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Die Entwicklung des Friedensprozesses in Bosnien und Herzegowina nach dem Abkommen von Dayton

Title: Die Entwicklung des Friedensprozesses in Bosnien und Herzegowina nach dem Abkommen von Dayton

Diploma Thesis , 2002 , 134 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexander Rüstau (Author)

Politics - Region: Russia
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Summary Excerpt Details

Am 21. November 1995 wurde das Friedensabkommen von Dayton paraphiert. Mit der endgültigen Unterzeichnung dieses Abkommens in Paris am 14. Dezember 1995 wurde der Krieg in Bosnien und Herzegowina – der schlimmste Krieg in Europa seit Ende des Zweiten Weltkrieges – beendet. Dieser Krieg forderte rund 200.000 Todesopfer, weitere 2,2 Millionen Menschen wurden aus ihrer angestammten Heimat vertrieben oder mussten fliehen. Mit dem Zerfall des Vielvölkerstaates Jugoslawien in den frühen neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts kehrten die ethnisch bedingten Konflikte auf die europäische Landkarte zurück. Vertreibung, Vergewaltigungen und Völkermord – Vorgänge, die man nach 1945 aus Europa verschwunden glaubte – spielten sich plötzlich vor den Augen der Weltöffentlichkeit ab. Während die Staaten der westlichen Welt immer stärkere Formen der internationalen Zusammenarbeit entwickelten, strebten die Völker des zerfallenden Jugoslawiens genau gegensätzliche Ziele an: nationale Selbständigkeit, politische Souveränität, vor allen Dingen aber ethnische Homogenität. Mit diesen Bedingungen konfrontiert, die schließlich zu den kriegerischen Auseinandersetzungen im zerfallenden Jugoslawien geführt hatten, stand die internationale Gemeinschaft vor der Aufgabe, eine Friedenslösung für die gesamte Region zu erarbeiten, um damit die Stabilität und den Frieden in Europa wiederherzustellen. Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, die bisherige Umsetzung des Friedensabkommens von Dayton zu analysieren und zu werten. Dabei wird zunächst auf den Krieg in Bosnien und Herzegowina 1992-1995 eingegangen. Es werden die Ursachen genannt, die im Zuge der Unabhängigkeitserklärung Bosnien und Herzegowinas 1992 zum Ausbruch des bewaffneten Konfliktes geführt haben, aber auch die Rolle der Nachbarstaaten Serbien und Kroatien und schließlich die Friedensbemühungen der internationalen Gemeinschaft untersucht. Der Schwerpunkt der Untersuchung des Friedensprozesses nach dem Abkommen von Dayton liegt in der Darstellung der Entwicklung der beiden Entitäten Bosnien und Herzegowinas, der bosniakisch-kroatischen Föderation und der Republika Srpska. Neben der politischen Institutionalisierung wird auch der wirtschaftliche Wiederaufbau sowie die Rückkehr der Flüchtlinge und Vertriebenen angesprochen. In einer abschließenden Bewertung werden Lösungsmöglichkeiten für die nach wie vor stagnierende Entwicklung aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Einleitung

1.2. Ziel und Aufbau der Arbeit

1.3. Derzeitiger Forschungsstand

2. Der Krieg in Bosnien und Herzegowina

2.1. Die jugoslawische Republik Bosnien und Herzegowina

2.1.1. Die bosnischen Serben

2.1.2. Die bosnischen Kroaten

2.1.3. Die Muslime

2.2. Der Jugoslawien-Konflikt und die Unabhängigkeitserklärung Bosnien und Herzegowinas

2.3. Der Beginn des Krieges und die Bildung nationaler Entitäten

2.4. Die Rolle der Nachbarstaaten Serbien und Kroatien im Bosnien-Krieg

2.5. Der kroatisch-bosniakische „Krieg im Kriege“

2.6. Internationale Friedensbemühungen

2.7. Das Massaker von Srebrenica und die militärische Wende

3. Das Abkommen von Dayton und die Entwicklung des Friedensprozesses in Bosnien und Herzegowina

3.1. Das Friedensabkommen von Dayton

3.1.1. Die Friedensverhandlungen

3.1.2. Das Vertragswerk

3.1.2.1. Die militärischen Aspekte des Abkommens

3.1.2.2. Die zivilen Aspekte des Abkommens

3.1.2.3. Die neue Verfassung für Bosnien und Herzegowina

3.2. Der Beginn des Friedensprozesses: der Einmarsch der IFOR und der Amtsantritt des Hohen Repräsentanten

3.3. Die militärische Implementierung

3.3.1. Die Probleme bei der Übergabe der Region um Sarajevo

3.3.2. Die Umsetzung des Abkommens über regionale Stabilisierung

3.3.3. Der Sonderstatus von Brko

3.3.4. Von IFOR zu SFOR

3.4. Die zivile Implementierung

3.4.1. Die ersten Wahlen

3.4.2. Die Entwicklung der politischen Institutionalisierung Bosnien und Herzegowinas und der Entitäten bis 1998

3.4.2.1. Bosnien und Herzegowina als Ganzes

3.4.2.2. Die Republika Srpska

3.4.2.3. Die bosniakisch-kroatische Föderation

3.5. Der wirtschaftliche Wiederaufbau

3.6. Die Rückkehr der Flüchtlinge und Vertriebenen

3.7. Die weitere politische Entwicklung in Bosnien und Herzegowina

3.7.1. Die Wahlen 1998

3.7.2. Das „robuste Mandat“ des Hohen Repräsentanten

3.7.3. Die Wahlen 2000

4. Abschließende Bemerkungen

4.1. Der Friedensprozess stagniert

4.2. Perspektiven für die Zukunft Bosnien und Herzegowinas

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert umfassend den Friedensprozess in Bosnien und Herzegowina nach dem Abkommen von Dayton. Ziel ist es, die Durchführbarkeit und den Erfolg dieser Friedenslösung zu bewerten, indem untersucht wird, inwieweit friedenserhaltende Institutionen erfolgreich waren, die Konfliktparteien integriert wurden und ein dauerhafter Frieden gewährleistet werden kann.

