REISEWUNDER

3.3 PHASE 3: TRIUMPHALE ANKUNFT, GRABLEGE UND BESTÄTIGUNGSWUNDER

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wahrheitsgehalt der „Translatio sancti Epiphanii“ (TSE), eines mittelalterlichen Berichts über den Raub von Reliquien des heiligen Bischofs Epiphanius aus Pavia durch den Hildesheimer Bischof Othwin im Jahr 963. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit der Text als historisch authentische Quelle für den Diebstahl gelten kann oder als hagiographisches Konstrukt zu werten ist, das ottonische Herrschaftsinteressen legitimieren sollte.

  • Historische Analyse ottonischer Reliquienbeschaffung und deren politischer Symbolik.
  • Kritische Quellenbewertung der „Translatio sancti Epiphanii“ anhand der dreiphasigen „furta sacra“-Erzählstruktur.
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen dem Hildesheimer Domstift, Bischof Othwin und Kaiser Otto I.
  • Überprüfung der Plausibilität des beschriebenen Raubhergangs im Kontext realer Gegebenheiten.

Auszug aus dem Buch

Kapitel 5: Die Entführung des hl. Epiphanius

Der erste Versuch Thangwards war also am Widerstand des Heiligen selbst gescheitert und das in der Anfrage des Mindener Priesters gesehene Zeichen hatte sich für Epiphanius nicht bestätigt. Dennoch hoffte der verhinderte Dieb, mit weiterem Beten und Fasten sein Idol zu einer Reaktion zu bewegen. Mit einem aus üblicher Demut nicht näher berichteten Traum belohnt nahm der alte Priester zum zweiten Versuch eine nicht genau genannte Zahl plötzlich verfügbarer Experten mit. Beim nächtlichen Eindringen in S. Epifanio trafen sie nun aber auf Wächter, die den Zugang verwehrten. Dem wohl sehr zierlichen Alten gelang es, diese abzuschütteln, über eine nur 60 cm hohe Türe einzusteigen und die Helfer an der Vordertür einzulassen! Die Installation einer Wache in der anscheinend sehr einsam gelegenen Kirche ist nach dem ersten Einbruch plausibel, ebenso wie das Verhalten der Wachen, die in einem Dilemma steckten. Sie konnten ja den Diebstahl nicht verhindern, wenn der Heilige umziehen wollte, und ließen sich deshalb häufig bestechen. Korruption könnte auch hier vorliegen, denn die geschilderte Überlistung scheint sehr unrealistisch.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Reliquienübertragung von Epiphanius nach Hildesheim und Einbettung in den Forschungsstand der hagiographischen Literatur.

1. Quellen, Forschungsliteratur und Vorgehensweise: Vorstellung der Quellengrundlage, kritische Auseinandersetzung mit der hagiographischen Forschungsliteratur und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise der Analyse.

2. Der historische Kontext: Rekonstruktion des historischen Rahmens mit Fokus auf die Akteure Othwin von Hildesheim, den Heiligen Epiphanius und Otto den Großen.

3. Untersuchung der Quelle auf den Wahrheitsgehalt: Detaillierte Prüfung der TSE-Erzählphasen auf ihre historische Glaubwürdigkeit und ihren Charakter als hagiographische Konstruktion.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der TSE als durchwachsene Quelle zwischen faktischem Kern und literarischer Fiktion zur Kultstiftung.

Schlüsselwörter

Translatio sancti Epiphanii, Reliquienraub, Bischof Othwin, Otto der Große, Hildesheim, Pavia, Hagiographie, furta sacra, Mittelalter, Reliquienkult, Translationsbericht, historische Quellenkritik, ottonische Herrschaftsgeschichte, Heiligenviten, Mittelalterliche Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch einen mittelalterlichen Bericht über den Raub der Reliquien des heiligen Epiphanius und prüft dessen historischen Wahrheitsgehalt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen das ottonische Reliquienwesen, die hagiographische Erzähltradition und die politische Instrumentalisierung von Heiligenverehrung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den historischen Kern der „Translatio sancti Epiphanii“ von den hagiographischen Topoi zu trennen und die Motivation des unbekannten Verfassers zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es wird eine historisch-kritische Textanalyse angewandt, die den Bericht chronologisch anhand des „furta sacra“-Phasenmodells auf seine Plausibilität prüft.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Kontextes der Akteure sowie die phasenweise Untersuchung der Quellenaussagen hinsichtlich Logik und historischer Korrektheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie „Reliquienraub“, „Hildesheim“, „Pavia“, „Translatio sancti Epiphanii“ und „Quellenkritik“ beschreiben.

Wie bewertet die Autorin die Glaubwürdigkeit des „Corpus integre“?

Sie stuft die Behauptung des Raubes eines vollständigen Körpers als unwahr ein, da archäologische Befunde belegen, dass wesentliche Teile der Reliquien in Pavia verblieben.

Welche Bedeutung kommt der Figur des Priesters Thangward zu?

Die Autorin betrachtet Thangward als hagiographischen Topos bzw. fiktive Figur, die den „frommen Reliquiendieb“ als integren Diener stilisieren soll.

Warum wird die Rolle Kaiser Ottos I. als ambivalent beschrieben?

Otto wird einerseits als Herrscher dargestellt, der das Reliquiensammeln förderte, andererseits erscheint seine angeblich milde Reaktion auf den Diebstahl historisch wenig plausibel.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zum Erfolg des Kults?

Die Autorin schlussfolgert, dass der Epiphanius-Kult in Hildesheim trotz des Berichts nur begrenzt erfolgreich war und später hinter andere Heiligenkulte zurücktrat.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Übersetzung des heiligen Epiphanius. Ein Fall von Reliquiendiebstahl
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Aufbaukurs Masterstudium
Note
1,0
Autor
Christa Gries (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
36
Katalognummer
V1145875
ISBN (eBook)
9783346530561
ISBN (Buch)
9783346530578
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reliquien Hagiographie Otto der Große Hildesheim Pavia
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christa Gries (Autor:in), 2021, Die Übersetzung des heiligen Epiphanius. Ein Fall von Reliquiendiebstahl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1145875
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Leseprobe aus  36  Seiten
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