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Die Kontroverse zwischen Kuhn und Skalweit zu einer Didaktik

Title: Die Kontroverse zwischen Kuhn und Skalweit zu einer Didaktik

Seminar Paper , 1995 , 21 Pages , Grade: gut

Autor:in: Simone Ernst (Author)

Didactics - History
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Diese Arbeit geht der Frage nach einem wissenschaftstheoretischen Ort der Geschichtsdidaktik auf den Grund.

Es ist unumstritten, dass die Geschichtsdidaktik zum einen dem Bereich des Unterrichts und der Vermittlung zuzuzählen ist und zum anderen an die Fachwissenschaft der Geschichte geknüpft ist. Doch Kontroversen entstehen genau da, wo es um die Frage geht, wie weit die Geschichtsdidaktik als historische Disziplin zu verstehen ist und damit auch inwieweit sie der Fachwissenschaft verpflichtet ist, oder in welchem Maße die Fachdidaktik im Dienste der Pädagogik steht. Zwei gegensätzliche Auffassungen in dieser Frage nach dem wissenschaftstheroretischem Ort der Geschichtsdidaktik haben die Vertreterin der emanzipatorischen Didaktik, Annette Kuhn, und der Fachhistoriker Stephan Skalweit.

Die Kontroverse, die über den von Kuhn verfassten Unterrichtsentwurf zur Englischen Revolution entbrannte, wird aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Frage nach dem wissenschaftstheoretischen Ort der Geschichtsdidaktik als Ursache für die Kontroverse zwischen Kuhn und Skalweit

2. Die Didaktikerin Annette Kuhn und der Historiker Stefan Skalweit

2.1. Annette Kuhns emanzipatorische Didaktik

2.2. Der Historiker Stefan Skalweit

3.Kuhns und Skalweits Kontroverse über Einordnung und Inhalte der Englischen Revolution

3.1. Die historische Einordnung der Englischen Revolution

3.2. Die Herrschaftslegitimation der Stuarts

3.3. Der Verfassungskonflikt

3.4. Die sozialen Voraussetzungen der Englischen Revolution

3.5. Der religiöse Hintergrund

4. Schlußteil: Die unterschiedlichen Auffassungen Kuhns und Skalweits zu einer Didaktik der Englischen Revolution

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die wissenschaftstheoretische Kontroverse zwischen der Didaktikerin Annette Kuhn und dem Historiker Stefan Skalweit im Kontext der Vermittlung der Englischen Revolution im Geschichtsunterricht. Ziel ist es, die gegensätzlichen Auffassungen zu analysieren, deren Ursprünge im Verständnis von Fachdidaktik und Geschichtswissenschaft zu verorten und eine Synthese für einen reflektierten Geschichtsunterricht zu entwickeln.

  • Gegenüberstellung des emanzipatorischen Didaktik-Ansatzes von Annette Kuhn und der fachwissenschaftlich orientierten Perspektive von Stefan Skalweit.
  • Analyse der fachdidaktischen Streitpunkte zur Englischen Revolution (historische Einordnung, Herrschaftslegitimation, soziale und religiöse Aspekte).
  • Kritische Reflexion über das Spannungsfeld zwischen Gegenwartsbezug und historischer Objektivität im Unterricht.
  • Diskussion über die Einseitigkeit von Lehrmethoden und die Bedeutung der Quellenarbeit für ein kritisches Geschichtsbewusstsein.

Auszug aus dem Buch

Die soziale Dimension im Streit zwischen Kuhn und Skalweit

In ihrem Unterrichtsentwurf betrachtet Kuhn die sozialen Veränderungen im Vorfeld der Englischen Revolution als eine Hauptursache für letztere. Sie erörtert zwar die politischen und verfassungsrechtlichen Ursachen, doch die Priorität läßt sie in ihrem Unterrichtsentwurf den wirtschaftlich-sozialen Faktoren zukommen. Sie konzentriert sich dabei besonders auf die von der damaligen jüngsten Forschung allgemein akzeptierte These, "daß es sich beim Ausbruch der Revolution vor allem um einen Konflikt innerhalb der herrschenden Klasse (...) handelte." Dieser Konflikt zwischen den verschiedenen Gruppierungen innerhalb der herrschenden Klasse habe besonders die erste Phase der Revolution von 1640-1642 geprägt.

