Diese Arbeit thematisiert das Gespräch als philosophiedidaktisches Paradigma und konkretes Unterrichtsgeschehen. Somit gilt es, die Aspekte darzustellen, welche in diesem Kontext von Bedeutung sind. Es wird kritisch hinterfragt, welche Bedeutung eine unterrichtliche Gesprächspraxis für die Ziele eines kompetenzorientierten Unterrichts hat, mit Rückbezug auf die Kernlehrpläne und die fachdidaktische Ausrichtung der Philosophie als „Kulturtechnik humaner Lebensgestaltung“.
Diese Arbeit behandelt die Frage, welche Methodik am sinnvollsten im Unterricht eingesetzt werden kann, um einerseits das Selbstdenken und das kreativ-schaffende Element in der gedanklichen Auseinandersetzung mit philosophischen Inhalten zu fördern und gleichzeitig die fachlichen Aspekte und Positionen nicht verloren gehen zu lassen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Didaktische Voraussetzungen und Ziele für den Philosophieunterricht
2 Gesprächsformen im Philosophieunterricht
2.1 Fragend-entwickelndes Unterrichtsgespräch
2.2 Das sokratische Gespräch
2.3 Interkultureller Polylog
3 Das Gespräch als philosophiedidaktisches Paradigma
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht das Gespräch als zentrales philosophiedidaktisches Paradigma und analysiert, welche Methoden des Unterrichtsgesprächs am besten geeignet sind, um fachliches Wissen mit der Förderung des eigenständigen Denkens und einer interkulturellen Orientierung zu verbinden.
- Didaktische Grundlagen und Zielsetzungen des Philosophieunterrichts
- Analyse und Kritik des fragend-entwickelnden Unterrichtsgesprächs
- Reflexion des sokratischen Gesprächs als Instrument zur Förderung des Selbstdenkens
- Integration interkultureller Perspektiven durch den Ansatz des Polylogs
- Synthese verschiedener Gesprächsformen für einen kompetenzorientierten Philosophieunterricht
Auszug aus dem Buch
2.1 Fragend-entwickelndes Unterrichtsgespräch
Das „fragend-entwickelnde“ Unterrichtsgespräch gilt als Form von Frontalunterricht, da der Lehrer eine große Rolle bei der Lenkung der Beiträge innehat. Es stellt eine auf Fragen beruhende Form des Frontalunterrichts dar, die weniger durch einen monologischen Unterrichtsvortrag gekennzeichnet ist, als vielmehr durch die Umwandlung des Stoffes in sinnvolle Fragen, die von den SuS im besten Falle beantwortet werden. Nach Gudjons liegt die Stärke dieser Methode im Erarbeiten von Standpunkten, aber auch darin, im Rückbezug auf die Lernstände der Lerngruppe Fachprobleme zu klären und behutsam mit sinnvollen Fragen markante stoffliche Aspekte zu entwickeln.
Mattes definiert das „fragend-entwickelnde“ Unterrichtsgespräch als:
„[…] Unterrichtsform, bei der die Klasse als Plenum unterrichtet wird. Der Unterricht findet in Form eines Lehrgangs unter Leitung der Lehrerin bzw. des Lehrers statt. Die Aufgabe der Lehrerin bzw. des Lehrers besteht darin, durch Erklärungen, Visualisierungen, Impulse und Fragen die Schüler zum Denken, Darstellen, Begreifen und zum Wiederholen von Sachverhalten anzuleiten. […]“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik des Gesprächs als philosophiedidaktisches Paradigma ein und stellt die Kernfrage nach einer sinnvollen methodischen Mischform zur Förderung des Selbstdenkens.
1 Didaktische Voraussetzungen und Ziele für den Philosophieunterricht: Dieses Kapitel erläutert die Anforderungen an einen kompetenzorientierten Unterricht und die Aufgabe der Philosophie als "Kulturtechnik humaner Lebensgestaltung".
2 Gesprächsformen im Philosophieunterricht: Das Hauptkapitel untersucht das fragend-entwickelnde Gespräch, das sokratische Gespräch sowie den interkulturellen Polylog als spezifische Methoden der philosophischen Unterrichtspraxis.
3 Das Gespräch als philosophiedidaktisches Paradigma: Hier werden die diskutierten Konzepte gebündelt und beurteilt, wobei die Notwendigkeit einer methodischen Flexibilität der Lehrkraft im Vordergrund steht.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass das Gespräch als essentielles Kommunikationsmittel für ein erfolgreiches philosophisches Unterrichtsgeschehen fungiert.
Schlüsselwörter
Philosophieunterricht, Gesprächsführung, Didaktik, Selbstdenken, fragend-entwickelndes Unterrichtsgespräch, sokratisches Gespräch, Interkulturalität, Polylog, Kompetenzorientierung, Problemreflexion, philosophische Bildung, Unterrichtsgestaltung, Argumentation, Urteilsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert das Gespräch als zentrales didaktisches Paradigma im Philosophieunterricht und untersucht dessen Bedeutung für die Vermittlung philosophischer Inhalte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf verschiedene Gesprächsformen im Unterricht, die didaktische Planung, die Förderung von Selbstdenken bei Schülern sowie interkulturelle Aspekte der philosophischen Bildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Methodik sinnvoll kombiniert werden kann, um sowohl fachliche Inhalte zu vermitteln als auch das selbstständige philosophische Denken zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die theoretische Ansätze (u.a. von Martens, Nelson, Heckmann und Wimmer) reflektiert und auf die aktuelle schulische Praxis bezieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert das fragend-entwickelnde Unterrichtsgespräch, das sokratische Gespräch und den interkulturellen Polylog und bewertet deren Stärken und Grenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Philosophieunterricht, Gesprächsführung, Didaktik, Selbstdenken, Sokratisches Gespräch und Interkulturalität.
Wie unterscheidet sich das sokratische Gespräch vom fragend-entwickelnden Unterrichtsgespräch?
Während beim fragend-entwickelnden Gespräch die Lehrkraft das Erkenntnisziel stark lenkt, zeichnet sich das sokratische Gespräch durch eine stärkere Zurückhaltung der Lehrkraft und den Fokus auf gemeinsames Erwägen von Gründen aus.
Welche Rolle spielt der interkulturelle Polylog in der Arbeit?
Der interkulturelle Polylog dient als Erweiterung des sokratischen Gesprächs, um der polykulturellen Realität in modernen Klassenzimmern gerecht zu werden und Verständigungsprozesse zwischen verschiedenen Traditionen zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Martin Wiertel (Autor:in), 2017, Das Gespräch als philosophiedidaktisches Paradigma und als konkretes Unterrichtsgeschehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1146665