Unterstützungsmöglichkeiten für Personen mit Depressionen in der Klinischen Sozialarbeit


Hausarbeit, 2021

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1Einleitung

2Klinische Sozialarbeit
2.1 Definition
2.2 Geschichte in Deutschland

3Depressionen
3.1 Definition
3.2 Differenzierung zwischen den verschiedenen Krankheitsbildern
3.3 Symptome und Verlauf

4 Umgang Klinischer Sozialarbeit mit depressiven Personen
4.1 Aufgaben
4.2 Angebote
4.3 Ziele
4.4 Schwierigkeiten
4.5 Klinische Sozialarbeit und psychotherapeutische Behandlung im Vergleich

5 Zusammenfassung/ Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit soll insbesondere auf die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten in der Klinischen Sozialarbeit im Zusammenhang mit Klienten*innen, die an einer Depression leiden, eingegangen werden. Oftmals werden Depressionen unmittelbar mit einer Psychothe­rapie assoziiert. Daher ist die Absicht dieser Hausarbeit aufzuzeigen, dass Sozialarbeiter*in- nen einen Großteil von ähnlichen Unterstützungsmöglichkeiten anbieten und so eine mögliche Alternative zu einem Psychologen*in darstellen können. Da in der heutigen Zeit immer wie­der auf den Mangel von Psychologen*innen und das gleichzeitige Ansteigen von psychischen Erkrankungen hingewiesen wird, ist das Ziel meiner Hausarbeit alternative Unterstützungsan­gebote durch klinische Sozialarbeiter*innen im therapeutischen und beratenden Umgang mit psychisch erkrankten Menschen zu erläutern und ebenso die damit einhergehenden Ziele und Schwierigkeiten darzulegen.

Zuerst möchte ich die Merkmale und allgemeinen Aufgaben der Klinischen Sozialarbeit konkretisieren. Aus diesem Grund wird im ersten Abschnitt der Begriff der Klinischen Sozial­arbeit definiert und im Anschluss die Entwicklung in Deutschland geschildert. Im zweiten Gliederungsabschnitt werden depressive Störungen im Hinblick auf eine allgemeine Defini­tion, einer Differenzierung zu anderen Krankheitsbildern, sowie einem groben Überblick über die Symptomatik und dem Verlauf der Krankheit näher beleuchtet, um das Krankheitsbild in dessen wichtigsten Facetten adäquat zu veranschaulichen. Daran schließt sich der Hauptteil, in dem verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten mit ihren Zielen, Aufgaben und Schwierig­keiten vorgestellt werden. Das Ende des Hauptteils bildet der Vergleich eines psychothera­peutischen Ansatzes mit einem psychosozialen Beratungsansatz eines Sozialarbeiters*in. Der letzte Punkt dieser Hausarbeit bildet das Fazit indem noch einmal alle Aspekte zusammenge­fasst und reflektiert werden.

2 Klinische Sozialarbeit

2.1 Definition

Die Klinische Sozialarbeit ist ein Fachbereich der Sozialen Arbeit, welcher im Gesundheits­wesen verankert ist. Der Begriff „Klinisch“ sollte jedoch nicht mit der Arbeit in Krankenhäu­sern oder stationären Einrichtungen gleichgesetzt werden, denn diese Umgebung steht dabei nicht im Mittelpunkt. Stattdessen steht die beratend - behandelnde Tätigkeit, welche zur „Be­handlung psycho- sozialer Störungen und körperlicher Beeinträchtigungen mit dem Ziel der Heilung, Linderung und Besserung“ (Pauls, 2013, S.16-17) unterstützend wirken soll, im Vordergrund (vgl. Pauls, 2013, S.16-17). Diese Ziele versucht die Klinische Sozialarbeit mit­hilfe einer psycho-sozialen Beratung zu erreichen, indem sie alle Lebens- und Umweltaspekte des Klienten*in miteinbezieht und sich so ein ganzheitliches Bild von der aktuellen Lebenssi­tuation verschafft. Diese Art der Beratung wird auch Person- in- Environment genannt (An­sen, 2018, S.843).