  • Vorgeschichte und Ursachen des Krieges in Bosnien und Herzegowina
  • Struktur und Umsetzung des Friedensabkommens von Dayton
  • Militärische und zivile Implementierung durch internationale Organisationen
  • Politische Entwicklung, wirtschaftlicher Wiederaufbau und Rückkehr von Flüchtlingen

Auszug aus dem Buch

1.1. Einführung in die Thematik

Am 21. November 1995 wurde das Friedensabkommen von Dayton paraphiert. Mit der endgültigen Unterzeichnung dieses Abkommens in Paris am 14. Dezember 1995 wurde der Krieg in Bosnien und Herzegowina – der schlimmste Krieg in Europa seit Ende des Zweiten Weltkrieges – beendet. Dieser Krieg forderte rund 200.000 Todesopfer, weitere 2,2 Millionen Menschen wurden aus ihrer angestammten Heimat vertrieben oder mussten fliehen.

Mit dem Zerfall des Vielvölkerstaates Jugoslawien in den frühen neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts kehrten die ethnisch bedingten Konflikte auf die europäische Landkarte zurück. Vertreibung, Vergewaltigungen und Völkermord – Vorgänge, die man nach 1945 aus Europa verschwunden glaubte – spielten sich plötzlich vor den Augen der Weltöffentlichkeit ab.

Während die Staaten der westlichen Welt immer stärkere Formen der internationalen Zusammenarbeit entwickelten, während die Europäische Gemeinschaft nach und nach von einer Wirtschaftsgemeinschaft zu einer politischen Union umstrukturiert wurde, strebten die Völker des zerfallenden Jugoslawiens genau gegensätzliche Ziele an: nationale Selbständigkeit, politische Souveränität, vor allen Dingen aber ethnische Homogenität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Thema des Friedensabkommens von Dayton vor und erläutert Ziel, Aufbau und die Literatur- bzw. Quellenlage der Arbeit.

2. Der Krieg in Bosnien und Herzegowina: Beschreibt die historischen Hintergründe, den Zerfall Jugoslawiens, die Interessen der verschiedenen Volksgruppen und den Verlauf des kriegerischen Konflikts.

3. Das Abkommen von Dayton und die Entwicklung des Friedensprozesses in Bosnien und Herzegowina: Analysiert detailliert das Vertragswerk, die militärische und zivile Umsetzung durch internationale Akteure sowie die politische und wirtschaftliche Nachkriegsentwicklung.

4. Abschließende Bemerkungen: Fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und diskutiert die Stagnation des Friedensprozesses sowie mögliche Zukunftsperspektiven.

Schlüsselwörter

Bosnien und Herzegowina, Abkommen von Dayton, Friedensprozess, Jugoslawien-Krieg, ethnische Konflikte, Internationale Gemeinschaft, IFOR, SFOR, Hoher Repräsentant, Föderation, Republika Srpska, Wiederaufbau, Flüchtlinge, Wahlen, politische Stabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht den Friedensprozess in Bosnien und Herzegowina nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens von Dayton im Jahr 1995.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Ursachen des Krieges, die Bestimmungen des Dayton-Abkommens, die Rolle internationaler Organisationen bei der Implementierung sowie die politische und ökonomische Entwicklung nach Kriegsende.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll untersucht werden, ob die friedenserhaltenden Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft erfolgreich sind und ob Dayton einen dauerhaften Frieden in der Region gewährleisten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung umfangreicher Sekundärliteratur (Fachbücher, wissenschaftliche Publikationen) sowie auf Primärmaterial wie das Dayton-Abkommen und UN-Resolutionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die militärische und zivile Implementierung, den wirtschaftlichen Wiederaufbau, die Rückkehr von Flüchtlingen sowie die politische Entwicklung Bosnien und Herzegowinas und seiner Entitäten bis zum Jahr 2001.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen den Friedensprozess in Bosnien, das Dayton-Abkommen, die Rolle der internationalen Akteure wie IFOR/SFOR und des Hohen Repräsentanten sowie die Herausforderungen der Staatsbildung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Hohen Repräsentanten?

Der Autor hinterfragt kritisch die weitreichenden Vollmachten zur Entlassung von Politikern und warnt davor, dass massive Eingriffe in demokratische Prozesse die Friedensbemühungen gefährden könnten, anstatt sie zu stabilisieren.

Welche Rolle spielte der Korridor von Brko?

Brko war ein zentraler Streitpunkt, da er die Republika Srpska teilte und eine wichtige wirtschaftliche Verbindung für die Föderation darstellte, was schließlich zur Einrichtung eines Distrikts mit besonderem Status führte.

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Details

Title
Die Entwicklung des Friedensprozesses in Bosnien und Herzegowina nach dem Abkommen von Dayton
College
University of the Federal Armed Forces München  (Institut für Internationale Politik, Sicherheitspolitik, Wehr- und Völkerrecht)
Grade
1,7
Author
Alexander Rüstau (Author)
Publication Year
2002
Pages
134
Catalog Number
V11460
ISBN (eBook)
9783638176187
ISBN (Book)
9783638721011
Language
German
Tags
Entwicklung Friedensprozesses Bosnien Herzegowina Abkommen Dayton
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Rüstau (Author), 2002, Die Entwicklung des Friedensprozesses in Bosnien und Herzegowina nach dem Abkommen von Dayton, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11460
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