In der zweiten Phase bis 1649 habe sich erst die eigentliche soziale Revolution mit der Zielsetzung einer demokratischen Republik entwickelt. Den Konflikt in der herrschenden Klasse während der ersten Phase der Revolution erläutert Kuhn folgendermaßen: Die herrschenden Schichten des "feudal-argraischen Englands" sahen ihre Stellung durch den "Frühkapitalismus" bedroht und übten daher auf weite Bevölkerungsschichten Gewalt aus. Damit verbunden sei eine "industrielle Revolution", die in England einen völligen Umschwung der Produktionsverhältnisse herbeigeführt habe. Der Kampf in der herrschenden Klasse gehe auf Kosten der ärmeren Bevölkerungsschichten und gewinne dadurch einen sozialen Aspekt. Dieses Bild, welches Kuhn von der englischen Wirtschafts und Sozialstruktur Anfang des 17. Jahrhunderts zeichnet, wird von Skalweit als vorwissenschaftlich bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Frage nach dem wissenschaftstheoretischen Ort der Geschichtsdidaktik als Ursache für die Kontroverse zwischen Kuhn und Skalweit: Das Kapitel führt in das Spannungsfeld zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik ein und skizziert die Kontroverse anhand des Unterrichtsentwurfs zur Englischen Revolution.

2. Die Didaktikerin Annette Kuhn und der Historiker Stefan Skalweit: Hier werden die beiden Protagonisten mit ihren gegensätzlichen fachdidaktischen und wissenschaftlichen Profilen vorgestellt.

3.Kuhns und Skalweits Kontroverse über Einordnung und Inhalte der Englischen Revolution: In diesem Hauptteil werden die konkreten Streitpunkte, wie die Einordnung der Revolution, der Verfassungskonflikt sowie soziale und religiöse Aspekte, detailliert analysiert.

4. Schlußteil: Die unterschiedlichen Auffassungen Kuhns und Skalweits zu einer Didaktik der Englischen Revolution: Das Fazit führt die Argumente zusammen und plädiert für einen ausgewogenen Unterricht, der sowohl den Gegenwartsbezug als auch die wissenschaftliche Distanz wahrt.

Schlüsselwörter

Geschichtsdidaktik, Englische Revolution, Annette Kuhn, Stefan Skalweit, Emanzipatorische Didaktik, Geschichtswissenschaft, Herrschaftslegitimation, Verfassungskonflikt, Sozialgeschichte, Gegenwartsbezug, Quellenarbeit, Kontroverse, Geschichtsunterricht, Wissenschaftstheorie, Didaktik der Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Debatte zwischen Geschichtsdidaktik und Geschichtswissenschaft, illustriert an einer konkreten fachdidaktischen Kontroverse um die Englische Revolution.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Annette Kuhn zur emanzipatorischen Didaktik und die historisch-wissenschaftliche Kritik von Stefan Skalweit bezüglich der methodischen Vermittlung historischer Ereignisse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die gegensätzlichen Positionen der beiden Wissenschaftler zu beleuchten und daraus Empfehlungen für einen reflektierten, methodisch vielschichtigen Geschichtsunterricht abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt die literarische Analyse und die vergleichende Diskussion von Rezensionen und Erwiderungen der beiden Akteure, ergänzt durch eigene Erfahrungen aus der Schulpraxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Auseinandersetzung über inhaltliche Schwerpunkte der Englischen Revolution, darunter die Rolle der Stuarts, den Verfassungskonflikt und die Gewichtung sozialer sowie religiöser Faktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geschichtsdidaktik, emanzipatorische Didaktik, Kontroverse und Quellenarbeit charakterisiert.

Wie bewertet die Autorin Kuhns Ansatz der "Bedingungsanalyse"?

Die Autorin sieht kritisch, dass Kuhn durch die Festlegung "wahrer" Schülerbedürfnisse versucht, deren Bewusstsein zu korrigieren, was im Widerspruch zu einer ergebnisoffenen Mündigkeit stehen kann.

Wie lässt sich laut Autorin die Lücke zwischen Skalweits Wissenschaftsanspruch und Kuhns Didaktik schließen?

Die Autorin schlägt vor, die Ergebnisse der Geschichtsforschung nicht absolut zu setzen, sondern durch Quellenarbeit und die Einbeziehung verschiedener Forschungsperspektiven die Multiperspektivität der Vergangenheit im Unterricht greifbar zu machen.

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Details

Title
Die Kontroverse zwischen Kuhn und Skalweit zu einer Didaktik
College
University of Paderborn  (Geschichte)
Course
GS: Geschichtsdidaktische Positionen - Übungen zu Stand und Selbstverständnis der Geschichtsdidaktik
Grade
gut
Author
Simone Ernst (Author)
Publication Year
1995
Pages
21
Catalog Number
V11465
ISBN (eBook)
9783638176231
ISBN (Book)
9783638757485
Language
German
Tags
Kontroverse Kuhn Skalweit Didaktik Geschichtsdidaktische Positionen Stand Selbstverständnis Geschichtsdidaktik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Ernst (Author), 1995, Die Kontroverse zwischen Kuhn und Skalweit zu einer Didaktik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11465
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