Mithilfe von Dialog und kooperativen Hilfestellungen wird versucht, Klienten*innen, in so­zial-bedingten und sozial- relevanten Krisen, Belastungen, sowie Erkrankungen zu beraten (Gahleitner & Pauls 2013, S. 511). Diese Ansätze stammen aus verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise: psycho- sozialer Beratung, Krisenintervention, sozialer Therapie, sozialer Psy­chotherapie, sozialer Unterstützung und klinisches Case Management. Die verschiedenen Ar­beitsfelder in der Klinischen Sozialarbeit sind die Kinder- und Jugendhilfe, die psychiatrische Versorgung sozialer Rehabilitation, die Suchtkrankenhilfe, die Arbeit mit Angehörigen von Kranken, die Sozialtherapie im Strafvollzug, die Prävention und zuletzt die Arbeit mit sozial benachteiligten Klienten*innen (Gahleitner & Pauls 2013, S. 511).

Zusammenfassend versteht sich die Klinische Sozialarbeit „[...] als integrierten professio­nellen Ansatz zur Verbesserung der psycho- sozialen Passung zwischen Klient bzw. Klienten­system und Umwelt“ (Pauls, 2013, S. 17). Um das Arbeitsfeld und den Begriff der Klinischen Sozialarbeit besser nachvollziehen zu können, sollte auch die Entstehung dessen in Betracht gezogen werden. Aus diesem Grund werden im folgenden Punkt die Geschichte und die Ent­stehung der Klinischen Sozialarbeit in Deutschland erläutert.

2.2 Geschichte in Deutschland

Die Klinische Sozialarbeit in Deutschland hat ihre Ursprünge in der amerikanischen "Clinical Social Work", welche Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre entstand (Pauls, 2013, S.13 ff.). Der Begriff, sowie die Arbeitsansätze der "Clinical Social Work", basieren auf der damaligen Einzelfallhilfe der "Case Worker" (1920er Jahre), inklusive der Arbeit in der Ge­sundheitsfürsorge, dessen Wurzeln sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts wiederfinden lassen (Ansen, 2018, S.843-844). Außerdem trugen vor allem Mary Richmonds Ansatz der „Person- in-der-Umgebung“ und ebenso der spätere Ansatz Francis J. Turners zum „psycho-sozialen­Menschen“ (1979) zur Tradition der Klinischen Sozialarbeit bei. Diese beiden Methoden bil­den wichtige Grundsteine für die professionelle Behandlung in der Klinischen Sozialarbeit.

Dennoch gab es zunächst keine einheitliche Definition der Klinischen Sozialarbeit. Diese wurde erst 1989 von einigen einflussreichen Organisationen (NASW, "National Registry of Health Care Providers", "American Board of Examiners in Clinical Social Work", (vgl. Pauls, 2013, S. 14)) der Sozialen Arbeit festgelegt. Darin werden die verschiedenen Aufgaben, Ziele, Methoden, sowie die Zielgruppen benannt (Pauls, 2013, S.13-14).

In Deutschland erlangte die Klinische Sozialarbeit ab Mitte der 1990er Jahren immer mehr Aufmerksamkeit, allerdings sollte erwähnt werden, dass das Konzept aus den USA nicht voll­ständig übernommen wurde. Stattdessen wurde es als Orientierung zur Entwicklung von Stan­dards, sowie dessen Evaluation verwendet (Ansen, 2018, S.843). Insofern wird deutlich, dass die Geschichte der Klinischen Sozialarbeit in Deutschland noch recht jung ist. 2001 wurde erstmalig ein Masterstudiengang von der Hochschule Coburg in Klinischer Sozialarbeit ange­boten, der seit 2003 in Kooperation mit der Alice- Salomon Hochschule weiterentwickelt wird.Die Einführung der Sektion „Klinische Sozialarbeit“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA), ebenso wie die ab 2004 veröffentlichte Fachzeitschrift „Klinische So­zialarbeit- Zeitschrift für psycho-soziale Forschung und Praxis“, bieten einen Kompetenzrah­men, an dem sich deutsche Klinische Sozialarbeiter, einschließlich der Hochschulen, orientie­ren sollten.

Des Weiteren verhilft das im Dezember 2007 gegründete „European Centre for Clinical Social Work“ (ECCSW) zu einem internationalen Austausch zwischen Fachkräften. Ebendies soll zu einer Förderung und Qualitätssicherung im Bereich der Klinischen Sozialarbeit führen, da den Klinischen Sozialarbeitern*innen so die Chance zu einer Weiterbildung und Kompe­tenzförderung geboten wird. Letztlich spielt die Forschung auch eine bedeutende Rolle, da so immer wieder neue Theorien und Methoden aufgegriffen werden und die Klinische Sozialar­beit sich in ihrem Handeln qualitativ verbessern kann (Pauls, 2013, S.12-13).

Wie in der Fragestellung erkennbar ist, beschäftigt sich die Arbeit insbesondere mit den An­gebotsmöglichkeiten für die Behandlung an Depressionen erkrankter Klienten*innen. Für ein besseres Verständnis der besagten Krankheit, wird im folgenden Abschnitt zunächst ein gro­ber Überblick über das Krankheitsbild von Depressionen gegeben.

3 Depressionen

3.1 Definition

Depressionen oder auch depressive Störungen genannt, werden zu den affektiven Störungen oder auch internalisierten Störungen gezählt, da deren Symptome oftmals nicht von außen wahrnehmbar sind. Typische Anzeichen für eine Depression sind Traurigkeit, Niedergeschla­genheit oder Antriebslosigkeit. "Die gedrückte Stimmung verändert sich von Tag zu Tag we­nig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten "somatischen"

Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung, Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichts­verlust und Libidoverlust" (BfArM, ICD- 10 GM Version 2021, F32.-).

Allerdings ist die anhaltende Dauer der Symptome wichtig, um zu unterscheiden, ob es sich um vereinzelte depressive Stimmungen handelt oder um eine behandlungsbedürftige depres­sive Störung. Sollten die Symptome länger als zwei Wochen andauern und auch nicht an In­tensität nachlassen, so spricht man von einer Depression (Beesdo-Baum& Wittchen, 2011, S.880-881). Bei einer depressiven Störung wird entweder von einer episodisch verlaufenden "Major Depression" gesprochen oder von einer "dystyhmen" Störung, die durch einen chroni­schen Verlauf gekennzeichnet ist.Die Klassifizierung der Depression ist abhängig von der Anzahl und der Schwere der Symptome.

3.2 Differenzierung zwischen den verschiedenen Krankheitsbildern

Wie schon in der Definition erwähnt wurde, gehören Depressionen zu den affektiven Störun­gen. Unter den affektiven Störungen finden sich auch Bipolare Störungen, die sich allerdings von den depressiven Störungen in einigen Aspekten unterscheiden.

Depressive Störungen sind unipolar und haben entweder eine oder mehrere depressive Epi- soden.Wie oben schon erwähnt lässt sich die "Major Depression" in drei Schweregrade unter­teilen: die leichten, die mittel- gradigen und die schweren Depressionen. Diese können entwe­der mit einzelnen Episoden oder wiederholt auftretenden Episoden (vgl. "rezidivierend") ein­hergehen. Allerdings kann auch eine "Dysthymia" vorliegen. Diese ist "[...] eine chronische, wenigstens mehrere Jahre andauernde depressive Verstimmung [...]" (BfArM, ICD- 10 GM, Version 2021, F34.1). Im Gegensatz zur Major Depression sind die Symptome weniger inten­siv und reichen nicht aus, um als Major Depression diagnostiziert zu werden.

Die Bipolaren Störungen hingegen sind durch einen manisch- depressiven Verlauf gekenn­zeichnet, dies bedeutet, dass ein Wechsel der Stimmung des Betroffenen erfolgt. Die Stim­mung wechselt zwischen Aktivität, Tatendrang, gehobener Laune (Manie/Hypomanie) und Niedergeschlagenheit, sowie Antriebslosigkeit (Depression) ab. Es sollten mindestens zwei Episoden aufgetreten sein, um diese als Bipolare Störung diagnostizieren zu können (BfArM, ICD-10 GM, Version 2021, F31.-).Die verschiedenen Arten von Bipolaren Störungen sind die Bipolar-I- Störung, die Bipolar-II- Störung und letztlich die Zyklothyme Störung (Beesdo- Baum& Wittchen, 2011, S. 881).

Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass bestimmte Kriterien für die jeweilige Diag­nose vorhanden sein müssen um eine möglichst genaue Zuordnung zu ermöglichen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Unterstützungsmöglichkeiten für Personen mit Depressionen in der Klinischen Sozialarbeit
Hochschule
Hochschule Fresenius Frankfurt
Note
1,7
Autor
Jahr
2021
Seiten
16
Katalognummer
V1145917
ISBN (eBook)
9783346523037
ISBN (Buch)
9783346523044
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klinische Sozialarbeit, Soziale Arbeit, Depressionen, Unterstützungsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit, Psychosoziale Beratung, Unterstützungsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit für Menschen mit Depressionen, Psychische Erkrankungen, Psychosoziale Beratung und Psychotherapie im Vergleich
Arbeit zitieren
Angelina Konzok (Autor:in), 2021, Unterstützungsmöglichkeiten für Personen mit Depressionen in der Klinischen Sozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1145917

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